Hilfe! Straßenhund hat meinen Welpen geschnappt

  • Das mit dem hochnehmen war tatsächlich 'ne blöde Idee. :ops:
    Naja, wir sind das erste mal so mit einem Straßenhund "zusammengestoßen". Patte ist vermutlich tapferer als ich. :lol:

    Dosen & Leckerlis? Wir werden mal zur Sicherheit beides auf die nächsten Spaziergänge mitnehmen und testen womit wir besser klarkommen. Danke nochmal!

    Und: Mal sehen, wer am Ende schneller bei den Leckerlis ist. Die Straßenhunde oder Patte.. ;)

  • Du sprichst so selbstverständlich über Straßenhunde, als sei das ein notwendiges Übel. Ich würde gern mehr über die Lebenswirklichkeit der Hunde wissen. Du hast eine Mutterhündin mit Welpen gesehen. Weißt Du, ob sich da jemand kümmert? Hast Du Kontakt zu Hilfsorganisationen? Da Du selber einen Hund hälst, wirst Du wahrscheinlich sensibilisiert sein für das Leid der Straßenhunde, die Du täglich siehst.
    Ich hoffe, Du "bewaffnest" Dich auch mal mit Futterdosen, und nicht nur mit Wurfgeschossen.

  • Zitat

    Hallo,

    der Thread ist schon ein Jahr alt, vielleicht hast Du das übersehen. ;)

    Liebe Grüße

    Steffi

    Oh, lesen könnte wirklich hilfreich sein :headbash: , aber bei solchen Themen geht es schon mal mit mir durch....

  • Naja, der Thread ist zwar schon ein Jahr alt, aber das Problem mit den Straßenhunden existiert tatsächlich noch immer.

    In Georgien gibt es tatsächlich unzählige Straßenhunde. Ebenso wie in den anderen ehem Sowjetrepubliken. Bei den Straßenhunden muss zwischen zwei Kategorien unterschieden werden: Echte Straßenhunde, um die sich niemand kümmert. Diese sterben i.d.R. sehr schnell an diversen Krankheiten und Unterernährung. "Halbe-Straßenhunde" die z.B. im Hof eines Hochhauses leben und dort immer mal wieder von verschiedenen Bewohnern mit Futter und evtl. sogar etwas Zuwendung "versorgt" werden. Diese haben einen deutlich besseren Ernährungsstand und überleben in der Regel einige Jahre.

    Es gibt in Georgein kaum Tierschutz-Organisationen und meines Wissens keine staatlichen Tierheime. Von staatlicher Seite werden von Zeit zu Zeit Hundefänger durch die Straßen geschickt. Die Tiere, die von den Hundefängern aufgegriffen werden, werden getötet. Seit einigen Jahren gibt es hier angeblich ein Projekt, dass Straßenhunde eingefangen kastriert und markiert werden sollen um die Tötung zu vermeiden und das Problem mit den Straßenhunden schrittweise zu verringern. Allerdings habe ich von diesem Projekt hier noch nichts in der Praxis gesehen. Ich hoffe, dass das Geld der Spender nicht komplett versandet.

    Ich habe mittlerweile sehr guten Kontakt zu den Hundetrainern und Hundezüchtern hier vor Ort. Diese bemühen sich sehr um mehr Verantwortung bei den Hundebesitzern. Dort liegt nämlich m.E. das Hauptproblem.

    Für viele Georgier liegt es außerhalb ihrer Vorstellungskraft, dass man mit seinem Hund spazieren geht (Gott bewahre es regnet!). Die Hunde werden dann einfach für ein paar Stunden oder den ganzen Tag über auf die Straße geschickt, um sich "selbst zu amüsieren". Kastriert ist kaum ein Hund. Die Welpenrate entsprechend. Die Welpen werden nach der Geburt (i.d.R. mit 4 Wochen; da sind sie ja so süß :headbash: ) dann rasch verschenkt. Die Neubesitzer sind weitere 4 Wochen später von dem Welpen genervt und "schmeißen ihn raus" (wenn sie ihn nicht gleich umbringen). So entsteht die nächste Generation der "Straßenhunde".

    Ja, die Situation der Straßenhunde ist furchtbar und kaum erträglich.
    Aber leider glaube ich kaum, dass schnelle Abhilfe möglich ist. Nur ein Wandel des gesellschaftlichen Bewußtseins bzgl. "Verantwortung für die Schöpfung" (die Umweltverschutzung spottet nämlich auch jeder Beschreibung) kann da meines Erachtens dauerhaft helfen.

    Ich beteilige mich an den Kampagnen der hiesigen Hundetrainer für mehr Verantwortung bzgl. Hunden. Außerdem versuche ich, durch mein eigenes Verhalten ein Beispiel für unsere Nachbarn zu geben. Die sehen ja, dass ich immer mit meinem Hund (an der Leine, bzw. "bei Fuß") unterwegs bin bzw. dass mein Hund (mittlerweile) erzogen ist. Als Ausländer wird man hier immer besonders beobachtet und wahrgenommen.

    Ob's was bringt weiß ich nicht.

    Ich kann mir denken, dass Dich meine Antwort nicht zufrieden stellt. Aber ich beschreibe Dir einfach, wie ich die Realität vor Ort wahrnehme.

  • Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Der Tierschutz steckt ja in vielen Ländern noch in den Kinderschuhen, gerade im Osten kommt auch noch die schlechte wirtschaftliche Situation der Menschen hinzu.
    Für mich wäre es unendlich schwer auszuhalten, das Elend der Tiere täglich vor Augen zu haben. Dir geht es anscheinend genau so.
    Und es ist ein Fass ohne Boden, ständig kommen neue Hunde hinzu.
    Sind denn ausländische Orgas tätig?

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