24. Lies ein Buch, das in einem Verlag mit dem B im Verlagsnamen veröffentlicht wurde
– Baskerville
Jessie Elland – The Ladie Upstairs
Beiträge von Estandia
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Jessie Elland – The Ladie Upstairs
Küchengehilfin Ann verabscheut ihre Arbeit und ihr mickriges Dasein im Landsitz Ropner. Tagtäglich verrichtet sie die schmutzigsten Arbeiten und ist umgeben von den dreckigsten Bediensteten der unteren Klassen im Herrenhaus. Ann will aufsteigen und Kammerzofe der "Ladie Upstairs", Lady Charlotte, werden. Ein zufälliges Aufeinandertreffen der beiden löst in Ann das Verlangen aus, koste es was es wolle, endlich der Drecksarbeit in der Küche zu entkommen. Doch als Ann wirklich beginnt die Treppen nach oben zu besteigen, um Lady Charlotte zu dienen, muss sie festellen, dass die Schrecken "oben" schlimmer sind als jene "unten".
Die Geschichte wird aus Ann's Perspektive erzählt – subjektiv, intensiv, bisweilen unzuverlässig, wenn sie sich in ihren inneren Monologen und Sinnesbeschreibungen ergeht hat man das Gefühl einem beunruhigendem (Alb)Traum zu folgen. Beschrieben als psychologische Gothic-Horror-Geschichte, gibt es hier keinen klassischen Handlungsbogen, eher einen losen Slowburn-Übergang von Ann's bescheidenem Dasein nach oben ins bessere Leben und dann ihren Niedergang, als sie ihren Obsessionen, Ängsten und Grauen anheim fällt.
Der Debut-Roman ist sehr atmosphärisch, man bekommt ein gutes Gefühl für Orte und Texturen, für Ann's körperliche Erfahrungen. Er setzt sich außerdem mutig mit weiblichem Begehren und Gewalt auseinander. Die Struktur ist psychologisch vielschichtig, verwurzelt in einer klaustrophobischen Umgebung (Ropner Hall ist fast ein eigener Charakter) und Ann's innere Zustände verschwimmen gut mit äußeren Realitäten. Ich reihe mich allerdings auch bei den Kritikpunkten anderer Leser mit ein, die Handlung scheint hin und wieder amorph durch die starke Herausstellung der Atmosphäre. Es gibt einen relativ intensiven Fokus auf inneren Ekel und Bilder was repetitiv und durch das Verweilen darauf durch das langsame Handlungstempo überwältigend wirken kann.
Erforschte Themen: Ehrgeiz, Klassengesellschaften, Begierde und Besessenheit / Verlässlichkeit der Wahrnehmung / Körper, Verschmutzung und Reinheit / Isolation und Heimsuchung
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Ich hatte Geburtstag also Gönn mir

Außerdem find ich die Womens Prize for Non-Fiction Longlist dieses Jahr echt interessant
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Ich hatte zum Mittag gerade Teriyaki-Lachs mit Bimi und Frühlingsszwiebeln

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4. Lass dein Haustier wählen (ich hab wiedermal den Bürohund dafür benutzt)

Miriam Toews – All my puny sorrows -
Miriam Toews – All my puny sorrows
Dies ist die Geschichte von Elfrieda und Yolandi Von Riesen, zwei Schwestern wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: "Elf", glücklich verheiratet, wunderschön, weltweit erfolgreich als Pianistin und "Yoli", zwei Kinder, hält sich mehr schlecht als recht mit dem Verfassen von Kinderbüchern über Wasser und macht gerade eine Scheidung durch. Yoli steht und stand als jüngere Schwester immer im Schatten der besonderen, vielversprechenden, enigmatischen Elf, sie beneidet ihre Schwester, denn sie hat alles, wovon sie immer nur träumen konnte. Doch Elf hat auch schwerste Depressionen und ist stark suizidgefährdet. Nach einem erneuten Suizidversuch reist Yoli zu ihrer Schwester ins Krankenhaus und steht erneut vor der Frage, kann ich meine Schwester noch retten?
Hier erzählt Yolandi ihre Geschichte als Schwester und Tochter und Mutter, wie sie die schwerste Zeit im Kreise ihrer riesigen, aber weit vertreuten Mennoniten-Familie erlebt. Ihre Stimme ist direkt und intim, oft humorvoll mit roher emotionaler Aufrichtigkeit. Die heutige Zeitlinie ist linear, besteht aber eher aus Szenen, Momentaufnahmen, internen Monologen und wird durch Rückblenden aufgelockert, in denen man mehr über die Kindheit der Schwestern, das Familienleben und das Aufwachsen in der mennonitischen Gemeinde erfährt. Man merkt schnell, wie sehr die Schwestern aneinander hingen, dass sie sich selbst die besten Freundinnen waren aber auch wie sie sich langsam voneinander entfernten und zu eigenständigen Charakteren wurden. Der Ton ändert sich fortwährend, mal schmerzhaft und nachdenklich, dann überraschend geistreich oder ironisch und erzeugt so ein gutes Verständnis davon, wie nah Freud und Leid beisammen liegen. Dieses Buch ist ein zutiefst menschlicher Roman, der Tragik und Humor miteinander verbindet und zeigt, wie eine Familie mit psychischen Krankheiten, Liebe, Verlust und Identität umgeht. Es ist weniger eine konventionelle, von der Handlung getriebene Geschichte als vielmehr eine meditative, charakterzentrierte Reise durch die emotionale Landschaft von Schwesternschaft und Überleben. Bisher scheint es dieses Buch nicht auf deutsch zu geben und wer Englisch gut versteht und auch mit den Themen umgehen kann, dem sei das Hörbuch empfohlen! Yoli's Stimme ist absolut fantastisch, nuanciert emotional, man kann mit ihr lachen und heulen und alles verstehen, was sie durchmacht.
Erforschte Themen sind Schwesternschaft und Familienverbindungen, Kunst als Ausdrucksform, Herkunft und Identität, Trauer, Verlust und Überleben sowie die Grenzen der Liebe. Vor allem aber, als explizite Trigger-Warnung, geht es um mentale Gesundheit, Depressionen und Suizid, teilweise geht es tief(er) in die Materie des assistierten Suizids. Nichts von dem wird reißerisch dargestellt, für die Charaktere ist es gelebter Alltag, mit dem sich alle auf die eine oder andere Art auseinandersetzen.
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Bin ja froh, dass ihr das einhellig auch strange findet
Ich denk, bin ich seltsam, dass ich sowas übergriffig finde?! Gerade wenn man sich vorher problemlos anmelden/anfragen könnte...Für die Einordnung: Es handelt sich um die Frau meines verstorbenen Vaters, die in dem Haus wohnt, dass ich nach ihrem Tod erben werde. Ich hatte keine enge Beziehung zu meinem Vater und schon gar nicht zu ihr (u.a. weil sie superanstregend ist). Nun taucht sie wiederholt unangemeldet bei meiner Mutter auf (die haben sich nur einmal auf meiner Hochzeit getroffen), weil die im selben Dorf wohnt. Nun kommte sie halt öfters abends einfach vorbei mit Hund nach dem Training und hofft bei meiner Mum auf Einlass anscheinend ....
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7. Lies ein Buch, dessen Autor/in ein B und ein Y im Namen haben (egal, ob Vor- oder Nachname)

Ray Bradbury – Something Wicked this Way comes -
Ray Bradbury – Something Wicked this Way comes / Das Böse kommt auf leisen Sohlen
"Three a.m. That's our reward. Three in the morn. The soul's midnight. The tide goes out, the soul ebbs. And a train arrives at an hour of despair..."
"By the pricking of my thumbs – something wicked this way comes.""Es ist All Hallow's Eve und Cooger and Dark's Pandemonium Shadow Show ist in die Stadt gekommen. Hören Sie die Musik, sehen Sie die Lichter, schieben Sie die Sorgen des Lebens beiseite und betreten Sie einen Ort, an dem Träume keine Träume sind und Wünsche wahr werden können. All das erwartet zwei Jungen, die an der Schwelle zur Männlichkeit stehen. Doch als sie den Nebel, die Labyrinthe und die Spiegel betreten, müssen sie feststellen, dass nicht alle Träume den Preis wert sind, der dafür gezahlt werden muss..."
Die sehr lyrisch-mythische Coming-of-Age-Geschichte der beiden halbstarken Jungs Jim Nightshade und Will Halloway, eingewickelt in die Ankunft eines gruseligen Karnevals, bei dem nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Der Roman entfaltet sich als eine dichte, atmosphärische Erzählung, die eher von Charakteren, Stimmungen und Themen als von der Handlung bestimmt wird. Der Gesamtton ist düster und lyrisch, wobei sich Verwunderung und Schrecken die Waage halten, mal unheimlich und ahnungsvoll, mal melancholisch und nachdenklich, dann eher mythisch als schockierend, aber auch zart und menschlich. Der Schreibstil ist anscheinend Bradbury-typisch (ist mein erster Bradybury): üppige, sinnliche, symbolische, abstrakte, rhythmische, beschwörende Prosa. Muss man mögen, hat für mich auch gut funktioniert. Das Hörbuch wird von Paul Giamatti gesprochen, das ist nochmal ne ganz andere Erfahrung und echt fantastisch.
Erforschte Themen: Ängste und Wagemut / Altern, Zeit und Sterblichkeit / Verlangen und Versuchung / Freundschaft, Familie und Liebe