Hund und Baby - help!

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  • Hallo an Alle,

    ich habe ein Problem mit meiner Hündin Lucy.
    Zur Zeit haben wir das Baby unserer Nachbarn zum sitten hier und Lucys Verhalten macht mir Sorgen.
    Kinder waren noch nie so ihr Ding, meistens ignoriert sie sie, hat aber auch schon 4 mal ein Kind, jeweils ein anderes, gezwickt. Die Kinder waren immer im Alter zwischen 3-6 Jahren und die Vorfälle, bis auf einen, haben sich in unserer Wohnung bzw. auf unserem Grundstück ereignet. Der vierte war im Restaurant. Da wir wissen, dass Lucy nicht gut mit Kindern kann, bitten wir auch immer, sie in Ruhe zu lassen und das klappt in 99% der Fälle, bis auf die vier "Attacken", auch sehr gut. Das Zwicken war, bis einmal einem roten fleck am Hintern, immer ohne sichtbare Spuren.

    Ich denke daher nicht, dass Lucy mit Verletzungsabsicht zwickt, sondern um die Kinder zurechtzuweisen, wenn ihr was nicht passt (rennen, springen, laut sein in ihrem "Territorium"). Außerdem ist sie glaube ich eifersüchtig wenn ich mich mit einem Kind beschäftige.

    Nun ist das so, dass schon mal eine Bekannte mit Baby bei uns war und Lucy versucht hat, nach dem Schlafsack des Kindes zu schnappen. Auch auf unser "Sitterbaby" reagiert sie irgendwie...aufgeregt. Klar das ist alles neu, macht komische Geräusche und riecht komisch. Aber ich habe Bedenken, dass Lucy nach dem Baby schnappt wenn sie rankommen würde. Sie guckt das Baby auch immer so komisch an, ganz aufmerksam mit gespitzten Ohren, und manchmal wufft sie auch. Erinnert mich irgendwie an den Blick, wenn sie was jagdbares irgendwo entdeckt.

    Wir wissen jetzt nicht, wie wir uns am Besten verhalten sollen. Ich weiß ja dass man den Hund eigentlich mal gucken lassen soll. Aber was wenn sie schnappt? Fernhalten vom Baby soll ja auch nicht so gut sein. Sollen wir sie eher ignorieren oder eher mehr Aufmerksamkeit schenken wenn das Baby da ist? So nach dem Motto, Baby ist was tolles? Oder dem Hund einfach verbieten sich überhaupt mit dem Baby zu befassen? Und wie soll das werden, wenn wir selbst vielleicht mal ein Baby haben? :hilfe:

    Viele Grüße,
    Nadja

  • Als erstes würde ich, da sie ja schon öfters gezwickt hat, ihr - in Gegenwart von Kindern - einen Maulkorb ummachen! So seid ihr auf der sicheren Seite und es kann nicht passieren.

    Ansonsten für ruhiges und liebes Verhalten im Umgang mit dem Kind belohnen und unerwünschtes Verhalten korrigieren. Ich denk mal, wird ´ne Menge Arbeit, aber es lohnt sich mit Sicherheit ;)

  • Warum ist Fernhalten vom Baby schlecht? Wenn euer Hund Kinder zwickt, dann solltet ihr auf jeden Fall dafür sorgen, dass das nicht mehr passieren kann, auch nicht in 1% der Fälle.

    Dazu gehört entweder räumlicher Abstand oder ein Maulkorb.

    Räumlicher Abstand: bringt euerm Hund bei, zuverlässig in seinem Körbchen/einer Box zu bleiben. Er sollte es dort richtig gemütlich haben und z.T. dort was Tolles zu knabbern bekommen, so dass er gern dort bleibt. Anfangs natürlich auch nicht zu lange, langsam steigern. Das solltet ihr aber nicht nur machen, wenn Kinder da sind. Sonst kriegt ihr eine wunderbare Fehlverknüpfung: wenn Kinder kommen, muss ich ins Körbchen. Schickt ihn auch immer mal ins Körbchen, wenn ihr fernseht oder esst und belohnt ihn großzügig dafür, wenn er drin geblieben ist. Rauskommen gestattet ihr nicht (schön aufpassen und ihn wieder rein schicken, sobald er es versucht). Wenn euer Hund das kann, könnt ihr ihn mittels Körbchen/Box aus der Schusslinie nehmen, wenn Kinder da sind. Natürlich müsst ihr dann aufpassen, dass die Kinder nicht zu ihm hin gehen, das Hundekörbchen muss gewährleisten, dass er dort Ruhe und Sicherheit hat. Viele Hunde schnappen nach Kindern, weil sie sich bedroht fühlen. Wenn dann ein Kind da ist, könnt ihr immer mal wieder zum Körbchen gehen und eurem Hund Aufmerksamkeit geben, wenn er toll drin bleibt.

    Was das Eifersuchtsthema angeht: kriegt er denn sonst alle Aufmerksamkeit? Ist er gewohnt, dass er immer Aufmerksamkeit bekommt, wenn er sie möchte? Dann wäre es Zeit, daran was zu ändern.

    Ansonsten- ihr könnt zusammen das Baby angucken, knuddel ihn in Anwesenheit vom Baby, gib ihm da besondere Leckerchen usw.
    Aber das halt kontrolliert und dann könnt ihr ihn auch wieder "parken", wenn ihr grad alle Hände voll mit dem Kleinen zu tun habt.

    Und nochwas: wenn euer Hund Kinder "korrigiert", würde ich davon ausgehen, dass er glaubt, er muss das tun. Warum? Das wäre eure Aufgabe, ihr könnt ihn da entlasten, indem ihr ihn aus der Schusslinie nehmt, aber eben auch dafür sorgt, dass die Kinder nicht zu wild dem Hund in die Quere kommen (Eltern aktivieren oder selbst was sagen). "Kann ich mal streicheln" sollte in diesem Fall ganz deutlich mit nein beantwortet werden.

  • Hallo ihr beiden,

    danke für eure Antworten.
    Also das mit dem Fernhalten klappt ganz gut. Lucy bleibt zuverlässig im Körbchen und wird, da wir doch eher selten Kinderbesuch haben, auch nicht nur hinein geschickt wegen der Kinder. Sie liegt auch oft tagsüber im Körbchen, während ich arbeite.
    Ich würde auch nicht sagen, dass sie gewohnt ist alle Aufmerksamkeit zu bekommen, da ich ja wie gesagt auch oft zuhause arbeite und sie dann links liegen lassen. Allerdings stimmt es schon, dass sie Aufmerksamkeit bekommt wenn sie sie fordert. Ich weiß das ist ein großes Problem, an dem wir beide arbeiten müssen!
    Das mit dem Maulkorb ist natürlich eine gute Absicherung, die wir auch schon benutzt haben. Wir achten auch darauf, dass die Kinder sie nicht bedrängen. Nur hatte ich eben gehofft, dass es auch mal ohne MK geht...
    bei fremden Kindern ist das ja auch kein Problem, also einen zu benutzen.
    Aber ich mache mir auch Gedanken darum, was wird, wenn wir (eventuell sehr bald) selbst ein Kind haben. Ich kann sie doch nicht die ganze Zeit fernhalten :sad2:

    LG Nadja

    edit: Warum sie denkt, sie muss die Kinder korrigieren weiß ich auch nicht so richtig. Sie bedrängen sie ja wie gesagt nicht sondern laufen z.B. ganz normal im Garten herum. Könnte da nicht auch Territorialverhalten mit reinspielen?

  • Zitat


    edit: Warum sie denkt, sie muss die Kinder korrigieren weiß ich auch nicht so richtig. Sie bedrängen sie ja wie gesagt nicht sondern laufen z.B. ganz normal im Garten herum. Könnte da nicht auch Territorialverhalten mit reinspielen?

    Hm, schon, ja. Aber ihr bestimmt doch eigentlich, wer sich in eurem Territorium aufhalten darf. Wie es es denn an er Tür? Wer begrüßt den Besuch zuerst? Bei einem territorialen Hund würde ich echt drauf achten, ihn da ganz deutlichst aus der Verantwortung zu entlassen und ihm zu zeigen, dass du dich darum kümmerst. In die Richtung dachte ich.

    Bei einem eigenen Kind kann alles ganz anders werden, weil es dann ja zu euch gehört, insofern keinen "Eindringling" darstellt. Allerdings ist es natürlich schon, wenn du so willst, ein Konkurrent um Aufmerksamkeit und da würde ich schon bevor das Kind kommt, den Hund auf ein Niveau zurückfahren, das ihr später mit Kind halten könnt. Einfach damit es nicht so ist, dass das Kind dann da ist und er wird weniger beachtet. Dann natürlich das Baby ganz positiv verknüpfen. Wenn die beiden zusammen sin, musst du eh ein Auge darauf haben, zumindest bis das Kind älter ist.

  • MEiner MEinung nach solltet ihr euch jemanden nach Hause holen, der mal analysiert, WARUM sie so gestresst ist.

    Ansonsten müsst ihr ihr absolut klare Regeln vorgeben, z. B. auf dem Platz bleiben ( oder in einer Box, vielleicht fühlt sie sich da besser ) , das hat ja nichts mit Strafe zu tun.
    Aber der Hund meint, irgendwas regeln zu müssen und das verursacht nicht nur bei euch sondern auch beim Hund Stress.

    Wenns sie tatsächlich schon öfter als einmal geschnappt hat ( vielleicht war es nur ein Luftschnappen ? als Massregelung ) dann wundert es mich ehrlich gesagt, wie locker du das hier runter schreibst und warum sie noch keinen Maulkorb umhat, wenn Kinder anwesend sind.

    Das würde euch viel entspannter an die Sache rangehen lassen und ihr wärt um einiges lockerer im Umgang mit ihr. Denn ich nehme mal an, dass ihr nicht gerade die Ruhe selbst seit, wenn das Baby bei euch ist.

    Mit dem eigenen Kind ist es sicherlich nochmal eine andere Geschichte.
    ich sprech jetzt nur von mir, meinen Hunden und meinen eigenen Kindern, und aus unserem Alltag kann ich sagen, dass es unmöglich ist, den Hund ständig vom Kind fernzuhalten.

    Das MUSS einfach funktionieren und ich MUSS Vertrauen in den Hund haben, sonst geht es nicht.
    Ich lass die Kleine auch mal für einige Augenblicke mit den Hunden alleine, weil ich weiss, dass weder Kind noch Hund Blödsinn machen.

    Aber das sieht jeder anders.
    Andersherum lass ich mein Kind extrem wenig am Hund rummanipulieren, so dass er sich in ihrer Gegenwart sehr sicher fühlt.

  • Hallo Nadja,

    Darf ich fragen, wie alt deine Hündin ist?

    Allerdings muß ich gestehen, dass es mir ein wenig Gänsehaut macht, dass ihr einen Hund habt, den ihr, warum auch immer, im Bezug zu Kindern nicht einschätzen könnt, und dann eine Babysitter-Aufgabe übernehmt.

    Ich fürchte, dass ihr momentan die Sache nur "managen" könnt, da der Hund unvorbereitet und schon im Stress ist. Das heißt dann tatsächlich Maulkorb und die ganze Palette, die hier schon erwähnt wurde. Nur übertreiben dürft ihr in keinem Fall, sonst baut sie tatsächlich eine Abneigung gegen Babys auf. (Schenkt ihr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders wenn das Kind anwesend ist)

    Wenn ihr in die Situation kommt, ein eigenes Baby zu haben, gibt es aber Wege, den Hund darauf gut vorzubereiten und sich dann auch richtig ihm gegenüber zu verhalten. Daher würde ich mir deswegen nicht zu viele Sorgen machen.

  • Hallo,

    ich sehe das so wie Mücke. Auch ich würde zu einem Trainer raten der sich das Ganze mal ansieht und euch dann konkret sagt was zu tun ist.

    Und Maulkorb wäre für mich Pflicht wenn ich mit dem Hund z.B. in ein Restaurant gehe oder Kinder bei mir zu Besuch wären. Ich hätte sonst keine ruhige Minute.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Hallo ihr alle und danke für eure Antworten.

    Lucy wird jetzt im Januar 5 Jahre alt, bei uns ist sie seit knapp 4 Jahren. Wir haben sie aus dem Tierheim übernommen und haben nicht viel Informationen über ihre Vorgeschichte.
    Das Kinderproblem ist tatsächlich nicht die einzige Baustelle, die wir mit ihr haben, sie verbellt an der Leine andere Hunde und hat auch ein Problem mit Fremden. Daher hatten wir auch schon mehrmals einen Trainer zuhause und haben mit ihr die Hundeschule besucht.
    Fazit ist, dass wir Lucy die Verantwortung für Sachen abnehmen müssen, die sie glaubt kontrollieren zu müssen, woran wir arbeiten und was in vielen Fällen auch schon gut funktioniert.

    Maulkorb wenn Kinder anwesend sind muss in Zukunft Pflicht sein. Ich hatte gehofft es gibt vielleicht noch einen anderen Weg, die Sache zu managen, aber eure Antworten und auch, was bisher passiert ist, sprechen eine eindeutige Sprache.

    Das mit dem Babysitten kam sehr kurzfristig, weil unser Nachbar ins Krankenhaus gekommen ist. Eben wegen dieser Hundeproblematik versuche ich sonst zu vermeiden, Kinder in unseren eigenen Räumen zu sitten, um mir und auch dem Hund den Stress zu ersparen.

    Meine größte Sorge war eben immer, wie das mal mit eigenem Kind werden soll. Aber das scheint ja mit der richtigen Vorbereitung gut zu managen zu sein? Ich muss sagen, das beruhigt mich jetzt schon, eure Erfahrungen damit zu lesen. Es tut mir leid, wenn meine Posts etwas abgeklärt rüberkommen. Aber manche von Lucys Aktionen haben mich schon zur Verzweiflung getrieben, und gerade diese Ausfälle gegen Kinder finde ich besonders schlimm.

    Grüße,
    Nadja

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