Deshalb kann man hier nichts korrigieren. Entweder man verzichtet auf das Gen und damit auf die Rasse selbst, oder man nimmt bewusst in Kauf, kranke Tiere zu züchten. A und B schließen sich aus.
Ich räume ein, dass ich die Scottish Fold vor allem aufgeführt habe, weil wir hier gerne immer dieselben Rassen ansprechen, und es ja noch mehr gibt. Und ja, in DEM Fall ist es tatsächlich einfach, und dass es diese Rasse überhaupt gibt, ist für mich ein absolutes Armutszeugnis der Menschheit. Gilt zwar auch für andere Rassen - aber für dieses einfach noch mal mehr. Und ja, dass das, was die Rasse definiert, gleichzeitig der Grund für die Einordnung zur Qualzucht ist, ist mir natürlich bewußt.
Und NL ist mir der Nasenlänge ja bislang sehr gut gefahren, so verkehrt kann der Weg ja nicht sein und es ist eben ein Anfang! Einen Anfang den man hier seit Jahren nicht geschissen bekommt.
Was mir, zugegebenerweise, auch einfach nicht einleuchten will. Denn den grundsätzlich wichtigen Passus HABEN wir ja im TierSchG, der wird nur seit vielen, vielen Jahren gefühlt geflissentlich ignoriert. (und im Ausgleich dazu andere Dinge, wie die Kastration, sehr viel enger ausgelegt, als sie im Gesetz stehen... auch die Interpretation scheint da einfach ein wenig den Geflogenheiten / den Vorlieben der Menschen zu folgen....)
Beim Mops ist die Rute ein Beispiel. Diese extrem eng eingerollte Schraubrute sieht niedlich aus, bedeutet aber, dass die Wirbelsäule im hinteren Bereich deformiert ist. Das betrifft nicht nur das letzte Stück, sondern verändert die komplette Statik des Hinterkörpers. Viele dieser Hunde haben dadurch dauerhaft Schmerzen, Verspannungen und eingeschränkte Beweglichkeit… und solange diese Rute Teil des Standards ist, lässt sich das nicht gesund züchten.
Bei den verschiedenen Bulldoggenrassen – englisch, französisch, amerikanisch – kommt das enorm hohe Kaiserschnitt-Risiko dazu. Die Köpfe der Welpen passen häufig nicht durch das viel zu enge Becken der Hündinnen. Das ist kein seltener Ausrutscher, sondern ein grundlegendes Merkmal dieser Körperform, und nichts, was man über Selektion korrigieren könnte.
Wobei beim Mops glaube ich nicht so häufig echte Probleme mit dem Bewegungsapparat aufzutreten scheinen, als bei der Bulldogge (mögen die Tierärzte unter uns mich korrigieren, das ist ja auch ggf. ein Eindruck, der regional entstehen mag, und wir haben ggf. auch einfach mehr Bulldoggen als Möpse?) Wenn ich mich erinnere, dass sie in einer Studie (ich müsste genaueres raussuchen, aber das ist einfach bei mir im Kopf so verankert) bei frz. Bulldoggen gesunde, junge Tiere (so um die zwei bis vier Jahre alt) geröntgt haben, und 70 % (!) mindestens einen Keilwirbel hatten, durch die weggezüchtete Rute.... das fand ich eine beeindruckende, und im Grunde auch beängstigende Zahl....
Ein Mops ist doch nur ein Katalog von Qualzuchtmerkmalen.
Wohl wahr.... und trotzdem tun sich so viele schwer damit, es als das anzusprechen, was es ist.... im Grunde ja (auch) der Gesetzgeber, wenn man es nicht konkretisieren möchte /konkretisiert.....
Beim Dackel wäre es meines Wissens nach tatsächlich relativ einfach, die größten Probleme anzugehen, indem man konsequent alle Tiere aus der Zucht ausschließt, die das Gen für den extremen Zwergwuchs tragen.
Das hatten wir hier ja schon einmal diskutiert, dass es ein Gen gab, was für die Bandscheibenproblematik verantwortlich war, und deswegen herausgezüchtet werden könnte, worauf die Züchter teilweise sehr harsch reagiert haben.... ein wenig nach dem Motto, aber wenn meine Teckel nichts haben, warum dann was ändern?
Wobei ich schon glaube das man viel hätte erreicht haben können wenn man sich mal nur auf die Minusnasen konzentriert und nicht direkt versucht alles mögliche mit abzuwatschen und der ganzen Hundezucht eins reinzuwürgen..
Das gehört auch zu den Dingen, die ich nicht verstehen kann. Das ist aber glaube ich auch ein sehr deutsches Phänomen. Mal ganz ehrlich, das sieht man ja schon an anderen europäischen Gesetzen. Jedes Land passt es etwas an die landeseigenen Bedürfnisse an, nur Deutschland meint, es müsse einfach ALLES umsetzen.... DSGVO war da ja auch ein wunderbares Beispiel....