Dominanzverhalten? (Vorsicht lang)

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  • Kurze Zusammenfassung;:

    Im Oktober 2008 zog Jack (Terrier Mix)bei uns ein. Er ist mittlerweile 7 Monate alt und - bis auf die Abrufbarkeit - gut erzogen. Denk ich ;)

    Letzten Samstag holten wir Boomer (Labbi-Schäferhund Mix) dazu. Mit den beiden Hunden läuft alles ok, sie spielen miteinander, fressen zusammen ... ok, Jack knurrt auch mal wenn Boomer an seinen Knochen will - aber das ist auch nicht mein Problem.

    Boomer ist nun 8 Monate alt. Ein wilder Rüde, gute Grunderziehung, abrufbar - allerdings keine Leinenführigkeit (Daran übern wir noch). Nun ist es so, dass Boomer oft bellt und auch mal knurrt bei anderen Menschen.

    Beispiele:

    Wir treffen eine Freundin im Park (selber Hundehalterin). Boomer läuft frei, sie will ihn streicheln - er weicht zurück und bellt. Auf dem Weg in die Wohnung bellt er immer mal wieder - erst als sich meine Freundin hinsetzt ist Ruhe. Dann, als sie gehen will, bellt er wieder und tänzelt um sie herum.

    oder

    Nachbar mit Mantel steht am Eingang vom Park, spricht uns freundlich an will Boomer streicheln - Boomer bellt und weicht zurück.

    oder

    Wir gehen auf dem Truppi. Ab und an bleibt man stehen und unterhält sich mit anderen Hundehaltern. Teilweise fängt Boomer dann an zu bellen. Auch dann, wenn und andere Menschen entgegen kommen bellt er sie ab und zu an. Hier habe ich noch keinen wirklichen Zusammenhang sehen können. Oder vielleicht doch? Denn ich denke es war immer so wenn die Menschen ihn angesprochen und angeschaut haben das er so reagiert.

    oder

    Heute beim Tierarzt. Wir haben Jack zur OP gebracht, waren mit den Hunden alleine im Zimmer. Der Arzt kommt rein, gibt meinem Mann die Hand - alles ok. TA begrüßt mich (ich saß 2 Meter entfernt) - alles ok. TA dreht sich um, wendet sich Boomer zu - er bellt. Mein Mann lässt ihn absitzen - Boomer knurrt den TA an.

    Später im Behandlungszimmer war alles ok.

    Ist Boomer so dominant das er denkt er muss meinen Mann beschützen? :???:

    Uns ist klar das Boomer nicht "leicht zu erziehen" ist. Er ist wild, grobmotorisch und hat einen Dickschädel ;)

    Habe heute auf dem Truppi meine Freundin mit Hund getroffen. Boomer wollte ihren Hund besteigen (ihre Läufigkeit war gerade, sie duftet noch so wunderbar). Wir haben das unterbunden, die Hündin zu uns gerufen. Aber klar, er hat es immer wieder versucht. Als meine Freundin dann Boomer wegziehen wollte, bellte er sie an. Sie meinte nur das er nicht akzeptiert das sie über ihn steht und ob ich was dagegen hätte wenn sie ihn unterwirft, also auf den Rücken dreht. Ich hatte was dagegen, da ich nicht sicher bin ob das die richtige Methode ist - also hat sie es auch nicht gemacht.


    Ich möchte keine Diskussion weil ich zwei Jungrüden im gleichem Alter zu Hause habe. :roll:


    Also hat eine eine Idee wie ich reagieren soll wenn Boomer mal wieder bellt? Weil auch wenn wir ihn dann absitzen lassen gibt er nur so lange Ruhe bis die Person die angebellt wird weiter weg ist, Kommt sie näher, regt er sich wieder auf.

    Ach ja, Boomer wurde vom Vorbesitzer im "Kasernenton" erzogen. ich denke er wollte einen Hund der auf Anhieb gehorcht. Also ein leises "sitz" war da nicht zu hören, sondern immer ein scharfes, lautes "SITZ".

    mehr fällt mir nicht ein - reicht aber auch, denk ich :ops:

  • Hallo!

    Ich glaube Boomer ist einfach enorm unsicher Menschen gegenüber!
    Ausserdem ist er erst so kurz bei euch... Ich würde erstmal ein wenig abwarten und natürlich versuchen ihm soviel Sicherheit wie möglich zu vermitteln. Durch Ruhe, Gelassenheit und Konsequenz.
    Jetzt so ein großes Trara um Menschenbegegnungen zu machen, halte ich nicht für richtig. Also abrufen, absitzen lassen, etc. Lieber den Menschen sagen, dass sie Boomer komplett ignorieren sollen.

    Übrigens musste ich schon ein bisschen lachen: "Hättest du was dagegen wenn ich kurz deinen Hund unterwerfe?" :D

  • Zitat

    Übrigens musste ich schon ein bisschen lachen: "Hättest du was dagegen wenn ich kurz deinen Hund unterwerfe?" :D

    Hätte meine Freundin heute nicht gesagt das er sie nicht akzeptiert und mit den Unterwerfen angefangen, hätte ich diesen Thread hier wohl nicht gestartet :D

    Ich bin halt nur unsicher, weil Boomer wirklich Stress macht wenn ihn irgendwer nicht passt. Aber wie gesagt, das ist eben nicht bei allen Menschen so. Und Absitzen lassen haben wir auch nicht jedes Mal gemacht ;)

    Hach, ich liebe meine Hunde, diese unergründlichen Wesen :D

  • Ich würde es auch so machen, wie oben schon geschrieben von madame dalmatiner.
    Es könnte Angst sein, aber es könnte auch sein, daß er warnt, bevor die Menschen in seinen Individualbereich kommen.
    Laßt ihn erstmal ein Weilchen ankommen und wenn er bellt, würde ich ihn auch ins Gehorsam nehmen und mit einem Stopkommando unterbinden. Das allerdings erst, wenn er eins kennt ;)

  • Was mir nicht klar ist: wieso soll jeder diesen Hund streicheln dürfen? Der Hund trägt das anscheinend im Moment noch gar nicht, fühlt sich bedroht, geht ins Meiden. Dafür darf er nicht auch von den Personen, die ihn bedrohen gemaßregelt werden. Damit würde man nichts Gutes erreichen.

    Fanden wir es nicht auch ätzend, der Oma/Tante immer ein Küsschen geben zu müssen?

    Ich würde Fremde bitten, den Hund nicht anzufassen oder körpersprachlich (Vornüberbeugen, Anstarren) zu bedrohen. Bei ruhigem Verhalten bekommt der Hund vom Halter eine Bestätigung.

    LG, DD

  • Zitat

    Was mir nicht klar ist: wieso soll jeder diesen Hund streicheln dürfen? Der Hund trägt das anscheinend im Moment noch gar nicht, fühlt sich bedroht, geht ins Meiden. Dafür darf er nicht auch von den Personen, die ihn bedrohen gemaßregelt werden. Damit würde man nichts Gutes erreichen.

    Fanden wir es nicht auch ätzend, der Oma/Tante immer ein Küsschen geben zu müssen?

    Ich würde Fremde bitten, den Hund nicht anzufassen oder körpersprachlich (Vornüberbeugen, Anstarren) zu bedrohen. Bei ruhigem Verhalten bekommt der Hund vom Halter eine Bestätigung.

    LG, DD

    Sehr gut, daß ist ein ganz wichtiger Punkt!!! :gut:

  • Hallo Asmodiena,

    Sam hat(te) ein ähnliches Problem und ich habe viel zu spät begonnen, darauf zu reagieren.

    Warum hat denn der Vorbesitzer den Hund abgegeben?

    Hat Boomer dieses Verhalten auch dort gezeigt? Falls ja, würde ich gleich intervenieren und ihn nicht erst ankommen lassen, damit er merkt, welche Regeln bei euch gelten und sich sein Verhalten nicht verfestigt.

    Mit intervenieren meine ich natürlich nicht, ihn zu unterwerfen.

    Soweit möglich, würde ich andere Menschen, wie bereits oben beschrieben, bitten, ihn zu ignorieren. Nicht anschauen, nicht ansprechen, nicht streicheln!
    Allerdings ist es nach meiner Erfahrung so, dass selbst viele Hundehalter die Auffassung vertreten, mit jedem Hund klar zu kommen und meinen, ignorieren bedeute, Kontakt zu dem Hund aufnehmen zu müssen :-(

    Ich bin kein Profi und du bekommst hoffentlich noch Tipps von erfahreneren Haltern.

    Mit Sammi verfahre ich mittlerweile so, dass er keine Chance mehr bekommt, sein Verhalten durchzusetzen und ich ihm gleichzeitig die Individualdistanz verschaffe, die er braucht. Manchmal gelingt es mir leider nicht; diese Situationen sind zum Glück selten geworden.

    Ich rufe ihn bei Begegnungen mit fremden Menschen immer rechtzeitig ab. Im Zweifel bleibt er an der Leine. Wenn wir Menschen passieren ist er grundsätzlich an der den Menschen abgewandten Seite. Lange Zeit bin ich Bögen um die Menschen gegangen, soweit ausweichen möglich war.

    Ich habe ein Kommando "schau her", damit ich seine Aufmerksamkeit auf mich lenken kann. Er wird grundsätzlich gelobt, wenn wir Menschen passieren und er ist still bzw schaut auf mich.

    In der Wohnung hat er bei Besuch auf seinem Platz zu bleiben, bis ich ihn rufe.
    Wenn er dann wieder bellt, muss er gehen. Es reicht ein "AB" und er verschwindet ins Nachbarzimmer, bellt da aber durchaus weiter. Erst wenn er ruhig ist, darf er wieder kommen.
    Gleiches gilt für den Garten.

    Nie (!) würde ich es zulassen, dass andere Hundehalter ihn wegziehen, wenn er Mist macht. Das mache ausschließlich ich. Selbst wenn Sam von einem anderen Hund bedrängt wird, lasse ich die Hundehalter, die ihren Hund wegziehen wollen, nicht zu nah an Sammi. Ich rufe ihn ab und stelle mich zwischen ihn und den Fremdhund.

    Ich hoffe für dich, dass sich euer "Problem" nicht ausweitet. Ich hatte durch sowas ziemlich unangenehme Zeiten mit Sam.

    LG

  • Hallo!

    Ich schließe mich meinen Vorrednern in großen Zügen an!

    Ich habe hier auch so einen Vertreter, der es schlicht und einfach nicht mag, von anderen Menschen, die er kaum kennt, angefasst zu werden. Nach meinen Beobachtungen hat es nichts damit zu tun, dass er mich verteidigen will oder "dominant " ist (diese Eigenart wurde schon im TH festgestellt).

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Blickkontakt und Ansprechen durch Fremde sehr schwer zu steuern ist.
    Das Anfassen durch Dritte aber schon, das sehe ich im Ansatz und kann es unterbinden, wenn ich sehe, dass es meinem Hund unangenehm ist. Zum Glück trifft man ja auch sehr viele verständnisvolle Menschen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Alphs Misstrauen gegenüber Unbekannten sich verringert hat. Zum einen, weil ihn schlicht und einfach nicht jeder antatschen darf und er sicherer geworden ist. Zum anderen, weil es es positive (vor allem geduldige) Kontakte gab und gibt und er "gemerkt" hat, dass nicht jede Person auf der Straße ihm gleich ans Leder will.
    Zu einem Hund, der sich gleich vertrauensvoll sofort von jedem streicheln lässt, wird er wohl niemals werden. Aber damit kann ich leben.

    Was ich allerdings nicht toleriere, ist das Verbellen von anderen (das schon erwähnte "Abbruchsignal")

    Was auch noch zu überlegen wäre: hatte Boomer denn ausreichend Kontakt zu "fremden" Menschen im früheren Zuhause? Wenn nicht, muss er sich vielleicht erstmal an die "neuen Massen" gewöhnen.


  • Der ROTE FADEN den ich bei Deiner Schilderung sehe ist, das Boomer noch nicht gezeigt wurde wie er sich in den einzelnen Situationen ganz konkret Verhalten sollund muss.?
    WAS ER NICHT KENNT kann er nicht bringen!
    Er reagiert nach seiner Empfindung, deshalb zwangsläufig..
    Wenn Deine Freundin Ihn dann noch mit dem Rückenwurf bedroht, könnte er auch sich der erhöhten Bedrohung entsprechend erwehren, und heftig zubeissen.

    Klingt nach ziemlich "viel Gewalt" im Umgangsmuster.

    ZEIGEN WIE und wie nicht der Boomer sich konkret Verhalten darf, hilft da ganz schnell weiter, und damit der Grundgehorsam sich stabil entwickeln kann!


    WUFF


    MASSAvonSAMMY

  • Zitat

    Was mir nicht klar ist: wieso soll jeder diesen Hund streicheln dürfen?

    Das mit dem Streicheln ist ja nicht immer, war auch nur ein Beispiel. Es reicht auch aus wenn man ihn anschaut und redet - und dabei wohl in seinen Radius kommt. :???:

    Zitat

    Hallo Asmodiena,


    Warum hat denn der Vorbesitzer den Hund abgegeben?

    Hat Boomer dieses Verhalten auch dort gezeigt?

    Er wurde abgegeben, weil diese sich beruflich verändert haben und keine Zeit mehr hatten. Ob er das gleiche Verhalten auch bei ihnen zeigte werde ich auf jedem Fall noch mal nachfragen. :)

    Aber ich denke das ich eh die gleiche Anwort bekommen werde wie immer: "Bei uns hat er das nicht gemacht" :roll: Boomer ist wirklich ein toller Hund, aber er zeigt eben gerne das er das Sagen hat, Das zu unterbinden liegt nun an uns. Er passt auch in der Wohnung auf, wenn die Nachbarn nach Hause kommen gibt er Laut. Aber genau wie Jack - nur bei der einen Partei. Wenn Andere kommen ist er ruhig.

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    Zitat

    Was auch noch zu überlegen wäre: hatte Boomer denn ausreichend Kontakt zu "fremden" Menschen im früheren Zuhause? Wenn nicht, muss er sich vielleicht erstmal an die "neuen Massen" gewöhnen.

    Kontakt zu anderen Menschen? Der alte HH hat ihn eher so erzogen, dass er mit ihm Joggen war, Spaziergänge macht und ihn dabei so erzogen hat, dass er "aufs Wort gehorcht" kann das nicht besser beschreiben. Ich hatte ihm mal gefragt was er für "Macken" hat, da meine er "keine". Er sagte aber auch das er gut aufpassen würde, immer wenn seine Frau mit ihn am Abend raus ginge würde er knurren wenn er einen anderen Menschen sieht.

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    Mir wurde gesagt, dass er jeden Tag auf dem Truppi war. Wir waren am Donnerstag mit 8 weitern Hunde im Rudel unterwegs - keine Probleme. Ok, mit den einen Rüden hatte er sich zwischendurch mal, aber da sehe ich kein Problem, das kommt vor.

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    Zu anderen Menschen? Hmm ... keine Ahnung, Ich sagte ja das ich das Gefühl habe, dass Boomer ein auf dem Mann bezogener Hund ist, Er hört besser auf meinem Mann, ich bin auch der Meinugn das er kontrolliert. SObald mein Mann aus dem Haus geht (zb Müll raus bringen), rennt er zur Tür, fiept und gibt eigentlich erst wieder richtig Ruhe wenn mein Mann wieder in der Wohnung ist. Bei mir hat er das verhalten wohl auch, aber nicht so extrem.

    Zitat

    Der ROTE FADEN den ich bei Deiner Schilderung sehe ist, das Boomer noch nicht gezeigt wurde wie er sich in den einzelnen Situationen ganz konkret Verhalten sollund muss.?
    WAS ER NICHT KENNT kann er nicht bringen!
    Er reagiert nach seiner Empfindung, deshalb zwangsläufig..
    Wenn Deine Freundin Ihn dann noch mit dem Rückenwurf bedroht, könnte er auch sich der erhöhten Bedrohung entsprechend erwehren, und heftig zubeissen.

    Klingt nach ziemlich "viel Gewalt" im Umgangsmuster.

    danke für deine Mühe. :) Ich möchte noch einmal betonen, dass sie ihn NICHT unterworfen hat - auch nicht angedeutet. Dass sie ihn von ihren Hund weggezogen hat liegt daran, dass ihre Hündin Läufig war und Boomer immer drauf wollte. In der Situation hat die Hündin lange still gestanden - und sie war schneller beim Hund als ich

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    wir hatten den Spaziergang aber dann abgebrochen da es einfach keinen SInn mehr machte.


    Zitat


    Klingt nach ziemlich "viel Gewalt" im Umgangsmuster.

    Die Aussage verstehe ich nicht gleich - kannst du das bitte noch mal erklären?

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    Mir ist klar das ich mir viel Arbeit aufgehalst habe - aber ich wollte es ja nicht anders. Allerdings möchte ich gerade jetzt keinen Fehler machen und hole mir daher hier Vorschläge ein. Das nur noch mal zur Erklärung.

    Ich habe Montag eh noch einen Termin beim TA wegen Jack zum nachsehen wegen der OP. Ihn werde ich auch noch mal fragen. Ich bin zuversichtlich das wir das alles hinbekommen, es wird eben einige Zeit dauern.

    Auf jedem Fall werde ich umsetzen, dass Andere den Hund erst einmal ignorieren wenn man sich trifft. Schon einmal vielen Dank für Eure Anregungen.

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