Limetti spricht aber einen Punkt an, der auch nicht zu übersehen ist. Ich beziehe das jetzt nicht auf die TE, sondern im Allgemeinen. Wenn ich mal so überlege, was ich als Anfängerin mit Ares alles gemacht habe in den ersten zwei Jahren... Darüber würde ich heute nur den Kopf schütteln. Man bemerkt nicht immer alles, vieles geht schleichend einher und bürgert sich ein. Der gleiche Effekt geschieht bei Animal Hoarding vom Typ "Retter". Es beginnt mit einer guten Intention und mag zu Anfang auch tatsächlich gut laufen, doch wenn Lebensgeschichte und Krisen aufeinandertreffen, gepaart mit einer Aversion gegen Menschen, kann das umschlagen. Ich meine mal aufgeschnappt zu haben, dass Animal Hoarding häufiger vorkommt als vor 20 Jahren noch - da spielt sicher unser gesellschaftliches Einsamkeit-Problem eine signifikante Rolle.
Menschen sind Meister darin zu verdrängen und sich selbst zu überreden. Das ist unsere arteigene Fähigkeit, das macht uns als Spezies so anpassungsfähig. Jeder von uns tut das in seinem Rahmen. Auch, wenn einige das jetzt als Entschuldigung auffassen, ist es dennoch keine. Es ist lediglich eine Erklärung für unsere menschlichen Eigenarten.
Jemand der selbst aus sozial schwachen Verhältnissen kommt, wird bei dem Thema, sofern er/sie es nüchtern betrachtet, wohl "besser" mitreden/aufklären können, als jemand, der kaum bis garkeinen intensiven Kontakt mit solchen Menschen hatte. Das Haustier verwahrlost gemeinsam mit dem Menschen. Eine schaurig, schöne Poesie.