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Beiträge von acidsmile

    Mal ganz nebenbei: Was bringt es denn das ganze so extrem voneinander zu trennen und sich in einem Hundeforum darüber zu streiten?
    Ich hab über Isolationshaft und deren Folgen auch mal eine Doku gesehen. Und dort wurde gesagt, das Gehirnareale verkümmern und dauerhaft geschädigt werden dadurch.
    Also ist doch scheiß egal ob die Schädigung im Welpen oder Erwachsenen Alter aufgetreten ist. Hirnschaden ist doch Hirnschaden :ka: .

    Die Definition ist hier doch eh sehr schwammig.
    Für mich kennzeichnet es sich durch eine Kognitive Verhaltensauffälligkeit, von Fähigkeiten die normal als Welpe/Junghund ganz normal erlernt werden würde.


    Ich denke schon das ein Welpe der nur pro forma alle paar Wochen an der Leine um den Block geführt wird Deprivationsschäden entwickeln kann.


    Ein Welpe der an Bäumen, Autos, Fußgängern, was auch immer Schnüffeln und es sich ansehen kann und dafür Zeit bekommt. Klar der bekommt eigentlich ausreichend Reize um sich normal zu entwickeln.
    Die Zeit musste ich meinem Rüden anfangs auch geben. Weil er eben vorher zwar ab und zu nen Baum/Auto, etc. draußen sah, aber sich eben nicht damit auseinander setzen durfte.

    Manche Welpen haben aber diesen eh nicht existenten "Folgetrieb" gar nicht. Wie willst du die an die Umwelt draußen gewöhnen?


    Ein Hund, der die Wohnung kennt, an der Leine an die Umweltreize gewöhnt wurde, der ist doch bitte nicht depriviert. Jetzt fallt ihr ins andere Extrem.
    Ein Hund, der vielleicht von der Mutter und den Geschwistern sogar isoliert wurde und keinerlei Kontakt zu seinen Menschen hatte, außer Futtergeben maybe und auf einem Areal eingesperrt wurde und nur wenig bis keine Umweltreize hat, das ist ein depriviertier Hund. Aber nicht einer, der alles hatte und eine "Einschränkung" an der Leine erfahren hat. Mit wievielen Wochen werden kleine Welpchen beim Züchter denn an FREMDhunde herangeführt? Das macht doch dann eh der neue Besitzer meist, oder nicht?
    Ich kenne keinen Züchter, der mit der ganzen Bagage auf die Hundewiese geht. Wäre unverantwortlich!

    Du siehst das ganze etwas zu eingeengt und denkst jetzt nur an kleine Welpchen, die in einem dunklen Keller offenbar gehalten werden.
    Ich dagegen sprach von meinem voll Erwachsenen Hund der sogar vor 5 Jahren schon im Senior Alter war. Und in diesen ersten 8-9 Jahren vor mir, hat er vielleicht sogar mal den Besitzer gewechselt und alle Jubeljahre auch mal einen Baum gesehen.
    Auch wenn er weder an der Leine laufen beherrschte, als ich ihn zu mir holte und sogar sich im Wind bewegende Grashalme für so Jagens wert hielt, das er nicht mehr ansprechbar war und auch nicht auf Pansenstücke und sonstiges Futter reagieren konnte.
    Er hat kein hochwertiges Leben nach der Welpenzeit gehabt, aber irgendwas haben irgendwelche Menschen die ersten 8-9 Jahre nach der Welpenzeit mit ihm gemacht.


    Von meiner Hündin weiß ich, das sie die ersten 4 Monate nur in einem Stall gehalten wurde und Menschlicher Kontakt nur übers Füttern stattfand. Aber sie war im Gegensatz zu meinem Rüden nicht Depriviert. Sie war zwar ängstlich, aber in der Lage die auf sie einströmenden Reize zu Filtern und zu verarbeiten.
    Meine Hündin konnte sich auch in einem normalen Zeitrahmen an neues gewöhnen. Sie war nicht mit ihrer Umwelt und sich selbst überfordert!


    Mein Rüde dagegen... es hat ca. 2 Jahre gedauert das er sich nicht mehr Bellend im Kreis gedreht hat, wenn ich mir die Schuhe angezogen hab. Und glaub mir, das wurde der nie müde.
    Durch die Demenz ist er leider ab und zu wieder so wie früher, wie in seiner eigenen Welt.

    Spaziergänge nur an der Leine bieten einem Hund auch zu wenig Reize. Mein Rüde wusste mit ca. 8-9 Jahren damals nicht, das er nicht fliegen kann. Und das ein Vogel der 1 km entfernt in der Luft ist, kein Grund ist völlig auszuflippen und da hinter her hetzen zu wollen.
    Auch hat er nie gelernt mit anderen Hunden zu spielen. Selbst meine Hündin hatte es nach einem Jahr aufgegeben ihn zum Spielen aufzufordern.
    Ebenso die normale Kontaktaufnahme zu einem Hund.
    Auch das freie folgen der Bezugsperson. Mein Rüde musste erst lernen, das wir gemeinsam Spazieren gehen und nicht jeder Kopflos macht was er will.


    Das sind eben alles Dinge die Hunde lernen, die ab und zu mal ohne Leine in der freien Natur laufen dürfen.


    Ob sowas gewollt ist, das die Hunde solche Probleme entwickeln... Tja keine Ahnung. Ich denke manche Menschen sind einfach zu doof für die Hundehaltung.


    @Reddy , mir ist aufgefallen, das man im Wald sehr viel weniger hört wie auf freien Flächen. Und selbst wenn man im Wald mal was hört, man sieht überall nur Bäume.
    Ich finde Wald Spaziergänge generell auch viel entspanter.

    Ich pinn mich hier mal fest. Ist sehr interessant von euren Hunden zu lesen. Ich hab mir vor 5 Jahren auch so einen "besonderen" Hund aus dem TH geholt.
    War damals sehr erstaunt das ich da einen ca. 8-9 Jahre alten Hund hatte, der damals noch kein echter Hund war. Der hat alles von der Pike auf lernen müssen, wie ein Welpe. Ich brachte ihm bei auf das Leben zusammen mit Menschen klar zu kommen. Ohne davon dauer gestresst zu sein. Meine Hündin brachte ihm bei was es heißt Hund zu sein und wie sich ein Hund so verhält.


    Mal ein kleines Beispiel von unserem Alltag: Als mein Sohn geboren wurde im Januar, da kam täglich die Nachsorge Hebi vorbei. Mit dieser war ich Hauptsächlich in der Küche, da dort mein Wickeltisch steht.
    Für meinen Rüden ist diese Küche aber kein Aufenthaltsraum wo Frauchen steht und sich mit jemanden Unterhält!
    Nein, die Küche ist das Zimmer, wo es Futter gibt oder wir uns auch zum Gassi fertig machen.
    Also lief mein Rüde bei jedem Besuch der Hebi manchmal eine Stunde am stück fiepend in der Küche hin und her.
    Auch wenn ich am Wickeln war, fiepte er gerne sofort los.
    Jetzt nach über 4 Monaten hat er es endlich begriffen, das die Küche auch Wickelraum und Unterhaltungsraum ist.
    Also eine neue Funktion dazu bekommen hat, die für ihn keine Bedeutung hat.
    So das er nun endlich auch wenn ich am Wickeln bin oder mich dort mit jemanden Unterhalte schaffen kann zur Ruhe zu kommen.


    Wir haben aber jetzt auch mit Demenz zu kämpfen. Hat hier schon jemand Erfahrung mit solch einem Hund im hohen Alter?
    Ich denke aktuell, ich werde dann ein ende setzen, wenn er aus seinen Zwangshandlungen nicht mehr schafft raus zu kommen.
    Oder die anfangen viel zu lange anzuhalten.


    Und Sprüche von anderen musste ich mir bisher nur von Leuten anhören, die meinen Hund nicht lange genug kennen. Die meisten begreifen recht schnell das was mit dem nicht stimmt.
    Das einzige was mich stört. Das die nicht begreifen wollen, das es nur bis zu einem ganz gewissen grad mit Training hinzubekommen ist. Und diese Grenzen des Trainierbaren hab ich mit meinem Rüden schon längst erreicht.
    Um 160 Grad hat er sich mindestens schon geändert und der Rest bleibt eben :).

    Bei meiner Hündin kam eine Vergiftung, am Wochenende, Nachts auf 900 Euros. Selbst wenn man mehr wie 100€ auf der hohen Kante hat, hätten die nur müde gelächelt. Aber dafür nutzen Tierkliniken ja auch die Möglichkeit der Schufa Auskunft und haben spezielle Ratenverträge.
    Ist also auch alles kein Problem seinen Hund behandeln zu lassen, selbst wenn man keine Tausende Euro extra zurück gelegt hat.

    Vielleicht ist es noch gar nicht so weit bei euch. Gerade wenn du sagst Lenny ist noch so scharf aufs Fressen, das sogar noch Spazieren klappt.
    Meine Hündin war der verfressenste Hund der Welt. Selbst Papier wurde mit gefressen. Aber im Februar ist die nicht einmal mehr aufgesprungen wenn ich Verpackungen geöffnet hab oder Jack schon mit offener Schnauze neben mir stand. Auch wenn ich mit dem Ball vor ihrer Nase gewedelt hab, dann hat sie nur wehmütig hinterher geschaut. Auch der Blick war betrübt. Es war keine Lebensfreude mehr in den Augen.
    Ich hätte sie wahrscheinlich selbst ohne einen zu 100% eindeutigen Befund einschläfern lassen.
    Ihr ging es aber noch gut genug, das sie Leckerlies aus der Hand nahm und noch genug Kraft hatte um selbst gehen zu können.
    Deswegen hab ich sogar auch Kritik bekommen von Verwandten/Bekannten, das es zu früh war.
    Wahrscheinlich ist aber genau das diese Grenze, die man nur selbst erkennen kann.

    Ach, wenn ich ihn nicht zum Mond schießen will, liebe ich diesen Hund abgöttisch :smile: . Und eigentlich passt es auch ganz gut, mit so einem Oldie und einem Säugling. Die Zeit für ihn ist da und wenn ich mit Laufkind in einem Jahr höchstens 500 meter Waldspaziergang schaffe, dann macht es meinem Jack nichts aus, weil auch er sich an jedem Grashalm festschnüffelt :lol: .

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