Ehrlich gesagt was mein wirkliches Problem mit dem Auslandstierschutz ist, dass so viele unpassende auslandshunde an unpassende Hundehalter vermittelt werden. Ich sehe das wöchentlich im Hundeverein und im Alltag.
Hunde die unter Medikamente gesetzt werden, um hier irgendwie klar zu kommen, Hunde mit dreifachsicherungssystem um nicht in Panik vor einem Fahrrad zu fliehen, Hunde die mit "Folterwerkzeugen" vom jagen, ziehen an der Leine, und fliehen abgehalten werden. Und ich stehe da und soll mit diesen Leuten und Hunden in einer gruppenstunde Unterordnung machen.
Mittlerweile schicke ich die weg, zu einzelstunden, an denen sie kein Interesse haben, weil zu teuer. Und dieses Spiel ist wöchentlich und wird mehr. Hunde die auf dem Bauch aus dem Auto kriechend gezogen werden. Und dann der Satz "der ist aus Griechenland. Er hat sich jetzt schon gut eingewöhnt, ist seit 4 Monaten bei uns." Und ich schaue auf das kriechende, panische Hündchen und dann erzählen mir die Menschen was sie von dem Hund erwarten und von mir, weil das alles noch nicht klappt und sie sich das so alles nicht vorgestellt haben.
Ich kann den Leuten da nicht helfen, so gar nicht. In einer unterordnungsstunde von einem hundesportverein sind sie völlig falsch. Aber das zu verdeutlichen ist natürlich schwierig. Und ja, ädann frag ich mich, wer zur Hölle und warum hat eine orga diese Hunde an diese Familien vermittelt? Was soll so etwas? Warum macht man das?
Und wenn man wöchentlich damit konfrontiert ist, die Leute hilflos und völlig überfordert sieht, dazu die panischen, unsozialisierten, jagdlich mehr als ambitionierten Hunde sieht, sieht wie die Leute sie irgendwie durch ihren Alltag schleifen, dann hat man es nicht so mit auslandstierschutz. Auch züchterhunde können Probleme mitbringen, nur meist gänzlich andere. Der super freudige labi will zu jedem Hund, der Boxer zieht an der Leine und das püdelchen frisst ständig dreck. Alles händelbar von normalwohenden, ersthundebesitzern. Dabei und daran können wir arbeiten in einer uo Stunde im Hundeverein.
Aber die vielen auslandshunde mit ihren gigantischen Baustellen, die jede Woche kommen, die kostenfreie schnupperstunde nutzen, feststellen ihre Hunde sind völlig überfordert damit, von uns dann an hundeschulen, einzelstunden verwiesen werden, echt frustrierend. Vor allem wenn die Leute fragen, was denn da eine Stunde kostet, sie auf meine Antworten blass werden und dann folgt sofort folgender Satz : Also das ist uns zu teuer, das wird schon noch. Wir resozialisieren den Hund einfach. Es ist ja schon viel besser geworden." Hund und Herrchen sehen wir nie wieder und auch keine der empfohlenen Trainer, hundeschulen sieht sie je. Dafür ist es mir jetzt schon 3 mal passiert, dass ich Herrchen/Frauchen/Familie Monate später mit neuem Welpen bei uns in der Welpenstunde wieder traf.
Den problemhund haben sie zurück gegeben und sich dann einen Welpen vom hobbiezüchter ohne Papiere geholt. Weil im Tierschutz sind die Hunde alle so ängstlich.
Echt, und da werde ich wütend auf die tierschutzorgas. Warum muss so etwas sein? Warum machen völlig unerfahrene Menschen vks, ohne zu wissen um welchen Hund es geht und wie der tickt? Oder ob der zu hundeanfängern und deren Vorstellungen passt?
Und nein, mit liebe geht nicht alles und umziehen in die Pampa für nur einen Hund, kann man nun auch nicht verlangen.
Und nächste Woche werde ich da wieder stehen und jemand kommt mit 1 jährigem Kettenhund aus Spanien um die Ecke, der aussieht wie ein mix aus deutschkurzhaar und großem münsterländer, mit völlig verformten Pfoten, den der jenige kaum halten kann, weil jeder Windhauch den Hund fast durchdrehen lässt. Und dann folgt die Liste der Probleme und Beschwerden mit dem Hund. Und ich sage:" erstmal zum Tierarzt wegen den Pfoten, aber sie können heute gerne zuschauen, mitmachen, aber ich denke eine hundeschule, ein Trainer für einzelstunden wäre besser."
Und dann siehe oben.
Frustrierend. Für alle.
Und ja, ersthundehalter sind zumeist trotz gutem Willen, mit solchen Hunden alleine überfordert.
Ich sehe natürlich nur die "problemhunde" im Hundeverein, weil dort ja nur die hinkommen, die mit ihrem Hund ein Problem haben, jedenfalls die mit auslandshunden. Denn der Großteil dieser Hundehalter hat an hundesport, Beschäftigung mit dem Hund gar kein Interesse. Anders als viele der Leute die mit Rassehunden zu uns kommen. Die haben im Alltag nur kleine Problemchen und wollen gerne hundesport machen bzw. wenigstens die BH schaffen.
Sorry, musste mir mal meinen Frust, mein Unverständnis von der Seele schreiben. Tut mir einfach für die Beteiligten so leid.
Lg