Beiträge von WorkingDogs

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    Ich meine, welcher gesunde Hund kommt nicht grundsätzlich mit Kaiserschnitt zur Welt, muss vom Züchter monatelang alle paar Stunden zugefüttert werden, schwebt über Monate anscheinend in akuter Lebensgefahr und ist in der Zeit quasi dauerhaft auf eine Rotlichtlampe angewiesen? ...

    Ich frag mich ja immer, warum man sich das antut. Ich hätte da ehrlichgesagt gar keine Lust drauf :tropf:

    Es gibt doch so viele Rassen mit problemlosen Geburten und instinktsicheren Hündinnen, mir wäre das zu anstrengend.

    Klar macht man es wenn man mal Pech hat und es wirklich sein muss, aber doch nicht einkalkuliert und absehbar.

    Haben die Probleme denn nicht gerade mit diesem "Wunsch nach Änderung" angefangen?

    Hundezucht ist nichts statisches, die wenigsten Lebewesen sind perfekt. Gegebenheiten verändern sich, Hundezucht muss nachziehen. Wir klonen ja nicht, selbst der Anspruch das alles bleibt wie es ist wird nicht klappen weil Zucht so nicht funktioniert. Zucht ist immer ein vorwärts, man kann nur die Richtung beeinflussen, aber nie einen Status X festhalten.

    Allein jagdlich hat sich die letzen 50 Jahre viel geändert, sei es durch Artensterben, intensive Landwirtschaft, Landschaftsnutzung. Nicht auf alles haben Züchter einen Einfluss, man kann sich nur anpassen und sein bestes geben.


    Egal, ob man den Hund mit mehr jagdlichen Ambitionen, mit mehr Härte, mit weniger Schnauze, mit mehr Familienfreundlichkeit, mit mehr Fell, mit mehr Sprungkraft, mit mehr Größe, mit mehr Masse, etc. haben will, geht man gezielt auf EIN Merkmal - nur dass sich das eben auch auf andere Merkmale auswirkt, und in der Folge dann genetische Verarmung mit sich bringt, mit den ganzen gesundheitlichen und/oder verhaltenstypischen Problemen.

    Haben wir denn dieses "mehr?". Ich sehe es nicht. Die hohe Sprungkraft, die viele Härte, die tolle Familienfreundlichkeit.

    Stattdessen haben wir rappelvolle Hundeschulen, Problemhunde ohne Ende und Püungsanforderungen die immer weiter sinken weil die Hunde das was früher normal war wohl nicht mehr erfüllen können. Oder die Menschen, alle Hundehalter, Züchter und Halter, sich sehr schwer damit tun vor der eigenen Haustür zu kehren und einzusehen, dass sie vielleicht alle ihren Beitrag dazu leisten dass die Qualität nicht zunimmt, sondern eher abzunehmen scheint. Ich sehe keine höher, schneller, weiter. Eher außen hui, innen pfui - Blendertum statt messbare Leistungsverbesserung. "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt".

    Daher wäre ich sehr dafür, wenn Genetiker die Verpaarungen mit bewerten würden im Vornherein.

    Die sind manchmal auch deutlich entspannter unterwegs als so mancher Internet-Aktivist :pfeif:

    Bringt halt alles nichts wenns danach nicht gescheit weitergeht. Auch Hunde aus der genetisch wertvollsten Verpaarung gehören nicht in die Zucht wenn gravierende Wesensmängel auftauchen oder manch eine Krankheit doch durchkommt.

    Damit meine ich jetzt gar nicht dich, aber es gibt natürlich auch Linien die nicht grundlos verschwunden sind.

    Das schwierige ist ja doch - alle betroffenen Hunde aus der Zucht auszuschliessen, heisst, den Genpool noch mehr zu verkleinern, und das macht die Situation der Rasse insgesamt noch schlechter.

    Damit meine ich nicht, dass man mit kranken Hunden züchten sollte, auf keinen Fall! Aber das "Rausnehmen aus der Zucht" ist nicht die Lösung. Die Lösung könnte auf lange Sicht nur darin bestehen, mehr gesunde Hunde in die Zucht zu nehmen, mit möglichst wenig genetischer Überlappung. Sprich: "Frisches Blut" (ich mag diese archaische Ausdrucksweise nicht, aber so wird es ja bezeichnet).

    Auch ohne Reinzucht muss man genug Hunde behalten, was meinste was so nen Outcross-Wurf streut. Da musst du eigentlich mindestens präventiv die Hälfte behalten können bis nach dem Hauptröntgen um auch wirklich das zu behalten was die Zielsetzung war. Du musst ja gezielt das behalten, was der Population fehlt sonst machts keinen Sinn. Und was in der Hand haben wo die Tiere hingehen wenn das alles nicht aufging.

    Das Problem ist mitunter einfach was behalten wird, wenn da schon Abstriche gemacht werden oder am Ende hast halt dummerweise den falschen behalten und kannst von vorne anfangen.

    Dann hast ne gute Hündin, kriegt der Vater Epilespie, kannst doch dann direkt verkaufen, usw. Hast du dann nicht direkt was was nachrückt bist du erstmal für Jahre wieder raus.

    Du musst dich als Züchter eigentlich ziemlich breit aufstellen um wirklich was ändern zu können und am Ende deine 1-2 wirklich soliden Hündinnen zu haben, WENN man auch auf die Kleinigkeiten achten will und nicht nur auf die Basics! Machen auch ein paar so, das stehen dann aber auch nicht nur 2 Hunde daheim und aus den Würfen werden immer 2-3 Welpen behalten, in Aufzucht gegeben oder selbst aufgezogen und nach der HU gehts dann weiter in der Entscheidungsfindung.

    Das Problem ist doch einfach, dass man bei vielen Rassen gar nicht genug Zuchthunde hat und es unter den heutigen Bedingungen auch sehr schwierig ist sich einen vernünftigen Zuchtstamm aufzubauen. Dazu gehört einkaufen, verkaufen, selektieren. Und als Züchter bist du damit bei vielen doch unten durch. Viele Züchten halt mit dem was sie da haben, weil sie eben züchten wollen. Kaum einer würde sich von einem Zuchthund trennen, wegen Allergien das bedeutet nämlich für viele dass man sich wieder Jahrelang einen Hund aufbauen muss, reinstecken muss mit dem Risiko das wieder irgendwas ist.

    Irgendwo brauchts nun mal Masse wenn man so gründlich selektieren will und das passt nicht gut zur heutigen Anspruchshaltung das ein Züchter nur 1-2 Hündinnen haben darf, bitte nur alle paar Jahre einen Wurf, keine HUnde verkauft und natürlich auch nicht zu viele Hunde besitzt. Muss man doch nur in den Mehrhundehalter-Thread schauen wie kritisch das gesehen wird.

    Die Frage ist auch, woher diese Dinge stammen und was ich damit in die Zucht auf lange Sicht einbringe.

    Farbzucht zum Beispiel.

    Da wird dann der dunkelste Hund behalten, weil „der hund muss ja auch optisch gefallen“ und sehr großzügig über Baustellen hinweg gesehen. Weiche Ohren, mangelhafte Zahnqualität, instabiles Gebäude, usw.

    Meist weil optisch irgendwas angestrebt wird. Und man sich schlecht eingestehen kann wenn was nicht so vererbt hat wie erhofft.

    und ich finde es immer sehr verwirrend, warum manche Leute es als Tierschutz

    Schlimmer noch die Aussage es wäre mit die größte Form von Tierschutz. Liest man ja im Social Media gerne.

    So richtig Tierschutz ist für mich zum Beispiel eine Organisation wie Equiwent, Wildtierhilfen oder auch die örtlichen Tierschutzvereine mit ihren Stationen Projekten.

    Aber der Handel mit Tieren in jeglicher Form… schwierig.

    Und um Tierschutz zu betreiben kann man sich ja auch vor Ort einbringen. Dafür muss man kein Tier kaufen.

    Das darfst du individuell so sehen. Hier leben Wildlinge im Garten, weil sie eben da sind und für mich ist die Streunerpopulation ein menschengemachtes Problem. Mir sind die kastrierten, ortsansässigen auch lieber, weil sie ein stückweit unkontrollierte Vermehrung verhindern, Revier ist besetzt merkt man immer deutlich wenn hier mal keine leben, was den Jagddruck für geschützte Arten auch verringert. Machen wir uns nix vor, das Katzenproblem in Deutschland ist so riesig, sie sind überall. Man sieht sie nur nicht.

    Trotz Katzen lebt hier aber deutlich mehr Vielfalt als bei meinen Nachbarn. Weil es hier Lebensraum gibt, der woanders fehlt.

    Für mich ist das alles nicht schwarz-weiß.

    Es wurde nach Kaufentscheidungen gefragt und ich habe ganz klar über den Fall geschrieben, dass eine Katze aus dem Tierheim geholt wird und in ein bestehendes Ökosystem gebracht wird (das vielleicht gar keine Katze bis dahin beherbergt), das ist einfach genauso bedenkenswert als würde man Waschbären aussetzen.


    Nirgends schrieb ich von wilden, ansässigen Katzen. Natürlich kann es Tierschutz sein sich für solche Tiere zu engagieren und ihre Population durch Lenkung zu verringern.