CDS - Cocnitiv Dysfunktion Syndrom - Erfahrungen?

  • Hi,

    leider muss ich ein wenig ausholen um zu erklären was ich möchte und warum ich über dieses Thema sprechen will.

    Angefangen hat alles mit dem Senior den ich vor meinen jetzigen beiden Hunden hatte.
    Er kam mit 8 Jahren zu uns und schlief mit 14 seelenruhig auf dem Sofa für immer ein. Bis dahin dachten wir einen kerngesunden Hund zu haben der regelmäßig untersucht wurde und den die TÄ für sehr fit und gesund hielten. Er hatte lediglich eine leichte Blasenschwäche (ständiges tröpfeln) und war die letzten 2 Jahre fast taub. Seine Organe wurden immer als extrem gut bewertet und nur wenige Tage vor seinem Tod lief er noch eine 3,5 Stunden Wanderung, ohne Probleme und fröhlich wie immer, mit.
    Als mein Vater ihn dann tot auffand (wenige Minuten vorher sah er noch wie Benji auf das Sofa sprang) schnappte er sich ihn und fuhr sofort zum nächsten TA ,der zwar unserer Meinung nach nicht der beste war aber mein Vater dachte Benji könne noch geholfen werden und entschied deshalb den Ta aufzusuchen der am schnellsten zu erreichen ist. Leider kam jede Hilfe zu spät.
    Die genau Todesursache konnte nie geklärt werden da wir Benji nicht obduzieren ließen aber der Ta meinte es wäre Herzversagen gewesen. Nur wenige Wochen vorher meine unsere eigentliche TÄ alles wäre super und Benji hätte ein top Herz.
    Ich war damals erst 15 und einfach nur traurig meinen besten Freund verloren zu haben. Ich machte mir kaum Gedanken um das warum sondern trauerte einfach weil es so war.
    Erst ein gutes Jahr später las ich das erste mal vom CD-Syndrom in einer Zeitschrift. Es war dort eine Checkliste angegeben mit 20 Symptomen die auf CDS hinweisen. Wenn 10 auf den eigenen Hund zutreffen solle man mit seinem TA darüber reden. Bei Benji waren es 18.
    Ich gehe also heute davon aus das er CDS hatte.

    Nun ist es so das auch mein Rocky, inwzischen 11,5 Jahre alt, einige bzw. fast alle dieser Symptome zeigt. Es fing erst sehr harmlos an das er nicht mehr zu 100% sauber war und wird in den letzten Wochen immer schlimmer. Über seine Unsauberkeit sprach ich bereits mit unserem Ta der meinte das Rocky nichts körperliches hat sondern geistig einfach Probleme damit hat zu erkennen wann er machen kann und wann nicht. An CDS habe ich da noch nicht gedacht gehabt und sprach ihn deshalb auch nicht gleich drauf an. Diesen Verdacht habe ich erst seit einigen Tagen wo Rockys Verhalten immer komischer wird und ich mir mehr Gedanken über diese Veränderungen mache die ja teils auch nur schleichend kommen.

    Leider finden man im Netz sehr wenig Informationen zu dieser Krankheit sofern sie denn überhaupt eine richtige Krankheit ist. Mir ist auch nicht bekannt ob Benji damals wirklich daran gestorben sein könnte oder doch sein Herz versagte.

    Ich werde auf jeden Fall auch mit meinem TA über Rockys Veränderungen sprechen, würde aber gerne hier von euch erfahren ob es ier jemanden gibt dessen Hund ganz sicher CDS hat (ist ja nicht so gut zu erkennen) und wie ihr damit umgeht?
    Ist euer TA von selbst darauf gekommen oder habt ihr ihn gezielt angesprochen als ihr den Verdacht hattet?
    Wir äußert sich CDS bei eurem Hund?


    Edit: Weiß denn wirklich niemand was dazu?

  • Ist das nicht sowas wie Alzheimer, halt nur beim Hund? Dann würde ich lieber das in die Überschrift schreiben, ich meine hier schonmal gelesen zu haben, dass es hier Halter mit Hunden gibt, die Alzheimer haben?

  • Hallo,

    ich kenne mich mit dem CD-Syndrom leider nicht aus und habe es noch nie gehört!

    Aber ich hab das etwas im Internet gesehen.

    http://www.docampus.de/plug.php?e=pj_…0&entry_id=9938

    Ich weiß nicht wie weit das von dir entfert ist oder ob es für dich interessant ist!

    Diesen Link habe ich auch noch gefunden vl. hilft er dir weiter!

    http://www.vetline.de/first_site.htm…003_03_0184.pdf

    Liebe Grüße und ich würde mich freuen, wenn du erzählst was der TA gesagt hat.

  • Zitat

    Ist das nicht sowas wie Alzheimer, halt nur beim Hund? Dann würde ich lieber das in die Überschrift schreiben, ich meine hier schonmal gelesen zu haben, dass es hier Halter mit Hunden gibt, die Alzheimer haben?


    Ja, es is sowas ähnliches wie Alzheimer beim Menschen. Nach und nach verliert der Hund seine Fähigkeiten und seine Wahrnehmungen werden getrübt.

    Bei Benji kam es damals ab und an mal vor das er uns von weitem sah und wie verrückt bellend und keifend auf uns zugeschossen kam um dann kurz vor uns zu stoppen, zu wedeln und uns zu begrüßen als wäre nichts gewesen. Er hat uns dann einfach nicht mehr sofort erkannt und verhielt sich dazu auch noch anders als normal bei Fremden die er früher auch nie so böse angegangen ist.
    Genauso gab es bei Benji und gibt es heute auch bei meinem Rocky Situationen wo man den Hund ruft, er schaut einen an und rennt dann aber in die gegen gesetzte Richtung. Die Hunde sehen dann sehr verzweifelt aus und rennen immer schneller mit dem Blick zu mir um dann irgendwann wieder "normal" zu werden, sich umzudrehen und zurück zu kommen. Ich habe das Gefühl sie wollen in dem Moment kommen, merken aber nicht das sie in die falsche Richtung rennen. Benji hatte dies zuletzt wenige Tage vor seinem Tot gemacht und bei Rocky trat es zum Glück erst einmal vor ienigen Wochen auf. Seit dem lasse ich ihn leiber an der Leine weil mir so die Gefahr zu groß ist das er mal unbeabsichtigt auf eine Straße rennen könnte.

  • Wir hatten einen Riesen, der "bereits" mit 13 oder 14 Jahren deutliche "Demenzerscheinungen" hatte.
    Wann es genau anfing, kann keiner von uns richtig sagen, es war so schleichend, vieles sah man und schob es dann beisete, weil es erstmal nicht wieder auftrat. Grade die Verhaltensprobleme wurden von uns lange ganz anders bewertet, weil der Dicke ein Problemfall, der auf Zivilschärfe gearbeitet wurde, war, als er zu uns kam.
    Irgendwann wurde er unruhig, er wanderte oft und leckte stundenlang Teppiche. Schmerzen konnten keine gefunden werden (Schmerzmittel verbesserten auch nichts), der Magen war gesund, wir ließen irgendwann spiegeln.
    Ab und zu lief er im Schlaf aus, bzw. direkt nach dem Aufstehen, dann konnte er es auch nicht stoppen.
    Er zeigte an der falschen Tür an, dass er mal musste und war kaum dazu zu bewegen, den richtigen Weg mitzukommen.
    Draußen fand er viele alltägliche Dinge und Passanten plötzlich sehr gefährlich. Er hatte zwar nur noch ein Auge, aber das funktionierte noch gut, wir waren natürlich beim DOK-TA.
    Im Freilauf reagierte er manchmal gar nicht auf Ruf, er blieb einfach stehen und schnupperte weiter. Kam man bei ihm an, dann zuckte er regelrecht zusammen und freute sich einen zu sehen. Sein Gehör war gut.
    Ab und zu kam er im Freilauf an und verbellte einen sehr energisch, man stand besser ganz still, er meinte es ernst. Er erkannte uns nicht. Fiel bei ihm der Groschen, dann begrüßte er einen sofort sichtlich erleichtert, wenn man das so menschlich sagen darf.

    Unser Haus-TA war bereit einen Versuch mir Karsivan zu machen, der leider nicht half. Weil es für den Hund nicht schön war und für die Umwelt gefährlich (wir reden immerhin von einem orientierungslosen Riesenschnauzer), wollte mein TA einschläfern.
    Ich wühlte mich durch Literatur und fand eine evtl. Behandlungsmöglichkeit. Mein TA lehnte wegen Gefährlichkeit ab, was ich ihm absolut nicht übel nehme. Also fand ich ein Praxis für Verhaltenstherapie, die nach ausführlicher Voruntersuchung und Vorgespräch den Versuch der Behandlung machte.
    Die Behandlung brachte uns unseren Hund für noch etwa 3 Jahre zurück. Danach kamen die Probleme so massiv und plötzlich, dass wir uns innerhalb weniger entschlossen den Hund erlösen zu lassen. Er erkannte den größten Teil des Tages gar nichts mehr und sass in seiner Box und biss und tobte, wenn man zu nah kam. Er hatte von jetzt auf gleich kaum noch klare Momente, aber er hatte Angst.
    Weihnachten wurde er komisch, ab Sylvester wurde es richtig schlimm, in der ersten Woche des neuen Jahres ließen wir ihn gehen. Er wurde 18 Jahre alt und sein Körper hätte noch gekonnt.
    Ach Dicker, du fehlst mir so.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Wir haben medikamentös seinen Dopaminspiegel erhöht, das hat einige Jahre gut funktioniert.
    Als Medikament haben wir damals Selgian verwendet, der Wirkstoff ist beim Menschen in der Parkinsonbehandlung bekannt, es ist ein MAO-Hemmer.
    Haupverwendungszweck von Selgian ist die Behandlung von Verhaltensstörungen in Kombination mit einer Verhaltenstherapie und einer Änderung der Haltungsbedingungen.
    Man kann es aber auch bei "Demenz" geben und bei unkompliziertem Cushing.

    LG
    das Schnauzermädel

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