Beiträge von WorkingDogs

    Ich hatte vor Emma immer Hamster, Kaninchen und vor allem Katzen. Keines des Tiere hat mich je gebissen und die Katzen haben ab dem Kittenalter nicht mehr absichtlich gekratzt. Im Spiel gibt's mal aus Versehen Kratzer, aber absichtlich hat mich bisher kein Tier verletzt.

    Echt? So verschieden sind sie.

    Meine Katzen würden kratzen und auch beißen. Sind aber auch so nette Exemplare aus dem Tierschutz, die keiner haben wollte und dem Menschen nicht wirklich zugewandt sind. Aber auch mit denen kann man, wenn man sich halt höflich verhält und sie nicht bedrängt. Beim Tierarzt geht es nur in einer speziellen Kiste, wo man die Katze zum impfen an die Wand drücken kann.

    Die Hühner sind mit Menschen total nett. Würden aber auf die Hunde losgehen, sofern die Hunde sich falsch verhalten. Also, der Hahn sich und seine Hühner in Gefahr sehen würde.

    Ich hatte früher ein Zwergkaninchen, dass ging auf Menschen los. Vor der hatte eine Nachbarin sogar Angst, die hat sie nicht füttern wollen, wenn wir im Urlaub waren. Die Kaninchen die hier bald einziehen sollen, sind hingegen total nett. Blaue Wiener, halt keine Zwerge.

    Mit Gänsen ist in der Regel auch nicht gut Kirschen essen.

    Ich finde es ja schon sinnvoll, die Intensität zu beschreiben. Wenn man denn ehrlich ist, und nichts herunterspielt.

    Einer meiner Hunde hat mich mal gezwickt, als ich ihn in der Unterordnung hab bellen lassen, in der Fußposition. Ich ging dabei in die Knie, der Hund kommt hingegen beim bellen bisschen hoch und da hat er mich am Arm erwischt, während des Bellens. War ein kleines Loch, welches von alleine verheilt ist. Das war wirklich ungewollt gezwickt.

    Ein anderer Hund hat mich mal gezwickt, als ich dort auf dem Hof war. Einfach, weil das ne blöde Ziege ist und der Halter den Hund da nicht so führt, wie es sein sollte.

    Aber einen Biss als zwicken zu bezeichnen, der in der Notaufnahme endete ist schon ne Nummer..

    Und gerade kleine Kinder, bevor sie lernen was moralisch richtig und falsch ist, neigen durchaus schon mal dazu, ihre Konflikte mit hauen, Petzen oder auch beißen zu lösen.. erst über Erziehung werden dann andere Vorgehensweise und Strategien vermittelt.

    Beim Kindertraining in meinem Sportverein gibt es eigentlich immer ein Kind, welches das Training am Rand verbringen darf. Und teilweise tun die sich auch richtig weh, weil sie halt gedankenlos sind und erst lernen müssen, wie man sich verhält. Da ist man eigentlich nur am Erziehen.. Petzen, hauen, und ja, beißen gab es auch schon. Und auch gegenüber dem Trainer müssen manche des Respekt erst lernen. Kinder halt :ka:

    Manche Kinder quälen auch gerne Tiere, da habe ich mir sagen lassen, das eine solche Phase nicht ganz unüblich ist.

    Und wenn in der Pubertät dann die Hormone kommen, werden schon mal gerne die Eltern belogen, Schule geschwänzt und solche Dinge. Oder man war in eine Prügelei verwickelt. Mobbing ist auch ein Thema an Schulen. Alles Dinge, wo immer wieder erzieherisch eingewirkt werden muss.

    wird es auch als "ist halt so" empfunden, wenn dann das Kind mit dem Messer in der Hand vor den Eltern steht und sagt "Konflikte gehören dazu und ich stech jetzt mal eben zu". ?

    Nein, denn gerade soziale Lebewesen haben eben ein sehr ausgeprägtes Reservoir an Signalen, damit genau das nicht passieren muß, um eben den ausgetragenen (mit der Gefahr einer Verletzung) Konflikt zu vermeiden.

    Es geht nicht um 'wir sind nun alle toll harmonisch und haben uns immer lieb", aber mit Waffen ausgetragene Kämpfe innerhalb einer Familie und Gemeinschaft ist nicht normal. Dabei bleibe ich.

    Ich rede hier übrigens nur innerhalb einer Familie/Gemeinschaft/soziales Gefüge.

    Hier kam noch kein Hund einfach in mein Büro und hat mich aus dem nichts gebissen.

    Und bei ganz argen Fällen spielt doch einfach auch das Lernverhalten mit rein. Weil diese Hunde oder Kinder eben gelernt haben, dass sie mit diesem Verhalten durchkommen und Erfolg haben. Also, ihren Willen bekommen.

    Vielleicht mal ein Beispiel: Mali Welpe knabbert auf einem Stein herum. Ich möchte diesen Verhalten verbieten, weil mir die Zähne meines Hundes lieb sind. Kleiner Mali wird wütend. Ich bleibe ruhig und lerne ihm, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist. An der Stelle kenne ich tatsächlich leider Hundeanfänger, die davon so beeindruckt waren, dass der Hund den Stein einfach behalten durfte. Dieser Hund zieht natürlich einen anderen Schluss als meiner.

    Genauso kenne ich kleine Kinder, die Wutanfälle gekriegt haben, weil sie im Laden keine Schokolade mitnehmen durften. Dabei zornig wurden und um sich schlugen. Eine Bekannte hat das so gelöst, dass sie das Kind aus dem Laden getragen hat (Wagen einfach stehen lassen) und es gab ein Gespräch, dass man sich benehmen kann, oder im Auto wartet. Keine Schokolade. Manchen Eltern ist so ein Verhalten so peinlich, dass das Kind dann aber seinen Willen bekommt.

    Hier gäbe es zum Beispiel eine Beißerei, wenn einer versucht dem anderen ein Kauteil abzunehmen, nur, weil er selbst schon fertig ist. Nein, meine Hunde teilen da nicht (EDIT: Hat ja auch nichts mit Teilen zu tun, das ist einfach dreist). Das verhindere ich natürlich dadurch, dass die von Anfang an lernen, dass anderen nichts weggenommen wird. Auch das ist etwas, was Kinder genauso lernen müssen.

    Nenenene, DAS lass ich mir nicht unterstellen.

    Mich regt der Thread zum Nachdenken über das Leben mit meinem Hund an.

    Niemals hab ich auf jemanden herabgeschaut.

    Zumal es bei den jeweiligen Rassen ja doch auch enorme Unterschiede gibt.

    Sorry, dann hab ich dich falsch verstanden.

    Ich denke es ist nicht nur die Rasse, auch einfach der individuelle Charakter.

    Wenn ich halt einen sehr explosiven "Macher" an der Leine habe, dann ist das anders, als wenn ich einen bedachten Hunde habe, der sich von Haus aus gut zurücknehmen kann. Und sicherlich sind die Konflikte auch anders, wenn ein Rottweiler explosiv ist, als wenn es ein Havaneser ist.

    Ich überlege gerade....weil ich das Thema sehr spannend finde.

    Nö, mir fällt im normalen Alltag tatsächlich keine Konfliktsituation mit meinem Hund ein.

    Wirklich nicht.

    Die Situationen, wo sie mich warnte, waren Ausnahmesituationen und schon ewig her- medizinische Hintergründe.

    Aber sonst.... solche Konflikte wie mit einem Kind hab ich mit meinem Hund niemals.

    Das freut mich ehrlich für dich.

    Junghunde-Konflikte aus meinem Bekanntenkreis. Ich nehme jetzt Extra mal nicht die Sportler und Jäger!

    Hund dreht völlig ab, weil es auf den Hundeplatz geht.

    Hund frustet, weil er bei einer Hundebegegnung nicht zum anderen Hund darf.

    Hund fängt das schreien an weil es Fütterungszeit ist.

    Hund fängt das schreien an, weil es zum Gassi geht.

    Hund mag keinen Besuch.

    Hund klaut Essen vom Tisch.

    Hund springt über den Gartenzaun wenn andere Hund am Grundstück lang gehen.


    Und das sind jetzt nur eine Handvoll. Und manche Hunde werden in diesen Situationen dann auch gerne mal richtig, richtig doof zu ihren Haltern. Reiße ihre Halter um, maßregeln den haltern, weil er den Hund begrenzt, lassen ihren Frust am Halter ab.

    Klar, sind das oft Erziehungsfehler oder Trainingsdefizite. Glückwunsch an alle, die das Glück haben (!!!) dass ihnen das nicht passiert ist. Deshalb sollte man aber nicht auf andere Herabschauen, die nicht so perfekt sind ;-)

    das hat nichts mit moralischer Wertung zu tun, sondern um ein nicht wirklich akzeptables Verhalten innerhalb einer sozialen Gemeinschaft. Gerade Hunde haben eine sehr feine Kommunikation, und wenn der Hund innerhalb einer sozialen Gemeinschaft beißen muß, einfrieren muß, oder sogar flüchten muß, vor dem Sozialpartner - dann läuft was schief.

    Der Sinn der Körpersprache und Laute und Mimik ist ja gerade, diese Konflikte zu vermeiden. Jeder Konflikt innerhalb der Gemeinschaft schwächt nach außen und genau das ist ja nicht Sinn einer Gemeinschaft.

    In der Natur würde man sich halt vermutlich trennen oder vertreiben, wenn es nicht passt, aber der Mensch erzwingt das Zusammenleben. Oder Hunde werden so gezüchtet, daß sie nicht mehr in der Lage sind, sozial kompatibel und sozial kompetent zu handeln, keine Ahnung.

    Wenn ein Hund, nehme ich mal Chilly, dem ich 100 % vertraue, mir gegenüber plötzlich ein "fight, freeze oder flight" zeigen würde, dann weiß ich, daß ICH was gewaltig falsch mache. Und in der Tat, ich wäre auch ehrlich geschockt.

    Ich finde, dass es im Internet auch immer schlimm rüber kommt. Zumindest meine Hunde beißen nicht permanent um sich und deren Hemmschwelle mich zu beißen ist auch extrem hoch.

    Der Malinois findet es zum Beispiel blöd sich begrenzen oder manipulieren zu lassen. Vor allem von Fremden. Ganz ohne Triebziel oder das er irgendwie hochgefahren ist. Hier habe ich aber den Standpunkt, dass er das nun mal zu einem Gewissen Grad lernen muss zu akzeptieren. Es nervt an dem Punkt auch einfach, dass er da so Extrem ist. Geil finde ich das nicht. Genau dieser Hund ist übrigens mein Hund, der mit anderen Hunden am unkompliziertesten ist und ansonsten auch völlig offen und frei mit Menschen.

    Ressourcen kann halt so ein Punkt sein, ist bei diesem Hundetyp auch normal und braucht man in der modernen Hundeausbildung einfach, wo der Hund einen Zweck hat. Klar, kann man darüber diskutieren, ob man nun wirklich Hunde züchten muss, die so sind, aber ich denke, wir sind da mittlerweile einfach ein bisschen verwöhnt? Man muss sich ja nur mal in der Türkei die Lage anschauen, da braucht es solche Hunde und Menschen, die Bock auf solche Hunde und ein anstrengendes Ehrenamt haben.

    Ein anderer Punkt wäre hier Schmerz und Tierarzt. Da haben meine Hunde einfach einen Korb drauf und gut ist. Niemals würde ich denen da blind vertrauen und dadurch einen Dritten gefährden wollen.

    Zusammenleben besteht einfach auch aus Konflikten. Wenn man Kinder hat, dann ist ja auch nicht immer alles 100% Konfliktfrei und genauso wie Kinder lernen müssen, wie sie Konflikte lösen, so müssen das auch junge Hunde lernen. Ist auch eine Charakterfrage, wie jemand sich verhält. Wichtig ist, womit das Lebewesen Erfolg hat und was es daraus fürs spätere Leben mitnimmt. Jemand der Konflikte nur vermeiden zu versucht, hat es nicht leichter im Leben und je mehr Zeit man mit seinem Hund verbringt, desto mehr Raum gibt es, das Konflikte entstehen. Ist doch im menschlichen Zusammenleben nicht anders und etwas völlig normales. Das ist Leben.

    Es ist auch immer eine Frage der Haltung und wie man selbst lebt. Nicht jeder hat das Ideal des Hundewiese-tauglichen Familienhundes, welcher der beste Freund der Kinder ist. Beides ist doch ok.

    Aber WAS macht man da? Bei mir hat sich einmal ein Hund umgedreht; aus Frust. Ich hatte keine Strategie und habe dem Hund im Impuls eine gepfeffert. Aber wenn ich zukünftig einen Hund habe, bei dem ich damit rechne und mir also vorher überlege, was klug wäre.

    Ich muss ehrlich gestehen: Exakt in der von dir geschilderten Situation - was ist denn klug? Ich habe keine Ahnung.

    Also, wenn ich mir einen Hund packe, dann achte ich darauf, dass ich den Hund mit beiden Händen am Halsband erwische um den Kiefer fixieren zu können. Und dann immer weg vom eigenen Gesicht!