Beiträge von McChris

    Ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Raubwürger, in Bayern gibt es nur noch wenige Brutpaare und er wird als vom Aussterben bedroht geführt. In der bayerischen Rhön (das sind etwa 150 km Luftlinie von uns) gibt es noch Vorkommen. In Oberfranken gibt es vereinzelte Sichtungen, von Brutpaaren finde ich nichts. Nun sind die Tabellen vom LfU aber auch mega-altmodisch, ich finde zu den Sichtungspunkten nichtmal das Datum.

    Nun mag es sein, dass "unser" Raubwürger ein altes grumpiges Kerlchen ist, das die Partnersuche aufgegeben hat und einfach so vor sich hin lebt, aber ich weiss es nicht. Ich weiss nichtmal, ob der, den ich JETZT sehe, der ist, der bis Silvester hier war. Ich weiss auch noch nicht, ob er hierbleiben wird, oder einfach sehr spät weiterzieht, da es aber das erste Mal ist, dass ich ihn so spät im März noch sehe, fällts einfach aus der Reihe.

    Ich hab ja damals mit den Braunkehlchen schon versucht, "Anschluss" zu finden an das damalige Braunkehlchen-Projekt in Oberfranken, aber dieser Förderkram lässt ja praxisnahen Mit-Einstieg, wenn so ein Projekt schon läuft, meist gar nicht zu, letztlich gilt auch im Naturschutz die hemmende Bürokratie. Und wer hier mitliest, weiß, was dank der verdammten Techno-Open-Airs aus den Braunkehlchen hier geworden ist, nämlich: Geschichte...


    Anderswo:

    Raubwürger . Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz

    Der Raubwürger – eine bayerische Rarität in der Rhön – Wildland Stiftung Bayern

    Was ich so lese von den Habitatansprüchen, wird das hier bei uns alles geboten, wenn auch auf sehr kleiner Fläche von nur einigen Hektar, wobei es ähnliche Flächen noch in der Nähe gibt und durch den Borkenkäfer auch viele offene Flächen in den Wäldern und an den Waldrändern entstanden sind, die die Raubwürger auch mitnutzen, zumindest, bis dort der Baum-Aufwuchs wieder da ist.

    28. März - immer noch da

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    Was ich immer wieder spannend finde, ist, dass sich auch die scheueren von den Wildvögeln ein wenig an einen gewöhnen, wenn man sich immer berechenbar verhält. Hier gilt das auch für die HSH, die Singvögeln nichts tun. Sie gehen nicht an Gelege und auch sowas wie fussläufige junge Feldlerchen lassen sie in Ruhe. Ich weiss aber nicht, ob ich ihnen das nebenbei beigebracht habe, oder ob das Standardeinstellung ist. Es mag aber auch sein, dass es den Vögeln geht wie manchem Touristen und sie die Kangals für Kälber halten....

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    Ja, mir macht das auch Spaß, auch, wenn es manchmal echt viel ist, alle möglichen Fotos auszuwerten. Hier tummelt sich so viel - was natürlich grossartig ist, aber möglichst viel davon zu dokumentieren, ist gar nicht so einfach.

    Hast du mal die App Obsidentify probiert?

    Jetzt gerade. :lol:
    Ich muss allerdings mogeln und meine mit der Kamera gemachten Fotos abfotografieren, meine Handy-Kamera taugt für sowas gar nicht.

    Das ist ein super Tipp fürs Dokumentieren, danke!

    (Aber selbst lernen will ich es auch)

    Hab ne neue Frage!
    Hat jemand von euch schon mal Meloxan als Tropfen gegeben?
    Ich hab zwar gelesen, dass da "schütteln" draufsteht und habe auch immer brav geschüttelt. Aber jetzt bin ich stutzig. Seit zwei Wochen ziehe ich da eine recht klare Flüssigkeit mit der Spritze raus. Und seit heute ist die Flüssigkeit milchig-weiß.
    Jetzt hab ich irgendwie das Gefühl, als hätte ich nicht wirklich gut genug geschüttelt. Hatte ich jetzt seit zwei Wochen keinen Wirkstoff und jetzt plötzlich viel zu viel?
    Muss ich das jetzt wegwerfen?
    Manno, das nervt.

    Ich würds nicht mehr geben, das ist ja letztlich "Dosis-Roulette", wenn der Inhalt nicht korrekt vermischt war.

    Ich denke, dass sie das durchaus tun, nur eben anders als wir Menschen es gewöhnt sind und wir Menschen müssen nur lernen, sie besser zu verstehen.

    Man ist in der Medizin ja nicht allein bei Tieren auf eine gute Beobachtungsgabe angewiesen, das gibt es ja bei bestimmten Patientengruppen auch in der Humanmedizin, immer dann, wenn sich jemand nicht äussern kann.

    Bei einigen anderen Tierarten gibts ja bereits weit methodischere Schmerzerkennungsversuche mit s. g. grimace scales. Da gehts um Ohrenstellung, wie die Barthaare stehen, wie die Pupillen sind, ob der Kiefer verkrampft ist, bei Pferden geben auch die Nüstern Aufschluss (geweitet oder andersrum, besonders eng), die Art zu liegen (Katzen!)

    Mit das Wichtigste dürfte sein, dass man sich der Betriebsblindheit durch den Alltag mit dem Tier bewusst ist.
    Ich als Halter, der die alte Kuh tagtäglich sieht, sehe allerkleinste Entwicklungen in der Befundverschlechterung einfach nicht. Ein TA, der sie einmal im Monat sieht, sieht da einen größeren Sprung. Deshalb gehören für mich regelmäßige Check-Ups beim TA einfach unabdingbar dazu. Für mich hier gehören aber auch regelmäßige PAT/KFZ-Erhebungen dazu, sprich einmal im Monat werden Puls, Atmung, Temperatur und Kapillarfüllungszeit erhoben, um im Fall X den Normalzustand zu kennen. Das klingt aufwändig, ist es aber gar nicht, das ist keine Minute pro Tier.

    Man kann TÄ zur Verzweiflung bringen, wenn man ein Tier vorstellt mit der Bemerkung "er ist irgendwie lurig, anders als sonst", und das ist nicht der kostengünstigste Weg, eine frühzeitige Diagnostik anzustreben, aber ein Tierhalter mit einer guten Beobachtungsgabe kann dieses "ich kenne mein Tier gut" zum Guten hin fürs Tier nutzen und jede Veränderung ernst nehmen und versuchen, sie einzugrenzen. Hier gehört da auch die "Umkehrdiagnose" durch versuchsweise Schmerzmittelgabe dazu, das hilft oft ungemein beim Eingrenzen.

    Der grösste Faktor in falschen Einschätzungen durch den Tierhalter dürfte der Gewöhnungseffekt bei allmählichen Verschlechterungen sein.

    Als ich damals mit der Rinderhaltung angefangen habe, einer mir neuen Tierart, hat der TA gesagt, dass neben offensichtlichen Lahmheiten Zähneknirschen, Stöhnen und Futterverweigerung Schmerzen anzeigen.

    Mittlerweile habe ich dazu gelernt und weiss, dass es noch weit mehr Anzeichen dafür gibt, dass es einem Rind nicht gut geht:

    • sie sondern sich von der Herde ab
    • sie liegen weit mehr als üblich
    • sie liegen fest und können nicht mehr aufstehen
    • sie liegen weniger als üblich
    • die Ohrenstellung zeigt oft in Richtung Schmerzen
    • ein nach innen gerichteter Blick
    • besonders eng oder besonders weit gestellte Nüstern
    • PAT-Veränderungen
    • typische Heu-Röllchen am Fressplatz deuten auf Zahnprobleme hin
    • unleidliches Verhalten in gewohnten Situationen
    • Schwanzschlagen
    • Zögern, ans Futter zu gehen
    • und noch viele, weitere

    Das sind alles Dinge, die sich mit einer guten Tierbeobachtung erkennen lassen, man muss diese aber tatsächlich auch in den Alltag eingliedern und das "normale" Tier gut genug kennen, um Veränderungen zu realisieren.

    Tatsächlich bin ich sehr gespannt, ob der Raubwürger nicht vllt. doch hier bleibt, das wäre ziemlich sensationell. Denn es ist schon verflixt spät im März für eine Art, die ab Anfang April das Brüten anfängt.
    In Sachen Braunkehlchen sieht es bisher mau aus, meist kommen sie in dem Zeitraum, in dem auch die Hausrotschwänze kommen, aber es war noch nichts zu sehen.