Sterilisation - war es die richtige Entscheidung???

  • Die sehr kiritisch geführten Kastrationsthreads in diesem Forum haben nicht unerheblich dazu beigetragen, dass ich Janosch vor knapp zwei Jahren nicht kastrieren sondern sterilisieren habe lassen.
    Er war damals noch relativ jung und im Umgang mit anderen Rüden in der Tendenz auch eher unsicher und von daher habe ich einer Kastration eigentlich nix abgewinnen können...
    Bisher hat das eigentlich auch immer gut funktioniert...Emma wollte ihn sowieso nie und hat ihn auch während der Standhitze immer konsequent auf Abstand gehalten...das ist auch jetzt noch so...allerdings scheint eher immer schlechter damit klar zu kommen...
    Emma ist im Moment wieder läufig...seit drei Tagen in der Standhitze und hier zuhause liegen die Nerven blank...
    Janosch hat seit diesen drei Tagen nichts mehr gefressen, fast nicht geschlafen, fiept fast ununterbrochen und verfolgt Emma auf Schritt und Tritt. Die ist schon völlig genervt und fletscht schon mit den Zähnen, wenn er sich ihr nur nähert. Auch von uns wird Janosch recht häufig korrigiert, da dieses Gefiepe einfach unerträglich ist...
    Keiner von uns kommt im Moment wirklich zur Ruhe...
    Etwas nachdenklich bin ich seit heute Morgen, als meine Freundin erwähnte, dass wir ihm doch wahrscheinlich viel, viel Stress erspart hätten, wenn wir ihn damals einfach hätten kastrieren lassen...ganz unrecht hat sie damit wohl nicht...vielleicht wäre eine Kastration damals doch das Mittel der Wahl gewesen... :???:
    Andererseits...außerhalb von Emmas Läufigkeiten ist eigentlich alles in Ordnung. Janosch hat sich zu einem relativ souveränen Rüden entwickelt, sein Sexualtrieb ist auch nicht übermäßig stark ausgeprägt, so lassen ihn läufige Hündinnen in der Nachbarschaft absolut kalt, er lässt sich von läufigen Hündinnen abrufen etc. ...nur wenn "seine" Hündin läufig wird, dann scheinen bei ihm alle Sicherungen durchzubrennen...
    Ach...ich weiß auch nicht so genau...

  • Naja, es ist ja überhaupt nicht gesagt, dass er sich anders verhalten würde, wenn er kastriert wäre. Eine "eigene" läufige Hündin vor der Nase ist doch einfach der absolute Hormonhammer für Rüden.
    Du könntest es mit einer chemischen Kastration antesten, ob es Sinn machen würde bei der nächsten Läufigkeit. Kastrieren könntest du ihn ja immernoch, oder nicht? Und wenn er so ein souveräner Rüde ist, dann sollte ihn das ja auch nicht zu sehr aus der Bahn werfen.

    Aber kannst du ihn denn nicht einfach über die Stehtage irgendwohin geben? Das wäre doch das einfachste.

  • Früher hab ich ihn in Emmas Standhitze immer zu meinem Bruder gegeben...das geht jetzt allerdings nicht mehr...mein Bruder ist nach Berlin gezogen und ansonsten wüsste ich niemanden, der Janosch für mehrere Tage nehmen würde!

    Klar ist nicht gesagt, dass bei einer Kastration alles "besser" gelaufen wäre und ihn die Läufigkeit kaum tangieren würde...aber vielleicht ja doch...
    Ich hab ja täglich den Vergleich vor Augen...einer meiner Gassihunde...Rüde/11 Jahre/kastriert...der ist sowas von locker...schnuppert mal an Emma, leckt etwas an ihr rum und geht wieder...und das Krasse: Diesem Rüden bietet sich Emma ständig an, der dürfte sofort wenn er wollte...sie steht halt einfach nicht auf so Aufdringlichkeiten wie Janosch sie zeigt... ;)

  • Dann würde ich es mal mit diesem SuprelorinChip (oder so ähnlich) versuchen, wenn du meinst, dass es für Janosch so nicht weitergehen kann. Oder du bringst ihn für die Zeit nach Hamburg, Giaco würde ein souveräner Rüde mal ganz gut tun. :D

  • Wir haben momentan die gleiche Situation.
    Chayenne ist seit einer Woche läufig und Caruso (kastriert) ist zwar aufmerksamer als sonst, aber nicht übermäßig gestresst.
    Er schüffelt und läßt sein Mädchen nicht aus den Augen, bzw, läßt sich von ihr etwas mehr "mobben" als sonst, seinem Appetit tut es aber keinen Abbruch, und auch sonst macht er einen entspannten Eindruck.
    Ob das an der Kastra statt Sterilisation liegt vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.
    Ich schicke Euch eine Portion gute Nerven rüber...

  • Zitat

    wenn du meinst, dass es für Janosch so nicht weitergehen kann.

    Das ist halt die Frage, auf die ich im Moment keine genaue Antwort weiß!
    Wie gesagt, problematisch sind ja wirklich nur die Tage der Standhitze bei Emma...fremde läufige Hündinnen sind im relativ egal und auch wenn sich die Läufigkeit bei Emma ankündigt ist er noch absolut relaxt. Es handelt sich also um den Zeitraum von 4-5 Tagen alle 8 Monate (so lang ist nämlich Emmas Zyklus)...ihn dafür kastrieren zu lassen...ist das nicht wie mit Kanonen auf Spatzen schießen?

  • Zitat

    ...ihn dafür kastrieren zu lassen...ist das nicht wie mit Kanonen auf Spatzen schießen?

    Medizinisch gesehen schon.......diese paar Tage im Jahr sind sehr nervig, das kann ich mir vorstellen, wenn Hund am Rad dreht, fiepft, nicht frisst etc, pp.
    Tralfaz verhaelt sich genau so wenn Emma in Hitze ist (Tralfaz wurde aber vor 2 Tagen kastriert - also hat dies nun ein Ende).

    Deine Entscheidung richtet sich eben nun danach wie nervig es fuer Euch ist :)

  • Ja, also ICH denke der Hund kann damit leben! Und wenn ihr das auch könnt... Alle acht Monate, das wird er verkraften. Vielleicht wird er ja auch irgendwann nochmal relaxter, wenn er merkt dass er bei Emma niiiiiemals landen kann?!
    Wenn er nun aber auch die nächsten Wochen noch so durch den Wind ist und nichts frisst etc. würde ich es beim nächsten Mal noch beobachten und dann evtl. handeln. Aber 3-6 Tage Stress, alle 8 Monate...das geht schon.

  • Zitat


    Wenn er nun aber auch die nächsten Wochen noch so durch den Wind ist und nichts frisst etc. würde ich es beim nächsten Mal noch beobachten und dann evtl. handeln. Aber 3-6 Tage Stress, alle 8 Monate...das geht schon.

    Um den Hund selbst wuerde ich mir keine Sorgen machen.....die paar Tage Fasten Schaden einem Hund absolut nicht, solange er regelmaessig trinkt.

  • Zitat

    Etwas nachdenklich bin ich seit heute Morgen, als meine Freundin erwähnte, dass wir ihm doch wahrscheinlich viel, viel Stress erspart hätten,


    Und auf der anderen Seite vielleicht oder sogar wahrscheinlich viel Stress beschehrt. Gerade momentan, wo die Rüden jahreszeitlich bedingt sowieso ein wenig höher im Trieb stehen, wird mir erst richtig bewusst wie anders kastrierte Rüden von ihren intakten Geschlechtsgenossen behandelt werden :sad2:
    Ein Rüde bei uns auf dem Platz, ehrlich, da hab ich schon gesagt, den müsste man jedem Hundehalter, der seinen Rüden kastrieren lassen will, unter die Nase halten. Schrecklich :sad2: Der arme Hund tut mir so leid ... Selbst eine auf dem Platz befindliche läufige Hündin übt da weniger Reiz auf die Rüden aus :(

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