Beiträge von SophiaF

    Ich bin mit Rocky auch bei Trainern gelandet, die komplett quasi nur über Strafe gearbeitet haben. Bin ich dann nicht nehr hingegangen. Da musste man aber jetzt kein Vollprofi sein, um zu merken, dass das doof war. Soviel gesunden Menschenverstand sollte man eigentluch haben.

    Mit gesundem Menschenverstand geht das vielleicht, aber der funktioniert leider nicht mehr gut, wenn man von allen Seiten damit eingelullt wird, das der andere Trainingsansatz scheiße ist und es nur so geht.

    Wir hatten auch eine Zeit, in der wir super verwirrt waren, was nun eigentlich das richtige ist. Durch Anleitungen auf YouTube haben wir unserem Hund ein Abbruchsignal beigebracht. Kurze Zeit später hatten wir die erste Stunde bei einer Trainerin, die schockiert war, dass wir "Nein!" zu unserem 5 Monate alten Hund sagen. Wir sollten sofort damit aufhören, das würde ihn traumatisieren. Dann wieder gewechselt. Da wurde nicht nur "Nein" gesagt, sondern geschrien und dabei wild auf dem Boden aufgestampft. Wenn wir nicht einen sensiblen Pudel hätten, der klar signalisiert hat, dass ihm das Geschreie und Getrampel zu viel ist, hätten wir vermutlich auch dabei mitgemacht.

    Und das waren reale Begegnungen. Ich will mir nicht vorstellen, was das für eine Verwirrung erzeugt, wenn man diese verschiedenen Richtungen täglich auf Instagram und TikTok erlebt.

    Ja, ich frage mich auch, warum man überhaupt einen Hund hat, wenn man das Zusammenleben so gestalten möchte. Haben diese Menschen schöne Momente mit ihren Hunden? Oder befriedigt das einfach nur irgendetwas anderes?

    Aber ich glaube, das ist auch ein Nebeneffekt der immer weiter verbreiteten Jagd- und Arbeitshunde als Familienhunde. Wir haben bei uns in der Hundeschule so viele Ridgebacks, Vizslas und Co, deren Existenz gefühlt nur daraus besteht, ihre Besitzer zu nerven. Es wundert mich dann nicht, dass man im letzten Schritt zur Einschüchterung greift, wenn man diese Hunde nicht ausreichend beschäftigen will.

    Ich denke ja, das ist einfach nur einer mehr, der gut reden kann.

    Weiterer Aspekt: er ist ein Mann, sieht nicht zu schlecht aus und macht nebenbei auf seinem Account Werbung für Unterwäsche. Ich hatte jemanden in der Hundeschule, die es toll fand "endlich mal ein richtiger Mann als Hundetrainer, nicht nur Frauen". Dadurch habe ich ihn das erste mal richtige wahr genommen.

    Ganz genau. Ich hab mir jetzt extra die Stories angeschaut (folge dem aus Gründen nicht):
    Von Freitag bis Sonntag 100 Workshop-Teilnehmer. Also mal eben knapp 10.000 € an einem Wochenende gemacht. Nicht schlecht oder? Profitieren halt beide von. Der mit dem 11er, der ohne den Petfluencer nie so viele Leute erreichen würde, und der Petfluencer, der ohne den Trainer das so niemals anbieten könnte.

    Soweit ich weiß machen die doch 3 Workshops pro Tag, also 60 Teams pro Tag, 180 pro Wochenende. Dazu kommen Begleitpersonen für je 39 Euro. Da ist man locker bei 20.000 Euro an einem Wochenende. Dazu werden noch Leinen und Maulkörbe verkauft. Eine echte Gelddruckmaschine.

    Er gibt doch Trainingsstunden? Oder interpretiere ich seine Videos irgendwie falsch, wie er einzelne Menschen anleitet wie und was sie machen müssen, und nicht nur sein Gerede vor Gruppen?

    Soweit ich das verstanden habe, sind das Ausschnitte aus seinen Workshops, wo er herumgeht und die Leute einzeln nach den Problemen mit ihren Hunden fragt.

    Wenn man denn dafuer Geld ausgeben will.

    Wenn ich auf ein Seminar gehe, erwarte ich neben Erfahrung* auch den 11er. Und zwar von der Person, die das Seminar gibt und nicht von wem, der halt dabei ist.


    *Es gab mal wen der lustig UO-Seminare gegeben hat und selbst grad mal einen einzigen Hund durch ne BH gebracht hat (und das war auch der erste Hund). Joa...kann man schon fuer zahlen. Oder man laesst es..

    Ja, sobald man einmal die Gesetze im Bereich Hundetraining verstanden hat, achtet man natürlich darauf. Mir ist das auch wichtig und ich finde, die Darstellung und Pflege der eigenen Qualifikation auf der Webseite ist ein klares Qualitätsmerkmal von Hundetrainern.

    Da zeigt sich dann auch relativ schnell, ob jemand einmal jährlich ein Kosmos Webinar als Fortbildung besucht (nichts gegen Kosmos Webinar, aber als jährliche Weiterbildung finde ich 90 Minuten zu wenig) oder tatsächlich mehrmals im Jahr bei Trainerseminaren ist.

    Ich bin mal bei reddit (ja top Quelle, ich weiß) über einen Erfahrungsbericht gestolpert der übel war. Wo ein Hund massiv eingeschüchtert wurde und sich über Emotionen der Halterin lustig gemacht wurde. Weder will ich dass mein Hund noch ich respektlos behandelt werden.

    Vor ein paar Tagen waren auch wieder einige Erfahrungsberichte bei Reddit. Was von den Berichten wahr ist, kann ich nicht beurteilen. Aber es deckt sich schon recht gut mit den Videos, die er selbst teilt. Er hat dort auch geantwortet und mit rechtlichen Schritten gedroht. Das ist irgendwo auch ein Statement.

    Wie andere hier schon geschrieben haben: der Typ hat Erfahrung mit 2 Hunden, hat keine Erfahrung als Hundetrainer, keine Ausbildung, hat aber zusammen mit einem Trainer dieses Unternehmen gegründet, mit dem er nun diese Workshops veranstaltet. Inwieweit einem das 99 Euro wert ist, muss man selbst entscheiden.

    Ich würde es nicht tun. Das ganze Setup (20 fremde Hunde, unbekannte Umgebung, Lautsprecher-Durchsagen) hat auf jeden Fall das Potential dazu, nicht förderlich für die Beziehung zum eigenen Hund zu sein.

    Wenn ihr ohnehin nicht so oft fahrt, ist es evtl. eine Lösung, das Theater einfach so hinzunehmen?

    Für mich liest sich das jetzt auch nicht nach Panik sondern einfach nach sehr hoher Erregung. Aber damit kann man - und hund - ja auch klar kommen, ohne dass irgendwas kaputt geht.

    Oder?

    Ja, wir nehmen es ja auch aktuell mehr oder weniger hin - was bleibt einem auch anderes übrig? Den Hund vorher zu knebeln wäre möglich, aber wahrscheinlich auch nicht zielführend. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Wir sind gerade an einem Punkt, an dem viele Baustellen fertig bearbeitet sind und das Bellen im Auto ist etwas, wo wir keinen so richtigen Ansatz haben, wie wir überhaupt damit umgehen sollen. Daher der aktuelle Impuls, das noch mal neu aufzurollen.

    Ich danke euch für den vielen sinnvollen und hilfreichen Input!

    Zum Hund: 2 Jahre, Kleinpudel, ist seit Welpenalter bei uns. Autofahren und Aussteigen war lange gar kein Problem, irgendwann war das Bellen dann plötzlich da, ohne konkret erkennbaren Zusammenhang.

    Alleine zu Hause bleiben kann er mittlerweile gut. Da gibt es allerdings auch den "Special Effect", dass er kurz bellt (meist 4-5 mal, maximal 20 Sekunden lang, würde ich sagen), wenn die Haustür zugeht. Wenn man auf der Kamera schaut, steht er hinter der geschlossenen Wohnzimmertür, bellt, schnauft dann einmal durch und legt sich auf das Sofa. Er hat dann schon immer die Tendenz zur Tür zu schauen, wenn er etwas hört. Aber ich denke das ist absolut im Rahmen. Er zerstört nichts und döst vor sich hin.

    Er ist pudeltypisch schon sehr anhänglich und auf uns fixiert. Wir haben viel Training gemacht, dass er alleine in Räumen bleiben kann und uns nicht hinterherläuft. Das funktioniert mittlerweile auch problemlos. Wenn ich im Homeoffice bin, sehe ich ihn oft über Stunden nicht. Nachts schläft er auch nicht im Schlafzimmer, sondern legt sich abends in sein Körbchen im Wohnzimmer und bekommt meist gar nicht mit, wenn wir ins Bett gehen.

    Im Vergleich zu anderen Pudeln, die ich kenne, ist er sehr selbstständig. Das war uns auch wichtig. Allerdings im Vergleich zu anderen Hunden auch wieder nicht. Einfach mal in ein Hotel fahren und den Hund auf dem Zimmer alleine lassen wäre z.B. undenkbar. Das muss dann wieder kleinschrittig aufgebaut werden.

    Viel früher. Viel, viel früher ansetzen.

    Du schnallst dich gar nicht ab, solange hinten nicht entspanne Ruhe herrscht.

    Abschnallen ist ja wie gesagt kein Problem mehr. Der Trigger ist mittlerweile das Aussteigen.

    Tür auf, ein Bein raus, Bellen. Wenn ich dann die Tür wieder schließe, beruhigt er sich. Nächster Versuch: Tür auf, Bein raus, Bellen. Tür wieder zu...

    Ich habe so schon mal bestimmt 30 Minuten auf einem Waldparkplatz gestanden. Ich weiß schon, jetzt kommt jemand und sagt "Das musst du 3 Monate jeden Tag machen", aber ich sehe da wirklich null Effekt. Vor allem fehlt mir auch die Kommunikation zum Hund, was ich von ihm erwarte. Es war einfach wie an- und ausschalten, immer im Wechsel.