Sascha und die Kaninchen ...

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  • Ich habe Kaninchen und Meerschweinchen.
    Ein Gehege im Garten, eines im Stall.

    Sascha kennt die Tiere seit er Welpe war, ich hatte ihn als Welpe mit im Gehege, habe ihm die Tiere gezeigt, sie schön gefüttert und jegliches Jagdverhalten sofort unterbunden - deutlich.

    Wir hatten jahrelang keinen Zaun um den Garten, das heißt Sascha war nur unter Aufsicht, häufig auch nur mit Schleppleine im Garten, das heißt das Jagen der Kaninchen wurde nie einfach so zugelassen.

    Seit diesem Jahr haben wir einen Zaun, Sascha ist jetzt drei bald 4. Das Interesse an den Kaninchen hat leider nie nachgelassen. Er ist immer noch völlig verrückt, wenn er sie sieht, lässt sich jedoch abrufen und auch am Käfig ins Platz legen, selbst hinter dem ausgebrochenen Kaninchen ist es mir schon gelungen.

    Tja, als nun die Einzäunung fertig war, war die Frage, was tun, denn ein eingezäunter Garten, ist zwar nett, aber auch nur dann, wenn der Hund halbwegs "unbeaufsichtigt" darin herumlaufen kann. Wir hatten früher einen Münsterländermix, der sich auch stark für die Kaninchen interessierte, bei ihm ist es aber einfach mit der Zeit und der Gewohnheit besser geworden. Also habe ich zunächast mal auf die Zeit gesetzt und Sascha so halbwegs machen lassen, also gucken, fixieren, mal kurz anjagen ... unterbrochen habe ich nur, wenn er sich heißgejagt hat.
    Das war vielleicht keine gute Idee, aber ich hab damit bei unserem alten Hund gute Erfahrungen gemacht und auch den Sexualtrieb habe ich ja so in den Griff bekommen, indem ich etwas gestatte und somit normal werden lasse, das Reinsteigern aber sofort unterbreche.
    Leider hat es an dieser Stelle nicht geklappt und so bin ich nach 2-3 Wochen, in denen sich sein Verhalten nur verschlimmerte, er schon begann den Käfig zu zerstören, dazu übergegangen die Kaninchen absolut zu verbieten, das heißt über Meideverhalten zu arbeiten. Das heißt absolutes Verbot sich dem Auslauf zu nähern + einen Eimer Wasser über den Kopf.
    Ja, es hat Früchte getragen, Sascha hat den Auslauf und die Kaninchen gemieden und angefangen sich normal im Garten zu bewegen, er war auch für Spiele mit mir empfänglich und kein Gedanke mehr an die Kaninchen.
    Dann war aber meine tägliche freie Zeit vorbei und meine Mutter kümmerte sich phasenweise über den Tag um den Hund. Leider ist meine Mutter da weniger konsequent. Tja, der Stand nach einem halben Jahr ist nun der, dass ich ihn zwar noch abrufen kann und auch mit ihm neben den Kaninchen spielen kann, er aber immer wieder die Jagd sucht und es absolut unmöglich ist, ihn auch nur einen kurzen Augenblick mit den Kaninchen allein zu lassen.

    Ich werde mich wohl damit abfinden müssen ...
    Oder habt ihr Ideen?

  • Hallo,

    Ich würde noch mal ein anderes Abbruchsignal einführen, vor dem er sehr großen Respekt hat (Eimer Wasser läßt sich ja schlecht "timen,oder?). Ist der Hund geräuschempfindlich, nehme ich je nach Sensibilität Wurfdose (rasseln/werfen), Spielzeugpistole oder auch Schreckschußpistole. Es kann aber auch etwas völlig anderes sein, wogegen er eine Aversion hat. Wenn er nur ansatzweise zu den Kaninchen will, würde ich das gewählte Mittel verbunden mit einem Signalwort ( sollte prägnant sein und sich von allen anderen Kommandos stark unterscheiden. Bei meinem Hund nutze ich dann eine Fremdsprache)
    zwei, drei Tage hintereinander jeweils ca. vier mal einsetzen. Dann sollte das neue Kommando allein wirken.
    Wenn der Hund auf das neue Kommando reagiert, würde ich zusätzlich überschwenglich loben und ihm direkt einen Jackpot geben (Lekkas, die er sonst nie bekommt oder ein tolles Spiel).
    Und Deine Mutter sollte unbedingt mit dem gleichen Wort mitarbeiten.

    VG und viel Erfolg Shukura

  • Hallo,
    wenn Deine Mutter nicht mitzieht, kannst Du zig Abbruchkommandos einführen, die sich alle mit der Zeit dann abnutzen werden, mangels Konsequenz.

    Das scheint mir also eher nicht die Lösung zu sein.

    Über Verleiden zu arbeiten, finde ich in diesem Fall durchaus angebracht. Aber auch da ist dann immer der Unsicherheitsfaktor gegeben, wenn Dein Hund von anderen beaufsichtigt - oder eben nicht - wird.

    Besser und auf Dauer sicherer fände ich es, die Kaninchen hundesicher einzuzäunen.

    LG, Chris

  • Ich kenne das...zwar nicht mit Kaninchen...dafür mit unserer Katze!
    Emma war vom ersten Tag an völlig fasziniert von unserer Katze und hat deutliche Jagdansätze gezeigt. Dieses Verhalten wurde natürlich unterbunden, angepasstes Verhalten bestärkt etc.
    Auch ich war der Meinung, dass das eine Sache der Gewöhnung ist und die Katze irgendwann ihren Reiz verliert...leider weit gefehlt! Noch heute, 5 Jahre später muss ich Emma im Umgang mit der Katze stark kontrollieren. Zwar zeigt sie schon lange kein offenes Jagdverhalten mehr, es ist sogar möglich Hund und Katze alleine zuhause zu lassen, aber sie fällt immer wieder in so Verhaltensmuster wie fixieren, der Katze hinterher zu stalken etc.
    Ich bin da seit Jahren absolut konsequent und unterbinde jede Aufdringlichkeit, aber irgendwie kommen wir da nicht weiter...
    Gedanklich bin ich schon soweit, dass ich mich frage, ob in diesem Fall ein einmaliges wirklich hartes, auch physisches Durchgreifen nicht eher zum Erfolg führen würde...kann mich da aber noch nicht wirklich zu durchringen...
    Du siehst...ich kann dir auch nicht wirklich weiterhelfen, bin aber sehr gespannt, was noch für Tipps kommen, da ich ja ein vergleichbares Problem habe...

  • Hund und Kaninchen allein lassen, kannst Du schonmal streichen. Das wird niemals funktionieren.

    Dein Hund ist auf "Kaninchen" geprägt, weil er sein Jagdverhalten dort bereits lange Zeit ausleben durfte.

    Was Du aber erreichen kannst ist, dass er in Deiner Anwesenheit diese Beute als die Deinige betrachtet und Du es mit einem Verbot belegst, dass er an Deine Beute nicht randarf!

    Ich arbeite in so einem Fall mit Verbot. Das heißt, ich mache da keine Übungen, dass der Hund sich ablegt und die Kaninchen beglotzt - das ist zwar eine tolle Übung für die Kontrolle im Jagen, aber Du willst ja gar kein Jagen ;)

    Meine Hunde hätte ich nie mit meinen Kaninchen alleingelassen. Mein Bobby z.B. wollte die anfangs auch jagen. Durch striktes Verbot - meine Kaninchen hatten regelmäßig überwachten Freilauf im Garten - hat er sie in meiner Anwesenheit zu 99% ignoriert. Anstarren habe ich auch nicht erlaubt. Aber wehe, ich wäre weggegangen... Mit Zeus ist es genausogewesen. Blöderweise ist mal ein Kaninchen ausgebrochen als ich dabei war... Das war leider sein Ende.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Hund und Kaninchen allein lassen, kannst Du schonmal streichen. Das wird niemals funktionieren.

    Aber warum ist das nicht möglich?
    Es ist doch auch in anderen Bereichen möglich, dass ein Hund Verbote so verinnerlicht, dass er sie auch in Abwesenheit des Besizers beachtet...
    Bspw. dürfen unsere Hunde nichts vom Tisch nehmen...ich könnt über Nacht ne gebratene Gans auf unseren (niedrigen) Wohnzimmertisch stellen und mir sicher sein, dass sie da nicht drangehen...
    Die Hunde dürfen nicht ins Bett, machen sie nicht, auch nicht wenn sie alleine sind...usw. usw.
    Ist bei einer potenziellen Jagdbeute der Reiz einfach zu groß, oder warum bist du der Meinung, dass das in Abwesenheit des Besitzers nichts wird...

  • Tja, was erwartest du denn? Den Jagdtrieb kannst du nicht rausschneiden....

    Das Objekt selber (also die Kaninchen, bzw. ihr Gehege) aversiv zu verknüpfen, dürfte die einzige Möglichkeit sein, wenn deine Mutter nicht mitzieht. Das muss aber je nach Hund von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Der Eimer Wasser war in der Hinsicht wohl auch nicht ideal, als er doch wahrscheinlich eindeutig mit deiner Gegenwart verknüpft wurde, statt einzig und allein mit den Kaninchen. Ist ja nicht schwierig für den Hund zu durchschauen, dass wo kein Wassereimer, er nicht nass wird.....

  • Hier gibt es mehrere Gründe:

    1. Ein gebratene Gans liegt nur rum. Da kommt nicht noch der Auslöser Bewegung dazu. Für einen jagdtriebigen Hund ist das ein großer Faktor. Viele Katzen lernen das übrigens auch recht schnell, dass Hunde darauf abgehen und bewegen sich langsam in Anwesenheit eines solchen Hundes als Hausgenosse.

    2. Die Prägephase auf Jagdobjekte ist lange vorbei und in dieser Zeit wurde es nicht untersagt. Kaninchen sind also in die Palette der Jagdobjekte eingegangen. Nicht mehr auszulöschen.

    3. Das Nicht-an-einem-Strang ziehen der Beteiligten. Mal so mal so... Der Hund entscheidet für sich allein im Zweifel für sich ;) Und wie das dann aussieht, können wir uns wohl vorstellen, oder =)

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Aber warum ist das nicht möglich?
    Es ist doch auch in anderen Bereichen möglich, dass ein Hund Verbote so verinnerlicht, dass er sie auch in Abwesenheit des Besizers beachtet...
    Bspw. dürfen unsere Hunde nichts vom Tisch nehmen...ich könnt über Nacht ne gebratene Gans auf unseren (niedrigen) Wohnzimmertisch stellen und mir sicher sein, dass sie da nicht drangehen...


    Das ist mit manchen Hunden möglich, aber nicht mit allen, weil sie unterschiedlich motiviert und unterschiedlich hartnäckig sind. Rhian würde sich bedienen, wenn ich durch meine Abwesenheit die heissbegehrte Ressource freigebe..... Und auch wenn ich mit Fallen in Abwesenheit strafend einwirken würde, sie würde es bei ihr wichtigen Dingen immer wieder testen. Auf Bett oder Couch geht sie in meiner abwesenheit auch nicht.

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