Edit: und ist das wirklich realistisch, dass jemand, der eine Meldegebühr und Hotel bezahlt, Freunde als Mitfahrer rangeholt und nen Hänger geliehen hat, dann morgens sagt „ich fahre nicht, Prinz ist eher in Kuschelstimmung“
Oder fallt das dann unter „Stress gehört zum Leben dazu“?
Deine beschriebene Situation ist so der typische „Freizeit-Turnierreiter“, wie ich es auch bin. Und da ist es auch schon rein finanziell natürlich gar keine Frage, dass man bei irgendwelchen Zweifeln lieber mal 30€ Meldegebühr und 60€ Hängermiete in den Sand setzt, als mindestens vierstellige Tierarztkosten zu riskieren oder die Zukunft mit dem eigenen Pferd als Reitpferd aufs Spiel zu setzen.
Pläne notfalls anzupassen und etwas abzusagen gehört zum Pferdesport zwingend dazu, das ist man als Reiter sowieso gewohnt. (Deswegen muss man beispielsweise bei FN-Turnieren nach dem Nennen nochmal separat bis 90 Min vor der Prüfung Startbereitschaft erklären, weil es völlig normal ist, dass man trotz Anmeldung eben doch nicht starten kann oder will.)
Wobei natürlich auch die ganze Turniervorbereitung schon darauf zielt, sein Pferd motiviert zu bekommen - meist ist „Pferd hat heute keine Lust“ ja gar kein Problem des Pferdes, sondern das des Reiters, der eben seine Hilfen nicht so klar und koordiniert gibt, dass das Pferd darauf eben auch prompt und willig reagieren könnte. Kaum macht der Mensch es richtig, ist das Pferd dann normalerweise auch eifrig dabei.
Anders sieht es halt aus, wenn am Turniererfolg so richtig viel Geld hängt. Berufsreiter, die Erfolge brauchen, Verkaufspferde, deren Wert sich mit den richtigen Platzierungen vervielfacht. Um in so einem Setting noch konsequent das Tierwohl durchzusetzen, bräuchte es einen Verband, der strikte Regeln auch wirklich implementiert. Die Regeln wären ja sogar da, nur an der Umsetzung scheitert es.