Ich trainiere gerade tatsächlich etwas!
Runa hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und wählt geht den Weg der "Aktion" statt die Ruhe. Bedeutet: wenn sie etwas will, bleibt sie dran und schaukelt sich hoch. Das macht sie natürlich "durchsetzungsfähig", aber das möchte ich hier nicht im normalen Alltag haben. Abgesehen von dem, was bei Spaziergängen schon von alleine geschieht (nicht zu allen Menschen hingehen, nicht zu allen Hunden, Vögel, usw.), habe ich mich dazu entschieden on top Zuhause kleine Konzentrationsübungen zu machen, bei denen sie sich zurück nehmen muss.
Ich baue damit keine Kommandos auf oder so, mir geht's da einzig und allein um die kognitive Fähigkeiten runter-, statt hochzufahren. Und auf mich zu achten um an weitere Informationen zu kommen. Selbständigkeit in allen Ehren, Runa trifft jedoch oft sehr umständliche und stressige Entscheidungen...
Die restliche Erziehung läuft bei uns im Alltag mit. Wir stellen uns je nach Situation und emotionaler Lage individuell auf die Geschehnisse ein. Es gibt Lob, manchmal eine Belohnung, genauso wie es hochgezogene Augenbrauen und Korrekturen gibt. Wie oft was vorkommt hängt natürlich auch vom Hund und seinem Verhalten/Persönlichkeit ab. Ares hat zb. in dem Alter Korrekturen generell schneller aufgenommen und akzeptiert. Außer, wenn er sehr hinter etwas stand. In Runas Kopf ist alles gleich wichtig, da ist nichts so wirklich sortiert, hinzu kommt die Pubertät. Insgesamt ist sie eine sehr ausdauernde Persönlichkeit, die viel Geduld fordert. Viele Diskussionen laufen über Beharrlichkeit.
Runa: "Ich will das haben"
Ich: "Ne, kriegste nicht"
Runa: "Doch."
Ich: "Nö"
Runa: "Doch."
Ich: "Nö"
Runa: "Doch"
Ich: *seufz* "Nö."
Und so weiter.... Bis sie aufgibt. Ich verlasse mich aber nicht nur auf die Erziehung durch uns Menschen, sondern auch durch andere Hunde und die Umwelt. Sprich: "Abenteuer", die der Hund erlebt, bei denen er sich seinen Ängsten stellt oder etwas macht, was er noch nie gemacht hat. Herausforderungen halt.
Ich beschäftige den Hund nicht zusätzlich. Keine Dummy-Spiele oder sonst was, auch, wenn ich glaube, dass Runa dadurch die Augen an mir kleben hätte. Das will ich aber gar nicht, denn sie SOLL sich ja mit der Umwelt auseinandersetzen können, auch, wenn es gerade echt nervig ist. Sie hat prinzipiell einen sehr großen Handlungsrahmen, ich sage ihr nur dann etwas, wenn es nicht in die Situation passt. Bestes Beispiel: Wetzen auf dem Feld? Ja. Wetzen an der Straße? Auf keinen Fall.
Es ist unglaublich mühselig und dauert ewig. Die Hoffnung ist in Zukunft einen Hund an der Seite zu haben, der nicht andauernd gesagt bekommen muss was er tun soll.