Beiträge von WorkingDogs

    Wenn man das Ausbildungsziel hat, dann kann ich den Wunsch schon verstehen nach einem Zweithund, wenn der Erste nicht reicht. Ab einem gewissen Grad, den ich im Schimmelbereich absolut sehe, sollte man dann die Hundeauswahl auch bierernst nehmen und keine faulen Kompromisse machen. Wie gesagt, da geht es um viel Geld und gesundheitliche Beschwerden, das ist kein Hobby mehr, das sollte schon Passion sein und sich auch die Rassewahl dann nicht mehr danach richten, dass man Zuhause gerne wenig Haare hätte, keine großen Hunde mag, oder andere Nebenaspekte. In solchen Bereichen trägt man eine hohe Verantwortung. Untaugliche Hunde oder Hunde die nicht genug mitbringen sollten auf jeden Fall dann auch wieder abgeben werden, nachher bekommt ein Mensch Lungenschäden, weil der Hund es nicht mitbringt und nicht angezeigt hat.

    Die Erziehungsproblematiken ließen sich beispielsweise mit zeitweiser Zwingerhaltung umgehen, sollten sich da blöde Dynamiken entwickeln. Oder man lebt einfach mit gewissen Dingen. Einen gut vorgearbeiteten Hund kann man im Zweifel auch simpel weiterveräußern wenn es wirklich nicht tragbar ist.

    Du darum gehts mir gar nicht. Aber das Argument, dass es ein Welpe sein muss, wenn es gut werden soll, ist halt einfach quatsch. Wie und woher ist ein anderes Thema.

    Ich persönlich hätte auch nur einen Welpen genommen, aber aus anderen Gründen. Wollte dir damit gar keinen Welpen ausreden :)

    Sehe ich genauso. Es gibt super viele erwachsene Hunde die wesentlich mehr Wille und Talent mitbringen als vielleicht ein Welpe am Ende zeigt. Nur weil man früh anfängt heißt dass nicht, dass es am Ende auch passt und der Hund wirklich gut ist. Insbesondere wenn man eh schon zu Rassen greift die von den Arbeitseigenschaften jetzt nicht der Knüller sind.

    Am sichersten wäre es sich einen durchgecheckten Hund einer bewährten Gebrauchsrasse zu kaufen den man antesten kann.

    Insbesondere bei Schimmel sind die Anforderungen ja auch echt hoch was die zuverlässigkeit angeht, da gehts ja nun nicht um wenig Geld. Der Druck dort kann enorm sein, dass der Hund abliefern muss. Zu einem Hund aus dem Tierschutz würde ich in dem Arbeitsfeld aber auch nicht greifen, wenn man nicht grade die Ausnahmen der Ausnahmen findet. Bei den gängigen Arbeitsrassen findet man aber auch erwachsene Hunde mit Papieren und allem drum und dran.

    Sollen wir einen TS-Hund adoptieren und dann wieder zurückgeben, wenn er doch nicht für die Arbeit geeignet ist? Bzw. einfach damit leben, auch wenn wir eigentlich einen zweiten Suchhund wollten?

    Ja, wenn man Hunde für einen Arbeitsbereich ausbilden möchte und es nicht passt, dann müsst ihr den Hund selbstverständlich wieder verkaufen. Darüber solltet ihr euch klar sein, auch ein Welpe ist ein hohes Risiko und am Ende kann irgendwas dagegen sprechen.

    Nun ist der Spürhundebereich ja körperlich nicht super duper anspruchsvoll, dafür kann der Hund sicherliche gesundheitliche Einschränkungen mitbringen, trotzdem kann es andere Gründe geben, die gegen einen Einsatz sprechen.

    Bei einem gut gezogenen Welpen braucht man eigentlich wenig Sozialisierung und Gewöhnung betreiben und kann selbstverständlich auch früh Sport oder Arbeit aufbauen, diverse Jagdjunghunde laufen sehr früh die ersten Prüfungen und Anlagensichtungen.

    Für einen sauberen Apportaufbau abseits von simpler Bringfreude braucht es aber eine gewisse Mentale Reife.

    Bis dahin ist der Grundgehorsam und die Grunderziehung essentiell und die Hunde dürfen sich mental und motorisch erstmal entwickeln. Jagdliche Prägung fällt für Privatleute ja weg. Was nicht heißt, dass man einen Welpen jetzt überall hinschleppen muss und dass das alles Schissbuxen sind die man an drölfzig Sachen gewöhnen müsste und die durchdrehen nur weil man mit denen mal bisschen was übt.

    Wenn man vorher Retriever hatte ist man sehr verwöhnt was Bringfreude angeht, für die ist das Selbstbelohnend und man bekommt Bringfreude geschenkt.

    Bei einem Welpen geht es in erster Linie darum diese Bringfreude zu fördern, ich würde da noch überhaupt nichts Rückwärts aufbauen, sondern damit warten bis der Hund kognitiv gereifter und etwas älter ist.

    Wie würde denn ein cattle zu einem dsh passen? Zumindest bei der Grösse/ Kompaktheit würde mir das weniger Sorgen machen als ein deutlich kleiner Hund und ich kenne Cattles doch auch als recht robust, kernig und meinungsstabil. Aber muss man natürlich der Typ dafür sein, ist ja trotz allem ein Hüti.

    Ich finde schon dass sie gut passen, man hat aber eindeutig mehr Dynamik als mit einem kernigen Jagdhund. Sind einfach doch sehr ähnlich gelagert.

    Ich hab auch bei Lucifer nicht irgendeinen Collie gekauft, der wurde mir schon so empfohlen. Und er ist ja auch ein wahnsinnig toller Hund, aber kein Begleithund in dem Sinne.

    Lass dir nichts empfehlen, sondern fahr dir Linien und Hunde anschauen und entscheide danach, was euch gefällt.

    Das gilt bei anderen Rasse genauso, auch bei Retrievern ist die Spanne riesig und man hat ruckzuck einen Hund mit einem Haufen Sterotypen oder enormer Energie.

    Aber ich finde die Einstellung gut, bereit zu sein die Optik hintenan zu stellen um etwas zu bekommen was besser zu einem passt. Das ist wirklich top!

    Ziel ist, den Zweithund so zu wählen und zu erziehen, dass er selbstbewusster ist als der Ersthund.

    Hier könnte man natürlich über Zwingerhaltung gehen und einen der beiden Auslagern, nur gezielt zusammenlassen und hoffen dass es irgendwann so aufgeht wie erhofft.


    Ich kenne wie gesagt Hundehalter, bei denen das sehr gut funktioniert hat. Der Ersthund ist durch den Welpen deutlich ruhiger und selbstsicherer geworden. Das wäre auch mein Ziel. Die Frage ist nur, wie man dorthin kommt.

    Reines Glück. Beim überwiegenden Teil geht diese Rechnung völlig in die Hose.

    Mein Wunsch war immer, mehr als einen Hund zu haben.

    Man sollte dabei aber realitisch sein. Wenn der Ersthund irgendwann mal solide durcherzogen ist, ist das doch auch kein Thema, aber auf Biegen und Brechen ist das doch Blödsinn. Dann hat man eben in 15 Jahren erst mehrere Hunde. Es sollte auch zum Ersthund passen, sonst wird aus einem Traum schnell ein Albtraum.


    Objektiv betrachtet ist unser Ersthund kein Problemhund. Wenn wir Besuch bekommen oder auch in der Hundeschule, bekommen wir immer viel positives Feedback.

    Hat doch auch niemand behauptet. Zwischen Problemhund und Perfekthund gibt es viele Grauzonen. Eure Problempunkte sind aber vor Ort im Alltag und der Plan wird ja nicht sein, die Hunde komplett zu trennen. Ein Welpe wird niemals entspannter und sicherer sein und die Baustellen mindern, die Rechnung geht nicht auf, da ist Enttäuschung vorprogrammiert. Vor allem potenziert sich alles mit Dynamik nur. Da wird aus ein bisschen kläffen schnell viel kläffen, aus ein bisschen Leineziehen schnell ordentlich Leineziehen, aus ein bisschen Stress massig Stress.

    Nimm eine andere Linie, im Forum steht ja sehr viel zu den Ausprägungen verschiedener Linien, da kommt kein neuerlicher Anwärter fürs Jodeldiplom.

    Ich kann die Angst wirklich nachvollziehen, und denke dass man nach so einem Extrem auch schnell Gespenster sieht. Es ist ja noch massig Zeit, ich würde mal Ausstellungen besuchen, zu Collietreffen fahren und all sowas und dann schauen, welche Hunde mir gefallen, die Zuchten recherchieren und dann ist das eigentlich eine relativ sichere Bank.

    Andere Rassen erscheinen einen auch gerne als "besser" weil man sie noch nicht kennt mit ihren Facetten.