Beiträge von Panini

    Den Hund bei allen Reizen anfangen als Ablenkung Hoch zu pushen mit Aktion, hatte ich Gedanklich nicht gemeint :tropf: .

    Für meinen Hund war auch "nichts" schon aufregend genug. Selbst auf unserer morgendlichen kurzen Routinestrecke im Wäldchen hinterm Haus ohne Menschen- oder Hundebegegnung war er einfach aufgeregt.

    Aktion durch rennen oder zergeln gab es da gar nicht. Ich hab mich zB hingekniet und so getan als hätte ich was tolles gefunden (kam er an, lag dann für ihn ein Leckerchen auf dem Boden), mal eine kurze Pause gemacht, den Futterbeutel versteckt, er hat den konzentriert und ruhig gesucht - und wenn wir weitergegangen sind, waren seine Aufregung und sein Außenfokus immer genau wie vorher. Die Aufregung vor dem Spaziergang, die gar nicht so groß war, wurde dadurch größer.

    Bei zweitem, dem Außenfokus, Tendiere ich nach Bauchgefühl als Trainings Maßnahme, zu sehr viel Spiel, Spaß und Spannung.
    Zusammen rennen, zwischendurch mit einem Spielzeug zusammen rumkaspern, dem Hund ne interessante Schnüffelstelle zeigen, ein paar kurze Übungen zwischendurch zur Unterordnung, oder was Tricksen, sich selbst interessanter machen.

    Das war uns in der ersten Hundeschule auch empfohlen worden. Dadurch stieg nur die Aufregung und sobald ich mal nichts anzubieten hatte, war er sofort wieder komplett außenorientiert. An dem Drang, allen Reizen nachgehen zu wollen und Frust zu schieben, wenn das an kurzer Leine nicht möglich war, hat das nichts geändert.

    Ich möchte es jetzt noch 1-2 Wochen probieren

    Das ist etwas kurz. Mindestens 3-4 Wochen würde ich abwarten bevor ich auf merkbare Veränderungen hoffe.

    Ein Trainer ist natürlich grundsätzlich eine gute Idee, gerade wenn es einer ist, der sich mit Hütehunden auskennt. Wir hatten leider Pech und 3 verschiedene Trainer die wir kontaktiert hatten, konnten uns nicht wirklich weiterhelfen.

    Tatsächlich hatte ich das im Hinterkopf, wenn er über ein Jahr ist. Weil ich auch an Agility gedacht hatte und er ja dafür noch zu jung ist?!?

    Ja, ich hatte bei meinem ursprünglich auch an Agility gedacht weil ich das gerne machen wollte. Allerdings war das für ihn überhaupt nichts. Wir hatten eine Probestunde und ich übertreibe glaube ich nicht, wenn ich die als "katastrophal" bezeichne |) Natürlich war er an sich schon aufgeregt - fremde Umgebung, fremde Leute, neue Aufgaben.. aber am schlimmsten waren die anderen anwesenden Hunde und deren Dynamik. Wenn die durch den Parcours geflitzt sind, konnte ich ihn kaum halten, so sehr hat er sich aufgeregt und bellend in die Leine geworfen. Durchgehend. Er war komplett im Tunnel. Das einzige was half war, den Platz zu verlassen und außerhalb des Geländes hinter einen großen Baum zu gehen, so dass er nichts mehr sehen konnte. Da hat er dann immerhin "nur" noch gefiept.

    Für die Trainerin war das normal, sie meinte, daher wären die meisten Hunde in Boxen wenn die anderen dran sind, aber mir gefiel das überhaupt nicht.

    Wir sind beim Longieren gelandet und machen das nun alle 2 Wochen. Es ist ruhig und verbindet Bewegung mit Konzentration.

    Ich sehe schon, dass er da öfter viel zu viel Input hatte anscheinend.

    Ich kann dir ja mal den heutigen Input meines Rüden schildern.

    Morgens: 20 Minuten Leinenspaziergang

    Mittags: 1,5 stündiger Besuch von einer Freundin und deren Baby, dabei ruhig auf dem Platz bleiben

    Nachmittags: Wegen des Besuchs am Mittag und weil wir danach noch ins Futterhaus müssen um eine Bestellung abzuholen geht es gleich wieder nur kurz (20, vielleicht 30 Minuten) raus

    Abends: Lösen auf der Wiese am Haus

    Effektiv sind wir damit heute also 40-50 Minuten spazieren.

    Wären der Besuch und die Fahrt zum Futterhaus nicht, würden wir gleich ungefähr 45-60 Minuten gehen. Viel länger am Stück packt er noch nicht, ohne fahrig zu werden. Selbst ohne zusätzliche Beschäftigung wie Suchspiele o.ä. übt man ja dabei zwangsläufig, schon wenn man drauf besteht, nicht durch die Gegend gezogen zu werden usw.

    Abends gehen wir nie spazieren, sondern nur zum Lösen vors Haus.

    Im Schnitt sind wir im Alltag also maximal 1,5 Stunden täglich außer Haus.

    Wie klappen denn bei euch Restaurantbesuche?

    Überraschenderweise ging das von Anfang an gut. Aber vermutlich nur, weil wir zu Hause sehr früh Deckentraining machen und ihn stark begrenzen und häufig auf seinen Platz schicken mussten, da er von alleine selten Ruhe fand. Ohne Begrenzung hätte er wohl stundenlang Patrouillengänge durch Küche und Wohnzimmer gemacht. Er fand seinen Aus-Knopf von allein einfach nicht (inzwischen ist das zum Glück sehr viel besser).

    Wenn wir irgendwohin gehen und seine Decke hinlegen, hat er damit einen Ankerpunkt und kommt zur Ruhe. Ohne Decke haben wir das noch nicht ausprobiert.

    In der Hundeschule musste ich sie ständig aus dem Spiel rausnehmen, da ihr erregungslevel so hoch war das ihr Hirn nicht mehr funktioniert hat.

    Oh ja, das kenne ich auch. In unserer Welpengruppe durften die Hunde eh selten spielen und unserer überhaupt nicht, weil er für die anderen zu wild war.

    Ich erinnere mich noch sehr gut an den einzigen Versuch, den die Trainerin gestartet hatte. Der andere war ein Ridgeback-Catahoula-Mix. Sie dachte, das könnte evtl. passen. Und dann sprang mein Nur-Collie den anderen immer wieder an, legte ihm den Kopf auf den Rücken, stieß ihn in den Nacken, sprang über ihn drüber - der Ridge war völlig überfordert. Nach nicht mal 30 Sekunden war der "Spaß" daher vorbei.

    Heute denke ich, dass meiner den anderen zum Rennen bringen wollte um ihn jagen zu können.

    Neuer Weg inkl. Begleitung

    => es ist schlimmer, mehr sag ich dazu nicht :schweig:

    Danke!! Ist hier auch so |) Ich muss immer lachen wenn ich irgendwo sowas lese wie "am Geschirr kann der Hund moderat ziehen bis er die Leinenführigkeit verinnerlicht hat."

    -> "Moderat" in neuer Umgebung und dann noch mit Begleitung gibt es hier nicht. Es gibt dann nur volle Kraft voraus.

    Das sind echt Situationen, in denen ich froh bin einen Mischling zu haben. Da kommen die ‚uuuuh aber du hast doch einen Collie‘ Diskussionen gar nicht auf.

    Dieses mal mehr, mal weniger offen geäußerte Unverständnis weil man doch „nur“ einen Collie (oder anderen vermeintlich „einfachen“ Hund) hat, kenne ich auch nur aus dem Forum. Von Leuten ohne Collie |)

    Also müsste ich das schon unterbinden und das ist schon schwer, da er sich mit 22 kg dann gar nicht mehr oder eben nur geduckt weiterbewegt.

    Versteh ich gut! Abbrechen lässt er sich in dem Moment vermutlich schon nicht mehr? Kannst du dann evtl. „einfach“ erst mal umdrehen und mit ihm weggehen, wenn du absehen kannst, dass es sonst wieder zu diesem Verhalten kommen könnte? (Je nach Hundedichte natürlich auch oft leichter gesagt als getan, wenn von hinten dann quasi schon der nächste Hund kommt.)

    Dieses ablegen bzw. lauern kommt aus dem Jagdverhalten. Hüteverhalten ist ja modifiziertes Jagdverhalten.

    Er macht das halt aus Unsicherheit, aber wenn sich das festigt, bleibt das seine Strategie und da werden viele Hunde zu Recht nicht nett drauf reagieren :sweet:

    Ich verbiete Leinenkontakt grundsätzlich. Schon vom ersten Tag an. Fremde Hunde sind trotzdem immer noch extrem interessant, vor allem wenn sie sich in seinen Augen ungebührlich verhalten, sprich, dynamisch sind. Es ist allerdings schon deutlich besser geworden und ich mache das einfach konsequent so weiter.

    Dein Programm finde ich übrigens zu viel, gerade für einen so jungen Hund einer eher reizoffenen Rasse. 3,5 Stunden täglich draußen in einem städtischen Umfeld und zusätzlich Übungen draußen und im Haus - würde ich deutlich reduzieren. Kann auch sein, dass er deswegen draußen so stark auf alles reagiert. Weil es halt zu viel für ihn ist.

    Ich weiß dass man denkt „aber ich muss dem Hund doch noch so viel beibringen“, und Collies machen begeistert alles mit, aber dafür hast du noch sein ganzes Leben lang Zeit =)

    Ich hab anfangs auch zu viel gemacht. Würde ich heute anders machen wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.

    Wir gehen spazieren, Straßen entlang, kurze Leine, Fuß.

    Da bin ich kurz neidisch, daran ist bei uns noch nicht zu denken :ugly: . Mein KHC ist 20 Monate alt.

    Nun sind die Bürgersteige manchmal halb zugeparkt, ich lasse ihn kurz Sitz machen, damit die Leute an uns vorbeigehen und man sich nicht quetschen muss. Fynn springt auf, macht einen Sprung auf diese zu und wufft

    Ist es eine Option, statt auf dem Bürgersteig zwischen den geparkten Autos auf der Straße zu warten? Dann können die Leute in Ruhe den Bürgersteig nutzen und kommen auch nicht direkt auf euch zu. Evtl verunsichert ihn das und er springt deswegen los.

    Dass er auch auf Jogger etc. los will wäre für mich ein Alarmzeichen. Da weiß ich allerdings keinen Rat, da wir das nie hatten.

    Kannst du ihm das Durchstarten verbieten, oder was machst du in diesen Momenten?

    Andere Hunde sind auch schwierig.

    Er legt sich meist hin oder duckt sich zumindest und steht dann langsam auf.

    Würde ich nicht zulassen. Dieses Lauern ist eine unhöfliche Übersprungshandlung.

    Darf er Hunde begrüßen, können wir danach gut weiterlaufen. Sind sie allerdings zB auf der anderen Straßenseite oder generell weiter weg und man will nur weiter, zieht er an der Leine und kläfft

    Ich würde generell verhindern, dass er fremde Hunde „begrüßt“. Du machst es dir damit schwerer. Er bekommt ja regelmäßig seinen Willen und sobald er den durch die Entfernung eben mal nicht bekommt, ist er frustriert.

    Vielleicht hat man die typischen Probleme als Kind nicht selbst gelöst (z. B. dem Hund nicht die Stubenreinheit beigebracht). Aber man kennt das typische Problem live und in Farbe.

    Das kommt darauf an, ob die Familienhunde das Problem gezeigt haben. Unsere Familienhunde (mittlerweile haben meine Eltern Nr. 5) liefen alle so nebenher. Groß erzogen oder gar trainiert wurde da keiner.

    Es konnten zB aber alle allein bleiben. Einfach so. Geübt wurde das nie. Hund Nr. 4 bspw. wurde freitags aus dem Tierheim geholt, am Montag bin ich zur Uni und meine Eltern gingen arbeiten. Der Hund war nach 2,5 Tagen im neuen Heim einfach 4 Stunden allein und hatte auch kein Thema damit.

    Dass das nicht selbstverständlich ist, wurde mir erst bewusst, als ich mich dann auf den Einzug von Hund Nr. 1 vorbereitet hab.

    Mal ne ganz dumme Frage, woran merkt ihr dass eure Hunde besonders reaktiv/reizoffen sind?

    Mein Kurzhaarcollie war / ist draußen sehr aufgeregt und reagiert(e) auf alles. Eine Trainerin sagte mal "der registriert auch, wenn sich jemand in zwei Kilometern Entfernung die Schuhe zubindet". Und er nimmt nicht einfach nur alles zur Kenntnis, sondern möchte dann eigentlich auch abchecken, was da genau passiert. Wird er daran gehindert, zB durch die Leine, war er sehr schnell frustriert.
    Ohne Leine war er dann oft ziemlich kopflos, nur außenorientiert (auch als Welpe schon), er wollte hier, dort, und da drüben auch, und am besten überall gleichzeitig, schnüffeln. Auch im Haus fand er von allein nicht zur Ruhe.

    Frust war generell ein großes Thema, und ist es stellenweise auch noch. Dynamik anderer Hunde hat ihn schon mit 12 Wochen in der Welpengruppe dazu gebracht, grollend vorpreschen zu wollen um die anderen daran zu erinnern, dass sich außer ihm hier ja wohl niemand bewegt. Andere Bewegungsreize (Jogger, Autos, Fahrräder, Vögel usw.) waren allerdings nie Thema.

    Wir hatten so vor etwa einem Jahr eine Phase, da war es kaum möglich, mit ihm raus zu gehen, weil er so aufgeregt war, dass er gar nicht ansprechbar war. Entsprechend "gut" war die Leinenführigkeit.

    Ich hatte das nicht in der Ausgeprägtheit erwartet, da "normale" Collies ja häufig als gemäßigte Hütehunde angepriesen werden (oft von Leuten, die noch nie einen hatten..) und wir vor dem Kauf auch einige persönlich kennengelernt hatten, es gibt in der Rasse und natürlich je nach Individuum aber große Unterschiede.

    Wir waren bei 3 Trainerinnen, die alle kein Konzept für diesen Hundetyp hatten. Bei Trainerin 3 wurde unsere Rassewahl direkt mit den Worten "oh, ein Kurzhaarcollie - die gelten in Trainerkreisen ja als Psychos" kommentiert :rollsmile:

    Uns wurde gesagt, wir sollten beim Ruhetraining ohne Belohnung arbeiten, weil die Entspannung, die irgendwann schon kommen würde, Belohnung genug sei für den Hund. Dumm nur, dass mein Hund gar nicht wusste, dass Entspannung das Ziel war und seeehr ausdauernd ist. Bei einem - von einer Trainerin begleiteten - Abschalttraining hat er nach 2 Stunden noch hellwach im Stehen vor sich hin gefiept. Der hätte sich eher ins Koma gefiept, als sich von selbst hinzulegen und zu ruhen.

    Wir haben uns dann - ohne Trainer - ganz gut selbst durchgefuchst und vor ein paar Wochen hab ich einen Online-Leinenführigkeitskurs von flying-paws gekauft, der ich an dieser Stelle echt mal danken muss, weil wir dadurch noch mal mehr Fortschritte gemacht haben.

    Inzwischen sind Pausen auf den Spaziergängen nicht mehr von einem durchgehenden Fiepkonzert begleitet, er legt sich innerhalb von wenigen Minuten hin, sogar auf die Seite. Dass das mal passieren würde, vor allem so schnell, hätte ich "früher" kaum für möglich gehalten und es macht mich total glücklich, gerade auch für ihn.

    Huch. Ist ganz schön lang geworden :emoticons_look:

    Im Alltag ist das bei uns ein alles wahrnehmen, meinen auf alles reagieren zu müssen, unwichtige Dinge nicht ausblenden können.

    Genau das.

    In Rassebeschreibungen steht ja häufig gerade bei Hütehunden das Wort "sensibel". Früher dachte ich, damit ist gemeint, dass sie eben weich sind, schnell beeindruckt, fein auf menschliche Stimmungen reagieren. Mittlerweile glaube ich, dass damit eher generell reizoffen gemeint ist.

    Habt ihr eigentlich Pläne und Ziele für eure Hundekinder in diesem Jahr?

    Weiter üben, dass er sich auch draußen entspannt und damit verbunden eine bessere Leinenführigkeit erreichen =)