Beiträge von AnjaNeleTeam

    Hier gings vermutlich nicht ohne Drückjagden. Unser Wald hat (auch schon in relativer Ortsnähe) dichtes Unterholz, geht teils sehr hoch und runter und es gab sehr lange zu viele Wildschweine. Ich bin nun echt totaler Laie, aber ich denke, nur mit Ansitzjagd kann man da nicht wirklich viel machen, oder?

    Den Bauern wurden vor ein paar Jahren mit schönster Regelmäßigkeit die Felder und Gemüsegärten verwüstet. Und da die paar, die wir noch haben, das alle nebenberuflich machen, hätten die beinah das Handtuch geschmissen. Und die Jäger haben gewaltig Druck und Schelte bekommen, weil sie zu wenig geschossen haben. Das gibts also auch.

    AnjaNeleTeam

    An Dich ein Dankeschön, dass Du hier so geduldig erklärst. Sachen, die Du gar nicht zu verantworten hast. Ich wüsste nicht, ob ich so viel Nerv für „Erklärbär“ hätte.

    Ja, so ein Guide, was denn nun Jägeraufgaben sind, ist mit Sicherheit eine gute Idee.

    Wildschweine sind einfach ziemlich schlau. Wenn die einmal an einer Kirrung geschossen wurden, meiden sie die lange. Wenn sie bei Mondlicht bejagt wurden, meiden sie offene Flächen. Da gibt es noch viele weitere Beispiele die viel von den Jägern verlangen wenn sie erfolgreich sein wollen. Eine Drückjagd ist da deutlich effektiver und man muss im Optimalfall insgesamt weniger Jagddruck machen. Drückjagden werden auch immer mehr werden denke ich und Nachtsicht ebenfalls. Welche Auswirkungen das auf das Verhalten haben wird, ist noch nicht klar.

    Ich bin gerne "Erklärbär" und durch meine Arbeit bin ich geübt darin die Nerven zu behalten :D

    Kann ich dir so nicht wirklich beantworten ;) In Richtung von bewohnten Häusern darf man natürlich nicht schießen, aber man darf in der Nähe von Häusern schießen und die Ente kann aus einer anderen Richtung als die Schützen runter gekommen sein. Also zum Beispiel laufen die Schützen parallel zur Bebauung und die Ente fliegt vorne von links nach rechts vorbei, sie wird beschossen und landet dann rechts in Flugrichtung möglicherweise Richtung Haus. Ansonsten ist bei Schrot mit einer Gefährdungsreichweite mit ca. 300m (bei 3mm Schrot) zu rechnen. Wie die Situation vor 30 Jahren war, kann ich nicht beurteilen, aber man mag es glauben oder nicht, auch die Jäger bzw. die Jagd machte eine Entwicklung durch und viele sind sehr verantwortungsvoll.

    Aber sicherlich war das ein unschönes Erlebnis und ihr seid bestimmt ziemlich erschrocken.

    Alkoholisiert sein während du eine Waffe führst = Jagdschein weg.

    Wenn man eine Waffe führt darf die nie in Richtung eines Menschen zielen, egal ob geladen oder nicht. Beim Schießen muss immer ein geeigneter Kugelfang vorhanden sein und im Vorder- und Hintergelände darf man niemanden gefährden. Bei uns wurde im Jagdkurs kurz angerissen, dass sich Leute bedroht fühlen könnten, wenn sie einem mit der Waffe begegnen, aber mehr als das wir da aufpassen müssen wurde nicht gesagt.

    So ein Verhalten geht natürlich gar nicht. Und es tut mir leid, dass ihr euch als vernünftige Jäger mit sowas rumschlagen müsst. Und ich mich hier mit den alten Jägern ohne Anstand und mit cholerischen Anfällen. Man sollte beiden Gruppen eine gemeinsame Insel zuweisen.

    Gute Idee :lol:


    Ich habe aber tatsächlich gerade den Gedanken gehabt, dass ein Informationsangebot gar nicht schlecht wäre, bei dem Jäger für Normalbürger oder Wald/Wiesennutzer ihr "Handwerk" erklären. Vielleicht würde so das Verständnis wachsen und mehr miteinander erreicht werden.

    Man hat ziemliche Auflagen um diese Waffen als Privatmensch haben zu dürfen. Unter anderem muss man jederzeit Zutritt zur Wohnung gewähren, wenn Kontrolleure oder Polizei kommen um die korrekte Aufbewahrung der Waffen zu überprüfen. Außerdem darf man sich nichts zu Schulden kommen lassen, auch wenn das mit der Jagd direkt nichts zu tun hatte. Stichwort Zuverlässigkeit. Von dem her kann man seinen Jagdschein wirklich schnell los sein, auch ohne ein Namensschild. So schwer ist es normalerweise auch nicht die Namen von Jägern bzw. Pächtern herauszufinden.

    Aber bei deinem letzten Satz muss ich mich doch wundern. Es kann sich doch jeder vorstellen, dass es schöneres gibt als von der Polizei kontrolliert zu werden, oder? Zumindest für den Tag kann man dann das jagen auch vergessen. Und wenn die Polizei nicht vor Ort ist, sondern eine Anzeige ins Haus flattert, ist das auch nicht gerade toll. Ich habe schon mal eine Anzeige bekommen, die zwar haltlos war und deswegen auch fallen gelassen wurde, aber das ist keine Erfahrung die ich ein zweites Mal brauche.
    Der Punkt ist: man macht nichts verkehrt, aber muss trotzdem immer damit rechnen Probleme zu bekommen. Etwas überspitzt gesagt, aber ich weiß nicht ob das wirklich Sinn und Zweck der Sache ist und zum gewünschten Ergebnis führt.


    Übrigens wurde ich auch schon mal von einem Jäger bedroht, dass er meine Hunde erschießt wenn er sie jagen sieht. Ohne Waffe, aber ich kann durchaus nachempfinden wie du dich da gefühlt haben musst. Völlig daneben so etwas! Heute wüsste ich wie ich reagieren würde. Jagdschein zeigen lassen und/oder sagen das ich ihn anzeige wegen Nötigung wenn er sich nicht einkriegt. Allerdings muss ich auch sagen, dass man mit den meisten Jägern reden kann, vor allem wenn man sich eher interessiert als ablehnend verhält.

    Und wegen der Situation mit der Waffe: ich habe auch gleich dran denken müssen, dass er evtl. einfach keinen Gewehrriemen dabei hatte. Dann kann man die Waffe nicht anders nehmen. Trotzdem natürlich blöd in Verbindung mit einem unfreundlichen bzw. bedrohenden Menschen.

    Vorgestern hat mir eine Verkäuferin, mit der ich mich unterhalten habe, erzählt, dass einer ihrer JRT (jagdlich geführt) bei der Bauarbeit von einem anderen Jäger erschossen wurde. Erst habe wohl der Fuchs ein paar Mal den Kopf raus gehalten, der Jäger wurde ungeduldig und beim nächsten Erscheinen des Kopfes schoss er, ohne sich sicher zu sein und tötete den Hund. Solche Ereignisse bestärken mich immer wieder darin, strengere Richtlinien und Konsequenzen zu fordern. Gern hätte ich auch eine Kennzeichnungspflicht für Leute, die mit Waffen rumlaufen dürfen. Denn wenn im Wald ein Jäger mit dem erhobenen Gewehr vor mir steht und mich bepöbelt oder meint, er würde meinen Hund erschießen, wenn er den jemals ohne Leine sieht, möchte ich nicht erst nach seinem Namen fragen müssen, damit das Konsequenzen für ihn hat (und ja, das ist mir einmal passiert, aber der Mensch "konnte leider nicht ermittelt werden").

    Ernsthaft, die Jäger sollen doch erst schießen, wenn sie GANZ sicher sind, und wenn sie sich dran halten, wird auch kein Pony, kein Pilzsammler und kein arbeitender Jagdhund erschossen.c

    Einerseits kann ich dich voll verstehen, andererseits finde ich es schlimm als Jäger wie ein potenzieller Straftäter behandelt zu werden, bzw. mich so zu fühlen.

    Es gibt immer mehr Meldungen, bei denen Leute die Polizei rufen, weil sie Leute in Tarnkleidung mit Waffen gesehen haben oder weil ein Jäger mit seinem Hund im Wald an der Schussfestigkeit gearbeitet hat (Schrotschuss) oder weil sich jemand bedroht fühlt, weil jemand eine Waffe auf dem Rücken hat oder wo Drückjagden sabotiert werden. Von angesägten Hochsitzen mal ganz zu schweigen. Es ist schwierig sich in diesem gesellschaftlichen Mienenfeld korrekt zu bewegen, zumindest empfinde ich das als Jungjäger so. Umso schlimmer finde ich es, wenn einzelne Jäger immer wieder für negativ-Schlagzeilen sorgen.

    Nein es wird kein Sehtest verlangt. Man kann nach max. 3 Jahren den Jagdschein neu lösen und dafür eine Jagdhaftpflichtversicherung vorlegen und die entsprechende Gebühr bezahlen. Wie man Pferde verwechseln kann weiß ich nicht so recht, aber ein Pilzsammler der gebückt durchs Gebüsch läuft im Dunkeln, das kann ich mir vorstellen, auch wenn es natürlich nicht sein darf. Aber da immer häufiger Nachtsichttechnik erlaubt wird, gehören diese Einzelfälle ja vielleicht bald der Vergangenheit an.