verletzungsbedinger Rückfall bei Leinenaggression?

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  • Hi Leute,
    ich würde gerne mal wieder eure Hilfe in Anspruch nehmen.

    Es geht dabei um unseren jüngeren Rüden, Louis (2 Jahre und 4 Monate alt).
    Vor ca. 6 Monaten kam bei ihm schleichend die Leinenaggression auf, aus nachvollziehbaren Gründen mit ein paar "irren".
    Gut, wir haben es zu Anfang nicht ganz so ernst genommen, weil er sich halt einfach nicht von wahnsinnigen anzumachen brauchen lässt. Es hat sich dann innerhalb von 2 Monaten auf ziemlich alle Hunde ausgedehnt, wir haben begonnen daran zu arbeiten... passt.

    Mittlerweile waren wir soweit, dass er wieder ganz gelassen an anderen Hunden vorbei geht, abgesehen von seinen "Spezialfreunden" die selbst schon bei 50m Entfernung in der Leine hängen. Gut, da weichen wir halt aus :smile:

    Blöderweise hat sich Louis vor einiger Zeit das Kreuzband im linken hinteren Knie eingerissen. OP war zum Glück keine notwendig, nur das Schonungsprogramm. Also ca. 5-6 Wochen Ruhe, max. 30-45 min. spazierengehen am Tag und das nur an der 1m Leine.
    OK, Louis ist aus einer guten Zucht, anständig sozialisiert und hat eine ziemlich hohe Frustrationstoleranz. Er hat sich schnell daran gewöhnt bei den Spaziergängen nicht mehr laufen zu dürfen und ich dachte "na, das läuft ja echt gut".
    Mittlerweile sind 2 Wochen dieses Schonungsprogramms vorbei, und die Leinenaggression steigert sich wieder langsam. Es ist jetzt noch nicht beunruhigend, allerdings ist es etwas schwieriger dagegen zu arbeiten, da ausweichen ins unebene Feld im Moment keine Option ist.

    So, jetzt meine eigentliche Frage (endlich :D ):
    Kann es sein, dass nach diesen zwei Wochen einfach seine Frustrationsgrenze durch den bewegungsmangel erreicht ist, und er deshalb aggressiver reagiert, oder passieren solche Rückfälle unabhängig davon?

    Achso, noch als Info am Rande: Natürlich haben wir den Grad der geistigen Auslastung während dieser Schonzeit erhöht, um den Bewegungsmangel zumindest halbwegs auszugleichen.

    Vielen Dank schonmal für die hoffentlich hilfreichen Antworten.

  • Ich kenn das von Hunden, die Schmerzen haben oder hatten bei Hundebegegnungen. Vielleicht benimmt er sich so, um klarzustellen "komm mir ja nicht zu nahe", weil er weiss, dass Spielen bzw. Angerempelt werden die Schmerzen erhöht?

    Gerade deshalb empfehle ich immer bei Leinenzwang keinen anderen Hund auch an der Leine ranzulassen. Einmal blöd angerempelt (Kopf oder Pfote ins Kreuz) und schon verknüpft der kranke Hund, dass Hundebegegnung weh tut. Das kann er übrigens auch von einem Zweithund schon gelernt haben (den er dann verwarnt hat und der sich jetzt vorsichtiger nähert, weshalb es nicht auffällt), auf alle Hunde projezieren und deshalb alle anderen Hunde anranzen.

  • Hi, danke für die Gedanken :smile:

    Zitat

    Ich kenn das von Hunden, die Schmerzen haben oder hatten bei Hundebegegnungen. Vielleicht benimmt er sich so, um klarzustellen "komm mir ja nicht zu nahe", weil er weiss, dass Spielen bzw. Angerempelt werden die Schmerzen erhöht?
    Gerade deshalb empfehle ich immer bei Leinenzwang keinen anderen Hund auch an der Leine ranzulassen. Einmal blöd angerempelt (Kopf oder Pfote ins Kreuz) und schon verknüpft der kranke Hund, dass Hundebegegnung weh tut.

    Kontakt an der Leine ist meinen Hunden generell untersagt, egal ob gesund oder krank.

    Wobei das "komm mir nicht zu nahe, ich kann (bzw. darf) mich nicht wehren" sicherlich eine gute Begründung wäre.
    Allerdings war das nicht zu beobachten als er noch wirklich Schmerzen hatte (also mit humpeln. jetzt trippelt er nurmehr etwas)

    Zitat

    Das kann er übrigens auch von einem Zweithund schon gelernt haben (den er dann verwarnt hat und der sich jetzt vorsichtiger nähert, weshalb es nicht auffällt), auf alle Hunde projezieren und deshalb alle anderen Hunde anranzen.

    Das schließe ich für uns jetzt mal aus, da unser zweiter Rüde sich Louis sowieso nur nähert, wenn Louis signalisiert "du darfst".
    Und spielen tun die beiden sowieso nicht miteinander.

  • Hallo,

    du könntest den Hund geistig auslasten, wie wäre es mit Färtenarbeit, da ist ein Hund nach 30 min genauso KO wie nach 2 Stunden normalem Spaziergang, oder andere Spielchen.

    Wie handhabst du die Leinenagression, legst du den Hund ab oder Lenkst du ihn ab?

    LG

  • Zitat


    du könntest den Hund geistig auslasten

    ;)

    Zitat

    Achso, noch als Info am Rande: Natürlich haben wir den Grad der geistigen Auslastung während dieser Schonzeit erhöht, um den Bewegungsmangel zumindest halbwegs auszugleichen.

    Soll heißen, wir machen zu Hause Suchspiele, Clickertraining, Denkaufgaben.


    Zitat

    wie wäre es mit Färtenarbeit, da ist ein Hund nach 30 min genauso KO wie nach 2 Stunden normalem Spaziergang, oder andere Spielchen.

    Die Idee ist prinzipiell gut. Ich habe auch schon öfter überlegt mit Fährte anzufangen, aber bis jetzt noch nicht getan. Allerdings habe ich im Moment wohl eher das Problem, dass der Hund schon wieder gesund ist, bis wir halbwegs gut genug für Fährte sind :smile:

    Zitat

    Wie handhabst du die Leinenagression, legst du den Hund ab oder Lenkst du ihn ab?

    Welches Mittel ich einsetze ist situationsbedingt. Mal lass ich ihn absitzen und mich anschauen (wenn die Situation nicht allzu herausfordernd ist), mal gehen wir Bögen um die Individualdistanz zu wahren, mal bringich ihn zur Ablenkung zu einer besonderen Schnüffelstelle. Je nach dem, was mir zu diesem Zeitpunkt am wirkungsvollsten erscheint.

  • Hallo,

    Du hast geschrieben, dass ihr nur mit der 1-Meterleine geht zur Zeit. Hast Du sonst eine andere, längere Leine?

    Eventuell kann es auch damit zusammenhängen, denn an der kurzen Leine hat er ja nicht so viel Ausweichmöglichkeiten als an einer 2 oder mehr Meter Leine.

    Ansonsten kann ich mich nur anschließen, denn kranke Hunde reagieren immer anders und wollen ja auch nicht, dass der Erzfeind meinen könnte man hat Schwächen.

    Liebe Grüße

    Steffi und weiterhin gute Besserung

  • Zitat


    Du hast geschrieben, dass ihr nur mit der 1-Meterleine geht zur Zeit. Hast Du sonst eine andere, längere Leine?

    Eventuell kann es auch damit zusammenhängen, denn an der kurzen Leine hat er ja nicht so viel Ausweichmöglichkeiten als an einer 2 oder mehr Meter Leine.

    Manchmal muß man einfach nur jemand anderes die Situation beurteilen lassen, schon ist einiges klarer :smile:

    Normalerweise darf Louis ja frei laufen und wird bei "Gegenverkehr" angeleint. Da zwar auch an der kurzen Leine, allerdings sendet er schon vor dem anleinen eine ziemliche Menge an Signalen. Es ist wirkluch gut möglich, dass er sich bei ständigem Leinegehen in seiner Kommunikation eingeschränkt fühlt.

    Die 1m Leine hat den Sinn, dass er nicht in die Verlegenheit kommt anzustarten, und somit durch die punktuelle Belastung sein Kreuzband weiter schädigt.
    Ich werde versuchen bei "Hund in Sicht" die Leine zu verlängern (ist eh verstellbar) damit er besser kommunizieren kann.

    Danke für den Tip :smile:


    Zitat

    Ansonsten kann ich mich nur anschließen, denn kranke Hunde reagieren immer anders und wollen ja auch nicht, dass der Erzfeind meinen könnte man hat Schwächen.

    Blöd nur, wenn er diese Verhaltenweise dann wieder in seinen gesunden Alltag mitnimmt :|

    Zitat

    Liebe Grüße

    Steffi und weiterhin gute Besserung

    Dankeschön.

  • Hallo nochmal,

    wenn ich einen Hund schonen muss, dann geh ich irgendwo spazieren wo ich wenig bis gar keine Hunde treffe.
    Vielleicht wäre das in der momentanen Situation besser für euch. Nicht, dass Du Dir die ganze Arbeit kaputt machst.

    Ist zwar blöd, aber die noch verbleibenden 4 Wochen gehen auch rum und dann kannst Du wieder wie gewohnt laufen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Zitat

    Hallo nochmal,

    wenn ich einen Hund schonen muss, dann geh ich irgendwo spazieren wo ich wenig bis gar keine Hunde treffe.
    Vielleicht wäre das in der momentanen Situation besser für euch. Nicht, dass Du Dir die ganze Arbeit kaputt machst.

    Das ist natürlich auch keine blöde Idee :D

    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

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