Beiträge von Cerberus2021

    Danke für den Link!

    Das ist der Frust, den ich meinte: man kann es doch eigentlich längst besser, gerade auf Weltklasse-Niveau. Wir sind nicht mehr in den 80ern, als Schlaufzügel auf Spring-Abreiteplätzen ganz normal waren. Ich finde, dass man inzwischen auch im großen Springsport die schönen, harmonischen Ritte nicht mehr mit der Lupe suchen muss, sondern dass sich auch da in den letzten Jahren viel verbessert hat.


    Und dann kommt ein Christian Kukuk daher, misshandelt vor aller Augen ein Pferd mit sichtbarer Lahmheit, tierschutzwidriger Ausrüstung und grausiger, grober Einwirkung - und weder der Richter auf dem internationalen Turnier, noch die deutsche FN reagiert. Nee, der darf jetzt noch schön German Masters in Stuttgart reiten, und dann wird man sich vielleicht mal von offizieller Seite mit dem Fall befassen. Das kann doch nicht wahr sein! :face_with_symbols_on_mouth:


    Die Dressurreiterin Charlotte Dujardin wurde ja wenigstens von der FEI noch ein Jahr gesperrt, nachdem ein Video von tierquälerischem Verhalten „hinter verschlossenen Türen“ an die Öffentlichkeit kam. Aber jetzt kann man fröhlich in der Öffentlichkeit mit blankem Schlaufzügel auf einem lahmen Pferd herumfuhrwerken, und es passiert erstmal nix?

    Da sehe ich jetzt, zumindest für den „kleinen“ Turniersport, überhaupt kein Problem. In einer Offenstallhaltung muss gar kein Pferd separiert „drinnen“ stehen. Da passen die 1-3h tägliches Training locker in den Tag (und erfüllen auch noch das Bedürfnis des Pferdes nach Bewegung und geistiger Anregung, das auf unseren begrenzten Auslauf- und Weideflächen sonst vielleicht zu kurz käme). Wenn da im Schnitt einmal pro Woche noch ein paar Stunden im Hänger und auf dem Turnierplatz oder beim Auswärtstraining dazu kommen, dann döst und frisst ein routiniertes Turnierpferd eben einen Großteil dieser Zeit, d.h. der „Lebensqualität-Verlust“ fürs Pferd durch diese Aktivitäten ist minimal, weil es immer noch problemlos auf seine Fress- und Entspannungszeiten kommt.


    Bei Boxenhaltung, auch schon „nur“ nachts (was ja meist eher 14-18h Box bedeutet), hat man das Problem der wenigen Zeit mit Freunden ja auch ganz ohne Turniere. Kann trotzdem manchmal das kleinere Übel sein (nicht jedes Pferd kommt mit jeder Art der Offenstallhaltung und des Herden-Managements klar), aber platt ausgedrückt ist es dann fürs Pferd auch schon wieder fast egal, ob es in der Box oder auf dem Transporter rumsteht, in beiden Fällen muss der Mensch mehr als beim Offenstallpferd für Ausgleich sorgen.

    […]

    Von wegen Fluchttier und Gericht auf dem Rücken und so weiter. Ist Reiten demnach überhaupt noch zeitgemäß?

    Das ist ein schwieriges Thema. Meine Ansicht als überzeugte Reiterin: Unsere heutigen Reitpferde stammen aus jahrtausendelanger gezielter Zucht auf genau das Ziel „Reittier“ hin, mit dem entsprechenden Körperbau, der es ihnen eben ermöglicht, einen Menschen zu tragen, und dem „Interieur“, das sie auf die Zusammenarbeit mit dem Menschen und auch das Gerittenwerden gepolt hat. Ein bisschen wie die Arbeitsrassen bei den Hunden.

    Ich finde auch, dass Pferde Bedürfnisse haben, die durch Reiten sehr viel einfacher befriedigt werden können als durch Bodenarbeit/reines Weideleben/…: Pferde waren mal Fernwanderwild, die meisten machen immer noch gerne richtig Strecke, und das nicht nur im Schritt. Sie spüren gerne ihren Körper, bewegen sich gerne auf unterschiedlichen Untergründen, und auch das gerne mal flotter. Das kann man ihnen mit Reiten viel einfacher bieten als mit den meisten anderen Tätigkeiten.

    Auch beim „Gymnastizieren in der Bahn“, wenn es pferdegerecht gemacht wird, ist das „Gewicht auf dem Rücken“ für das Pferd nicht nur eine Last, sondern vor allem Kommunikation und gemeinsames Ausbalancieren, und der Mensch am Boden ist da fürs Pferd oft schwerer verständlich als der Reiter.

    Mein Fazit ist daher, eine so gute Reiterin zu werden, wie ich kann, damit mein Pferd Reiten auch größtenteils positiv empfindet. Das, was speziell mein Pferd so richtig zufrieden macht, z.B. in der Gruppe mal so richtig lange und flott zu galoppieren, könnte ich ihm ohne Reiten auch gar nicht bieten.

    Im Gegenteil. Es ist allgemein bekannt, dass ab einer gewissen Liga Schlaufzügel auf die Kandarre geknallt werden, Metallstangen über die oberste Hindernissstange geschraubt werden. Metallgamaschen die Klimpern für mehr Bewegung im Training. Nächtliche Tierarztbesuche zum Spritzen bei Lahmheit. Ja ab einen gewissen Niveau ist das Standard. War es bereits vor 30 Jahren. Ist es heute noch. Und wird sich auch nicht ändern!

    Naja, aber diese ollen Horrorstories mit mehr oder weniger Wahrheitsgehalt sind meiner Ansicht nach nicht wirklich hilfreich. Ich finde, die lenken nur davon ab, was an Schweinereien in aller Öffentlichkeit und vor aller Augen immer noch passiert und geduldet wird.

    Es gibt die Regeln doch eigentlich längst - und in meiner kleinen ländlichen Popelturnierwelt greifen Richter auf dem Abreiteplatz auch tatsächlich mal durch und verwarnen einzelne Reiter. Leider klappt das im „großen Sport“ halt immer noch nicht, trotz noch so vieler FN-Initiativen und noch so toller Statements in den Richtlinien und der LPO.

    Ich finde es aktuell einfach so frustrierend: einerseits hat sich gerade in den letzten 5-10 Jahren so unglaublich viel getan im Hinblick auf pferdegerechtes Reiten, im FN-Sport und in der (viel größeren) Reiterwelt abseits von FN-Turnieren. Ich reite ja selber kleine Turniere und viele Veranstaltungen und Kurse mit, und sehe da inzwischen einfach auch so viel schöneres Reiten, besser ausgebildete Pferde und Reiter und insgesamt einen viel faireren Umgang mit dem Tier als früher. Was bis vor 10-15 Jahren noch völlig normal war in der Pferdewelt, ist heute zu Recht größtenteils geächtet, sei es Haltung, Umgang, Ausrüstung, Reitweisen, …

    Andererseits ist aber eben auch erst in den letzten ca 10 Jahren die Warmblut-Sportpferdezucht so völlig aus dem Ruder gelaufen, der Siegeszug der Rollkur läuft ungebremst weiter, es schafft irgendwie immer noch niemand, auf Turnieren korrekte Ausrüstung durchzusetzen (Nasenriemen!) und jetzt wird auch noch die Blood Rule verwässert, die doch wenigstens mal eine einzige Regel mit wirklich klarer Kante fürs Pferd war. Das kann doch nicht wahr sein, wie können die Verbände nur so weltfremd und verbohrt sein! :face_with_symbols_on_mouth:

    kathentic Hast Du schon mal Spitze kennengelernt? Du hast zwar „wenig Wachtrieb“ geschrieben, aber das bezog sich anscheinend aufs Büro. Dürfte der Hund zu Hause wachen? Mein Großspitz wacht beispielsweise nur zu Hause. Woanders (auch an Orten, wo wir regelmäßig sind), ist er „nicht im Dienst“, da darf dann jeder ein- und ausgehen, ohne dass der Spitz das meldet. Meiner und seine (Halb-)Geschwister haben auch wenig und gut regelbaren Jagdtrieb, ich finde es schon sehr komfortabel, dass z.B. mein Spitz fast immer frei laufen kann, wenn jagdlich motiviertere Hunde schon längst an die Leine müssen. Außerdem ist er so hoftreu, dass selbst ein mal versehentlich offen stehendes Gartentor nicht gleich eine Katastrophe ist.


    Ich finde, dass Spitze sehr angenehme Begleithunde sind, wenn man ihre Art mag. Aktiv und quirlig, durchaus Spaß an der Zusammenarbeit, aber zumindest bei den Großspitzen, die ich kenne, muss es auch kein ernsthafter Hundesport sein. Alternativ könnte vielleicht auch ein Eurasier passen?

    Erstmal: wie kommt man denn bitte auf die Idee, ein Küken-Ausbrüt-Projekt zu betreuen, ohne dass irgendjemand zur Hand ist, der Ahnung von Hühnern und Kunstbrut hat? Bitte mach' Deiner Freundin klar, dass so etwas verantwortungslos sind - das sind Lebewesen, die haben ein Recht darauf, von jemandem betreut zu werden, der sich mit ihren Bedürfnissen auskennt!

    Direkt nach dem Schlupf sehen Küken aber immer erstmal ziemlich "fertig" aus, und es ist auch komplett normal, dass die dann erstmal eine Zeit lang einfach nur herumliegen. Das ist ja auch eine irre Anstrengung für so ein Küken, von innen die Eierschale aufzuschneiden und sich da herauszuarbeiten. Wenn die Küken Luft bekommen, würde ich sie lieber nicht auspacken, sondern lieber im Brüter lassen, hohe Luftfeuchtigkeit (um 80%) und konstante Temperatur (37,5 Grad). Man kann höchstens ein vorhandenes Loch in der Schale ganz vorsichtig (wenige mm) vergrößern, wenn man denkt, dass das Küken sonst nicht genug Luft bekommt, also nur den Schnabel freilegen. Den Brüter dabei so wenig und so kurz wie möglich öffnen, das ist jedesmal eine große Belastung für die schlüpfenden und gerade geschlüpften Küken.

    Wenn die Küken am Ei "kleben", ist oft die Luftfeuchtigkeit zu gering - Wasser-Reservoire im Brutapparat zum Schlupf alle füllen. Das mitten im Schlupf zu machen, ist ziemlicher Mist, weil es den Brüter zwangsweise etwas kühlen wird (normalerweise macht man das 2 Tage vor dem Schlupf). Es ist aber wahrscheinlich immer noch das geringere Übel. Hier würde ich so schnell wie möglich arbeiten, am besten zu zweit, da kommt es auf jeden Sekundenbruchteil an!

    Cerberus2021 ich bin immer ganz fasziniert was ihr so alles zusammen macht und finde es toll. :herzen1: Das schaut auch immer sehr harmonisch und nach Team aus. Beim nächsten Mal klappt auch die ganze Geländestrecke. :bussi:

    […]

    Gibt es übrigens Dackelbilder?

    Danke für das schöne Kompliment! :smiling_face_with_hearts:
    Dackelbilder gibt’s leider keine - bzw. ist das Gelände-Springbild oben zwar der Dackelsprung, aber da ist alles „dackelige“ nicht mit im Bild. Ich war alleine am Turnier, und hab‘s verpennt, beim Abgehen mal die Sprünge zu fotografieren, die waren fast alle wirklich schön gestaltet (wobei der Dackel natürlich am coolsten war).

    Edit: Auf der Vereins-Webseite des Veranstalters gibt’s den Dackelsprung undekoriert:

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