Wie sieht denn dein Partner euer Zusammenleben mit dem Hund? Du hattest ja mal erwähnt, dass er früher eine Eurasierzucht unterhielt und du selber hattest ja auch schon diverse Hunde vorher. Gibt es aus diesen Zeiten so keinerlei Erfahrungswerte, die ihr nun nutzen könntet?
Mein Partner liebt den Justy. Allerdings kann er nicht aus körperlichen Gründen mit ihm Gassi gehen. Aber hier im Haus sind sie schon recht vertraut. Und entgegen aller Meinungen hier habe ich festgestellt, dass Justy Umtrieb fehlt. Seit ich ihn immer wieder streichle und kraule und mit ihm spiele, ist er viel aufgeweckter. Justy ist ein sehr verschmuster Hund und es scheint, dass er in seiner Familie in Bosnien gar nichts durfte. Bei mir darf er sehr viel. Zum Beispiel die Türe aufschupsen, wenn er in einen Raum soll. Das durfte er vermutlich nicht. Oder sich aufs Sofa setzen oder mit einem Spielzeug (Plüschtier) länger spielen. Er schaut mich an und fragt, darf ich das? Wenn ich sage, ja nimms, dann spielt er weiter. Ein kleiner, süßer, vollkommen eingeschüchterter Hund, der so nach und nach auftaut. Es ist schön zu sehen, wie er sich positiv entwickelt. Besuch ist plötzlich nicht mehr so wichtig. Er wird begrüßt und gut ist. Die Hundetrainerin, die ich angerufen habe, sagte, ich solle ihn irgendwo anbinden, wenn Besuch kommt. Tut mir leid, aber in Justys Fall ist das ganz und gar nicht angebracht, es würde ihn nur noch mehr einschüchtern.
Auch unterwegs beim Gassi gehen, rennt er nicht mehr den Leuten hinterher, sondern macht schön sitz neben mir. Ich gehe alles ganz langsam an. Und die täglichen Übungen tun ihm sichtlich gut. So wie ich es mit allen meinen Hunden gemacht habe. Gut, jeder ist anders. Aber da ich jetzt zu wissen glaube, dass er vernachlässigt wurde, bin ich auf dem richtigen Weg.
Ich danke euch allen für eure Meinungen und Hilfestellungen. Ich hatte vieles vergessen, es jetzt wieder hervorgeholt. Ich hatte nämlich vor vielen Jahren einen Angstbeißer. Er wollte jeden zerfleischen, der ihm über den Weg lief (Menschen). Mit Übungen, die ihm Selbstbewusstsein verschafft haben, hatte ich ihn nach 4 Jahren so weit, dass er sich sogar von Kindern am Schwanz anfassen ließ. Er wurde der liebste Hund der Welt. Und mit diesen psychologischen Erfahrungen werde ich jetzt bei Justy weitermachen. Ich brauche keinen Hundetrainer, der mir am Telefon Ratschläge gibt ohne dass er den Hund überhaupt einmal gesehen hat.