Beiträge von SophiaF

    Naja, ich verstehe generell nicht wieso man sich Hundetrainerbesuche zum Hobby macht. Oder wozu man beispielsweise 20 verschiedenfarbige Geschirre benötigt. Der Markt in dem Bereich blüht halt an allen Ecken und Enden. Vielleicht geht es den Leuten ja auch gar nicht darum, an irgendwelchen Punkten zu arbeiten, sondern die Teilnahme hat andere Gründe. Das ist in herkömmlichen Hundeschulen oft nicht anders, da wird mehr für die Gemeinschaft und den Service gezahlt als für einen voraussichtlichen Trainingserfolg.

    Naja, Dinge zusammen in einer Gruppe zu tun und sich auszutauschen, ist ziemlich menschlich. Mein Opa ist schon vor 30 Jahren jeden Samstag zum Grundgehorsam in den Hundesportverein gegangen. Seinem Foxterrier hat man das nicht angemerkt, aber er war dort und konnte sich mit anderen Terrierbesitzern austauschen.

    Hundesportvereine sind mittlerweile umstritten, ich kenne kaum jemanden U40, der in einem ist. Also geht man in die Hundeschule. Finde das schon sehr logisch.

    Ja, solche Diskussionen führen leider oft dazu, dass übermotiviert der Punkt gesucht wird, wie man das ganze aushebeln kann. Ich glaube nicht, dass es irgendwas bei diesen Workshops gibt, das nicht gesetzeskonform ist bzw. irgendeine Behörde interessieren würde. Aber das bedeutet ja im Umkehrschluss nicht, dass das tolle Workshops sind.

    Der Bedarf für die Workshops scheint riesig zu sein und offenbar haben auch viele Menschen das Bedürfnis, seine Reels zu schauen und "Du hast sooo recht!" darunter zu schreiben.

    Für mich wäre die Frage dann eher, was diesen Leuten fehlt, dass sie ein solcher Workshop so catcht, dass sie 100 Euro zahlen und mehrere Stunden dorthin fahren, um dann mit 29 anderen Hunden auf einem Wanderparkplatz zu stehen und (rein rechnerisch) 6 Minuten individuelle Betreuung zu bekommen.

    Wenn es genehmigt wurde, dann ist das nun mal ok. Ob einem das nun passt oder nicht. Das ist nichts anderes wie Straßenfeste, Spielmannszüge, Flohmärkte, Wochenmärkte oder andere Veranstaltungen. Und natürlich ist dass dann auch ok und hinzunehmen. Ganz egal ob man die Art der Erziehung gut findet. Wurde sowas nicht genehmigt ist es natürlich nicht ok, das kann man mit Sicherheit erfragen bei den Behörden.

    Auf öffentlichen Flächen braucht es ja im Regelfall keine Genehmigung, um dort ein Gruppentraining zu machen. Zumindest ist das hier so und die Hundetrainer haben definitiv keine explizite Genehmigung der Stadt, wenn sie im Park, auf dem Friedhof oder am See trainieren.

    Der entscheidende Unterschied zwischen Flohmärkten, usw. und dem öffentlichen Hundetraining ist für mich, dass erstere angekündigt sind und im Regelfall auch klar abgegrenzt sind. Da steht dann ein Schild "Heute Flohmarkt" und ich kann mich entscheiden, ob ich die Fläche betreten will oder nicht. Auf einem Wald- oder Feldweg habe ich selten eine Möglichkeit auszuweichen. Ich steh plötzlich davor und muss entweder vorbeigehen oder umdrehen.

    Das ist natürlich richtig. Aber ganz ehrlich? Wir belästigen ja niemanden. Wir bewegen uns im öffentlichen Raum und das ist für jeden gleich erlaubt. Wir nehmen Rücksicht. Aber jedem kann man es auch nicht recht machen.

    Ich will das gar nicht anzweifeln, dass ihr da sehr umsichtig handelt und Rücksicht nehmt. Nur bedeutet so eine große Gruppe mit all ihrer Dynamik schon Stress für viele Hunde.

    Mir selbst geht auch der Puls hoch, wenn ich solche Gruppen sehe und wir haben schon einige schlechte Erfahrungen gemacht. Erst kürzlich stand ich in "unserem" Wald, in dem man normalerweise 2-3 Leuten auf einer großen Runde begegnet, mitten in einem Rückruf Kurs und wurden auch noch angeschrien, dass wir SOFORT dort weg sollen. Ja, ich weiß, nicht alle HundetrainerInnen benehmen sich so, ich habe allerdings vollstes Verständnis dafür, wenn Leute skeptisch bei Hundetraining im öffentlichen Raum sind.

    Ich finde das Training dort mit der Hasenzugmaschine übrigens auch ganz interessant. Ich kenne die eigentlich zu zwei Zwecken: Hunde rennen lassen (Coursing, Ausdauer, usw.) oder Rückruf trainieren/testen. In beiden Szenarien haben die Hunde sehr schnell verstanden, was von ihnen erwartet wird.

    Eine kurze Google Suche hat bestätigt, dass es gar nicht so unüblich ist, die Hasenzugmaschine im Anti-Jagd-Training einzusetzen. Offenbar werden ganze Kurse damit abgehalten. Ich bin mir sehr sicher, dass unser jagdlich interessierter Pudel spätestens nach 1-2 Versuchen verstanden hätte, dass er nicht hinterher soll. Es sieht also sehr schnell nach einem Erfolg aus. Ist es wirklich realistisch, dass Hunde das nach so einem Training generalisieren können?

    witzig, bis auf die Sache mit dem Megafon hatte ich genau solche Massen Begegnungen mit Hundeschulen und deren Teilnehmern des Öfteren schon im Park gehabt.
    Da haben sich die Teilnehmer dann auch wild rechts und links an den Wegrand gestellt damit man als normaler Spaziergämger durch konnte.

    Zwar nicht mit Aggressiven Hunden (zumindest dem Anschein nach nicht) aber sonst gleiches Bild.

    Ich kenne diese Situationen auch von Social Walks, die ich bei mehreren Trainern mitgemacht habe. Da war die Ansage immer: "Alle nach rechts" oder "Alle nach links", damit die unbeteiligten Personen die Möglichkeit haben, ihren Hund auf der anderen Seite zu führen. Je nach Situation würde ich das als Passant auch einfordern, weil ich nicht möchte, dass mein Hund von zwei Seiten angeknurrt wird und keine Möglichkeit hat, auszuweichen bzw. Schutz hinter mir zu suchen.

    Ja, genau, es geht darum, dass der Hund in jeder Sekunde das tut, was von ihm erwartet wird und das ohne Kompromisse

    Wir hatten im ZOS Kurs einen Labrador, der auch immer nur hinter der Besitzerin ging und sehr viel Meideverhalten gezeigt hat. Er ist bis zum Ende des Kurses kaum in der Lage gewesen, selbstständig in die Suche zu gehen. Da hieß es dann, ihr Mann hätte dem Hund mit sehr viel Training "beigebracht", nicht mit der Nase auf dem Boden zu schnüffeln. Der wirkte ständig wie in einer Zwickmühle: er hatte verstanden, was die Besitzerin von ihm wollte, hat es aber nicht ausgeführt, weil er Angst vor den Konsequenzen hatte.

    Ich verstehe schon die Problematik von selbstständigen und sturen Hunden. Aber einen Hund zu haben, der 100% durch mich gesteuert wird, wäre nichts für mich.

    Das wirkt alles so wie ein Wettbewerb, als ob die da wären, um dem Influencer zu zeigen, wie gut ihre Hunde "gehorchen". Wenn einer das nicht tut "'schuldigung!". Ähm, vielleicht eher: "Genau dafür bin ich hier und ich hätte nun gerne für meine 99 Euro Hilfe und Unterstützung?".

    Mal ganz abgesehen von der Atmosphäre lässt das "Der hatte ja schon ein paar Erlebnisse mit dir" ganz am Ende auch keinen langfristigen Trainingserfolg vermuten.

    Ich habe es mir gestern angesehen und es hat mich ziemlich verwirrt zurückgelassen. Vor allem frage ich mich, warum weder er, noch irgendjemand anderes auf die Idee gekommen ist, eine Zweitmeinung einzuholen.

    Diese Kölner Klinik wirkte auf mich wie eine große Tierarzt-Praxis, zumindest keine Praxis, die in irgendeiner Weise auf die Thematik spezialisiert ist. Gleichzeitig war ihm aber auch klar, dass es um viel geht und es teuer wird. Dann redet er mit Hundetrainern, Freunden, Bekannten darüber und nicht einer davon gibt ihm den Tipp, mal unverbindlich zu einem Spezialisten zu gehen?

    Ich finde es schon sehr naiv, sich dann so seinem Schicksal hinzugeben, besonders auch wenn es immer wieder Indizien gab, dass die Versorgung dort in der Klinik nicht so toll ist. Das Leid war ja riesig, aber dann schließt er sich lieber im Wohnzimmer ein und macht das zum Krankenlager, anstatt auch nur einmal den Arsch hochzukriegen, und in eine andere Klinik zu fahren?