Beiträge von WorkingDogs

    Ich frage mich, was mit den vielen Hunden passiert, die dann als Qualzucht abgestempelt und ausgesondert werden, weil sie nicht mehr gekauft werden, weil diejenigen, die einen Hund adoptieren wollen, davor wegen der horrenden TA-Kosten zurückschrecken, weil diese Hunde dann nicht mehr gewollt und "in" sind. Auch bei den VDH-Züchtern, die Hunde deswegen nicht mehr loswerden, frage ich mich, was machen die dann mit diesen Hunden?

    Man könnte das Einschläfern dieser Hunde erleichtern.

    Die Hunde können ja am allerwenigsten für den ganzen Scheiß, den die Menschen und Züchter mit ihnen veranstalten, sie sind die Leidtragenden, im wahrsten Sinn des Wortes. Wohin mit ihnen? Alle einschläfern, weil nicht mehr vermittelbar? Im TH sitzen und vor sich hinexistieren lassen, bis sie am Ende sind?

    Was kann den das Huhn dafür, dass es Hundefutter wird? Die Welt ist nun mal nicht rosa rot und jede Entscheidung hat unschöne Konsequenzen. So ist das einfach.

    Die jährlichen Hobbyzüchter sind da doch nicht bei!?

    Doch doch, ab drei fortpflanzungsfähigen Hündinnen, die Wurfanzahl ist nicht das einzige Kriterium. Wenn du mit einer Labbi-Hündin jährlich züchtest und da einen Weimaraner draufsetzt oder silbernen Labbi Rüden, bist du nicht gewerbsmäßig.

    Du musst für die gewerbsmäßigkeit nicht mal züchten. Bei meinem Vetamt reicht, dass man drei fortpflanzungsfähige Hündinnen hält um als gewerbsmäßige zu gelten.

    Bzgl. DM: Gibts da denn mittlerweile einen richtigen Test? Oder noch immer nur den Test, den es z.B. bei Laboklin gibt und bei dem lediglich ein Risikofaktor getestet wird?

    Nicht das ich wüsste, ist in der Liste aber auch beim Mali Vorschrift.

    Mir ist einfach klar, dass der Test von den Ämtern kommen wird, obwohl es nur ein Risikofaktor ist. Deshalb achte ich direkt drauf. Und auch „nur“ auf einen Risikofaktor kann man ja achten, sofern man genug Auswahl hat.

    Vermehrer sind ja zumindest theoretisch ebenso betroffen. Wird Ups-Wurf XY oder die Silberlabbizucht von nebenan gemeldet, dürfte die Luft auch da künftig sehr viel dünner werden.

    Ich denke auch, dass die Vetämter die Liste für die gewerbsmäßigen Züchter heranziehen werden.

    Und du denkst, dass wenn die wenig verbliebenen Hundesportler nun noch jährliche Untersuchungen vorlegen müssen, um an Sportveranstaltungen teilnehmen zu dürfen, wird es besser? Nur weil sie eine der 250 Rassen haben, die in dieser Excel-Liste aufgeführt sind?


    Ich finde ja nicht generell eine Pflicht zu gewissen Tests schlecht. Gerade für so Fälle wie bei dir. Aber die Umsetzung im Gesetz über Ausstellungen und Sport finde ich falsch...

    Es geht dabei doch ums Ausstellungsverbot und (noch?) gar nicht um Sport?

    Für Sport ist das natürlich Quatsch, alleine weil ja auch mit Mischlingen Sport machen kann und alleine dafür dann auch eine Lösung hermüsste. Kann ja nicht sein, dass Rassehunde benachteiligt werden.

    Momentan ist es ja bei Veranstaltungen so, dass die Härte der Auflagen vom ansässigen Vetamt abhängt.

    Ich schrieb ja schon, Sport wird doch von anderen Punkten der Tierschutzhundeverordnung viel mehr tangiert.

    Die Problematik ist ja gesellschaftlich. Wir suchen grade einen Koch und finden einfach niemanden der sich noch für die Wochenenden binden möchte. Und so geht es auch den Vereinen.

    Alle wollen essen gehen, aber niemand will kochen. Und parallel sorgt die Politik bei uns für weitere Schließungen, weil man bei Bauarbeiten keine Kompromisse für die ansässigen Gastronomen findet. Die dürfen dann dicht machen, weil ihre Zufahrt monatelang gesperrt wird. Da gibt es keine gemeinsame Lösung, die haben „Pech gehabt“.

    Kleine Anekdote, aber die Parallelen sind erschreckend.

    aja - ich sehe aber nur Menschen wie dich von dem Gesetz betroffen.

    Man macht es den seriösen Züchtern schwer. Das Argument - dann gibt es keinen mehr der Hunde züchten will - halte ich für falsch. Die Quellen für die Beschaffung der Hunde wird lediglich eine andere, solange die Haltung nicht verboten ist. Und der Hundesport stirbt mangels Teilnehmern aus. Ob das wirklich das Leid von Qualzuchten mindert, wage ich mal zu bezweifeln. Dann holt man sich den Aussie in Wunschfarbe eben aus nem Ups-Wurf - Problem umgangen. Läuft doch zu großen Teilen heute schon so.

    Ich kann ja nur für meine Rasse sprechen, aber ich wollt/brauchte bei der Deckrüdensuche zwingend einen Rüden der DM-frei ist, was sich schwer gestaltet wenn ein Test auf freiwilliger Basis basiert. Ein offizieller Test hätte mir die Suche erheblich erleichtert. Nur mal als Beispiel.

    Auf die überwinkelte HH stehe ich eh nicht.

    Und Otto-Normal-Hundehalter ist eh nicht meine Zielgruppe.

    Das der Hundesport ausstirbt hat ja eher gesellschaftliche Gründe und die allgemeine Vereins-Unlust + haben immer weniger Leute Bock etwas leistungsorientiertes und verpflichtendes als Hobby zu haben.

    Für den Hundesport sind andere Teile der Tierschutzhundeverordnung problematisch.

    Irgendwie kann ich den Ärger auch wirklich nicht verstehen, ich finde, das ist total moderat ausgefallen und die Message lautet „wendet wissenschaftliche Erkenntnisse an und nutzt die vorhandenen Tests!“.

    Daran sehe ich erstmal nicht verwerfliches.

    Ich habe mich nun aber nur mit meinen Rassen beschäftigt und nicht mit dem Thema merle. Auch MDR-1 fand ich hart auf den ersten Blick.

    Desweiteren finde ich die Daten gut und nachvollziehbar aufbereitet. Ob man mit allen Quellen so konform geht steht ja auf einem anderen Blatt.

    Ich finde das Argument vom VDH nicht verkehrt. Damit wird Vermehrung und Welpenhandel befeuert. Es gibt nur einschnitte für HH mit sportlichen Ambitionen und Züchtern.

    Ich sehe das echt im Zwiespalt, leider gibt es genug Verein, die den Zwang zu Neuerungen brauchen.

    Was den Kauf von Hunden angeht, müssen die Käufer Mehr in die Pflicht genommen werden. Und wenn dann keiner mehr Hunde züchten will, gibt es halt keine mehr, so einfach.

    So uninformiert wie manche Leute sind, ehrlich, von mir würden die keinen Hund bekommen. Von den meisten Züchtern mit Verstand würde es keinen Hund geben, ohne den Welpenhandel würden viele Leute einfach keinen Welpen bekommen.