Unsicherheit wird immer mehr zum Problem

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  • Hallo!

    Seit einiger Zeit entwickelt sich bei Wilma ein absolutess Problem, was mich langsam echt fertig macht...

    Wilma ist ein sehr unsicherer Hund. Kommt irgendwas neues auf siezu. dann werden erstmal die Ohren angelegt, andererseits sit sie aber auch neugierig und würde alles neue gerne erkunden.
    Kommen Leute zu uns nach Hause zu Besuch, habne wir wenigstens schon mal raus bekommen, das Wilma die zwar gern ausgiebig beschnuppern möchte, aber definitiv sehr ungern angefasst werden möchte. Wenn für sie dann alles i.O. ist, lässt sie sich dann gerne ausgiebig streicheln.
    Dann hat sie auch Angst vor Regenschirmen. Allerdings war ich der Meinung das hätte sich (zumindest bei mir) gelegt, weil sie im Winter öfters morgens mit zum Kiga ist und sowohl ich als auch unsre Tochter dann oft mit Schirm unterwegs waren.
    Vor ein paar Wochen dann, ich hatte den Schirm auf, Wilma an der Lein und wir sind ins Feld, gerade mal 100m von unserm HAus entfernt. ICh beuge mich runter und will Wilma ableinen, da macht sie einen Satz nach hinten, rutscht aus dem HAlsband und läuft ein paar Meter von mir weg.
    DAs schlimme daran ist, das sie in solchen Momenten nicht mehr zu mir zurück kommt. Sie ist dann völlig verstört und sobald ich mich ihr nährer, vergrößert sie wieder den Abstand. in der gschilderten Situation hab ich den Schirm zugemacht, ins Gebüsch geworfen, während Wilma wieder Richtung Heimat gelaufen ist.
    Nach dieser Aktion hab ich mir dann einen Termin bei der Hundetrainerin unseres TA geholt, leider hatten wir bisher erst eine stunde. Sie meinte, das wir das hinbekommen würden, das sie so viel Vertrauen aufbaut, das sie in den Situationen wo sie unsicher ist, dann zu mir kommt. Unsre Hausaufgaben bestanden darin, das ich, wenn Wilma im Freilauf ist, einfach die Richtung ändere und Wilma somit "zwinge" viel mehr auf mich zu achten. Das funktionierte auch wunderbar. Leider war die Trainerin nach unsrer 1. Stunde erstmal 2 Wochen in Urlaub. Am Donnerstag haben wir den 2. Termin.
    In dieser Zeit hatten wir aber schon wieder 2 Vorfälle, wo mein Hund wieder nicht mehr zu mir kam. Einmal ohne einen für mich erstichtlichen Grund. ANchdem ich sie dann nach ca. 10 min, 3m entfernt von mir wenigsten in SITZ bringen konnte, ließ sie sich dann anleinen. Ich hatte die LEine noch nicht richtig dran, da hab ich gesehen, wie ein Reh im Wald rumsprang!
    Und eben, ich hatte Wilma in ihrem "Heimatrevier" (also da wo sie sich eigentlich richtig sicher fühlt) abgeleint, da flog ein Flugzeug über unsern Ort und hat ziemlich Krach gemacht, sofort hat Wilma wieder die Ohren angelegt, den Schwanz eingepackt und ist wieder stiften gegangen sobald ich mich ihr genähert hab. Gott sei Dank war der NAchbarshund auch unterwegs, Wilma ist auf ihn zugerannt, hat angefangen mit ihm zu toben und als der BEsitzer ihn zu sich gerufen hat, konnte ich auch Wilma wieder anleinen!!
    Langsam macht mich das so fertig, das ich ganz ehrlich schon hier und da dran denke, Wilma abzugeben, weil ich mich nicht in der LAge fühle das hin zu kriegen. Ich fange demnächst auch noch ein Psychotherapie an, weil ich eine Angststörung habe und mich momentan eh mit allem unheimlich überlastet fühle. Ich WILL Wilma aber nicht abgeben.
    Ich hab einfach unheimlich Angst das aus ihr sogar noch ein Angstbeißer wird. Außerdem hab ich das Gefühl ihre UNsicherheit wird mit jedem Tag schlimmer statt besser....
    Ich bin echt sowas von fertig, ich könnte nur noch heulen....

    Geht aber grad auch nicht, muß nämlich zu Arbeit. Entschuldige mich jetzt schon mal dafür, sollte ich auf eure Fragen erst heute Abend antworten können.....

    Vielleicht weiß jemand RAt?

  • hmmm vielleicht reagiert sie auf deine angststörung. wie äußert sich die denn bei dir, also bei welchem "gegenstand", wenn es einer ist? und sonst würd ich sie einfach schnappen und intensives angsttraining betreiben.... immer hin zur angst, bepackt mit vielen, vielen leckerlis.

  • Hallo,

    so direkt einen Rat habe ich nicht für Dich, aber ich muß Dir mal etwas Zuspruch spenden, glaube ich.

    Ich habe auch eine sehr unsichere Hündin. Wir hatten auch eine Phase, wo sie mir nicht vertraut hat. Baustellengeräusche haben ihr Angst gemacht und sie ist nach Hause gelaufen anstatt zu mir zu kommen. Ein Hubschrauber ebenso...sie legt die Ohren an, klemmt die Rute und trabt nach Hause...läßt mich auf der Wiese einfach stehen.

    Ich kenne das Gefühl, es tut irgendwie weh, weil man versucht, sich das Vertrauen des Hundes zu erarbeiten und der haut ab.

    Hin und wieder bin ich immernoch in Situationen, wo sie mir gegenüber Meideverhalten zeigt. Wenn sie Menschen verbellt z.B. und ich versuche, sie anzuleinen, springt sie von mir weg. Ich will ihr ja nix Böses, aber angeleint fühlt sie (und auch die anderen Leute) sich sicherer. Trotzdem vergrößert sie den Abstand zu mir sobald ich mich ihr nähere.

    Bei der Baustelle hier um die Ecke habe ich sie einige Zeit nur an der Schleppe laufen lassen, damit sie sich nicht verselbständigt, wenn da was poltert. Mittlerweile ist sie nicht mehr soooo schreckhaft bei fremden Geräuschen. Bei der Baustelle hier oben habe ich ihr teilweise sogar das Frühstück auf der Wiese gegeben (nicht zu Hause im Flur). Fand sie irgendwie komisch, aber es hat geholfen. Und wenn wir dran vorbei mußten (an der Baustelle), bin ich einfach ohne Tamtam weitergegangen und habe sie nicht beachtet. Da ist ja auch nix, weshalb man Angst haben müßte, also habe ich mich auch so verhalten.

    Du sagst, Du hast selbst eine Angststörung...? In welchen Situationen kämpfst Du denn damit, wenn ich fragen darf? Überträgt sich das vielleicht auch auf Deinen Hund...? Merkt die Maus, daß Du auch Angst empfindest und vertraut Dir deshalb nicht? Sorry, ich kenne mich mit sowas nicht aus, deshalb vielleicht die etwas "blöden" Fragen.

    Laß den Kopf nicht hängen. Du arbeitest ja bereits an Dir selbst und auch am Verhalten Deines Hundes. 2 Wochen können da eine lange Zeit sein, wenn man drauf wartet, daß die Trainerin aus'm Urlaub zurück ist. Ihr schafft das...ich verzweifele auch manchmal an der Unsicherheit meiner Ronja, aber dann klappt eine Situation so richtig gut und alles ist vergessen. Nur Mut...!

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Hallo,

    ich würde sie gar nicht mehr ableinen, sondern mir eine Schleppleine kaufen. So hat der Hund den Freiraum den sie braucht um sich auszutoben, kann aber nicht weglaufen. Zudem kannst Du wunderbar ein Abruftraining mit ihr machen.

    Natürlich kannst Du die Schleppleine nur in Verbindung mit einem Geschirr verwenden. Hier würde ich auf ein ausbruchsicheres Geschirr achten.
    Kommst Du in Gegenden wo Du weist, dass Dein Hund Angst hat, dann sichere sie am Halsband und am Geschirr.

    Die Probleme hören sich für mich nicht sonderlich gravierend an. Du hättest viel weniger Stress wenn Du sie an die Leine belässt und wegen der Regenschirme:
    spann einfach mal ein paar im Garten auf und lege Leckerlis darunter. Spiel mit ihr in unmittelbarer Nähe der Schirme.
    Mit Sicherheit legt sich das Angstverhalten mit der Zeit.

    Auch kann es gut sein, dass Deine Hündin Deine Ängste wahrnimmt und daher ebenfalls unsicher ist.
    Vielleicht hilft Deine Therapie auch Deinem Hund. Könnte gut sein, dass wenn Du weniger Angst hast und sicherer wirst, auch Deine Hündin sicherer wird.

    Liebe Grüße und Kopf hoch, das wird schon.

    Steffi

  • Zitat

    Du sagst, Du hast selbst eine Angststörung...? In welchen Situationen kämpfst Du denn damit, wenn ich fragen darf? Überträgt sich das vielleicht auch auf Deinen Hund...? Merkt die Maus, daß Du auch Angst empfindest und vertraut Dir deshalb nicht? Sorry, ich kenne mich mit sowas nicht aus, deshalb vielleicht die etwas "blöden" Fragen.

    Kein Ding, ich kenn mich ja selbst auch nicht wirklich damit aus. Also es ist so, das ich (nach 3 Todesfällen in Familie bzw. Bekanntekreis von 2 Leuten um die 40 und 1 Kind) totale Verlustängste hab, die sich aber "nur" auf Leute aus meiner Familie beziehn. Hauptsächlich natürlich Kind, Mann, Eltern...das an sich ist ja schon nervig genug. Hinzu kamen aber in den letzten Monaten immer größere finanzielle Probleme, dann auch prompt Angst vor Arbeitsplatzverlust, etc.
    Ich habe 2-3 Jobs (ca. 25-35 Std. pro Woche) , Kind, Hund, Haushalt, und dann noch die, ich nenn es jetzt mal "Angstattacken", wo bei mir das "Kopfkino" startet und immer die Finanzen im NAcken. Dann fehlt manchmal nur der berühmte Tropfen, der das Fas zum überlaufen bringt. D.h. meist flippe ich erst mal aus, dann heul ich rum. So geht es auf jeden Fall nicht weiter, daher hab ich ja den Schritt gemacht und erstmal meinen Hausarzt informiert.....

    Bzgl. Wilma ist es eben so, das sie so völlig unberechenbar ist. Heute mittag z.B. waren wir ja wie gesagt in ihrem altbekannten Gebiet unterwegs, wo sie jeden Stein kennt. Und dann kommt bei dem schönen Wetter dieses sch...ß Flugzeug, dann hupt auch noch der Zug hundert Meter weiter und das war es dann. :sad2:

    Manchmal sind es Dinge, bei denen sie so reagiert, die sie eigetnlich kennt! Wir eohnen nur 100 m von der Bahn weg,das hupen ist also eigentlich total vertraut.

    Schleppe hab ich ja, haben wir aber schon ewig nicht mehr gebracuht, weil sie selbst wenn sie Jagd auf Vögel macht im Spurt abrufbar ist. Aber wenn sie eben vor etwas Panik bekommt, hab ich das Gefühl, das überhaupt nichts von mir zu ihr durchdringt.
    Und ich hab eben das Gefühl, das es je älter sie wird, desto schlimmer wird!
    Das verunsichert mich natürlich auch wiederum. Ich gehe los, denke , ok, es ist alles wie immer und was weiß ich, da fällt vielleicht irgendwo was um und das war es dann schon!
    Ich kann doch nicht den Rest ihres Hundelebens (und sie hat ja mal gerade 1,5 Jahre hinter sich) nur noch mit Schleppe rumrennen???

    Muß zugeben, das ich auch nicht unbedingt zu den Leuten gehöre, die sich als die Geduld verteilt wurde, mehrmals gemeldet haben :ops:


    LG

  • Zitat

    Ich kann doch nicht den Rest ihres Hundelebens (und sie hat ja mal gerade 1,5 Jahre hinter sich) nur noch mit Schleppe rumrennen???

    Muß zugeben, das ich auch nicht unbedingt zu den Leuten gehöre, die sich als die Geduld verteilt wurde, mehrmals gemeldet haben :ops:


    LG

    Hallo,

    Du mußt auch nicht ihr Hundeleben lang mit der Schleppe rumlaufen. Du kannst an ihren Ängsten arbeiten. Mit der Trainerin an Deiner Seite wird das schon.

    Ich habe bei Ronja auch gemerkt, daß sie dann Angst vor Geräuschen bekommt, wenn sie sie nicht zuordnen kann. Hier zu Hause hat sie weder Angst vor dem Staubsauger noch vor der Bohrmaschine. Geht draußen nen Rollladen runter, erschreckt sie und bekommt Angst.

    Kannst Du Deiner Maus (wie heißt sie eigentlich, oder hab ich das überlesen?) die Geräusche nicht "erklären"? Das Tuten vom Zug z.B.? Kannst Du sie langsam ranführen, also mal in die Nähe gehen, die Maus füttern oder mit nem Spiel ablenken...? So ähnlich wie ich es mit der Baustelle gemacht habe. Ich habe sie nicht gemieden, sondern bin täglich ganz bewußt da hoch gegangen und habe viel Positives mit Ronja gemacht, wie z.B. ihr Frühstück mit dahin zu nehmen und sie in der Nähe von Baustellenlärm zu füttern. Sie wurde von Tag zu Tag entspannter.

    Naja und wegen der Geduld...sorry, ich mein das wirklich nicht böse, aber die wirst Du brauchen. Ohne geht es nicht. Aber das schaffst Du schon, da bin ich mir sicher.

    Ronja ist übrigens genauso alt wie Deine, vielleicht 2 Monate älter. Wir arbeiten auch nicht erst seit gestern dran, aber wir haben Erfolgserlebnisse und auch Rückschläge. Das ist nunmal so.

    Danke übrigens, daß Du auf meine Fragen so offen geantwortet hast. Tut mir leid, in welcher Situation Du grade steckst. Die Verlustängste kann ich verstehen. Solche Schicksalsschläge würde ich auch nicht so leicht wegstecken. Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du das in den Griff bekommst...für Dich und für Deinen Wuff.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Zitat

    Ich habe bei Ronja auch gemerkt, daß sie dann Angst vor Geräuschen bekommt, wenn sie sie nicht zuordnen kann. Hier zu Hause hat sie weder Angst vor dem Staubsauger noch vor der Bohrmaschine. Geht draußen nen Rollladen runter, erschreckt sie und bekommt Angst.

    Ja, genau so ist es bei uns auch. Aber wie machst du es denn, das deine Ronja (wenn sie denn frei läuft) dann trotzdem ruhig und vor allem BEI DIR bleibt, obwohl sie in dem Moment so unter Stress steht? Ich kann doch nicht überall eventuelle Geräusche o.ä. voraussehen????

    Zitat

    Kannst Du Deiner Maus (wie heißt sie eigentlich, oder hab ich das überlesen?) die Geräusche nicht "erklären"? Das Tuten vom Zug z.B.? Kannst Du sie langsam ranführen, also mal in die Nähe gehen, die Maus füttern oder mit nem Spiel ablenken...? So ähnlich wie ich es mit der Baustelle gemacht habe. Ich habe sie nicht gemieden, sondern bin täglich ganz bewußt da hoch gegangen und habe viel Positives mit Ronja gemacht, wie z.B. ihr Frühstück mit dahin zu nehmen und sie in der Nähe von Baustellenlärm zu füttern. Sie wurde von Tag zu Tag entspannter.

    So haben wir es in der ersten Trainingsstunde auch gemacht. Da stand so ein smart mit einem Ferkel(aufkleber) auf der Tür und als wir an der Reihe parkender Autos vorbei sind, ist sie richtig vor dem Ferkel zurückgeschreckt. Und die Trainerin meinte, das da voll viele Hunde drauf reagieren würden. Und dann sollte ich mit WILMA (heißt sie übrigens, hst du öfter überlesen ;) ), immer ein Stückchen näher dran vorbei gehen und sie dabei immer weiter füttern. Hatte einen Portionsbeutel Rinti reines Fleisch dabei, fand sie super und nach höchstens 1-2 min ist Wilma sogar mit der Nase an das " Schwein" dran und war ziemlich entspannt. Aber da war sie eben auch an der Leine. Wäre sie zu dem Zeitpunkt noch im Freilauf gewesen, wären wir erst gar nicht bis zu dem Auto gekommen, da sie bereits auf dem Parkplatz in Stress geraten ist, weil 1 Auto weggefahren ist und ein Transporter angefahren kam....

    Ich kann eben nur nicht nachvollziehen warum sie so unsicher ist. Wir haben sie mit 8 Wo. zu uns geholt. Die Mutter war allerdings auch super panisch und auch noch nicht lange bei den Besitzern...

    Ich habe alles dafür getan, das Wilma gut sozialiesiert wird. Ich hab sie einmal pro Woche mit in die Stadt genommen, als ich mich noch mit meiner Freundin immer zum Kaffee getrunken getroffen hab. Da lag sie immer total relaxt unterm Tisch und ist ganz locker und interessiert mit gelaufen.

    In der WElpenschule waren wir auch von Anfang an. Da ist sie auch locker lässig über Folie glaufen, hat sich vom rappeln eines mit Steinen gefüllten Kanisters so gut wie gar nicht stören lassen und jetzt fängt sie auf einmal an vor allem unbekannten Angst zu haben.... :???:


    Zitat

    Danke übrigens, daß Du auf meine Fragen so offen geantwortet hast. Tut mir leid, in welcher Situation Du grade steckst.

    Auch kein Ding, ich seh es mal so wie mein Hausarzt es so locker formuliert hat..ich lebe jetzt den "American way of life", und da ist ja jeder der keinen Psychotherapeuten unnormal :lol:

    Übrigens war ich mir bisher auch immer (relativ) sicher, das Wilma nicht beißen würde, aber heute hatten wir auch eine Situation....also, da bin ich mir auch nicht mehr so sicher... :sad2:

    Allersdings muß ich mir den Schuh dafür selbst anziehen, denn es war so, das Wilma zu einer Frau hin ist und sich hat streicheln lassen (war hier zuhause im Geschäft) und während die Frau Wilma gestreichelt hat, ist ihr ihre Handtasche etwas am Arm runtergerutscht, Wilma hat sich erschreckt ist wieder panisch zurückgesprungen, aber direkt wieder zu der Frau hin, die natürlich auch direkt wieder Patsch-patsch-patsch auf dem Hund rum getatscht und "ach, du armer, haste dich erschreckt...." und da schnappt Wilma doch zu(zwar weit an der Hand der Frau vorbei), aber sie hat eben geschnappt.
    Ich hätte mich in den Allerwertesten beißen können, weil ich die Situation nicht sofort unterbunden habe....!

  • Hallo,

    sorry, daß ich vorhin nicht auf den Namen kam, ja, Wilma ist desöfteren zu lesen gewesen... :gott:

    Zum einen habe ich Ronja, nachdem sie mir 2x tatsächlich abgehauen ist, erstmal an die Schleppe gehängt. War mir auch zu gefährlich, weil sie auf dem Weg nach Hause 2 Straßen überqueren muß (von da aus, wo sie abgedüst ist).

    Es ist schwierig, den Mittelweg zu finden zwischen "dem Hund Sicherheit vermitteln" und "betüddeln und seine Angst bestärken". Fällt mir auch heute noch schwer. Natürlich kann man unvermittelte Geräusche nicht vorhersehen. Das macht es ja auch teilweise so schwierig. Ich weiß z.B. daß Ronja noch immer sehr unsicher ist, wenn wir im Dunkeln raus gehen. Deshalb kommt sie dann auf keinen Fall von der Leine.

    Ich bin sehr froh, daß sie sich mittlerweile in vielen Situationen an mir orientiert. Sie zeigt zwar durchaus noch Angst (angelegte Ohren, geklemmte Rute, Fluchtinstinkt), schaut aber zu mir und holt sich Rückmeldung. Auch heute noch fällt es mir teilweise schwer, gelassen und souverän zu bleiben. Man ist immer gewillt sowas zu sagen wie "Ach Ronja, brauchst doch keine Angst zu haben, ist doch bloß x y z...!". Ich beiß mir immer auf die Zunge und gucke gen Himmel. Oder ich finde plötzlich ne ganz spannende Stelle im Gras, wenn sie sich erschreckt hat. Ich spreche sie nicht an, bücke mich einfach runter, streiche mit der Hand durch's Gras und tue ganz erstaunt..."Was ist denn das...?" Wird sie dann auf mich aufmerksam, lobe ich sie und verstecke an der Stelle nen Leckerchen im Gras. So hat es bei Ronja zumindest teilweise funktioniert und der angstauslösende Reiz war schnell vergessen.

    Erst gestern hat sie sich erschreckt vor einem Handschuh. Den hatte wohl jemand verloren und er steckte hier am Nachbargrundstück auf dem Gartenzaun...sie fing an zu knurren und macht nen Bogen mit eingeklemmter Rute. Ich hab den Handschuh erst gar nicht gesehen und dachte, da sitzt was im Gebüsch. Ich hab ihn dann runter genommen, ihn mir genau angeschaut (ich weiß, was ein Handschuh ist, keine Angst... ;) ). Ronja wurde neugierig, ich hab ihn ihr kurz gezeigt, sie bekam ein Leckerchen für ihren "Mut" und auf dem Rückweg hat sie ihn nicht mehr beachtet.

    Puh, ist jetzt wieder lang geworden und ich hoffe, Du verstehst so einigermaßen, wie wir es handhaben und wie ich versuche, ihr uneingeschränktes Vertrauen zu gewinnen. Wie gesagt, es klappt so nicht in allen Momenten. Aber es wird besser.

    Daß sie sich nun auch an mir orientiert, wenn sie frei läuft, war ein langer Weg. Ich habe mich sehr lange nicht getraut, sie abzuleinen. Die Schleppe war unser (mein) bester Freund. Vor allem strahlt man selbst nur durch diese "blöde" lange Leine mehr Sicherheit aus, weil man ja weiß, daß der Hund nicht unkontrolliert durchstarten kann. Das Bauchgefühl dabei macht schon ne Menge aus.

    Achso, noch dazu, daß Du nicht nachvollziehen kannst, warum sie so unsicher ist. Konnte ich bei Ronja anfangs auch nicht. Sie kam mit 12 Wochen zu uns...ist liebevoll aufgezogen worden...ich kenne die Eltern und die Tante. Mir ist erst später bewußt geworden, daß sie durch ihre Kindheit auf einem kleine Dorf nicht viel kennegelernt hat. Zum Beispiel auch keine (oder nur wenige) Männer. Das Frauchen war mit den Hunden allein. Hündisches Sozialverhalten ist bei Ronja top, sie hatte ne prima Beißhemmung, als ich sie dort abgeholt habe und sie verträgt sich prima mit Hunden aller Art, spricht sehr gut "hündisch". Es liegt bei ihr an der mangelnden Sozialisierung auf Umweltreize.

    Bei Deiner Wilma (hab's gelernt...!) kann ich mir sehr gut vorstellen, daß sie durch die Mutter stark geprägt ist, wenn diese panisch reagiert hat. Das überträgt sich ganz stark auf die Welpen. Und Wilma hat bereits da gelernt, auf gewisse Dinge eben mit Panik zu reagieren (durch das Vorleben der Mutter). Ich würde das nicht unterschätzen (also diesen Einfluß).

    Und genau wie bei Ronja wird sich diese Angst in einer der Angstphasen manifestiert haben. Bei Ronja trat es erstmals so mit 5-6Monaten auf, eine der ersten Angstphasen, die Junghunde durchmachen, nachdem sie von der Mama weg sind.

    Jetzt muß ich mit meiner Maus nochmal vor die Tür und ab in die Kiste. Wünsche Dir eine gute Nacht...!

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Hallo,

    meine Ronja ist auch von einem guten Züchter und wurde gut sozialisiert. Sie ist was Menschenmengen, oder auch Alltagsgeräusche angeht völlig locker.

    ABER:
    Sie hat Angst vor Knallern jeglicher Art. Daran hab ich gearbeitet und das mehrere Jahre lang. Seit sie 4 oder 5 Jahre alt ist, macht ihr ein einzelner Schuss nichts aus, auch einen Knaller weiter weg kann sie tolerieren, allerdings merke ich ihr genau an, dass sie unsicher wird.
    Ich kann sie aber handeln und sie bleibt bei mir. Jedoch muss sie an die Leine wenn ich merke, dass sie unsicher ist. Sie hat über Jahre hinweg gelernt, dass ich sie von der Gefahrenquelle wegführe.
    Trotzdem lege ich meine Hand nicht ins Feuer.

    Vor zwei Jahren wollte sie nach Hause rennen weil sie einen Fasanenschrei gehört hat und dieser sie zu Tode erschrocken hat. An dieser Stelle musste sie die nächsten Tage und Wochen an die Schlepp, da es mir zu gefährlich war.

    Was ich damit sagen will ist: Man kann in keinen Hund reinschauen und ein Restrisiko bleibt immer.

    Kennt ihr nicht alle eine Situation in der ihr einfach so erschrocken seid?
    Mir passierte es schon, dass ich an einem blickdichten Hoftor vorbeigelaufen bin und plötzlich bellte und knurrte ein Hund, der unter dem Hoftor auch noch seine Schnauze durchschob.
    Ich bin zu Tode erschrocken und hab völlig instinktiv einen Satz auf die Seite gemacht.
    Mein Herz raste wie verrückt und mein Puls schlug Purzelbaum.
    Ich brauchte einige Minuten um mich wieder zu beruhigen, auch wenn ich über meine Reaktion lachen musste.

    Warum sollte es einem Hund anders gehen?

    Auch kann man nicht sagen, dass eine gute Aufzucht auch super starke wesensfeste Hunde hervorbringt. Alle sind individuell, da gibt es die Draufgänger, die Vorsichtigen, die Ängstlichen usw.

    In einer Familie mit drei Kindern können alle unterschiedlich sein, der eine entwickelt Phobien, der andere nicht, der Dritte wiederrum liebt genau diese phobieauslösenden Gegenstände/Tiere, vor dem der erste Angst hat.

    Von daher kann man Mensch wie Tier nur so nehmen wie sie sind und versuchen an den angstauslösenden Situationen zu arbeiten.
    Das geht nicht von heute auf morgen, sondern benötigt Zeit.
    Mit eineinhalb Jahren kann Wilma schon wieder in einer Angstphase sein und die heißt es zu überstehen.

    Um mich sicher zu fühlen und dem Hund ein gutes Gefühl zu geben, muss ich erstmal die Angst (innere Angst vor dem Weglaufen) in den Griff bekommen. Wenn das heißt, dass der Hund noch an die Schlepp muss, dann ist das eben so.
    Was wäre wenn Wilma wirklich wegrennen würde? Könnte sie von jemandem eingefangen werden, oder gäbe dies ein Problem?

    Filou z.B. würde sich nicht so einfach einfangen lassen und das weiss ich. Daher bleibt er an der Schlepp, da mir die Gefahr zu groß ist. Nicht nur, dass er fürchterliche Ängste ausstehen müsste während jemand versucht in einzufangen, sondern auch die Gefahr, dass er panisch vor ein Auto läuft ist mir definitiv zu groß.
    Würde er weglaufen, dann hätte ich einiges an Arbeit in den Sand gesetzt und das ist es mir nicht wert.
    Auch wenn es wesentlich entspannter ist mit zwei Hunden ohne Leine zu laufen. Da muss ich aber durch.
    Was mir bleibt ist die Vorfreude auf das Ziel: ein Hund, welcher sicher bei mir bleibt und bis auf dieses minimale Restrisiko (bei Ronja waren es in den 11 Jahren zwei Vorkommnisse wo sie weglaufen wollte)kontrollierbar ist.

    Arbeite mit ihr und gib ihr Sicherheit. Hab Geduld und verzage nicht dabei. Es wird mit Sicherheit besser werden.
    Versuche sie auch nicht in Situationen zu bringen die sie nicht meisten kann (z.B. Kundin). Halte sie bei Dir und zeige ihr wie sie sich verhalten soll.

    Liebe Grüße und lass den Kopf nicht hängen

    Steffi

  • Erstmal super vielen lieben Dank für eure aufbauenden Worte...!!!

    Ich bin grade von der Arbeit gekommen und werde jetzt mal ne Runde mit Wilma drehen. Und ich denke ich werde definitiv die Schleppleine nehmen!
    1. ist es nach den letzten 2 Unsicherheits- und Abhauattacken so, das ich auch schon unsicher losgehe und sie das 1000%ig bemerkt.
    2. sehe ich ja auch ein, das es besser (für uns beide) ist, solange es nun mal so ist, das sie vor jedem ungewohnten Geräusch, Gegenstand oder Geruch Angst bekommt
    3. baue ich auf eure Worte und Erfahrungen und hoffe, das ich doch irgendwann mit Wilma einen Hund bekomme, der (fast) völlig entspannt im Freilauf neben mir herlaufen kann und in schwierigen Situationen ganz schnell zu Frauchen kommt..

    Am Donnerstag haben wir ja endlich wieder ein Datemit unsrer Trainerin :gut:
    Freu mich schon und hoffe wir lernen wieder ordentlich was. Sie wollte auch schon direkt mit Regenschirm kommen, weil in der 1. Stunde alles so prima geklappt hat....

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