Unterfunktion der Schilddrüse

  • Hallo liebe Hundefreunde :smile:

    Wir haben einen Mischling, der kurz über 2 Jahr ist. Er war immer schon ein eher ängstlicher Hund. Irgendwann kippte es allerdings und er wurde - besonders fremden Menschen gegenüber - aggressiv. Er bellte oft wenn Menschen uns auf der Straße nahe kamen und in Restaurants schnappte er auch schon mal nach Kellern wenn wir nicht aufpassten.

    Wir waren deshalb bei einer Verhaltenstherapeutin. Sie empfahl, mit Leckerchen zu arbeiten, was schon vorher nicht funktionierte. Aber sie nahm auch Teil an einer Forschungsreihe, die sich um aggressive Hunde und den Zusammenhang mit einer Erkrankung der Schilddrüse beschäftigte. Also haben wir Mylos Blut untersuchen lassen und er war im unteren Normbereich. Ein halbes Jahr später haben wir jetzt die Untersuchung wiederholt und sein Wert hat sich weiter verschlechtert.
    Uns wurde jetzt zu Medikamenten geraten. Aber alles was ich über Schilddrüsen Unterfunktion gelesen habe trifft nicht so richtig auf ihn zu. Er ist inzwischen (durch arbeiten mit der ‚Schelle’) souveräner geworden Menschen gegenüber. Wir können ganz entspannt mit ihm spazieren gehen. Er bellt nicht, egal wie auffällig die Person ist oder ob sie rennend an uns vorbei eilt. Auch ist es kein Problem mehr mit ihm im Restaurant. Er liegt ganz entspannt unterm Tisch. Sein Fell ist auch ok, er ist nicht apathisch, ist aufmerksam, fit. Also wenn wir diese Werte nicht kennen würden, wäre alles gut.

    Hat jemand einen Tipp, wie man die Werte ohne Tabletten erhöhen kann? Durch bestimmte Nahrung zum Beispiel? Ich mag ihm nicht Tabletten geben, wenn es ihm doch offensichtlich gut geht....

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder einen Tipp?

  • Hallo! :smile:

    Ich kann dir leider keinen Tipp zu der Werterhöhung der Schilddrüsenfunktion geben, aber ich hätte zu dem Thema Interesse!

    Meine Hündin ist gegenüber anderen Menschen und auch Hunden genauso, wie du es bei deinem beschreibst! Sie verhält sich seit einiger Zeit agrressiv gegenüber bspw. Joggern oder Fahrradfahrern (und auch anderen Hunden), die nah an mir vorbei fahren/laufen.

    Ich habe (davon unabhängig) auch schon überlegt, ihre Schilddrüse untersuchen zu lassen. Das hatte jedoch den Grund, dass sie ziemlich dünn (für einen Rottweiler) ist und ich dachte, sie hätte möglicherweise eine Schilddrüsenüberfunktion. Dass soetwas im Zusammenhang mit dem Verhalten stehen kann, wusste ich leider nicht. Entsteht eine solche "Aggression" auch bei einer Überfunktion?

    Wie hast du es hinbekommen, dass dein Hund nun nicht mehr so gegenüber anderen ist? Also meine hört echt super, sie macht alles, was ich von ihr will ... (dafür habe ich auch viel mit Leckerlies ... mit ihr gearbeitet), aber sobald ein Jogger oder vorallem ein anderer Hund zu nahe kommt, interessiert sie das Leckerchen überhaupt nicht mehr!

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie das aus einer Schutzfunktion macht ... sie war ebenfalls immer sehr ängstlich, was sich jedoch mittlerweile eigentlich gut gelegt hat...

    Hast du vlt ein paar gute Tipps zu dieser Situation? Würde mich wirklich freuen!

    liebe Grüße

  • Hallo,

    bei einer Schildrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, die für den Körper wichtig sind. Die Schilddrüsenhormone wirken in fast allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an. Sie sind unter anderem verantwortlich für

    die Funktion der knochenbildenden Zellen im Embryo
    die Verknüpfung der Nervenzellen im Embryo
    den Blutdruck
    die Herztätigkeit
    die Muskelspannung
    für Fortpflanzungsfunktionen wie Spermienbildung und Auftreten von Läufigkeiten
    für die Verdauung

    Hier ein Link, der wie ich finde gute Infos zu dem Thema, auch Aggressionen bei SDU, liefert: http://www.polarhunde-nothilfe.com/Wissen/wissen_…childdruese.htm

    Fehlende Schilddrüsenhormone können nach meinem Kenntnisstand nicht durch die Nahrung oder Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Daher ist die Gabe von Tabletten ein Leben lang erforderlich.
    Unser Rüde Grisha hatte eine Schilddrüsenunterfunktion, die sich durch Müdigkeit und auch unreglemäßiger Herztätigkeit bemerkbar machte. Seine Werte waren aber nur grenzwertig. Wir haben ihm die Tabletten Thyroxin gegeben und nachdem er richtig eingestellt gewesen ist, war wieder alles okay. Sein Wohlbefinden hat sich deutlich verbessert und die Werte waren auch wieder okay.

    Viele Grüße aus HH
    Silke

  • Hallo!

    Über Schilddrüsenprobleme bei einem Hund kann ich nicht viel berichten. Aber ich selbst bin vor ein paar Jahren an Morbus Besedow erkrankt. Das ist eine Autoimunerkrankung, die eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht. Ich habe dann eine Radiojodtherapie gemacht. Danach bin ich dann auch in die Unterfunktion gekommen (was Ziel der Behandlung war). Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich eine Einstellung auf Medikamente empfehlen würde. Ich weiß selbst wie schlecht es einem gehen kann, wenn man die Medis nicht einnimmt. Vielleicht leidet dein Hund unter Schwankungen des Schiilddrüsenhormones. Das kann für das unterschiedliche Verhalten sprechen. Wenn ich nicht richtig eingestellt war habe ich auch oft agressiv reagiert und war sehr schnell gereizt.
    Es wird natürlich eine Zeit dauern, bis der Hund richtig eingestellt ist. Ich gehe auch davon aus, dass regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig sind. Die Werte lassen sich ja leider immer nur durch Blutuntersuchungen ermitteln.
    Ich würde dir jedoch raten die Behandlung möglichst schnell zu beginnen. Durch das fehlende Hormon kann es auf lange Sicht sogar zu Schädigungen und den Knochen und Muskeln kommen. Und keine Sorge, die Hormone sind kaum schädlich für deinen Hund!

  • Hallo RottiLaika :smile:

    wir haben Mylo nur mit der Schelle abgewöhnen können, was auch immer vom Boden aufzufressen als er Welpe war. Die Schelle besteht aus mehreren Metallplättchen, die an einem Band hängen. Sobald ein Hund etwas tut, was er nicht sollte, wirft man das neben ihn auf den Boden. Es scheppert, der Hund erschreckt sich und Mylo hat dann auch schon nach ein paar Tagen nichts mehr vom Boden genommen.

    Das gleiche haben wir dann auch gemacht, als uns Leute entgegen kamen, die er anbellte. Es ist eine harte Methode, weil man nicht durch positive Verknüpfung arbeitet. Aber wir haben es fast ein Jahr mit Leckerchen versucht, aber es ist immer schlimmer geworden. Zum Schluss hat er sogar angefangen nach Beinen zu schnappen. Mit der Schelle hat er dann innerhalb weniger Tage ganz aufgehört damit. Wir hatten die Schelle dann noch lange beim Spaziergang dabei und brauchten nur kurz an ihr zu rütteln, wenn er Anzeichen machte, wieder bellen zu wollen.

    Aber jetzt weiss ich auch nicht, ob das so gut war. Für uns sieht es ganz offensichtlich so aus, als ob er entspannter ist, weil er weiter schnuppert oder markiert, selbst wenn jemand an ihm vorbeiläuft. Aber was ist, wenn er trotzdem so unter Stress steht, dass er diese Werte bekommen hat? Was wenn es daran liegt und nicht an der Schilddrüse?

    Seit 2 Tagen geben wir ihm die Tabletten. Heute ist er das erste Mal nicht zu mir ins Bett gekommen, nachdem mein Mann mit ihm draußen war, sondern gleich auf sein Sesselchen gegangen und dort schläft. Ist schon komisch, weil er sonst immer wie ein verrückter durch den Flur galoppiert und sich auf das Bett / mich geschmissen hat...


    Leider habe ich keine Infos zu Schilddrüsenüberfunktion, aber vielleicht hat deiner ja auch eine Unterfunktion. Mylo ist nämlich auch ganz dünn und wir müssen sein Futter immer mitnehmen wenn wir spazieren gehen, um ihn das dann spielerisch zu geben (Kommandos).

  • hi solskin,

    dank dir erstmal für die Antwort. Ich habe mich gleich mal im I-net weiter über diese Schellen-Methode kundig gemacht und ich glaube das ist mal einen Versuch mit meiner Kleinen wert, wenn es sich jetzt nicht langsam bessert. Ich suche nun schon hier in der Gegend nach einem Hundetrainer, dass ich genau weiss wie ich an die Sache herangehen muss.

    Als nächstes werde ich jetzt auch mal Blut bei ihr abnehmen lassen, um zu sehen, ob da was mit der Schilddrüse ist oder nicht.

    Ich danke dir auf jeden Fall für die Antwort, da bin ich jetzt mal aller guten Dinge!!!

    :) Liebe Grüße

  • Hallo,

    über Schilddrüsenüberfunktion und Hund wirst du auch kaum Infos finden, weil dies immer mit einer Vergrößerung der Schilddrüse zusammenhängt.

    Die Symptome einer Unterfunktion sind sehr vielfältig und man muss zwischen klinischen Symptomen und die im Verhaltensbereich trennen. Leider substituieren viele TÄ erst, wenn der Hund klinische Symptome zeigt. Die Symptome, die ein Hund zeigt, sind z.T. auch vom Alter abhängig.

    Der Hund von meiner Freundin bekommt jetzt seit ca. 6 Wochen Thyroxin. Auffällig ist, dass er in Situationen, wo er sonst losgebellt hat, ruhig ist und ansprechbar bleibt. Selbst, wenn er mal losbellt, kann man ihn umlenken. Das war vorher nicht so. Außerdem ist er irgendwie fröhlicher drauf. =)

    Er bekommt morgens 300 mg, am späten Nachmittag 200 mg und kurz vorm Schlafengehen nochmal 100 mg Thyroxin. An aufregenden Tagen auch mal nen bissi mehr.

    LG Theresa

  • Also wenn Dir Dein TA zu Tabletten rät würde ich die auch auf jeden Fall geben denn anders kann man einen SD-Störung nicht behandeln. Unsere Hündin hat auch eine SD-Unterfunktion u. zwar eine sehr schwere. Sie wird jetzt seit 3 Wochen behandelt. Bei uns war auffällig das sie extrem gehaart hat(u. das schon seit Dez.) u. vor ein paar Wochen hatte sie einen starken Demotex-Milbenbefall. Seitdem sie jetzt Tabletten nimmt geht es ihr wesentlich besser. Das es sich auf ihr Verhalten auswirkt kann ich nicht sagen sie ist eigentlich so wie immer, wir sind aber auch noch nicht bei der Enddosierung angekommen. Sie ist übrigens auch sehr dünn aktuell 14kg bei 50cm Schulterhöhe das liegt aber auch an den Tabletten.
    Habe jetzt mal das Futter umgestellt u. hoffe sie damit wieder ein bißchen aufpäppeln zu können.


    LG Tanja mit Luna

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