Ein Aufbau der keine intrinsische Motivation nutzen kann gestaltet sich natürlich auch anders als einer der stark auf externe Motivation angewiesen hat. Wie das erstöbern und verweisen von neutralen Dingen.
Beiträge von WorkingDogs
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Fähreten hat mit "Nasenarbeit" nichts zu tun. Das ist Gehörsames Schnüffeln😂
Natürlich hat es das, ohne Nasenleistung kommst du weder über irre trockenen Boden, noch bei Wind und Wetter ans Ziel.
Nur weil sehr viele Leute Sichtfährten legen, bedeutet das nicht das normale Fährtenarbeit nichts mit Suchen zu tun hätte und easy peasy wäre. Es ist einfach keine Stöbersuche und ein Hund der einfach nur dem Wind folgt, kommt auch oft genug gar nicht ans Ziel, schon gar nicht bei schwierigen Verhältnissen. Trotzdem ist es Nasenarbeit und trotzdem ist es schwierig. Leg doch mal so ne Fährte, auf nem platten, lehmigen Maisacker, mit ganz normalem Gangbild, ohne extra stark zu treten oder gar furchen draus zu machen und ohne Futterhilfe. Dafür braucht es eine sehr hohe Nasenleistung und Erfahrung vom Hund um da durch zu kommen.
Zumal es nicht mal großartig Abzüge gibt wenn der Hund nicht genau auf der Fährte suchen würde, da lässt die PO durchaus Abweichungen zu, auch eine Stöbern führt gewiss nicht direkt zum Abbruch.
Man muss Fährte nicht mögen, man muss sie deshalb aber auch nicht ständig abwerten so tun als würden die Hunde da nicht suchen, nur weil es einen Gehorsamsteil gibt, der sich in der Regel aufs Tempo bezieht. Nicht grundlos muss man in reinen Stöbersuchen drauf achten dem Hund keine Verleitungen zu legen. Es sind einfach verschiedene Arten der Suche, aber beides verlangt eine hohe Nasenleistung vom Hund und in beiden Bereichen muss man das ausbilden was man braucht. Ein Fährtenhund muss auch nicht langsam suchen! Der muss gleichmäßig suchen für maximale Punkte, wieder: ein schnelles suchen führt aber nicht zum abbruch sofern der Hund korrekt sucht und eben nicht irgendwann raus ist. Genauso ist die Leine keine Pflicht.
Auch in der Fläche beim stöbern lernt man den Hunden Techniken fürs Absuchen, weil ein ungelenkter Hund überhaupt keinen Sinn macht, überall braucht es irgendwann eine Systematik, bzw. der Hund entwickelt sich eine. Wenn wir Gegenstände verlieren auf der Fährte, bei schwierigen Bedingungen finden auch die Stöberhunde die nicht so einfach, suchen sich orientierungen oder haben gelernt eine Fläche systematisch abzusuchen bzw. fangen von selbst an sich an Verleitungen zu orientieren.
Im Extrem hast du dann Hard Surface Tracking, ebenfalls eine spurtreue Art der Suche die absolut schwierig ist.
Der beste Fährtenhund bringt eine hohe Nasenveranlagung mit und hat einen Finderwillen. Sehr viele Jagdhunde sind in dieser Disziplin unheimlich talentiert, die auch in der Nachsuche glänzen und keinen davon muss man in den Gehorsam zwingen damit die sich spurtreu zeigen und die Nase unten lassen wollen. Die bieten das genauso an.
Manche Dinge bieten sich in urbanen Gegenden mehr an, andere weniger, glänzen dafür anderswo.
Was macht zum Beispiel ein Stöberhund? Er erstöbert einer Spur um dieser dann zu folgen. In der Fährte oder Nachsuche haben wir diese Spur bereits und wollen den Hund ansetzen können. Klar braucht man diesen Teil nicht wenn der Hund einen bestimmten Geruch anzeigen oder etwas bringen soll was gar keine Spur hinterlassen kann, deshalb ist dieser Teil doch aber nicht unnötig oder falsch. Eine Ente fällt vom Himmel, ein krankes Stück Wild schleppt sich fort. Einmal brauche ich spurtreue, einmal nicht weil es auch gar keine Spur gibt. Die reine Stöbersuche ist genauso ein Extrem wie die reine Fährtensuche, dazwischen finden sich sehr viele Mischformen. Nichts davon ist falsch und nichts davon ist keine Nasenleistung, überall braucht es Fleiß bei Ambitionen. Immer dieser Schwan*vergleich

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Ich finde gar nicht das es für den privaten Bereich so schwierig ist und so super kleinschrittig und protokolliert sein muss.
Mit nem halbwegs talentierten Hund kriegt man das doch innerhalb einiger Tage schnell erklärt, klar ist das keine einsatzfähigkeit, aber darum gehts ja meistens auch gar nicht wenn der Hund einfach nur etwas gefordert werden soll.
Es geht mir ja nicht um den Aufbau. Den bekommt man super schnell hin. Aber danach wird es halt für jeden, der keinen Spaß am kleinschrittigen, peniblen Training hat, schnell langweilig.
Ich bin jetzt noch nicht soooo lange in der Spürhundearbeit, habe ich aber in der Zeit auffällig viele Leute im Hobby-Bereich kommen und gehen sehen. An dem Punkt "mein Hund kann suchen und anzeigen" scheint bei vielen das Interesse zu sinken und dann fehlt die Kreativität, woran man noch arbeiten kann. Liegt vielleicht auch daran, dass man viel alleine arbeitet und nicht in einer Gruppe.
Das ist so und ja überall so. Aber ist ja auch ok wenn jemanden eben nur anzeigen und suchen lassen auf kleinem Niveau betreiben mag. Ähnlich wie leckerliespur beim fährten.
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Zu Bedenken würde ich noch geben, dass natürlich alles irgendwann zur "Fleißarbeit" wird, sobald die Ambitionen höher werden. Seien es Prüfungen oder Einsatzfähigkeit. Jeder Bereich hat dann einfach seine anstrengenden Teile. Sei es das Thema Aufzeichnung, Belastung, Lagerung oder auch die Häufigkeit des Trainings selbst, sobald es "ernst" wird muss überall entsprechend viel Fleiß, Disziplin und Training reingesteckt werden und es kommen weitere Eigenschaften hinzu die Wichtig werden. Da wird der einsatzfähige Jagdhund, MT-Hund oder Spürhund nicht weniger trainieren und bereut werden müssen als der Prüfungshund im FH oder Dummysport und die unangenehmen Teile wie Geruchslagerung, Gehorsam und Trainingsaufzeichnung nehmen immer mehr Raum ein.
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Ich glaube, "richtige" Spürhundearbeit oder auch Scent Detection passen da weniger. Da muss man schon ziemlich penibel sein und Training protokollieren, damit man Fortschritte sieht und es langfristig Spaß macht.
Wenn man da nicht der Typ dafür ist, kann man aber auch eine Menge "Freestyle" machen. Verlorensuche hat z.B. auch einen praktischen Nutzen und ist unabhängig von irgendwelchem Equipment oder Orten. Hier ist eine Beschreibung wie man das aufbauen kann: https://sleepherds.de/such-verloren/
Wenn das einmal sitzt, kann man es natürlich auch noch beliebig erweitern. Eine Freundin von mir nimmt im Wald einen Stock in die Hand, legt ihn dann zu anderen Stöcken und der Hund muss den Stock anzeigen, den sie in der Hand hatte.Mein zitieren geht schon wieder nicht richtig.
Ich finde gar nicht das es für den privaten Bereich so schwierig ist und so super kleinschrittig und protokolliert sein muss.Mit nem halbwegs talentierten Hund kriegt man das doch innerhalb einiger Tage schnell erklärt, klar ist das keine einsatzfähigkeit, aber darum gehts ja meistens auch gar nicht wenn der Hund einfach nur etwas gefordert werden soll.
Und wenn einem der Weg mit dem Kong nichts ist dann nimmt man halt persönliche Gegenstände und gut ist. Im Vordergrund soll doch nur stehen dass der Hund die Nase benutzt und man das ganze skalieren kann. Keine Prüfungen, keine Einsatztauglichkeit, keine Geruchslagerung und keine weiteren Bausteine. Da reicht oft der „Bauernweg“
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Ok, das ist komplizierter als ich dachte! Ich werde mal versuchen, mich einzulesen.
MT wäre super für sie, aber da gibt's hier in der Nähe keine Gruppe. Andererseits: wir fahren ja auch durch die Gegend, um zur Hundewiese zu gehen...
Ich finde MT in dem Punkt einfacher dass der Hundebesitzer weniger sehen muss. Im FH Bereich läuft man schnell die Gefahr einen Hund auszubilden der gar nicht wirklich sucht mit der Nase, sondern schaut mit den Augen. Da ist der Aufbau im MT einfach anfängerfreundlicher finde ich, aber man hat eben das Problem das man fremde Leute braucht.
Ideal finde ich wirklich sich einfach das Anzeigeverhalten zu nehmen und daraus eine schwierige Stöbersuche zu trainieren. Mithilfe des Kong kann man da prima für den Hund variieren was die Schwierigkeit angeht, es braucht kaum Gelände und keine fremden Personen, außerdem gibt es keine weiteren Bausteine und es muss auch nie die Bestätigung abgebaut werden. -
Die Grundlage für die viele Bereiche bildet ja immer das Anzeigeverhalten, egal ob Stöbern oder Verfolgen. Die Grundlage über den Kong lässt sich für viele Bereiche sehr identisch setzen.
Was ich daraus mache würde ich so bisschen am Hund orientieren. Bei der Dummyarbeit muss der Hund natürlich schon irgendwo bringen wolle und dummys gut finden, ob man da so Freude findet wenn man dem Hund vorher erstmal den Dummy oder das Herantragen schmackhaft machen muss, muss jeder für sich wissen. Da kann es dann uU dauern bis man überhaupt mal wirklich zum suchen kommt. Allerdings gibt es viele weitere Trainingsbereiche die auch viel Spaß machen.
Ob MT oder FH würde ich bissl nach Gegend entscheiden. In sehr ländlichen Gegenden ist man mir FH sicherlich freier, Weil es oft auch kaum MT Gruppen gibt und ja auch zeitlich alles passen muss. In Gegenden mit wenig Gelände ist man sicherlich im MT besser aufgehoben.
FH und Stöbern lässt sich auch gut und sinnvoll verbinden wenn man etwas gekonnt ist. Auch der FH Hund muss natürlich suchen können und wollen, sonst wirds am Ende nüscht vernünftiges.
Oft wird aber mit dem Stöbern kombiniert, alleine um die Anzeige zu forcieren und zu perfektionieren, um das Training der Anzeige kommt man auch dort nicht herum, oder man beschränkt sich halt darauf dass der Hund irgendwie einer Spur nachläuft und am Ende eine Jackpot findet, aber da ist dann einfach auch nicht wirklich Suchen gefragt.
letztendlich kann man schon viel damit fordern dass man dem Hund lernt winzige kongstücke zu erstöbern und anzuzeigen, ohne je einen Zielgeruch zu prägen oder irgendwo Gehorsam und weiterführende Übungen zu etablieren. Der Aufbau dafür ist wirklich simpel, schnell gemacht und es ist nicht anspruchslos für den Hund. -
Vielen Dank für die Vorschläge! Ich glaube, für Luna wäre tatsächlich Fährtenarbeit am besten geeignet, aber ich habe wenig bis gar keine Erfahrung darin, mit dem Hund etwas aufzubauen. Meistens bin ich eher so: "lass uns einfach Spaß haben". (Platz, Pfötchen, Männchen, Slalom und durch Reifen springen habe ich ihr beigebracht, das war aber auch einfach...). Aber sie ist so nasen-orientiert, wir sollten da echt was draus machen. Ich glaube ja, sie wäre ein Super-Spürhund.
So kannst du die Fährtenarbeit doch anfangen, Futter in die Tritte legen und los geht’s, am Ende gibt’s nen Jackpot und dann nach und nach das Futter in den Tritten reduzieren. Mehr ists ja nicht damit der hund versteht einer bodennahen Spur zu folgen. Und dann halt nach und nach das Gelände variieren, Übergänge machen, Länge erhöhen. Eigentlich ähnelt es sehr der jagdlichen Schleppfährte nur das am Ende kein Stück zu finden ist, sondern ein Jackpot.
Verweisen übt man erstmal ohne Fährte, genauso wie im Spürhundeaufbau.
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..und weil es mich nicht losgelassen hat, habe ich noch meine alte Ausgabe der Hundepsychologie (2004) herausgekramt. Nicht, dass ich gerade Zeit hätte, da rein zu schauen, aber: es gibt ein Kapitel "Deutsche Schäferhunde und Wölfe - ein Verhaltensvergleich". Möglich, dass von hier der Eindruck kam, Schäferhunde wären mimisch weniger gut aufgestellt. Was ja stimmt, im Vergleich zum Wolf. Aber mutmaßlich nicht im Vergleich zu vielen anderen Hunderassen.
Und nun versuche ich mal, was zu arbeiten ;D
Wobei es ja auch bei den Wölfen nicht den einen Wolf gibt. Bekannte von mir haben Filmwölfe und dafür eignen sich keine Grauwölfe habe ich mir sagen lassen, man nimmt dort arktische Wölfe.
Das Buch ist ja eh sehr DSH geprägt, und die genutzten Hunde wurden auch vom SV zur Verfügung gestellt.
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WorkingDogs Ich bekomme immer mehr den Eindruck, deine Sicht und auch deine Argumente beruhen auf Informationen innerhalb einer Blase, die mit der Realität nicht übereinstimmt.
Korrekt, das trifft so ziemlich auf jeden hier zu

Bewegt sich halt jeder in anderen Blasen und hat andere Erfahrungen gemacht, keine Ahnung was daran nun immer so tragisch ist?
Offensichtlich äußere ich mich ja auch nicht zu Rassen wie Ridgeback, Dogge oder sowas mit denen ich keine Berührungspunkte habe und klar bei Rassen die meinen Alltag bestimmen beziehe ich mich sowieso lieber auf das was ich in meiner Realität erlebe als das was eine Dorit oder ein Gansloßer vor 10-20 (manchmal 30!) Jahren mal in ein Buch geschrieben hat und sich vielleicht mit den eigenen Beobachtungen auch einfach nicht (mehr) deckt.Die Realität ist eine generlisierte Schnittmenge von Tausenden von Blasen. Und ich denke niemand von uns hier hat einen entsprechenden Forschungsauftrag um generalisierte Informationen zusammenzutragen und auszuwerten. Wir sind alle subjektiv, meinungsbasiert und dürfen diese Meinung äußern. Kann dann doch jeder entscheiden wie er die verschiedenen Meinungen und Aussagen für sich und seine Realität gewichtet.
Zumal man grade bei den Hunderassen nicht vergessen darf dass manch ein User als Teil der Community mehr Rasservetreter an einem Wochenende erlebt, als viele Hundetrainer in 10 Berufsjahren.