kriegen wir das irgendwann mal hin?

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  • Wie einige von euch vll. wissen, startet mitte Mai unser Umzug und spätestens mitte Juni sind wir dann in der neuen Wohnung.

    Aus diesem Grund mache ich mir ein bischen Sorgen um Paco. Paco ist nach wie vor ein Angsthund, auch wenn wir schon vieles super hingekriegt haben. Sein größtes Problem: er hat wahnsinnige Angst an der Straße.

    Jetzt wohnen wir 1 Gehminute von unserem Park entfernt und wir laufen diese Minuten an einer Spielstraße, Sackgasse dazu. Hier ist sehr wenig Verkehr. An unserer Straße hatte Paco nie Angst.

    Die neue Wohnung liegt in einer ruhigen Seitenstraße, Autos fahren nicht sooo viele. Allerdings sind wir gezwungen ein paar Minuten die Straße lanzulaufen bis wir zu einer Grünanlage kommen. Auch wenn wir zum Landschaftspark möchten, müssen wir die Hauptstraße entlang laufen, ca. 10 Minuten.

    Ich übe mit Paco täglich das Laufen an der Straße und das seit ca. 7 Monaten. Seit ich weiß das wir umziehen noch öfter und intensiver.
    NAch wie vor ist das, das reinste Chaos. Sobald wir uns der Straße nähern, zieht Paco den Schwanz ein, legt die Ohren an, zittert und zieht an der Leine als würden wir Zugport betreiben. Er hat ganz extrem Angst und steht fürchterlich unter Stress. Egal wie lange ich mit ihm die Straße lang laufe, er wird nicht entspannter und versucht auch nach links/rechts auszubrechen oder einfach umzudrehen.

    Ich kann mit ihm nicht mal 1 Minute an einer Ecke stehen bleiben, an dem dann eine Straße kommt.
    So haben wir damals angefangen zu üben:
    Wir sind zu einer kleinen Straße gelaufen, ich habe mich da irgendwo hingesetzt und Paco sollte einfach sehen das NICHTS passiert. Ich könnte auch ne halbe Stunde an einer kleinen Straße sitzen, Paco entspannt sich garnicht und versucht im Sekundentakt zu flüchten.

    Nach 7 Monate üben habe ich nicht den kleinsten Erfolg.

    Habe ich überhaupt noch eine Chance ihm das "schmackhaft" zu machen? Ich möchte nicht das Paco unter Dauertress/Dauerangst steht wenn wir Gassi gehen.
    Wären hier vll. Bachblüten hilfreich? Wenn ja: welche?

  • Hallo Tamara,

    Dusty geht es eigentlich fast wie Paco.

    Ich habe ihre extreme Angst mit einem Halti in den Griff bekommen.
    Bei ihr ist es so, daß sie mit einem Halti und Halsband geführt sowas von ruhig an der Straße ist, daß ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Wenn ich mich richtig entsinne, trainierst Du doch gerade mit Carina mit einem Trainer, oder??
    Vielleicht könnte Dir der Trainer den richtigen Umgang mit dem Halti zeigen.

    Wie gesagt, für Dusty war es wohl ein Gefühl der Geborgenheit, sie war total relaxed und das ohne Bachblüten etc. Bei ihr haben Tropfen und auch Globulis keine Wirkung gezeigt.

    Vielleicht hilft es Dir bei Paco weiter :???:

  • hallo tamara,
    ich ahtte ja am anfang diesbezüglich mit meinem rüden auch das ein oder andere problem. meiner hat geschrien, wenn er eine wiese gesehen hat.

    ich hab mit ihm in ganz kleinen schritten geübt. bin jeden tag jede std. mit ihm nur ein kleines stück auf die wiese gegangen, wenn er zu nervös wurde, bin ich zurück und diesen weg noch einmal gegangen. manchmal auch mehrfach. irgendwann wurde er dann auf diesem stück ruhiger, also habe ich den weg ein wenig ausgedehnt und auf dem ersten stück, wo er ruhig lief, unsere unterordnungsübungen gemacht. er war so bei der sache, dass ich unseren weg immer ein wenig ausgedehnt habe. so haben wir uns stück für stück ins neue leben gewagt. :D

    kannst nicht jetzt schon in eurer neuen gegend anfangen, mit ihm zu üben?
    vielleicht wäre es für ihn dann leichter, wenn er dort gehen muß.

    ich drücke ihn die daumen, dass der umzug ihn nicht aus der bahn wirft.

    gruß marion

  • Zitat


    So haben wir damals angefangen zu üben:
    Wir sind zu einer kleinen Straße gelaufen, ich habe mich da irgendwo hingesetzt und Paco sollte einfach sehen das NICHTS passiert. Ich könnte auch ne halbe Stunde an einer kleinen Straße sitzen, Paco entspannt sich garnicht und versucht im Sekundentakt zu flüchten.

    Nach 7 Monate üben habe ich nicht den kleinsten Erfolg.

    Ehrlich gesagt wundert mich das nicht. Wenn man auf diese Art üben möchte, dann hättest Du immer solange bleiben müssen bis er keine Angst mehr gezeigt hätte. So hast Du genau das Gegenteil geübt: Er wurde in seiner Angst bestätigt.

    Im Grunde gibt es zwei Wege bei einem solchen Problem:

    Entweder den Hund solange dem Reiz aussetzen bis die Angst sich löst - also das, was ich grad beschrieben habe - oder sich so heranarbeiten, dass man die Distanz schrittweise verringern kann. Also ersteinmal Aufenthalt in dem Bereich, in dem er weiß, dass eine Straße da ist, er aber noch nicht in totaler Panik ist.

    Achja, und es gibt noch was: Den Einsatz von Psychopharmaka.

    Mit Blütenessenzen kannst Du das Training zwar unterstützen, dafür muss es aber richtig aufgebaut sein.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo!

    Lina hat fürchterlich Angst vor dem Schützenverein, der in der Nähe unseres Hundeplatzes ist. Aber mittlerweile konnten wir auf folgendem Weg deutlich Erfolge verbuchen:

    Nach dem Training gehen wir immer noch mit mehreren Hunden spazieren. Die anderen spielen, Lina wollte am Anfang nur weg. Also hab ich sie angeleint (ist Paco an der Straße ja eh), und immer, wenn sie umkehren wollte, hab ich sie möglichst neutral aufgefordert, weiterzugehen. Mit jedem Spaziergang wurde sie entspannter.

    An Deiner Stelle würde ich also Carina (sie ist doch ruhig an der Straße, oder?) und Paco schnappen, und an der Straße langgehen, als wäre es das allernormalste auf der Welt. Ist es ja schließlich auch. Nicht betüddeln, oder auf ihn einreden, das bedeutet ja, dass es etwas gaaaanz schlimmes ist, an der Straße langzugehen.

    Oftmals geben andere Hunde, auch fremde, eben doch mehr Ruhe als Frauchen. Vielleicht sind da ja auch noch andere Hundehalter, mit denen Du ab und zu zusammen die Strecke gehen kannst.

    Viel Erfolg,
    Johanna

  • Ich habe letztes Jahr mit einem 6 Jährigem Lakeland Terrier mit Straßenangst gearbeitet. Bekommen hatte er sie, weil er sie jahrelang nicht kennengelernt hatte und dann weglief. Wer in Hamburg wohnt kennt den Krohnstiegtunnel, dort lief er durch. Es ist ein Wunder, dass er dort heil wieder raus kam.( Schnellstraßentunnel am Flughafen)
    Dannach lief er noch zweimal vor ein Auto. :zensur:

    Ich habs so angefangen, dass ich erstmal in ruhiger Umgebung die Leinenführigkeit bis zum Erbrechen geübt habe, solange bis er es auch in Stresssituationen mit anderen Hunden automatisch machte. DAfür gabs immer gaaaaanz viel Futter. In der ruhigen Umgebung setzte ich das FUtter dann langsam fast ganz ab, aulßer halt in schwierigeren Situationen. Je mehr Stress, desto mehr FUtter, denn Futter bestätigt nicht unbedingt die Angst, sondern kann bei richtiger Anwendung auch gegenkonditionierend wirken. Abgesehen davon, auch beim Hund beruhigt Kauen.

    Mal zwischendurch, ich trainiere die Leinenführigkeit durch Rückwärtsgehen:
    Also, beim Rückwärtsgehen soll der Hund einfach merken, dass er nur mit lockerer Leine ans Ziel kommt. Man kann ihn am Anfang mit dem Keks wieder so neben sich locken, so dass der Hund wieder in unsere Blickrichtung steht, den Keks gibts aber erst, nachdem er mind. einen Schritt wieder mit Angucken wieder in die Ursprungsrichtung gegangen wurde, sonst denken einige Hunde sie werden für die Korrektur und nicht fürs Fussgehen belohnt. Oft muss man schon direkt während der Keksgabe wieder zurückgehen, weil einige Hunde dann schon wieder vorpreschen. Man sollte die Schrittzahl beim Rückwärtsgehen ständig variieren, jeder Mensch neigt dazu sich für eine Schrittzahl zu entscheiden ( unterbewusst), der Hund zählt irgendwann mit und dreht dann schon wieder um. Übrigens hindert niemand einen mehrfach direkt hintereinander rückwärts zu gehen, oder sogar zu joggen.
    Die Leine sollte, außer wenn der Hund ans Ende kommt und wir die Richtung wechseln, immer durchhängen. Der HH sollte sich vorher für eine Seite entscheiden, wo der Hund die Leinenführigkeit lernen soll, die andere Seite kann man später ( nach nem halben Jahr oder so) anfangen, da der Hund sonst garnicht mehr weis, wo man ihn sonst haben möchte.

    Nachdem sich das richtig gut gefestigt hatte bin ich mit ihm an die Straße gegangen, auf einem großen Fussweg, sprich viel Abstand zu den Autos.
    Dabei blieb ich nicht stehen, ich ging die ganze Zeit ruhig herum, da der Lakeland dazu neigte sich einfach platt auf den Boden zu legen und einzufrieren, in dem Zustand kann er nicht mehr denken, geschweigedenn Lernen.
    Deswegen halt das Herumgehen; sobald er in wildes GEzerre verfiel, habe ich die übliche Leinenführigkeitsprozedur wieder gemacht, die er bis dahin inzwischen ja völlig automatisiert hatte.-
    Lief er gut, bot ich ihm Futter an, das er zu beginn oft verschmäte aufgrund der starken Angst.
    Insgesammt probierte ich die AUfenthalte an der Straße zu Beginn wirklich sehr kurz zu gestalten, aber halt immer erst dort wegzugehen, wen er nicht mehr komplett panisch war.
    Erst als er so 2 Minuten ohne in Panik zu verfallen aushalten konnte und fraß und Fuss ging steigerte ich die Zeiten langsam.
    Zwischendurch baute ich dann immer wieder nur so 2 Minuten Intervalle ein, damit er nicht denkt, er muss immer noch länger an der Straße sein als vorher.
    Gerade beim Wieder Verlassen der Straße habe ich darauf geachtet, dass das Fuss ordentlich ist, ansonsten sind wir wieder ein Stückchen zurück gegangen.
    Während dieses Trainings sprach ich relativ wenig mit ihm, er hatte schießlich genug zu verarbeiten, es gab nur zwischendurch mal ein aufmunterndes Lob.
    Außerdem habe ich ihn nicht angefasst, ich kenne nämlich niemanden, der berührt werden will, wenn er Panik hat.
    Abgesehen davon habe ich probiert gaaaaanz viel Souveränität auszustrahlen, ruhig mit dem hund umzugehen, aber ihn nicht in Watte zu packen und trotzdem sehr konsequent zu sein.
    Mein Ziel war, dass er lernt "Fussgehen ist eine Strategie die hilft, dass mir an der Straße nichts passsiert" Natürlich passiert ihm da sowieso nichts, aber das weis der Hund ja nicht. Wenn er dann erstmal ruhig Fuss geht, wird er nach einer Weile festellen, dass es dort garnicht so gefährlich ist.
    Ich habe bei diesem Hund 1/4 Jahr gebraucht ( Training 2 Mal wöchentlich) bis er ohne Probleme an der Straße lief und sich vor dessen Überquerung ohne Angst hinsetzte.

  • @ Corinna:
    Du meinst das ich mit Paco so lange an der Straße sitzen bleiben soll, bis er völlig entspannt ist? Mehr als 30 Minuten habe ich es noch nicht probiert, weil ich dachte das er das einfach nicht mehr packt ...

    @ Johanna:
    Paco läuft sehr gut an Leine. Er zieht nicht, ich brauche ihn nicht zurückrufen oder stoppen. Er läuft auch gut Fuß von sich aus. Ich brauche ihn dazu nicht auffordern.
    Aber sobald wir 3 Meter von der Straße entfernt sind geht es los.

    @ Lina:
    Carina läuft problemlos an der Straße. Mit ihr könnte ich auch über eine Autobahn laufen.
    Ich habe sie auch öfter dabei gehabt wenn ich mit Paco geübt habe. Komischerweise orientiert er sich in dem Fall garnicht an Carina. Ihm ist das egal ob sie stehen bleibt oder irgendwoe schnuppert. Er hat sein Ziel: Weg von der Straße und das möglichst schnell.

    @ Marion:
    Die Idee hatte ich auch schon und wollte das am WE mal testen. Paco ist nämlich auch unsicher in Gegenden die er nicht kennt. Aber nur, wenn er an der Leine ist.
    Die Hunde sind natürlich auch beim Umzug dabei, so werden sie nicht abrupt in eine neue Gegend und Wohnung geworfen.
    Ich werde das ab morgen in Agriff nehmen.

    @ bibidogs:
    Wäre ein Halti in einer sochen Situation nicht gefährlich? Kann Paco sich nicht verletzten wenn er am Halti ausflippt?
    Ich habe den Trainer schon mal auf die Straßenangst von Paco angesprochen und ihm erklärt wie wir das üben. Er hat gesagt das ich es richtig mache. Immer und immer wieder eine Straße langlaufen und Paco nicht beachten. Irgendwann merkt er das es garnicht schlimm ist.
    Fragen kostet nichts, ich frage ihn mal was er von der Idee Halti hält

    Danke euch ganz lieb!

  • Also, Dusty wurde ja nicht nur am Halti geführt, sondern, wenn sie am Anfang zurück gegangen ist, dann hatte ich sie ja noch am Halsband und manchmal auch am Geschirr. Wobei ich sagen muss, ich würde lieber am Geschirr und Halti führen an Deiner Stelle.

    Wie gesagt, bei Dusty hat es sich so ausgewirkt, daß sie, nachdem sie das Halti locker akzeptiert hat, durch das Halti irgendwie mehr Sicherheit hatte. Sie ging freiwillig ins Fuß, schnüffeln an der Straße ist damals sehr selten gewesen und sie hatte nicht mehr die Rute eingeklemmt, kein schmatzen und lecken der Lefzen etc.
    Die Ohren waren am Anfang noch nach hinten gelegt, aber auch das hat sich gegeben.
    Was sie auch heutzutage noch nicht leiden kann, ist der Krach an der Straße. Aber inzwischen geht sie total entspannt am K9, schnüffelt auch mal länger und läßt sich nicht mehr aus der Ruhe bringen.

    Wie gesagt, auch wenn viele das Halti ja nicht mögen, aber bei ihr hat es den Schuss Sicherheit vermittelt, den sie wohl brauchte und ich war froh, daß ich etwas gefunden habe, womit ich ihr den Stress nehmen konnte.

    Zu den Übungen, die geschrieben wurden. Ich hatte das Problem mit Dusty schon an kaum befahrenen Straßen, sie war immer auf der Flucht. Üben war kaum möglich, weil wir aus der Haustür, direkt an der Straße lang mußten. Bibo ist an der Straße auch nicht aus der Ruhe zu bringen, aber das alles hat Dusty nicht interessiert. Ich hätte über Stunden an der Straße sitzen können, was ich auch getestet habe, sie wurde nicht ruhiger, sie hat gezittert, gespeichelt etc.

  • Zitat

    @ Corinna:
    Du meinst das ich mit Paco so lange an der Straße sitzen bleiben soll, bis er völlig entspannt ist? Mehr als 30 Minuten habe ich es noch nicht probiert, weil ich dachte das er das einfach nicht mehr packt ...

    So würde ich es auch mal versuchen. Habe das auch schon das ein oder andere mal so mit meiner Angsthäsin gemacht :smile:

    Irgendwie würde ich mich das mit dem Halti nicht so trauen, bei einem doch recht kleinen Hund. Hätte da zu viel Angst, durch die Entfernung nicht richtig lenken zu können. :ops:

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