Welpen beschützen?

  • Bei der letzten Welpenstunde wurde ein Bernersennenbaby von einem Havaneserbaby immer wieder .. naja, angesprungen. Der Berner war sowieso die ganze Zeit schon ängstlich, saß nur in der Ecke, und man sah ihm an, dass er sowas von gar keinen Spaß an der ganzen Sache hatte. Er tat mir leid, ich hab mich zu ihm gehockt, bissel gestreichelt, und dann auch den Havaneser sacht weggeschubst, als der wieder und wieder versuchte, sich im dicken Wattefell des Großen zu verbeißen. Der Berner versteckte sich zwischen meinen Beinen, und sah interessiert zu. Dann kam die Trainerin freundlich aber bestimmt auf mich zugeschritten, und meinte, ich solle den Welpen nicht beschützen. Der müsse das (was auch immer ..) lernen.
    So, und jetzt?
    Was denkt ihr darüber?

  • hi,
    haben seit kurzem einen kleinen jack russel und früher einen größeren hund mal gehabt. da war ich auch auf dem stand, dass man sich grundsätzlih nicht so einmischt und die hunde das unter sich klären lässt. ABer der große damals war auch kein schisser und kein draufgänger, also sehr verträglich.
    mit unsrer kleinen hündin (mega schisser) waren wir jetzt wieder in einer hundeschule und da wurde uns beigebracht, dass man durchaus, so wie du es gemacht hast, dem welpen hilft. er soll das spiel mit den anderen ja als positiv erleben und manche hunde sind einfach groß und grob. da kann man schon ein bissl eingreifen , in dem man dem "kleinen" ein bissl unterschlupf bietet....

    so ist meine meinung.

    liebe grüße Bea

  • Wir haben solche Situationen immer so gelöst, dass nur der Trainer oder der Besitzer dem bedrängten Welpen Deckung geben darf. Im Idealfall sollte sich der Besitzer zu seinem Hund herunterhocken und die zu ruppigen Artgenosen wegschicken.
    Den kleinen Wurm in einer Situation, mit der er offensichtlich überfordert war, sich selbst zu überlassen finde ich vor allem von dem Besitzer nicht so toll...

  • Schwer zu sagen, ob tatsächlich Angst vorlag bzw. es dem berner zu viel wurde, oder nur Schüchternheit.

    Ich reagier in solchen Situationen wie folgt:

    Wenn einer einen ängstlichen Welpen schützt, z.B. zwischen die Beine sitzen lässt, sollte das der Halter sein. Also wäre es richtig gewesen, gefolgt vom bernerbaby in die Nähe von dessen Halter zu stehen und den Hund zu ignorieren. Der Halter hätte dann müssen, den Schutz bieten, den der welpe bei dir gesucht hat.

    Besser aber ist es, wenn der Hund nicht ängstlich, sondern nur schüchtern ist, den stärkeren Welpen zurückzunehmen. So lernt der stärkere Sozialkompetenz und der schwächere geht eher aus sich raus und wird in seiner Angst nicht bestätigt.

    wenn es dann zuviel wird, der Kleine einfach müde ist, dann noch kurz warten, bis nicht mehr gegiftet wird, dann den Kleinen aus der situation nehmen und Feierabend.

  • Zitat

    Er tat mir leid, ich hab mich zu ihm gehockt, bissel gestreichelt, und dann auch den Havaneser sacht weggeschubst, als der wieder und wieder versuchte, sich im dicken Wattefell des Großen zu verbeißen. Der Berner versteckte sich zwischen meinen Beinen, und sah interessiert zu.
    Was denkt ihr darüber?

    Also, wenn ein Welpe Angst hat, dann fühlt er sich in seiner Angst bestärkt, wenn man ihn dann streichelt.

    So wie ich es aus deinem Text lese, hatte der Berner-Welpe keine Angst, denn er schaut ja interessiert zu.

    So lange das kein Geraufe oder Gemobbe ist, würde ich die zwei lassen.

  • Was soll er denn dabei lernen?

    Das er sich durchsetzen muss?
    Das auf seine Besitzer kein Verlass ist und er alles selber regeln muss?
    Dass es sich lonht, andere Hunde wegzubeißen, wenn man bedrängt wird, oder Angst hat?

    Und was lernt der andere Hund, dass er bei solchen Hunden, mobben darf?

    So schafft man sich Angst-Agressive Hunde, die lernen: Angriff ist die beste Verteidigung!

    Wenn man das Gefühl hat, dass einer der beiden Hunde den Kontakt nicht toll findet nimmt man diesen kurz raus, wartet, bis der andere das Interesse verliert und abdampft und dann setzt man den wieder hin, dann guckt man mal, wie das für den Hund war: geht er zu dem anderen Hund hin, ist alles okay gewesen. Geht er nicht ihn, war es vielleicht zu doll.

    Trösten sollte man den anderen Hund nicht, damit belohnt man eher die Angst, das heißt aber nicht, dass man den Hund alleine oder in Stich lässt!

    Ich habe mir das hier gekauft:

    Es ist sehr gut beschrieben, wie eine richtige Welpenspielstunde ablaufen sollte (bitte aber dem Hund ein Geschirr anziehen und nicht wie dort empfohlen ein Halsband).

  • Naja, der Besitzer stand weit weg, dem wurde das wahrscheinlich auch so gesagt, wie mir. Ich wollte dem Hund einfach bissel nett zureden, ihm zeigen, dass er nicht allein ist, und ihn etwas aus der Ecke herausholen, so dass er etwas geschützter die anderen Hunde wenigstens beobachten kann beim spielen, und nicht nur nach draußen schaut.

    Zitat


    So wie ich es aus deinem Text lese, hatte der Berner-Welpe keine Angst, denn er schaut ja interessiert zu.


    Ja, nachdem er von mir Rückendeckung bekam.

    Getröstet hab ich ihn nicht, nur etwas vom Guckloch im Zaun abgelenkt, wollte ihn durchs kraulen auch zeigen, dass sone Stunde durchaus auch was angenehmes hat.

  • würde auch sagen, der besitzer sollte sich in die hocke begeben. somit kann der hund dann slebst entscheiden, wenn es ihm aus welchem grund auch immer zu viel wird. fiondet er schutz bei seinem herrchen.

  • Wie siehts aus mit Welpen, die so ängstlich sind, dass sie sofort losschreien, wenn einer oder mehrere andere auf ihn zugestürmt kommen?

    Und wenn einer von mehreren (zwar nur kurz, aber trotzdem) gejagt wird, und dabei deutliche Angst zeigt? Die Jäger im Rennen abpflücken, oder warten, wie die ganze Sache ausgeht?

    Es heißt ja immer wieder, das ist ganz normal, in der ersten, manchmal noch in der zweiten und dritten Stunde sind die Hunde immer ängstlich und verunsichert, das legt sich von ganz alleine .. :ka:

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