Kommt für dich eine " spaßhundehaltung" überhaupt noch in Frage?
Nein. Herdenschutz ist letztlich ein 24/7-Job, da bleibt keine Ressource mehr für Hunde mit nicht dazu passenden Bedürfnissen.
Kommt für dich eine " spaßhundehaltung" überhaupt noch in Frage?
Nein. Herdenschutz ist letztlich ein 24/7-Job, da bleibt keine Ressource mehr für Hunde mit nicht dazu passenden Bedürfnissen.
Hier hat gestern die Weidesaison begonnen - wir sind noch beim Angrasen (und ich persönlich finde Rinder da fast noch empfindlicher als Pferde):
Da die 19-jährige Brauni mit ihrer Hüfte nicht mehr in vertretbarer Zeit bis auf die hinteren Weideflächen kommt, bleibt sie jetzt vorn. Ohne Herde findet sie zwar nicht so toll und meckert auch ordentlich, aber ohne Hund ginge das gar nicht, dann wäre sie nicht nur motzig, sondern hätte Angst, sie weiß ja, dass sie mit ihrer Hüfte eingeschränkt ist. Entsprechend bleibt einer der Hunde bei ihr vorn, während die anderen beiden mit den übrigen Rindern nach hinten gehen. Das muss jetzt auch erstmal geübt werden. Denn auch für den einzelnen HSH ists schwer, Herde und den Teamkollegen hinterher zu schauen, wenn diese nach hinten marschieren.
Mit den zunehmend älter werdenden Rindern ist die lange, schlauchförmige Flächeneinteilung hier wirklich blöd. Das ist zwar alles zusammenhängend direkt hinterm Hof und durch den eingezäunten Treibweg ist das Rausbringen und Reinholen auch recht komfortabel, aber sowas gehört z. B. zu den absoluten must-have-Kriterien bei der Suche nach dem neuen Hof: dass die Flächen kompakter am Hof liegen.
Das kann man gar nicht so pauschal sagen.
Es gibt sehr unterschiedliche Varianten der Nutztierhaltung in unterschiedlichen typischen HSH-Ländern. Sowohl mit Behirtung, als auch ohne. Wandernd, in Freiweide, mit/ohne Nachtpferch/-Aufstallung. Die Hunde können grundsätzlich alles, dafür bewahrt man sich ja diese dringend nötige Eigenständigkeit. Der junge HSH braucht aber irgendeinen "Mentor" - das kann der Hirte sein, aber eben auch ein guter, erfahrener älterer Hund.
Je anspruchsvoller das Umfeld ist, desto mehr Sinn macht es, den jungen Hunden eine gründliche Ausbildung zukommen zu lassen, was die Bewertung von Umfeldreizen angeht.
Der tibetanische Mastiff, der die Viehherden der Nomaden beschützt, wird eher selten mit Spielzeugdrachen, Radfahrern, Regenschirmen und Kinderwagen konfrontiert sein und vermutlich meckert da auch kaum jemand, wenn er wegen eines Schneeleoparden bellt. Die Ansprüche an HSH sind schon sehr unterschiedlich.
Mal ein paar erste Erfahrungen mit der Obsidentify-App:
Auch als "100 % sichere" gekennzeichnete Bestimmungen müssen leider nicht stimmen - ein Gegencheck ist also immer empfehlenswert.
Ein paar niedliche App-Versuche hatte ich schon dabei, z. B. wurde eine nicht ganz kristallscharfe, aber durchaus bestimmbar erkennbare Ackerhummel auf Ehrenpreis als Rotkehlchen unsicher bestimmt (mit 72% Wahrscheinlichkeit) und besonders schwer tut sie sich mit den Weißlingen unter den Faltern, da hatte ich schon zweimal eine falsch-sichere Bestimmung. Schwebfliegen und Hummeln, da tut sie sich wirklich schwer mit, da komme ich mit dem Feldbestimmungsschlüssel besser ans Ziel, auch dafür brauche ich ja meist Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven. Aber immerhin bringt sie einen oft auch auf die richtige Spur und bleibt somit eine gute Ergänzung.
Spinnen kann sie richtig gut, da waren bisher alle Gegen-Checks richtig.
Ich mach ja jetzt rein auf meine Flächen beschränkt bei der Artenolympiade mit (und eigentlich auch bei der Hummelchallenge, aber die ist plötzlich weg, möglicherweise gehts da anderen auch wie mir und die Bestimmungen per App sind einfach zu unsicher?) Bisher waren von 128 Arten 112 korrekt, die anderen waren falsch-sicher per App bestimmt. Das ist oft recht zeitaufwändig, alles nochmal gegen zu checken und als letzte Bastion kontrollieren die Admins der observation.org einzelne Bestimmungen noch mal nach, aber man will denen ja auch keine unnötige Arbeit machen.
Ich stelle zunehmend fest, dass ich mein Land und meine Mitbewohner in einigen Artengruppen schon recht gut kenne, denn hier läuft es bei vielen Arten eher so, dass ich denke "oh, xy müsste eigentlich schon unterwegs sein, bald blühen, etc." und mich dann gezielt an die Standorte/Lieblingsaufenthaltsorte begebe, um z. B. das erste echte Blattpaar vom Knöllchensteinbrech zu fotografieren.
Frage: Spricht etwas dagegen, Hunden jeden Tag Sauerkraut zu füttern?
Bei "echtem" Sauerkraut spricht nix dagegen, meine Hunde futtern vom selbstgemachten Sauerkraut mindestens so viel wie ich auch.
Das aus dem Laden ist ja ziemlich "tot", nicht fermentiert und gefühlt in literweise Essig wie eingelegt, das hat nicht mehr viel mit Sauerkraut und eigentlich gar nichts mit dessen gesundheitsfördernden Wirkungen zu tun.
Supermarkt-Sauerkraut nehm ich nur, wenn die Hunde was gefressen haben, was schnell wieder rausmuss. Da wasche ich es vorher ab, um Essig/Alkohol, los zu werden.
Und wieder ein HH, der einfach abhaut....ich finde das so schlimm, wie "normal" das geworden ist.
Selbstverständlich ist digitaler Vandalismus absolut zu verurteilen
, aber kichern musste ich trotzdem:
Der Punkt ist, das gilt alles für diese Situation, mit diesem Hund und mit meinen beiden, die mit mir da stehen. Wenn irgendeine Variable ausgetauscht wird kann die Situation ein ganz anderes Handeln erfordern.
Das finde ich wirklich wichtig zu betonen - Du bist da routiniert, Deine Hunde kennen das und Du lässt Dir auch von agierenden HSH kein X für ein U vormachen.
...
Fuchshexchen - hier war die bisher grösste Hundeanzahl gleichzeitig 6 ( und dann noch BCs, die sich wie eine Gruppe Lemminge aus dem Kofferraum ergossen haben). Man darf bitte nicht untergehen lassen, dass natürlich auch die Anzahl an Hunden, die da vorbeilaufen eine große Rolle spielt. Geh also, falls nochmal HSH samt Herde in Deiner Nähe stehen, davon aus, dass Du mit dieser Anzahl an Hunden tatsächlich auch eine große Herausforderung für diese bist. Hier wäre es dann vermutlich schnurz, ob die alle angeleint und kurzgeführt wären, da würde einfach die Menge an Hunden was auslösen bei den Mc`s.
Wir haben an ungefähr 330 Tagen im Jahr das Umfeld für uns (Leuts aus dem Dorf = Alltag, wirtschaftende Landwirte = Alltag, Jägerschaft = Alltag) und an ca. 35 Tagen im Jahr halt sowas:
Von so Kleinigkeiten mal abgesehen, dass sowas in der BuS gar nicht sein sollte - da gehen HSH natürlich steil. Das Feld zwischen uns und der Wiese, auf der der Hund rumrast wie eine Flipperkugel ist da etwa 40 Meter breit. Auf 40 Meter Entfernung ein Hund, der im voll-speed auch mal kurz frontal Richtung Weidezaun rast.....
Das ist für hier die Realität an Schönwetter-Tagen besonders im Fühling - dafür trainiere ich nicht mit den Mc`s, bei sowas SOLLEN sie agieren.
Ich mach das jetzt im 10. Jahr mit den HSH. Es hat sich NICHTS geändert. Die Bevölkerung ist nach wie vor genau NULL aufgeklärt in Bezug auf "angemessenes Verhalten gegenüber HSH" und mir ists mittlerweile egal. Ich mach das, was für meine Tiere in Bezug auf große Beutegreifer am Sinnvollsten ist und gut.
Passt ja gerade auch zum Thema, ich hatte das hier glaube ich schonmal gefragt, aber ich versuche es nochmal: woran liegt es eigentlich , dass (zumindest viele) HSH nicht lernen, angeleint normal vorbeigehende Hunde nicht als Bedrohung zu erkennen?
Das muss man mit denen trainieren und dafür hat der Durchschnitts-Tierhalter vermutlich weder die Zeit, noch die Nerven. Das geht mit nicht ganz so caniden-scharfen HSH-Rassen (da gibt es große Unterschiede) etwas leichter und es gibt immer auch Individuen, die das von sich aus anbieten, aber die Norm ist eher der HSH, dem man das gezielt beibringen muss, dass passierende, angeleinte Hunde ok sind.
Denn grundsätzlich müssen HSH auf Raubzeugs aller Art reagieren, wozu nun mal auch Hunde gehören. Und dabei ist es vollkommen egal, wie sich das Raubzeugs präsentiert.
Auch Wölfe traben mal ganz gechillt am Zaun lang - da erwartet man ja auch nicht, dass die HSH "sagen", ja gut, der läuft da halt lang, pennen wir weiter.
Hier ist es so, dass die Mc`s bei kurz geführten Hunden (= die Hunde sind wirklich direkt neben ihrem Menschen) einmal anschlagen (die kommen hier beidseits der Flächen über eine Kuppe und tauchen da entsprechend plötzlich im Blickfeld auf) und dann beobachtend am Zaun mitlaufen.
Flexileinen, Schleppleinen "zählen" da nicht, wenn ein Abstand von mehreren Metern zum HH ist.
Sie unterscheiden auch zwischen Hunden, die sie kennen und kompletten Fremdhunden. Wenn hier einer tagtäglich mit seinem Hund langginge und sich dabei leidlich berechenbar verhält, dann ist das nach ca. 2 Wochen "Alltag", sowas können die Mc`s ohne Unterstützung.
Wie energisch sie auf freilaufende oder langleinen-Hunde reagieren, hängt vom Verhalten der Hunde ab. Ein gemütlich langschlurfender Oldie wird anders behandelt, als z. B. der Zwergspitz, der ein Teilzeit-Hund hier im Dorf ist, gern zurückbellt und die Ringelrute forsch hoch trägt. Am "schlimmsten" sind für die Mc`s bisher Hütehunde vom extrem wuseligen Typ gewesen, die auch schon mal in Hütestellung mit gesenktem Kopf hinter ihren Menschen her agieren. Das sind Anzeichen von Jagdverhalten und das triggert natürlich enorm.
Aber ein Generalisieren, dass Fremdhunde allgemein und immer ok sind, macht im Herdenschutz einfach keinen Sinn. Das sind sie nicht, die Fremdhunde. Dafür gibt es zu viele Übergriffe auf Weidetiere auch durch Hunde.
Ich habe, als ich noch in diesen Herdenschutzvereinen tätig war, viele HSH gesehen, die mit den Aussenreizen, die situativ an manchen Standorten im Dauerstakkato auf sie einprasseln, massiv überfordert waren. Wenn man bedenkt, dass die Hauptzeit für die HSH eigentlich die Nacht ist und sie tagsüber auch ruhen sollten, sind das ganz enorme Anforderungen, die unsere HSH da bewältigen müssen. Die Mc`s haben schon recht viele Löffelchen in der Besteckschublade, aber auch die kommen an Tagen mit hoher Erholungssuchenden-Dichte, zig Fremhunden, Drachenfliegern, Radfahrern und Co mal an ihre Grenzen. Sie haben lediglich das Glück, dass sie hofnah stehen, ich das mitbekomme und ihnen an solchen Tagen mal ne Auszeit verschaffen kann, indem ich dazukomme und sie aus der Verantwortung nehme, was sie dann für ein Power-Nap nutzen. Das kann der normale Tierhalter gar nicht leisten.