Gabrielle Griffiths – Greater Sins
'Haud yer wheesht.'
'Mind your manners with them, if you still want tae have your baws in the morn.'
In der abgelegenen schottischen Gemeinde Cabrach im Jahr 1915 beginnt die Geschichte mit der überraschenden Entdeckung einer perfekt erhaltenen Frauenleiche in einem Torfmoor. Lizzie, die unzufriedene Frau eines örtlichen Landbesitzers, und Johnny, ein nomadischer Sänger und Landarbeiter, ziehen die Leiche aus der Erde—und schon bald machen sich Gerüchte, Aberglaube und Unbehagen in der eng verbundenen Gemeinde breit. Als die seltsamen Ereignisse und Spannungen vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs eskalieren, kommen verschüttete Geheimnisse aus Lizzies und Johnnys Vergangenheit an die Oberfläche und verflechten Geheimnisse mit persönlichen Abrechnungen über Schuld, Begehren und Zugehörigkeit.
Ein sehr atmosphärischer und dicht erzählter Debut-Slowburn, um ein kleines Farmerdorf mit wenigen aber sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und komplexen Hintergrundgeschichten, die aber nicht überfordern. Man bekommt Johnny's und Lizzie's Perspektiven, ebenso zwei Zeitebenen, einmal die aktuelle 1915 und einmal 1905. Die Darstellung des Farmlebens in einer unwirtlichen Gegend zur fiesesten Jahreszeit, das Überleben der Farmerfamilien abhängig von der Ernte, dem Wetter und den angeheuerten Gelegenheitsarbeitern ist glaubhaft und interessant. Der Spannungsbogen funktioniert gut, ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, wo die Reise hingeht und das Buch nicht das ist was ich erwartet habe. Es war um vieles besser!
Ich habe das Buch natürlich mit Hörbuch gelesen. Die beiden schottischen Sprecher tragen unglaublich viel zur Atmosphäre bei, die Stimmen klingen absolut authentisch in dem historischen Kontext.
Erforschte Themen: Geheimnisse, Schuld und Urteil / Isolation und Aberglaube / Identität und Erlösung / Krieg und gesellschaftlicher Wandel