Unbekannter Besuch --- wieder Meideverhalten

  • ANZEIGE:
    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • Hallo,

    irgendwie kommt es mir so vor als wäre Deine Hündin bei Besuch völlig auf sich alleine gestellt.

    Was mir fehlt ist ein bisschen Anleitung von Dir.
    Sie möchte ja anscheinend bei Dir sein und nimmt auch den gruseligen Besuch in Kauf, denn sie kommt ja in die Räume wo der Besuch sich aufhält.
    Schließlich könnte sie sich ja auch zurückziehen.

    Hast Du mal versucht ihr genau mitzuteilen wie sie sich zu verhalten hat?
    Sie z.B. direkt auf ihren Platz zu schicken und sie dort verbleiben zu lassen?
    Sie muss gar keinen Kontakt zu Menschen aufnehmen, denn das wäre für sie viel zu viel. Sie kann sich zu Dir legen, oder auf ihren Platz gehen und gut ist es.
    Lediglich ignorieren sollte sie die Menschen.
    Wenn Du sie auf den Platz schicken möchtest und sie sich ruhig verhält, dann gibt es Leckerlis. Bellt sie ignorier das Bellen, es gibt keine Reaktion darauf. In dem Moment wo sie still ist, musst sie umgehen beachten und loben. Das ist viel Arbeit und man ist am Anfang nur mit dem Hund beschäftigt und hat von seinem Besuch nicht viel, aber es lohnt sich.

    Der Besuch kann dann auch wie Schoppenhauer schon sagte, mal ein Leckerli zu ihr werfen, wenn sie sich entspannt hat. In erster Linie geht es aber darum, dass sie sich so verhält wie Du es in der Situation möchtest und von daher würde ich sie die erste Zeit nur selbst bestätigen und der Besuch sollte sie einfach nur ignorieren.

    Ich würde sie im Moment daher auch noch nicht in die Situation bringen, dass sie das Leckerli von den Menschen direkt abholen soll.
    Das löst dann wieder einen Konflikt in ihr aus, denn sie muss selbst entscheiden ob sie hingeht oder nicht.
    Das kannst Du später machen wenn sie etwas sicherer ist.

    Gerade unsicheren Hunden tut man einen riesen Gefallen wenn man ihnen in den angsteinflößenden Situationen zeigt, was man von ihnen erwartet.

    Sie muss lernen, dass der Besuch von Dir gewünscht ist und dass dieser nicht angebellt werden muss, weil Du die Situation unter Kontrolle hast.

    Diese Sicherheit scheint ihr noch zu fehlen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg.
    Filou ist mittlerweile soweit, dass er sich selbst in seinen Korb legt wenn ihm die Menschen unheimlich sind. Bellen oder Knurren tut er überhaupt nicht mehr. Das hat aber bestimmt 4 Monate gedauert.
    Er geht nun zurück und nicht nach vorne, da er von mir eine Alternative aufgezeigt bekommen hat, die belohnt wird.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Hallo,

    danke für Eure tollen Antworten.

    Ich sag's mal so...: Die Theorie ist mir klar. An der Umsetzung mangelt es wohl etwas. Ich krieg es einfach nicht auf die Reihe, ihr diese Sicherheit zu vermitteln. Habe auch schon probiert, sie angeleint mit rüber zu nehmen. Bringt gar nix...hatte das Gefühl, sie reagiert noch stärker, weil sie in ihrer Bewegung eingeschränkt ist.

    Ich behalte sie bei mir. Im Wintergarten, wo wir meistens mit Besuch sitzen, hat sie einen Platz ganz in meiner Nähe. Auf den schicke ich sie auch und füttere sie dort. Timing ist bei ihr echt schwierig. Ist sie ruhig und ich will ihr was geben, kann sich in dem Moment der Besuch schon wieder "falsch" bewegt haben und sie bellt wieder (wo ich ihr grade das Leckerchen hinhalte). Wie bereits eingangs geschrieben, ist ihr Platz so gewählt, daß Besuch weder auf sie zu noch an ihr vorbei gehen muß, wenn er sich hier bewegt.

    jackie...: Wenn wir unterwegs Menschen sehen und ich bemerke, daß sie hinschaut, lobe ich bereits..."Feiiiin, ein Jogger...!" und sie bekommt Leckerchen. Bellt sie bereits (weil Straßenecke oder Hecke), hab ich schon spontan umgedreht und bin in die andere Richung gegangen oder bin großzügig ausgewichen (wenn möglich). Bellt sie, ignoriere ich das.

    Im Freilauf ist es noch ne Spur schwieriger. Hin und wieder terffen wir Hunde, mit denen sie super klar kommt, da leine ich sie auch ab. Aber das Herrchen ist ihr beispielsweise suspekt und sie bellt den mal an. Meist kommt dann von denen noch ein "Ich tu Dir doch nix...!" und dann ist es komplett vorbei bei ihr. Da komm ich aber an Ronja nur schwer ran. Auf die Pfeife reagiert sie, damit krieg ich sie abgerufen in so einer Situation. Hab aber langsam schon das Gefühl, sie lernt da ne Handlungskette.

    Sie rennt zu Leuten hin (?), verbellt sie und wenn sie den Pfiff hört, kommt sie direkt zu mir gerannt, setzt sich hin und erwartet nen Leckerchen. Das bekommt sie dann ja auch. Der Pfiff ist so das Super-Abruf-Signal, welches sehr gut funktioniert. Dafür wird sie auch belohnt. Aber manchmal glaub ich, sie rennt zu Leuten hin, um sie zu verbellen und dann auf den Pfiff zu warten für's Leckerchen.

    Manchmal klappt das alles sooooo toll. Letztens sind wir an ner engen Stelle ganz brav an ner älteren Frau mit so nem Rollwägelchen vorbeigekommen. Ronja hat null auf sie reagiert, lief locker neben mir, hat mich angeschaut. Mann, was war ich da stolz (war wirklich ne enge Stelle). Und das ist ne Situation, wo ich denke "Oh nein, jetzt bellt sie gleich...!". Denke ich mir im Vorfeld..."Nee, der ist weit genug weg...klappt schon...!" ist Pustekuchen...da rennt sie noch hin, um zu verbellen. Ich dachte immer, es ist andersrum. Wenn ich unsicher werde, weil sie gleich verbellen könnte, überträgt sich das auf den Hund. Bin ich sicher und gelassen...dann passiert es.

    Ich merke schon, das ist ne Never-Ending-Story.

    Ronja vertraut uns ansonsten vollkommen. Sie bleibt im Freilauf in unserer Nähe, dreht sich alle paar Meter um, sucht Blickkontakt zu uns. Ich kann ALLES mit ihr machen. Ich darf Pfoten, Ohren und auch den Fang "untersuchen", Zecken läßt sie sich ganz gelassen entfernen. Sie hat uns noch nie angeknurrt oder sowas. Nur in bezug auf fremde Menschen vertraut sie uns nicht. Bei allem anderen sucht sie Schutz bei uns (aufdringlicher Hund, lauter LKW...).

    Wie krieg ich das bloß hin...?

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

    PS.: Ist schon wieder lang geworden, sorry.

  • Zitat

    Hab aber langsam schon das Gefühl, sie lernt da ne Handlungskette.

    Sie rennt zu Leuten hin (?), verbellt sie und wenn sie den Pfiff hört, kommt sie direkt zu mir gerannt, setzt sich hin und erwartet nen Leckerchen. Das bekommt sie dann ja auch. Der Pfiff ist so das Super-Abruf-Signal, welches sehr gut funktioniert. Dafür wird sie auch belohnt. Aber manchmal glaub ich, sie rennt zu Leuten hin, um sie zu verbellen und dann auf den Pfiff zu warten für's Leckerchen.

    Das ist natürlich blöd.

    Was passiert denn, wenn Du nicht pfeifst, und einfach weggehst? Natürlich nur, wenn Du das andere Herrchen vorher eingeweiht hast ;)

  • Hallo,

    hab ich auch schon probiert. Normaler weise guckt sie sofort, wenn ich mich entferne und flitzt hinterher. Wenn sie aber da am Bellen ist, scheint es mir, als sei sie in Trance.

    Irgendwann (dauert aber ne ganze Weile) bemerkt sie, daß ich weg bin und dann kommt sie auch. Ich finde das dem Verbellten gegenüber aber sehr unhöflich. Da ist man in ner Zwickmühle, echt. Und wenn sie dann erst recht auf sich allein gestellt ist, habe ich auch Angst, daß sie (wenn derjenige noch auf sie einquatscht) doch mal angreift.

    Danke für Eure Hilfe hier, find ich echt klasse, daß Ihr versucht, das zu analysieren und mir Rat zu geben.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Hallo Betty,

    also ich würd auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie im Freilauf nicht mehr die Möglichkeit hat Menschen zu verbellen. Dieses Verhalten ist für Ronja selbstbelohnend, Mensch weicht nur minimal zurück, und somit hat sie genau das erreicht was sie will. Also Hund an die Schleppleine, wir benutzen eine 5 Meter Schlepp, und wirklich nur noch dort frei laufen lassen, wo du Fremde schon von weitem siehst und früh genug reagieren kannst. Auch würd ich das Anbellen nicht ignorieren. Bei uns wird das Anbellen mit einem scharfen Nein kommentiert einfach um ihr zu vermitteln, dass dieses Verhalten nicht ok ist.
    Draußen haben wir das Problem mittlerweile gut in den Griff bekommen....bei Besuch geht es uns gleich wie dir und ich denke wir haben noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns. Vor allem weiß ich genau, wie du dich fühlst und schick dir ganz viel Durchhaltevermögen :gut:

  • Hallo,

    danke Moonrise..!

    Schleppleine scheint ne gute Idee zu sein. Ist zwar immer blöd, wenn man dann auf Hunde trifft. Will ihr ja den Sozialkontakt nicht nehmen, da sie sich mit allen Hundis gut versteht (sie spricht sehr gut hündisch) und immer mehr Selbstvertrauen gewinnt durch Artgenossenkontakte. Das will ich ihr nicht nehmen, aber an der Schleppe find ich Spielen und Toben mehr als blöd und gefährlich.

    Ich finde da schon nen Kompromiß, aber die Gelegenheit zum Verbellen darf sie nie nicht haben, das ist mir klar.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Ist doch schon mal super, wenn sie gut hündisch spricht und mit anderen Hunden gut verträglich ist :smile: Und wenn du auf einen HH triffst der für sie ok ist, dann kannst du die Schlepp ja einfach am Boden schleifen lassen...machen wir auch immer so.
    Lg, Gabi

  • Bezüglich Verhaltenskette. Das ist tatsächlich ein Ding, das man dem Hund schnell "beigebracht" hat.

    Meine Vorrednerinnen haben es ja auch schon erwähnt, ich sage es nochmal, gib ihr keine Chance, ihr "altes" Verhalten anwenden zu können.
    Schleppleine ist eine gute Idee. Ich würde eher einmal Sozialkontakt zu einem Hundefreund verbieten, wenn das Risiko besteht, dass sie das Herrchen möglicherweise komisch findet.

    Um nochmal auf die Verhaltenskette zurückzukommen. Beobachte deinen Hund sehr, sehr genau. Bevor sie mit dem Verbellen loslegt, verändert sie ihre Körpersprache. Sie wird vorher wahrscheinlich kurz fixieren, Körperschwerpunkt geht möglicherweise nach vorne (Ohren vor, Rute hoch,...). Und genau diesen Moment, bevor sie loslegt, mußt du ausnutzten, um die Situation noch ins Positive abzuwenden.
    Ich weiß, das ist schwierig, vor Allem muß man schnell sein, seinen Hund kennen, und wirklich jede Sekunde aufmerksam sein. Aber das kann man lernen.
    Arbeitest du mit Clicker oder Markerwort?

  • Hallo,

    clickern ist nicht so das richtige für uns. Hier zu Hause haben wir es mal ausprobiert, aber Ronja ist zu hibbelig dafür, hab ich den Eindruck. Das "Ding" macht sie zu nervös.

    Das Superwort ist "Fein"...! Das wirkt wie der Clicker. Da weiß sie, daß sie was gut gemacht hat und ich habe dadurch auch ein paar Sekunden Zeit, sie mit nem Leckerchen zu belohnen. Bei "Fein" schaut sie mich immer erwartungsvoll an.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!