Im Thread "Schmerzen beim Hund" hat die Diskussion als Kernaussage ergeben, dass es ungemein schwierig, nicht unmöglich, aber schwierig ist, Schmerzen beim Hund richtig einzuordnen. Mögliche Schmerzen sind aber lediglich EIN Punkt, den man bei einer Sterbebegleitung im Blick haben muss. Da gibt es noch so viele weitere Punkte - latente Vergiftung des Körpers durch allmähliches Organversagen mit Übelkeit, allgemeinem Unwohlsein, Luftnot, Juckreiz, Aspekte wie das paraneoplastische Syndrom bei Krebserkrankungen, die präfinale Unruhe, extreme Mundtrockenheit, einschiessende Schmerzen durch Runterfahren der peripheren Durchblutung und zig weitere. All die wirklich umfassend im Blick zu haben, darauf zu reagieren, wenn man sich nichtmal sicher sein kann analog zu den Schmerz-Anzeichen beim Hund, ob man das alles richtig interpretiert, ist eine ziemliche Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf.
Ich hab als ITS-Pflegekraft auf einer sehr humanen ITS, die auch Patienten zum Sterben dabehalten hat, weil bei uns der Personalschlüssel einfach besser war und wir mehr Möglichkeiten hatten, als Normalstationen, sehr viele (viel zu viele) Patienten beim Sterben begleitet. Ich kann mich an keinen erinnern, der da keine medikamentöse Unterstützung (Schmerzmittel, Medis gegen Luftnot, Medis gegen Übelkeit, etc.) gebraucht hätte und wir hatten auch bei nicht-Ansprechbarkeit immer noch einige nicht-invasive technische Hilfsmittel, um rasch zu eruieren, ob Schmerzen (Blutdruck), Luftnot (SpO2) vorlagen, um Linderung verschaffen zu können.
Ich bin da durchaus offen für, für einen natürlichen Tod - aber bei keinem meiner bisherigen Tiere wäre das verantwortbar gewesen an ihrem Lebensende. Es kam immer ein Punkt, an dem vermeidbares Leid entstanden wäre.