Beiträge von Sammy321

    Danke für diesen Beitrag und natürlich auch für alle anderen.

    Nachdem ich mich in die Thematik eingelesen habe, rollen die Tränen wieder.

    Ursprünglich war ein Welpe vom Züchter geplant, dann kam aber der Gedanke auf (auch angeregt durch meine Familie/Freunde) doch einen Welpen aus dem Tierschutz zu nehmen. Der klassische Gedanke eben „man gibt einem armen Hund ein Zuhause“.

    Ich hab mit zwei Leuten gesprochen, die Tierschutzwelpen haben und keiner hatte diese Problematik in so einem Ausmaß. Schüchtern und etwas ängstlich, ja, aber über Sams Charakter/ Verhalten waren beide geschockt.

    Das soll nicht so klingen, als wäre er das Problem oder gar Schuld daran, er hat diese reizarme Aufzucht scheinbar einfach nur extrem schlecht verkraftet.

    So gerne ich ihn behalten würde und ich mir der Arbeit, die damit verbunden ist, bin ich mir im Klaren, weiß ich einfach nicht ob es ihm gegenüber fair ist.

    Bis zum ersten Park müssen wir 15 Minuten an stark befahrenen und belebten Straßen lang und auch dort ist jede Menge los. Der normale Großstadttrubel eben. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob er sich daran gewöhnen wird. Mir ist es so natürlich auch nicht möglich ihn Schritt für Schritt daran zu führen, sobald wir die Haustür verlassen stehen wir mittendrin. Für ihn ist es die absolute Hölle draußen zu sein. Sobald wir reinkommen hat er Schluckauf, ich schätze weil er so starken Stress hat. Inzwischen kommt Durchfall hinzu und trotz ausreichend Futter wird er leichter.

    Für mich ist die ganze Situation auch denkbar schwierig. Ich habe eine 2 Zimmerwohnung mit offener Küche und Wohn-/Essbereich. Inzwischen stinkt es hier, dass man es kaum aushalten kann. Sobald ich das einzige, bodentiefe Fenster in dem Raum öffne, geht bei ihm der Stress los, weil er die Geräusche hört (es ist wirklich extrem laut hier, aus dem Grund suche ich seit Monaten eine neue Wohnung, aber leichter getan als gesagt).

    Weitere Gedanken die da eine Rolle spielen: Wird er alleine bleiben können? Ich bin alleine und seine einzige Bezugsperson, ich hab Angst, dass er sich so stark an mir orientiert, dass das zum Problem werden könnte. Ab Mai muss ich wieder arbeiten, zwar nur 12 Stunden pro Woche, aber ich sehe aktuell nicht, dass er das packen wird. Eigentlich war geplant, dass meine Mutter ihn dann jeweils nimmt, aber mit so einem Hund natürlich schwierig, für ihn auch nur Stress.

    Ich weiß nicht, ob ich die Welt gerade schwarz sehe, aber ich stehe wirklich kurz davor den Kleinen abzugeben. Mir bricht der Gedanke das Herz, aber ich bin mir sicher, dass er in einer sehr viel reizärmeren Gegend (Feld, Wald, Wiese und einfach ländlich) sehr viel glücklicher wäre als hier, vielleicht sogar mit einem Zweithund, der ihm Sicherheit geben kann. Ich möchte einfach nicht, dass Sam bei mir leidet und unglücklich ist. Wenn ich mit raus muss, bricht es mir das Herz.

    Ich frage mich wie lange ich ihm geben soll, bevor ich die Entscheidung endgültig treffe. Für ihn ja auch eine Katastrophe, wenn er sich zwar an mich gewöhnt und das tut er ja, er ist der kuscheligste Hund der Welt.

    Ich glaube teilweise wurde ich hier falsch verstanden, ich schimpfe ihn natürlich nicht. Der Zwerg weiß ja auch gar nicht, was er falsch gemacht hat.

    Ich hab nur solche Sorgen irgendwas falsch zu machen und ihn noch mehr zu ängstigen.

    Ich vermute das einzige was er aktuell braucht ist Liebe und Vertrauen fassen. Ich unterschätze den Kulturschock nicht, aber eine derartige Angst, dass er draußen keinen Meter geht, darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Aber auch das ist kein Problem, zur Not kommt er draußen erstmal auf den Schoß und dann wieder rein. Bis er weiß, dass ihm niemand was tut.

    In der Wohnung hat er auf eine Matte gepinkelt, die er eigentlich zum schlafen nutzen sollte. Da lobe ich ihn jetzt erstmal, wenn er wenigstens an diesem speziellen Ort macht, dann kann ich die auf den Balkon verlagern und dann irgendwann ganz nach draußen. Mein Gefühl sagt mir erstmal, dass das in der Situation das beste ist. Weil draußen oder auf dem Balkon wird er in dem Zustand zu 100% nicht machen und das ist für ihn dann vielleicht auch nur unnötiger Stress. Um Böden oder Teppiche mache ich mir als Studentin sowieso keine Sorgen, da ist nichts unersetzbares vorhanden und ich wische ja auch alles direkt weg. Ich hatte eher Angst, dass er das mit der Stubenreinheit dann nicht mehr begreift. Aber Minischritte sind dann evtl. besser. Mich persönlich stört es auch nicht, dass er vorerst in der Wohnung macht, so viel kommt aus einem so kleinen Hund ja nicht raus, aber ein Dauerzustand ist das nicht.

    In 2 Wochen sieht die Welt vermutlich schon ganz anders aus.

    Eben hatte er das erste Mal keine Angst mehr vor dem Rascheln des Futters und kam freudig angelaufen zum Fressen, ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, es sind die kleinen Dinge :nicken:

    Gerade hat er angefangen zu pieseln, mitten auf dem Wohnzimmerteppich...ich hab dann nein gesagt, ihn gepackt und raus. Dort kam natürlich nichts. Ich fürchte auch, dass das nicht klappt, so lange er derartige Angst draußen hat. Selbst ein Vogelzwitschern bringt ihn völlig aus der Fassung. Drinnen ist er direkt auf seine Decke und schläft jetzt. Die Blase ist also noch voll, es kamen ja nur 2 Tropfen, bis ich ihn gepackt habe.

    Zusätzlich ist er total verunsichert, wenn man auch nur in einem etwas strengeren Ton „Nein“ sagt. Ich habe wirklich Angst, dass er irgendwann nicht mehr vor mir macht, da er davor dann auch noch Angst hat, das wäre natürlich eine Vollkatastrophe. Bei Sachen wie knabbern an den Händen sage ich ihm auch ein deutliches Nein, biete ihm aber direkt eine Alternative, das klappt sehr gut. Aber beim Pipi versteht er ja auch überhaupt nicht, dass das falsch ist.

    Ich will ihn nicht in Watte packen, aber einen solch verängstigten Hund hab ich noch nie gesehen.

    Also, was die Box angeht, würde ich die dicht neben das Bett stellen, Hand reinhängen, wenn Welpi fiept. Ansonsten lass ihn doch erst einmal im Bett schlafen oder (so hätte ich es gemacht, weil ich Hund im Bett indiskutabel finde) schlaf mit ihm auf dem Sofa. Draußen würde ich ihn ein Stück von der Wohnung wegtragen und eine etwas ruhigere Ecke suchen (kleiner Park oder so). Da einfach stehen und nix machen. DU musst die Sicherheit ausstrahlen, die dem Kleinen fehlt. Ich würde auch trotzdem, wenn er in die Wohnung macht, signalisieren, dass das nicht erwünscht ist (Nein! Hochnehmen, rausgehen, wenn du ihn auf frischer Tat ertappst.) Nicht böse, sondern ganz klar.

    Leider ist er ein recht gesprächiges Modell :muede: er bellt dann auch und hat Ausdauer, das geht hier leider nicht, das Haus ist sehr hellhörig und Hunde (verständlicherweise) nur erlaubt, wenn sie ruhig sind. Insofern kommt er jetzt erstmal mit ins Bett.

    Wegtragen zu einem Wiesenstück mache ich bereits, sobald wir da sind sitzt er am Zaun und macht sich so klein, dass man ihn fast suchen muss. Ich weiß auch nicht so recht wie lange ich das aussitzen soll, er zittert dann auch fürchterlich und das Wetter ist ja eher bescheiden.

    Denkst du es würde zumindest für den Anfang auch funktionieren ihn zu schnappen und ihn auf den Balkon zu setzen? Findet er zwar auch blöd, aber bis er sein Sicherheitsgeschirr anhat, ich die Jacke anhabe und aus dem 3. Stock unten bin, sieht er den Zusammenhang Pipi = draußen eventuell gar nicht mehr?!

    Wie ich es machen würde:

    Ganz kurze “Draußenzeiten” am Anfang. Sei bei ihm, gib ihm Sicherheit (auch tragen ist erstmal erlaubt).

    Ist er im Shelter aufgewachsen?

    Genau. Er war wenige Tage alt, als sie ihn samt Mama eingefangen haben, er kennt also nichts.

    Vielleicht mache ich das wirklich so. Aktuell versuche ich es mit circa 15 Minuten, aber vielleicht verkürze ich das auf 5 Minuten und dafür häufiger.

    Vielen Dank für eure lieben Antworten! Das macht mir Mut, dass die Zeit vorbeigeht:smile:

    Heute Nacht habe ich ihn tatsächlich mit ins Bett genommen (obwohl er da eigentlich nicht rein sollte), da er bitterlich geweint hat, ich dringend Schlaf brauchte und die Nachbarn sonst vermutlich auch eine Sinnkrise bekommen hätten.

    Dort hat er ruhig geschlafen und sich gemeldet, als er raus musste.

    Die Nacht war zwar trotzdem kürzer und unruhiger als gewohnt, aber heute geht es mir schon besser. :nicken:

    Habt ihr eventuell noch einen Tipp, wie ich in das draußen sein schmackhaft machen kann? Heute Morgen saß er zitternd und zusammengekauert direkt in einer Ecke und an laufen ist absolut nicht zu denken. Ich wohne auch sehr Innenstadt nah und hier ist er leider mit fürchterlich vielen Eindrücken gleichzeitig konfrontiert, das lässt sich aber nicht ändern. Letzten Endes hab ich ihn wieder reingebracht, weil es absolut keinen Sinn gemacht hat.

    Daraus resultiert natürlich, dass er ausschließlich drinnen sein Geschäft verrichtet. Für eine kurze Zeit ist das ok, aber ein Dauerzustand kann das natürlich nicht werden.

    Sobald ich mit dem Geschirr komme, würde er am liebsten im Erdboden versinken.

    Leckerchen nimmt er überhaupt nicht:ka:, also positive Bestärkung ist wahnsinnig schwierig. So kann ich ihm das auch nicht schmackhaft machen. Ich war darauf eingestellt, dass ein Hund aus dem Ausland tendenziell ängstlich ist, aber das es so extrem ist, darauf war nicht vorbereitet.

    Eine Box für Nachts hat er, da will er aber partout nicht rein. Im Mehrfamilienhaus kann ich ihn auch nicht bellen und jaulen lassen, bis er Ruhe gibt, dann muss er schneller ausziehen, als ich gucken kann. Auch hier kann ich das mit Leckerchen nicht positiv aufbauen.

    Ich bin überzeugt, dass man das mit Geduld und Ruhe in den Griff bekommt, er ist ja auch noch nicht lange hier und in der Wohnung fühlt er sich super wohl. Schläft entspannt mit dem Bauch nach oben und kuschelt.

    Vielleicht habt ihr ja noch Tipps für mich, wie ich das am cleversten angehe ohne ihn zu überfordern?


    Hallo ihr Lieben,

    gestern war es endlich so weit und Sam (4 Monate) aus Rumänien ist eingezogen.

    In den Wochen vorher habe ich schon immer gehadert, ob es wirklich das richtige ist (siehe meinen anderen Thread), obwohl ich mir seit Jahren einen Hund wünsche. Da ich nun aber auch ein Mensch bin der zum grübeln und zur Panik neigt, habe ich das auf die Aufregung geschoben und gesagt „wenn er da ist wird das schon.“. So hat das auch meine Familie und meine Freunde beurteilt.

    Was soll ich sagen, der kleine Spatz ist seit gestern hier und seit heute Morgen bin ich durchgehend am Weinen.

    Obwohl er wirklich toll ist. Dafür, dass für ihn alles neu ist, macht er sich wirklich gut.

    Geschäft draußen geht leider überhaupt nicht, da ist er einfach noch zu ängstlich. Er schläft viel, frisst gut, kommt aufs Sofa zum kuscheln und schläft zufrieden mit dem Bauch nach oben neben mir.

    Aber ich fühle mich einfach nur alleine und überfordert. Obwohl ich alles mögliche an Informationen gelesen/geschaut habe, habe ich das Gefühl ich kann und weiß gar nichts. Nervlich bin ich heute völlig am Ende. Zum Essen musste ich mich förmlich zwingen und schlafen geht auch nicht, wenn der Hund schläft. Ich hab permanent das Gefühl, dass ich ihn keine Sekunde aus den Augen lassen kann.

    Dann natürlich dieses quälende Gefühl, dass ich mich doch eigentlich total freuen müsste, statt völlig angespannt zu sein. Der Hund merkt das ja sicher auch und das finde ich ihm gegenüber furchtbar unfair.

    Geht sowas vorbei? Ist diese Nervosität normal? Wie schaffe ich es „lockerer“ zu werden?

    Über konstruktive Ratschläge oder auch einfach nur Austausch freue ich mich, es hilft schon sich das mal von der Seele zu schreiben :nicken:

    Liebe Grüße

    Sammy

    Vielen Dank für eure lieben Antworten! Das hilft mir wirklich schon sehr. Ich glaube auch, dass ich den Spatz nie mehr missen möchte, sobald er auf meinem Schoß sitzt.

    Ich bin allgemein ein Mensch, der nur schwer Entscheidungen treffen kann und vorher und nachher viel grübelt. Da ist das bei so einer lebensverändernden Entscheidung umso schwieriger. Ich versuche mich jetzt erstmal nicht mehr so verrückt zu machen, das wird schon. Scheinbar geht es hier ja auch manchen so, dass es nicht nur Freude, sondern auch etwas Angst ist.

    Hallo ihr Lieben,

    heute ist die Vorkontrolle gewesen und nun steht es fest, dass in 2 Wochen ein Welpe aus dem rumänischen Tierschutz einziehen wird.

    Seit ich denken kann, wünsche ich mir nichts mehr als einen eigenen Hund. Bin auch schon früher mit jedem Hund spazieren gegangen, der sich angeboten hat, habe hunderte Bücher gelesen und Dokumentationen geschaut.

    Und jetzt plötzlich macht sich die Angst breit. Bin ich wirklich bereit dafür? Wie sehr verändert der Hund mein Leben? Auf einmal hab ich panische Angst davor, nie wieder rausgehen zu können und allgemein keine Freizeit ohne Hund mehr zu haben.

    Dabei habe ich so gut wie jede mögliche Situation durchdacht und Optionen den Hund mal abzugeben, wenn ein Urlaub ansteht. Meine Mama freut sich total auf das Projekt Hund und steht da voll hinter mir, da sie selber jahrelang einen eigenen hatte.

    Ich fühle mich gerade einfach sehr überfordert und habe fürchterliche Angst, dass ich mir das vielleicht doch zu rosig vorgestellt habe. Ist das normal? Oder ist das ein Zeichen, dass ich dem Hund lieber ein „besseres“ Zuhause gönnen sollte?

    Aktuell drehen sich meine Gedanken ganz wild.

    Liebe Grüße

    Sammy