Beiträge von Panini

    Wir waren am Samstag mit beiden Hunden bei Bekannten, die wir in der Junghundegruppe der Hundeschule kennengelernt hatten. Sie haben einen AL-Labrador, der genau so alt ist wie Brodie und mindestens genau so aufgeregt.

    Erst waren wir eine Runde gemeinsam spazieren und anschließend fast 4 Stunden bei ihnen zu Hause.

    Und ich war SO stolz. Erst mal war der Spaziergang sehr harmonisch. Die Leinenführigkeit ließ bei beiden Jungspunden natürlich zu wünschen übrig, alles andere wäre auch utopisch gewesen. Aber ich will mir da jetzt weniger Druck machen. Sogar unsere Hündin lief nicht so gechillt wie sonst, weil es eine komplett fremde Umgebung war.

    Dann bei unseren Bekannten, wo wir auch noch nie waren (wir waren überhaupt noch nie mit den Hunden bei jemand anderem mit Hund) kamen sie super schnell zur Ruhe und lagen beinah die ganze Zeit schlafend hinter unseren Stühlen auf ihren Decken. Brodies Decke lag noch nicht ganz, da hatte er sich schon draufgelegt. Der Labbi hat noch vielleicht 15 Minuten bellend an seinem Platz protestiert (war dort festgebunden), aber dann ist er auch runter gekommen und hat sich in seine Box zurückgezogen.

    Ein paar Tage davor hatte ich Brodie mitgenommen als ich mich mit einer Freundin in einem Cafe getroffen hatte. Auch da hat er einfach 3 Stunden unter unserem Tisch auf seiner Decke geruht :emoticons_look: Und das, obwohl wir solche Situationen nun schon länger nicht hatten, weil wir einfach selten weggehen.

    An beiden Tagen kam außerdem kein Pieps aus dem Collie. Auch wenn es draußen mal Pausen gibt, hat er die letzten Tage kaum gefiept. Total ungewohnt. Man überlegt ja dann, hm, irgendwas ist doch anders.. oh, das Fiepen fehlt! :laola:

    Welche Dinge sprachen denn für dich gegen einen Kromfohrländer?

    Zum einen das Zuchtgeschehen. Das genau auszuführen würde vermutlich hier den Rahmen sprengen und mag andere auch gar nicht tangieren, aber was wir darüber gelesen und dort gehört haben, gefiel uns nicht so.

    Dann manche Eigenschaften, die die Hunde gezeigt haben. Zum Beispiel sind sie, wie man das von Terriern kennt, ständig aus dem Stand auf Taillenhöhe um ihre Besitzer rumgesprungen. Einer hat alles und jeden angebellt, der uns entgegen kam. Sie wurden als Kontrollettis beschrieben. Und noch so ein paar Dinge.

    Ist natürlich wie immer die Frage, was wirklich rassetypisch und was Erziehungssache ist.

    Generell sollen nervöse und sehr skeptische Hunde, die auf fremde Menschen und Artgenossen verzichten können, aber keine Seltenheit sein. Der an dem Tag einzige Rüde kann bei solchen Spaziergängen zB nicht in den Freilauf, wenn noch ein zweiter Rüde dabei ist. Die Leute waren sehr ehrlich, das fand ich gut.

    Was mir neben Optik und Größe gefallen hatte war das moderate Energielevel. Das war absolut kein Vergleich zum Kurzhaarcollie. Und die Hunde hatten im Freilauf keinen so großen Radius.

    Ich habe unter den Begleithunden auch den Kromfohrländer gefunden.

    Die hatten wir auch mal auf dem Schirm (in der 9er-Gruppe der FCI ist es halt fast die einzige Rasse, die nicht super klein, pflegeintensiv und/oder mit Qualzuchtmerkmalen ausgestattet ist).

    Zum unkomplizierten Kennenlernen der Rasse werden regelmäßig in verschiedenen Teilen Deutschlands Spaziergänge angeboten. Hier findest du nähere Infos dazu: https://kromfohrlaender.de/wanderung/

    Seit 2010 gibt es außerdem einen Dissidenzverein, der den Dansk Svensk Gardshund einkreuzt, um den Genpool zu erweitern. Ist daher allerdings nicht dem VDH zugehörig. Die bieten ebenfalls Spaziergänge an:

    https://www.pro-kromfohrlaender-zucht.de/spazierg%C3%A4nge/

    Wir waren mal interessehalber auf so einem Spaziergang und fanden die Hunde sehr süß. Deutlich (!) weniger energiegeladen und weniger reizoffen als (zumindest Kurzhaar-)Collies und eine sehr praktische Größe. Am Ende sprachen aber ein paar Dinge für uns dagegen und wir sind beim Kurzhaarcollie geblieben.

    Habt ihr mal versucht, den Blick zu euch damit zu belohnen, dass sie den Reiz wieder angucken dürfen? Also "Schau" Caelan guckt mich an "Geh gucken" Caelan guckt den Reiz an, dann wieder "Schau" und wie bei allem dann irgendwann die Länge vom Schau verlängern. So fällt es Caelan zumindest leichter, sich vom Reiz zu lösen, weil er weiß, dass er den Reiz nicht permanent aus den Augen verliert. Und das natürlich bei wenig spannenden Reizen etablieren, bevor man es mit in Hundebegegnungen nimmt

    Ja, das funktioniert bei genug Abstand UND wenn der andere Hund nicht fixiert o.ä. auch, allerdings schafft er es auch dann noch nicht, sich sehr lange vom Reiz zu lösen. Aber immerhin Mini-Babysteps.

    Ich hab es bei Lucifer mit einem "schau" versucht, was er ohne Trigger auch immer ausführt, in Hundebegegnungen aber nicht schafft.

    In der Hundeschule wurde uns auch zum „Schau“ geraten. Aber sämtliche Hunde, meiner eingeschlossen, konnten das bei stärkeren Reizen nicht zuverlässig leisten. (Kann natürlich auch sein, dass wir es alle falsch trainiert haben :ugly:)

    Ich fand das für uns nicht passend. Es ist im Grunde nur Ablenkung durch einen Trick. Besser als nichts, aber mir ist man da von zu vielen Variablen abhängig. Hier gibt es zB eine Dalmatiner-Halterin, die regelrecht panisch wird, wenn sie bei Hundebegegnungen die Leberwursttube nicht schnell genug aus der Tasche bekommt. Aber ich möchte ja, dass mein Hund den Reiz wahrnimmt und trotzdem gelassen bleibt.

    In der Regel baut sich die Erregungslage ja schrittweise auf und ich versuche schon dann einzugreifen, wenn sie noch nicht voll hoch gefahren sind..

    Genau. Mir gings nur speziell um eine Situation wie die beschriebene. Fremder Hund schießt pöbelnd durch Gestrüpp - war also vorher nicht zu sehen - direkt neben einem an den Zaun und der eigene Hund pöbelt von 0 auf 100 sofort zurück. Da war nichts mit schrittweise. Daher die Frage, wie man dann noch einwirken kann.

    Ich muss gestehen, bei nem pöbelnden DSH-Rüden keine 3 Meter entfernt hinter einem so niedrigen Zaun würd ich mich vermutlich auch künftig für „schnell weg hier“ entscheiden, deine Antwort hat mir aber generell sehr weitergeholfen, danke!

    Kasper hat das auch so in dem Alter angefangen. Aber er hat unterschieden, ob das Gegenüber es ernst meint oder nicht. Nur bei Hunden, die ihn ernsthaft fressen wollten, hat er zurück gepöbelt. Aber er ist nicht so „massiv“ wie Brodie. Er ist nie so in die Leine gestiegen, er hat geknurrt und gebellt. Mehr nicht. Ich kann ihn in solchen Situationen, die recht selten sind auch ansprechen. Bei Yoshi sieht die Welt etwas anders aus. Er mag von hinterm Zaun nicht angepöbelt werden und pöbelt dann auch massiv zurück. Das Gute bei ihm ist, dass er mega verfressen ist und ich eine schöne Übungssituation bei uns habe. Pöbelnder Westie hinterm Zaun. Da geh ich jetzt gerne vorbei, um zu üben :lol:

    Ja, Brodie unterscheidet auch genau, ob der Hund es ernst meint. Bei Hunden, die unsicher kläffen, reagiert er gar nicht, die können sogar nah an uns vorbeigehen. Wir gehen auch jeden Montag zusammen mit meinem Vater und seinem extremst unsicheren TS-Hund die Nachmittagsrunde und jeden Montag kläfft der Kleine Brodie erst mal an, um klar zu machen, dass er Abstand will, das nimmt er gelassen hin. Aber Hunde die ihm wirklich unfreundlich gesinnt sind, da hält er gegen.

    Ansprechbar war er gestern null. Theoretisch würde ich das auch gern üben, aber nicht unbedingt bei dem DSH und der Zaunhöhe :tropf: