Beiträge von Panini

    Wie Bonadea schon schrieb, haben Ausstellungen schon einen Sinn, weil hier neben der rein äußerlichen Beurteilung hinsichtlich der Merkmale einer bestimmten Rasse eben auch die Möglichkeit des Austausches, aber auch die Möglichkeit für Informationen für die Öffentlichkeit besteht.

    Und es ist auch gar nicht nur eine bloß optische Beurteilung. MMn wird oft vergessen, dass es absolut nicht selbstverständlich ist, in einem Ausstellungsring inmitten fremder Hunde und mit so vielen Menschen ruhig zu bleiben und sich dabei von einer fremden Person überall anfassen zu lassen.

    Ich muss meinen kleinen Collie aber echt mal loben. Wir waren jetzt eine Woche im Urlaub in den Niederlanden und er hat alles so grandios gemacht!

    Wenn ich dran denke, wie aufgeregt er in unserem ersten Urlaub war (da war er 7 Monate alt) - kein Vergleich zu jetzt mit 2 Jahren.

    Er war wirklich chillig, kann man echt so sagen. Er hat den Ortswechsel total ungerührt mitgemacht, die fremde Umgebung und sämtliche neuen Reize entspannt weggesteckt und auf alles total gelassen reagiert.

    Auch die Leinenführigkeit konnte sich sehen lassen. Noch ein weiteres Jahr, und sie kann vielleicht als gut bezeichnet werden xD

    Einen Tag waren wir in der Fußgängerzone (sind wir im Alltag nie) mit dem absoluten Reiz-Overkill: Tausende von Leuten, volle Straßencafés, mehr Hunde, als wir zu Hause in einem Monat sehen, überall Gerüche und Geräusche und er war völlig cool :herzen1: (Die Leinenführigkeit war in der Stadt sogar noch besser, das schiebe ich auf die Reizüberflutung.)

    Motorräder, Quads, Autos, Jogger, haufenweise Radfahrer - hat ihn alles kein Stück interessiert. Auch die diversen Tiere, die wir immer auf dem Weg zum Strand und am Strand gesehen haben, haben ihn kalt gelassen. Und dabei waren da einige bei, die er noch gar nicht kannte: Kühe, Fasane, Truthähne, Möwen, Pferde, Hühner und Hasen.

    Er kam auch vom ersten Tag an in dem fremden Haus total gut zur Ruhe. Ich bin echt mega stolz auf ihn :applaus:

    Das würde mich auch interessieren =)

    Gerade mit Hütehund wird man ja ständig gewarnt, dass der garantiert zum Stalker wird,

    Jaaa, ganz genau! Wurde uns auch immer so vermittelt.

    Ein Beispiel aus der Junghundegruppe. Wir sollten vom Hund weggehen, warten lassen, ran rufen. 3 von 4 Hunden haben ein wenig gefiept, als sie warten mussten. Meiner, ein Labbi und ein Perro.

    Kommentar der Trainerin hinterher, in meine Richtung: „Ja also ihr müsst dringend weiter dran arbeiten, dass der nicht so viel Zugriff auf dich hat! Der hat gefiept als du gegangen bist. Ist halt ein typischer Hütehund!“ Zu den anderen hat sie natürlich nichts gesagt. 🙄

    Ich glaub mittlerweile bei uns ist das Problem, dass ich ihn nicht gut genug führe. So wie er sich gerade benimmt: Stalking in der Wohnung, alles makieren was nur geht, link-rechts-rückwärts-vor bei Spaziergängen, draußen kaum ein Blick für mich, kann nicht gut alleine bleiben, muss immer mitten im Raum liegen und alles im Blick haben…mein Gefühl sagt mir, dass sich der Hund aktuell in der Führung sieht.

    Das glaube ich nicht. Das ist bloß das, was einem je nach Bubble gern vermittelt wird.

    Ich war vor ein paar Monaten in demselben Kreislauf wie du. Aufgeregter Hund, miese Leinenführigkeit, stressige Vergleichsmomente in der HS-Gruppenstunde, fragwürdige Trainertipps, Insta-Accounts, wo alles wie von selbst zu klappen schien ..... - ich hab ständig an mir gezweifelt und irgendwie war alles so mühselig.

    Kein Wunder eigentlich. Ich hatte Monate nur mit dem Üben von Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Leinenführigkeit usw. verbracht. Hatte sämtliche 08/15-Tipps der Trainer umgesetzt: Der "freche" (Aussage einer Trainerin) Hund durfte nicht scharren, markieren an der Leine sollte er auch nicht, musste im Haus ständig auf einem zugewiesenen Platz - natürlich am möglichst hintersten Ort des Hauses - bleiben, sollte an der Leine am besten hinter und unter keinen Umständen vor mir laufen (das war allerdings ein Ding der Unmöglichkeit |) ) usw. Im Freilauf hab ich ihn vor jeder Weggabelung ins Sitz geschickt und bin vor ihm um die Kurve, um "ihn aus der Verantwortung zu nehmen". Im Haus durfte er auf keinen Fall bspw. vorm Bad liegen, während ich duschen war. Weil er sonst ja auf mich aufpasst und das nicht sein darf. Usw. Wir haben echt ALLES geregelt. Fühlte sich zwar unnatürlich an, aber hey. Profis wissen was sie tun, dachten wir.

    Ich hab monatelang so nette Methoden wie Blocken genutzt in dem verzweifelten Versuch, den Hund bloß maximal neben mir laufen zu lassen (Spoiler: Gebracht hat das nix. Dadurch ist er bloß abgestumpft, so dass ich am Ende vor der Wahl stand, entweder richtig massiv zu werden, oder den Mist endlich zu lassen).

    Dieses ganze Trara hat einfach nichts gebracht. Impulskontrolle zB bei Hundebegegnungen war weiterhin null vorhanden. Er war kein bisschen leinenführig. Häufig aufgeregt. Konnte nur so semi allein bleiben.

    Gegen die Aufregung bei anderen Hunden hatte die Trainerin in der Gruppenstunde übrigens immer nur den Rat "geh weiter weg wenn er das noch nicht aushält, das wird mit der Zeit". Super Tipp. Ich hab dann halt kaum noch was verstanden und geändert hat sich auch nix, im Gegenteil :ugly:

    Ende letzten Jahres hab ich dann auch in der zweiten Hundeschule gekündigt, Einstellungen überdacht und agiere jetzt viel mehr nach Bauchgefühl.

    Er kann an der Leine laufen wo er möchte, nach Herzenslust scharren (ich sollte ihm übrigens einen Futterbeutel an den Kopf werfen, um das zu verhindern :rollsmile: ), es gibt viel mehr Kuscheleinheiten (die waren vorher dosiert, um ihn nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen :klugscheisser: ).

    Seitdem ist alles so unendlich viel entspannter und es fühlt sich einfach natürlicher an. Alleinbleiben ist überhaupt kein Problem mehr. Selbst die Leinenführigkeit klappt deutlich (!) besser.
    Einen allerletzten Versuch mit einer Trainerin starten wir in ein paar Wochen, um das Thema Hundebegnungen noch besser hinzukriegen, aber da sind wir auch schon so auf einem guten Weg.

    Was ich damit sagen will: Oft ist es besser, nicht alles zu sehr zu durchdenken. Sich nicht zu sehr zu vergleichen, auch wenn das manchmal schwer ist. Mehr Geduld zu haben. Und auch mal bewusst nicht auf andere zu hören.