Welpe Schnappt gelegentlich - die ausführliche Beschreibung

  • Hallo,

    mein Schäferhundrüde (14 Wochen alt, 6 Wochen bei mir, vom Züchter mit Zertifikat) schnappt gelegentlich. Ich habe viel darüber in Foren und Büchern gelesen und auch einige Tipps von der Welpenschule erhalten. Hier mal die genaue Beschreibung, wie er es macht, was ich bisher dagegen getan habe und welche Erfolge das bisher hatte.
    Mein wirkliches Problem ist, das ich aufgrund der vielen widersprüchlichen Information in Foren und in Büchern nicht genau weiß welchen Weg ich weitergehen soll. Methoden zur Abgewöhnung habe ich versucht aber bisher keine mit dauerhaftem Effekt.

    Beschreibung des Problems:
    Problem 1: Wenn ich zu ihn gehe und in streicheln, kämmen oder anleinen will, schnappt er gelegentlich in die Hand. Wie gesagt ausschließlich nur in die Hand, kein Arm etc. wie man in vielen Foren lesen kann. Während der Aktion ist er nicht aggressiv, er knurrt nicht, er zeigt keine Angst. Es ist für Ihn ein Spiel. An der Hand hat man gelegentlich einen Kratzer oder Druckstellen. Geblutet hat es noch nie.

    Problem 2: Er kommt von sich aus zu mir und will gestreichelt werden. Auch da schnappt er gelegentlich. Daher kann man ausschließen das er Angst vor Berührungen hat, sonst würde er ja nicht zu mir kommen.

    Ganz klar für den ist das ein Spiel und es ist nur gelegentlich. Von 7 mal anleinen pro Tag klappt es 4 mal super und 3 mal mit schnappen.
    Es ist mein einzigstes Problem mit ihm. Er läuft viel frei kann Hier, Sitz, Platz, ist stubenrein, bellt und winselt nicht. Hat viel Bewegung und macht einen ausgeglichen Einruck.

    Wichtig ich habe Aktionen wie Anleinen, Bürsten wie in Büchern beschrieben immer zuende geführt mit und ohne Schnapperei.

    Die folgenden Tipps habe ich bisher versucht, aber alles ohne Dauereffekt. Beispiel: Beim Sitz oder Platz, da hatte ich ein richtiges Erfolgserlebnis, mit einem male verstand er das Sitz.

    Das Habe ich bisher versucht:

    1. Das macht ein Welpe so.
    Ja steht in einigen Büchern und auch Foren. Welpen schnappen nach allem. Das gibt sich von alleine nach dem Zahnwechsel. ABER in anderen Büchern steht ganz klar das Gegenteil: "Das Hand-Schnappen muss man ihm abgewöhnen" kann schwere Folgen haben wenn er ausgewachsen ist.

    2. Ein strenges NEIN.
    Bewirkt nichts. Ich kann Platz sagen und dann von ihm weggehen. Aber in der Situation beim Streicheln oder Anleinen hat ein strenges NEIN keinen nennenswerten Effekt. Komischer Weise wirkt das NEIN bei allem was er nicht tun soll, nur nicht beim Schnappen.

    3. Den Hund für 3 min aus dem Raum schaffen.
    Das klappt perfekt wenn er von sich aus zu mir gekommen ist, mit schnappen begonnen hat und ich ihn dann für 3 Minuten aus dem Raum entferne. Nach 3 Minuten lasse ich ihn wieder rein ohne das er schnappt, allerdings kommt er dann auch nicht mehr zu mir. Hat aber keinen Dauereffekt, ist nicht so, das er beim nächsten mal wenn er zu mir kommt sich das ganze "gemerkt" hat.
    Beim Anleinen kann man das ja nicht verwenden, denn ich muss die Aktion ja zuende machen.

    4. Der Schnauzengriff.
    Super Sache, wenn ich ihm den Fang halte, schnappt er nicht, kann er ja auch nicht. lasse ich los geht es weiter.

    5. Den Hund unterwerfen.
    Habe ich in einem Buch gelesen. "Wenn der Hund nach der Hand schnappt sind drastische Methoden notwendig ... Unterwerfen Sie ihn ...". Habe ich durchgeführt, ihn während des Schnappens beim Anleinen auf den Rücken gelegt und kurz gehalten. Er hat kurz gewinselt und ich habe ihn losgelassen. Funktioniert, anschließend kann ich ihn Anleinen ohne das er schnappt. Aber auch hier kein Dauereffekt, beim nächsten Anleinen schnappt er wieder, vielleicht nicht am gleichen Tag. Bei der Methode, habe ich etwas Zweifel da ich das Gefühl habe des er mir nach so einer Aktion etwas aus dem Weg geht. Ich will nicht meine Bindung zu ihm beschädigen. Ich habe ihm natürlich nicht wirklich weh getan.

    6. Mit Leckerlies daran gewöhnen (ablenken).
    Nicht das dass falsch verstand wird. Ich gebe ihn ein Leckerlie und dann leine ich ihn an. Wenn ich ein Leckerlie einsetze kann ich mit ihm rein alles machen, ohne das er jemals schnappt. Ist als würde es einen Schalter umlegen er hat dann für min. 30 min noch nie geschnappt. Würde ich gern weiter machen, aber in machen Büchern steht das muss auch so gehen, nicht dauerhaft einsetzen.

    Nach dem allgemeinen Problem „Zuviel Information ist genauso wie keine Information“ weiß ich nicht welche Methode ich weitermachen soll. Oder habe ich eine Methode noch nicht gefunden. „Mache das … und er schnappt nie wieder“.

    Vielen Dank für jede Hilfe. Und ich hatte vorher schon einen Hunden 12 Jahre lang einen Labrador. Der hat zwar viele Dinge nicht so schnell verstanden wie mein Schäferhund, aber der hat auch als Welpe nie geschnappt.

    MfG Andre

  • Hi Andre,

    habe meiner Lady damals mal ins Ohr gebissen ( natürlich nicht feste, aber so, dass es zwickt ).

    Sie hat mich angeschaut wie ein Auto und danach wurd es besser.

    Auch Zähne zeigen und anknurrenhilft !!!

    Gruß
    ALexandra

  • Hallo Andre,
    wenn Du das alles in den letzten 6 wochen ausprobiert hast, hat Dein Welpe ein ähnliches Problem wie Du selbst - zuviel Info-Input, aber nichts auf Dauer, woran er sich orientieren könnte......

    Punkt 4 und 5 würde ich aus dem Programm ersatzlos streichen. Ich wende nichts dagegen ein, die Schnauze eines Welpen mal zur Seite zu schieben, aber Schnauzgriff und Unterwerfen sind, wie jegliche Form der körperlichen Auseinandersetzung mehr ein Zeichen dafür, dass man sich anderweitig nicht mehr zu helfen weiß und machen aus Dir nur ein völlig unberechenbares Wesen für Deinen Hund.

    ICH würde eine Kombination aus Nein, sofortigem Spiel/Beschäftigungsabbruch und wenn er es ganz doll treibt mal eine kurze Auszeit in einem anderen Raum zwecks Besinnung anwenden.

    Dein Welpe meint das Schnappen momentan wahrscheinlich in erster Linie spielerisch und muss erst noch lernen, dass uns Menschen (und anderen Hunden) die spitzen Zähne weh tun. Deshalb ist die Methode "Wer im Spiel zwickt, hat Pech gehabt, dann hat nämlich keiner mehr Bock mit ihm zu spielen" eine der sinnvollsten - aber um das zu kapieren, braucht der Welpe ein wenig Zeit, Deine geduldige Konsequenz und die Erfahrung "immer wenn ich zwicke, hört das tolle Spielen auf" - das dauert seine Zeit.... Anleinen wird der Welpe derzeit auch noch als Spielen interpretieren...

    Wenn Dein Welpe das Nein ansonsten schon beherrscht (was eine Meisterleistung in dem Alter wäre), kann ich mir vorstellen, dass er vielleicht nach dem Nein "dumm im Raum rumsteht", weil ihm eine Handlungsalternative fehlt... Ein Nein, um die ungewollte Handlung zwicken abzubrechen, ist leichter für den Hund umzusetzen, wenn er stattdessen etwas anderes viel tolleres machen kann....

    LG und viel Erfolg,
    Chris

  • Hallo Andre,

    du machst mit deinem Hund eine ganz normale Welpen-Schnapp-Phase durch, kaum ein Welpi verschont in dieser Hinsicht seinen Halter.

    Die Beißhemmung muss erst mal erlernt werden, da dauert.
    Das erfordert Zeit und Geduld und vor allen Dingen Konsequenz.

    Schnauzgriffe und auf den Rücken drehen bzw. werfen oder im Nackenschütteln sind kontraproduktiv! In der heutigen Hundeerziehung haben solche Zurechtweisungen nichts mehr zu suchen.
    Bücher, in denen das empfohlen wird, kannst du getrost in die Papiertonne werfen.
    Es ist eine Form der Aggression, die ein Welpe massiv ängstigen und somit das Vetrauen brechen kann!
    Im Erwachsenenalter kannst du von seiten des Hundes mit Gegenaggression rechnen.

    Zum eigentlichen "Problem":

    Wenn dein Welpe schnappt, schreist du sofort laut auf und unterbrichst den ganzen Vorgang, Welpe wird ignoriert.
    Immer wieder...
    ER soll lernen, dass diese Schnapperei zu nichts führt, auch negative Aufmerksamkeit, ist Aufmerksamkeit!!

    Das Wort "nein" muss erst mal konditioniert werden - die Bedeutung dieses Wortes steckt nicht in seinen Genen!
    WIE hast du ihm das beigebracht?

    Gruß
    Leo

  • Hi,

    ich habe das auch hinter mir. Mein eigener Hund hat es damals sofort verstanden. Ich habe ihn geärgert und er hat geschnappt. Daraufhin Schnauzengriff und ein tiefes aaaaaber... das hat gewirkt. Danach muss man ihn aber sofort wieder aufmuntern und ihn aus dem Stress rausholen. Das ist ganz wichtig, damit er weiß alles ist wieder gut.

    Viele Welpen wollen einfach spielen. Ich habe öfter Welpen für ein paar Stunden in Pflege und was ich beobachten kann ist, dass sie ständig nach meinem Hund schnappen um ne Spielrunde zu starten. Er nimmt dann de Kopf hoch und schaut weg. ignoriert ihn sozusagen...Aufmerksamkeit bekommt er erst wenn er es unterlässt. Das habe ich beim Spielen immer so gemacht. Der welpe weiß ja noch nicht, dass er uns damit wehtut. sobald er beim Spielen geschnappt hat, habe ich ganz laut und schrill "Au" geschriehen und bin weggegangen und erst nach ner Minute wieder angefangen zu spielen. Da hat er sich gewundert. Ignoranz ist nämlich die schlimmste Strafe. Das hat er innerhalb eines Tages kapiert. Das kannst du aber nicht machen, wenn er durch das schnappen versucht deine Aktion zu unterbinden. Weil dann hätte er damit ja Erfolg.

  • Wo ich das gerade lese...ich bin nicht der Meinung das Schnauzengriff von gestern ist. Ein Hund unterwirft einen Aufmüpfigen auch auf diese Weise. Und es liegt in der Natur der Dinge dass der hund das auch versteht...Allerdings ist sparsame Anwendung gefragt, damit das auch wirlich eindruck hinterlässt.

  • ohhh jaaa das probelm mit dem schnappen hatten wir auch...

    hannah hat aber immer in waden oder knie gezwickt. weiss nicht ob es da einen unterschied gibt :???:

    sobald sie das gemacht hat, als sie klein war haben wir jegliche tätigkeiten mit ihr abgebrochen und sie aus dem zimmer gesperrt.
    wir haben da nich 3 min gewartet, sondern vielleicht nur eine halbe. wenn sie wieder geholt wurde und weitermchen wollte, musste sie wieder gehen... ich habe teilweise abende damit verbracht... AAABER es hat sich wirklich gelohnt. man muss da aber eben wirklich auch einen langen atem haben.. :lol:

    nun zu deinen "methoden"



    ich hoffe ich konnte dir helfen


    Indianheart: :schockiert: ohr beissen find ich irgendwie nicht richtig (um es mal sachte auszudrücken)

  • Zitat


    Oder habe ich eine Methode noch nicht gefunden. „Mache das … und er schnappt nie wieder“.

    Hi, wenn du sie gefunden hast wirst du Weltmeister-Hundevati.

    Schau dir mal an was die Welpen im Zwinger miteinander machen. Sie spielen den ganzen Tag und beknabbern einander. Das ist ihre Beschäftigung. Alles wandert erst Mal zwischen ihre Zähnchen. Man kann es nicht unterbinden, das ist normal.
    Doch man kann bestimmte Stellen verbieten. Füße und Beine sind tabu, Hand und Arm ist erlaubt. An irgend etwas muß er einfach knabbern.
    Wenn du beim Anleinen Probleme hast, dann übe ein Ritual. Also zuerst ins Sitz! bringen, dann anleinen und in einer Hand hast du ein Spielzeug, welches du ihm ins Maul schiebst, wenn er schnappt.

    Ein Buch kann jeder schreiben. Geh mal nicht davon aus, daß jede gedruckte Behauptung auch stimmt. :D

  • Zitat

    Ein Hund unterwirft einen Aufmüpfigen auch auf diese Weise. Und es liegt in der Natur der Dinge dass der hund das auch versteht...

    Ja, da kommen wieder die unterschiedlichen Ansichten zum Tragen.

    Ich für mich kann den Schnauzgriff eines Hundes nicht so präzise, dosiert und effektiv einsetzen, wie ein Hund das kann, weil ich eben kein Hund bin. Weil meine Hände mit einer Hundeschnauze herzlich wenig Gemeinsamkeiten haben
    Wenn man sich einige Schnauzgreifer unter den Menschen ansieht, sieht man z. t. die wildesten Schnauzumklammerungen, die aber nicht im geringstem dem ähneln, was meine Hunde so untereinander machen...

    Ich will einem Welpen, der es noch nicht gelernt hat, nur klar machen, dass Zwicken doof ist. Warum sollte ich ihn deshalb unterwerfen?

    Ich für mich bin der Meinung, solange ich noch viel subtilere Kommunikationsmöglichkeiten habe - die auch und zwar sehr facettenreich in der Hundesprache eingesetzt werden - und die meinem menschlichen Wesen näherkommen, nutze ich doch lieber diese.

    LG, Chris

  • Als Aruna ihre Welpen-Beißphase hatte, bin ich fast verzweifelt. Dann sagte mir unser TA einen ganz einfachen Satz: " Die Kleine hat doch nichts anderes, mit dem sie sich im Moment ausdrücken kann, als mit Pfoten und Zähnen". Und danach wußte ich zumindest, dass das ihr Veruch war mit mir zu kommunizieren und es sich bei Aruna weder um einen dominanten noch bösartigen Hund handelte. Dann haben wir unseren Hundetrainer mal draufschauen lassen, in einer Einzelstunde bei uns daheim. Der hat uns gezeigt, wie' s geht. Den Hund komplett ignorieren, wenn sie weiter beißt, um zu spielen, Aufmerksamkeit zu beommen oder weil sie gerade übermütig ist: unterbinden, notfalls durch kurzes Wegsperren. Ich habe Aruna genau 5 Mal für zwei Minuten in die Diele gesperrt, danach war Schluss mit Beißen! Ich brauchte nur noch zu sagen: Willst du etwa in den Flur?" Schon hörte sie auf damit.
    Wichtig ist, das Beißen zu unterbinden, und dem Hund zu zeigen, was er stattdessen machen kann, darf, soll. Aruna durfte, wenn sie auf das "Aus" reagierte, wenn sie mal wieder beißen wollte immer mal wieder einen Karton oder eine alte Zeitung schreddern. Aber nie, niemals wieder unsere Hand!

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