Beiträge von WorkingDogs

    Wegen uns...muss der Hund keine Begleithundprüfung bestehen....ganz besonders beim Dummy Training glänzen oder irgendwelche Preise beim Agility gewinnen.

    Meine Aufzählung sind simple Basics, damit ist man noch weit weg davon irgendwelche Prüfungen zu laufen oder gar Preise zu gewinnen. Insbesondere die Leinenführigkeit ist mir sehr wichtig, denn mit Waffe ist Ziehen, Einspringen oder Aufgeregt rumnerven ein absolutes Nogo. Das geht einfach nicht, entsprechend sitzt die Leinenführigkeit auch sehr schnell, so mit einem halben Jahr sollte der Hund da aus dem gröbsten raus sein. Ansonsten gewöhnt er sich einfach daran, wie es nicht laufen soll und es wird immer schwieriger.

    Ich weiß das hier viele großen Wert auf bestimmte Trainings und Erziehungsregeln legen, diese auch strikt durchziehen und im besten Fall auch noch jede Menge Zeit dafür haben.
    Das ist ja auch völlig in Ordnung aber diese Anforderungen haben wir gar nicht. Es hat halt jeder andere vorstellungen davon wie das zusammenleben aussehen soll..

    Dann verstehe ich die Frage nicht, nein, es muss euch nicht wichtig sein, aber dann darf man auch nicht jammern, wenn man durch die Gegend gezogen wird. Hunde brauchen nun mal klare Bilder und klares Training und insbesondere wenn Zwänge abgelehnt werden, sollte man viiiiiiiiiiiel Zeit haben das alles auch so durchzuziehen.

    Durchdachtes Training hat mir viel Zeit übrigens wenig zu tun. Ich investiere weitaus weniger Zeit und Geld in das Training meiner Hunde als es viele Hundehalter tun, mit einem besseren Ergebnis. Durchdacht und selbstreflektierend ist der Punkt dabei. Sind alles Arbeitslinien mit massig Drive und Trieb.

    Ihr habt ein massives Erziehungsdefizit.

    Nicht zum angeben, sondern einfach mal um ein Gefühl dafür zu bekommen, was problemlos geht:

    Labrador, jagdliche Leistungslinie, extrem aktiv und triebig, 9 Monate alt.

    Leinenführigkeit sehr gut, bleibt alleine, bleibt auf den Wegen, läuft dauerhaft frei, im Obedience, Dummy und jagdlichen Aufbau.

    Pfiffe schon sehr gut, Back und Voran ok, Markierungen schaut sie ruhig in Grundstellung an, arbeitet dann problemlos mit mit Unterordnung und lässt sich anderswo in die Suche schicken, Markierung dann erst am Ende. Dabei absolut steady und lautlos, kein Einspringen oder sonstiger Blödsinn wie weglaufen mit Beute, nicht abgeben wollen, tauschen, wildern, usw.

    Wird auch am Wild gearbeitet im Apport und erste Schleppen kennt sie auch schon.

    Während unserer Trainerstunden liegt sie auf der Decke, völlig entspannt und unauffällig, arbeitet zwischendurch super aktiv und dann wieder Ruhe auf der Decke, ohne dass man sie erinnern müsste.

    Das ist Retriever, insbesondere Labrador aus Arbeitslinie.

    Und der Hund kam sogar etwas kurz was das Training angeht, weil wir hundesportlich anderweitig unterwegs waren im Sommer. Die hat absolut keinen vollen Trainingsplan. Sie ist einfach extrem leicht ausbildbar.

    Meiner Erfahrung nach hat sie Wirksamkeit von simplen Korrekturen und auch Gehorsam eine ganz entscheidende Abhängigkeit zum Nervenkostüm. Je wackeliger das Nervenkostüm („angekratzt“), desto anstrengender die Aufregung.

    Aufregung verbinde ich immer mit Sinnlosigkeit und Weghören/Frust.

    Ich grenze dazu Aktivität/Temperament ab.

    Meiner Beobachtung nach sollte man aufpassen, sich nicht in einem Extrem zu verlieren, was ja was ganz menschliches ist.

    Ja, sie hat leider noch nicht gerafft, dass sie keine Chance gg Vögel hat. Aber es sind ja auch Enten, die sie zum Fressen gern hat.


    Ganz offensichtlich hat sie nur Wasserliebe, Geräuschlosigkeit und den Trieb von Pudel und Labrador mitgenommen. Dieses scheinbar eingebaute Retriever-Werkseinstellung-Ding, nicht auf Bewegungsreize anzuspringen, hat sie wohl überlesen. |)

    Das ein Retriever-Mix Vögel interessant findet, ist normal. Das hat nichts mit Bewegungsreizen zu tun.

    Bewegungsreize beinhaltet alles, mit geringem bis gar keinem Filter. Autos, Radfahrer, Tiere, gerne auch Dynamiken.

    Retriever bringen von sich aus eine hohe Steadyness mit, diese wird züchterisch abgestrebt. Allein dass dein Hund dabei leise ist, und dir nicht die Ohren vollkreischt spricht genau dafür.

    Aber nein, scheintot sind sie nicht und sie sollen sich für Jagdreize interessieren, sind dabei aber super Ausbildbar und Nervenfest. DAS ist der Punkt.

    Also klar, durchdrehen und die Gegend zusammenschreien geht nicht. Aber die im Dogforum populäre Formulierung "Aufregung abbrechen" mag ich deswegen nicht.

    Gehe ich bei Hütehunden oft mit, die drehen einfach kopfloser und frustrierter auf, als es andere Hundetypen tun. Bei anderen Hundetypen kommt der Abbruch auch leichter an, meiner Erfahrung nach, weil die klarer bleiben, was dann wieder dafür sorgt dass man das Tool wenig braucht.

    Kommt meiner Erfahrung nach auf den Hundetyp drauf an und bei dem was ich lese, würde ich da anfangs auch etwas an der Ruhe arbeiten. Grade wenn nicht das beste Nervenkostüm und viel Frustneigung gegeben ist, hören die sonst in der Unterordnung auch einfach nicht mehr sinnvoll zu. Hochfahren ja, aber bitte sinnvoll. Wäre bei mir auch der erste Lernschritt.

    Das kann man einfach nicht mit Gebrauchshunden vergleichen, die dabei doch in der Regel klar im Kopf bleiben.

    Verdammt - warum verbringe ich so viel Zeit und Mühe damit, meinen Hunden schon von Welpe an beizubringen, NICHT auf Bewegungsreize zu reagieren.


    Hätte mir ruhig mal jemand sagen können, dass die schon eine Werkseinstellung für Steadyness haben ...

    Es ist beim Retriever nun mal sehr einfach. Keine Ahnung, was dich daran so triggert, spricht halt nicht grade für dein Training, wenn du damit so ein Thema hast. Wäre das nicht so, bräuchte man den Hundetyp nicht. Er kann im Vergleich zu anderen Jagdhunderassen nämlich sonst kaum was nennenswert auf dem gleichen Level. Er ist ein Apportierspezialist für nach dem Schuss, das impliziert eigentlich schon genau das und die Prüfungen tun ihr übrigens. Und aus der jagdliche Praxis kann ich es nur bestätigten. Und allen voran Hütehunde, die stellen was das angeht jeden Jagdhund in den Schatten, weil es da gerne völlig unsinnig wird mit den Reizen.

    Kann natürlich sein, dass die Standardzucht da mittlerweile nicht mehr sauber ist, so sollte das halt nicht sein, wenn sie das nicht mehr auszeichnet, wozu dann jagdlich ein Retriever? Dann kann man auch nen Vorsteher kaufen, der kann in anderen Bereichen wesentlich mehr.

    Ich hab den Vergleich zu Gebrauchshunden, Hütehunden, Jagdgebrauchshunden und die Retriever sind unfassbar einfach, nicht nur was das angeht.

    das ist aber Voraussetzung für die Stöberarbeit.

    Nochmal: Nach Jägerdefinition.

    Wir sind hier aber nicht in einem Jägerforum, sondern einem Forum für ALLE Hundehalter, auch Nichtjäger.

    Siehe mein letzter Absatz. Nur so macht es Sinn. Retriever sind dafür gezüchtet, nicht auf Bewegungsreize anzuspringen und dabei ein geniales Nervenkostüm mitzubringen. Genau das macht sie so einfach und herausragend. Das ist auch keine Beleidigung, sondern ein Lob. Der Jagdtrieb ist gemäßigt, es sind keine Triebsäue und das sollen sie auch nicht sein.

    Die Nasenleistung ist davon völlig unabhängig und hervorragend. Natürlich können die Stöbern, nicht grundlos werden sie sehr gerne in der Fläche eingesetzt. Die Selektion findet aber durch die Arbeit nach dem Schuss statt.

    Genau DAS ist die Definition in der Jägersprache.


    Vielleicht reden wir deshalb aneinander vorbei, weil du deinen Fokus auf das Thema Jagd immer aus der Sicht des (menschlichen) Jägers betrachtest.


    Ich habe als Fokus Verhaltensbiologie, und da ist Stöbern ein nicht-zielgerichtetes Suchen nach Beute als eine der Beutefang-Verhaltenssequenzen

    Retriever sind nicht laut, das ist aber Voraussetzung für die Stöberarbeit. Stöbern endet außerdem darin das Wild hochzumachen und sinnvoll zu verfolgen. Ein sehr guter Stöberhund ist der Dackel. Natürlich haben Retriever trotzdem eine hervorragende Nasenleistung zum Beispiel in der Suche. Frei verloren oder auch Totsuche. Ein Spezialist nach dem Schuss.

    Natürlich haben Retriever grundsätzlich Jagdtrieb, aber weder den Jagdverstand noch den ausgeprägten Jagdtrieb anderer Rassen. Das ist auch gar nicht Sinn der Sache bei diesem Hundetyp.

    Ich verstehe gar nicht, wieso du das so als Angriff auffässt, Retriever sind eine super geniale Mischung und ein hervorragender Typ Arbeitshund. Aber einfach keine krassen Triebsäue und das sollen sie auch gar nicht sein.

    Selbstverständlich spreche ich von Jagd im Gebrauch. Alles andere ist total sinnlos, weil der Retriever ja genau dadurch glänzt, dass er eben nicht auf Bewegungsreize anspringen soll, sondern genetisch eine sehr hohe Impulskontrolle mitbringt bei einem genialen Nervenkostüm. Davon können Halter von Hütehunden nur träumen.

    Aber was glaubst du, muss der Retriever tun, wenn er ein Areal absuchen muss, weil die Fallstelle nicht sichtig war?

    Das ist dann eine Suche und hat nichts mit der von mir beschriebenen Arbeit zu tun.

    Eine Suche mit anschließendem Apport läuft sowieso im Gehorsam ab. Der Retriever hat dort seine Stärken, wo ich das Einweisen und die genetische Merkfähigkeit brauche. Sowie den absoluten Willen zu Bringen. Und die Wasserfreude, natürlich.

    Der Vorteil am Retriever ist die sehr kurze Ausbildungszeit in dem Bereich sowie sein einfacher Charakter. Weder brauche ich ein durchgearbeitetes Down, noch steigt mir der Retriever aufs Dach, wenn man nicht drei Tage die Woche im Revier ist, er lässt sich durch den gemäßigten Jagdtrieb sehr gut Ersatzbeschäftigen. In der Ausbildung kann auf viele Zwänge verzichtet werden, die bei anderen Jagdhundetypen notwendig sind.

    Bei der Jagd auf Federwild brauche ich 1000% Verlass, in dem Moment wo ich für den Hund mitdenken muss, nervt es. Lockjagd heißt außerdem absolute Ruhe, kein fiepen. Der Retriever bietet genau das bei einer sehr kurzen Ausbildungszeit. Dazu ein Terrier fürs Raubwild und man kann 1A Niederwildhege betreiben.

    Das hat schon seinen Grund, dass er ein guter Begleiter und Familienhund ist, im Vergleich zum DD oder DJT. Ist doch auch nicht schlimm, Jagd ändert sich ständig und viele Jäger haben gar nicht mehr die Arbeit und Nerven für Vollgebrauchshunde.

    Nachtrag: aber man solle halt wissen, wo die Grenzen des Retrievers liegen. Er kann sehr viele Dinge nicht, stellt aber eine schöne Ergänzung dar.