SCHLEPPLEINE viele Fragen

  • Also, ich hab hier viele Fragen bezüglich Schleppleinentraining.
    Ich bin einmal die Woche mit meiner Laica (etwas über 4 Monate) in der Hundeschule und da führt sie sich auf wie Harry. Hängst in der Leine, will die ganze Zeit nur spielen und ich hab Phasen wo sie vor Lauter Spiellaune dann gar nicht richtig ansprechbar für mich ist. Abgesehen davon klappt das Abrufen dort fast gar nicht, weil Hunde ja viel interessanter sind - päh. Ich glaube die Hundetrainerin hält uns schon für einen Härtefall :lol:
    Spaß beisteite - ich habe dann während der letzten Stunde mit Schleppleine halt geübt durch die anderen Hunde zu spazieren und das ging auch ganz gut. Jedenfalls hat die Trainerin mir Schleppleinentraining angeraten.
    So nun ein paar Fakten:
    also normalerweise hab ich eine Route wo ich sie frei laufen lassen kann, hören (abrufen) ist je nach Tagesform so lala aber wird besser!
    je größer die Ablenkung, desto schlechter natürlich (aber ein Stück weit ist das doch normal, grade in dem Alter?!)
    wir treffen regelmäßig Hunde, mit denen sie schön und relativ wild spielt - wenn ich sehe anderer Hund ist ohne Leine unterwegs lass ich Laica auch und sie wartet meist liegend bis der andere Hund kommt
    Ich möchte ihr eigentlich das Spielen nicht nehmen, aber Schleppleine bedeutet doch keine freilaufenden Spaziergänge vorerst, oder? Und so wie sie beim Spielen rast halte ich ne Leine nur für Verletzungsgefährdung?!
    Und wie den Anfang bestreiten, erstmal nur spazieren und loben wenn Leine locker und rufen erst später einbringen? Sollte ich dann gar nicht mal stehen bleiben zum Schnüffeln lassen? Oder eben so Situationen nach kurzer Schnüffelzeit zum rufen nutzen?
    und was mir wirklich am Herzen liegt nochmal zum Schluß -
    kann ich abwechseln zwischen freilaufenden Spaziergängen und welcher mit Schlepp oder macht es das hinüber???

    sorry wegen der Länge

    Rebecca

  • Hallo Rebecca, einige deiner Fragen koennten auch von mir sein.
    Helfen kann ich darum noch nicht, aber ich erzaehl mal wie's bei mir aussieht:
    Ich hab nen 4,5 Monate alten Rabauken, der sich bis vor kurzem beim Freilauf immer gut abrufen liess. Bis er dann selbstaendiger wurde und die Ablenkungen durch andere Hunde einige Male zu gross waren und ich den Fehler gemacht hab, ihn von zu weit weg zu rufen, so dass er mich bequem ignorieren konnte :/ War natuerlich bloed, und ich weiss es inzwischen besser. Auf jeden Fall wurde mir aber gleich von der Welpenstunden-Trainerin und anderen HH geraten: Schlepp dran, und so schnell nicht wieder ab!

    Bevor ich den Hund bekommen habe, habe ich schon ueber Schleppleinen-Training beim Welpen gelesen und fand es klang total gut und einleuchtend. Aber inzwischen hasse ich das Ding! Der Kleine verheddert sich staendig drin, wickelt mich ein, oder er beisst staendig rein weil ihn das Gewickel wohl auch nervt. Ausserdem, wenn er nicht abgelenkt ist, laeuft er immer total nah bei mir, so dass es fast schon laecherlich aussieht, dass der Hund an ner 10 m Leine ist und mir fast am Bein klebt (davon abgesehen rennt er mal vor, links, rechts, zurueck, um mich herum, und ich bin dadurch staendig am seilhuepfen damit ich nicht hinfalle). Beim Spielen mit anderen Hunden mach ich sie wegen der Verletzungsgefahr eh immer ab. Das Anleinen danach klappt zwar anstandslos, aber weil ich mich mit dem Ableinen so beeile, hab ich danach immer nen riesigen Gordischen Knoten in der Hand und brauch erst mal ne Ewigkeit zum Entwirren, ohne mich oder den Hund dabei zu erdrosseln... :hilfe:

    Liebe Schlepp-User, wie macht Ihr das?
    Am liebsten wuerd ich das Ding nur auspacken, wenn beim Gassigehen viel los ist und ihn ansonsten ohne laufen lassen. Aber wenn dann doch mal ne Situation passiert, wo ich ihn rufen muss und er nicht kommt, ist der Effekt ja dahin, oder? Also konsequent Schleppe dran, immer und um jeden Preis? :schockiert: Und sollte man dem Hund dann ne bestimmte "Leinenfuehrigkeit" fuer die Schleppleine beibringen?

  • Hallo ihr Zwei,

    also, das Problem ist wohl ein bisschen, dass ihr, wenn ihr euch entschließt, mit HuSchu-Trainerin, also auf deren Anleitung, mit Schleppleine zu trainieren, es auch so machen solltet, wie deren Trainingsplan es vorsieht.

    Ich persönlich habe beste Erfahrungen mit der Schlepp bei Welpen gemacht, mache es aber individuell - und auch ein wenig anders als im Link.

    Aber, wenn ihr möchtet, berichte ich gerne von meinen ERfahrungen(zu spät, sonst lest halt nicht weiter ;)

    Aufgrund unserer Wohnsituation konnte ich meine Frida gerade mal eine Woche lang frei zuhause laufen lassen (im Garten waren Nachbars Karnickel, d.h. Zaun durchlässig, und vor dem Haus ist eine kleine, aber viel befahrene Straße). Sie ist es also von der 9. Woche an gewöhnt, die 10 m Schlepp am Hals zu haben, wobei ich sie die ersten vier Wochen noch getragen habe (Die Leine, nicht den Hund). Seither schleppt sie sie hinter sich her. Ich habe eine dicke, robuste, die sich zwar auch immer mal verknotet, die aber gut zu sehen ist und über die man auch mit dem Fahrrad z.B. rüberfahren kann.
    So. Natürlich ist die Schlepp nicht dazu geeignet, einem 'Welpen das Abrufen auf sicherem Gelände unter extremer Ablenkung im Alter von 4 Monaten beizubringen. Dazu gibt es andere verstärkende Methoden, wie Pfeife, Superleckerlies etc - aber so ganz hundertprozentig wird das sicher noch nicht gelingen.
    Ich nutze die Leine also, um generell immer wieder Kommandos wie "Halt warte" (klappt schon super), "langsam" (wichtig, um ihr von vornherein ein Gefühl für die maximal zulässige Entfernung von mir zu geben - erst genau die 10 m, später kann man das Kommando nach Geschmack und Nerven einsetzen), und gelegentlich auch "Hier" zu üben. Auch Impulskontrolle kann ich so schon früh Recht effektiv trainieren. Aber man muss natürlich aufpassen: Immer nur mit einem gut sitzenden Geschirr benutzen. Frida hat auf diese Weise supergut gelernt, auf den Wegen zu bleiben. (Will sie durch den Zaun oder ins Gebüsch: Kommando: "Halt" und bei Nichtgehorchen auf die Leine treten) und erst nach Beweglichem zu jagen, wenn ich "Los" sage. Nie das Loben vergessen, wenns klappt natürlich. So.

    Dazu kam die Leinenführigkeit, die ich auch an der Schlepp geübt habe. Dazu habe ich sie aufgerollt, bis etwa 2 m übrig waren, das Kommando "Zivil" eingeführt und mit Leckerchen und Richtungswechseln sie dahin gelenkt, dass sie auf mich achtet.

    Bei Fuß dagegen, hab ich erstmal an der langen Leine (bzw. auch mal ohne) mit Lecker alle paar m geübt und dann an der kurzen Welpenleine, dazu fand ich die Schlepp in der Hand auch zu unhandlich. Sehr gut vor jedem Kommando: Schau her, bei Blickkontakt loben (ist aber egal ob mit oder ohne Schlepp).

    Also, ich schätze einfach die Sicherheit und Kontrolle, die ich bei maximaler Freiheit habe - aber natürlich muss man gucken, wo man hinläuft und man muss eine Zeitlang mit dreckigen Händen leben (eine "Stadtleine" hab ich zusätzlich, 2 m).

    Und: Ich lasse Frida, dort wo es einigermaßen sicher ist (also, entweder in begrenzten Bereichen, weit genug von zuhause entfernt, dass sie ohne mich aufgeschmissen wäre, oder auch mit schon abrufbaren Hunden) beim Toben von der Leine.
    Das ist in vielen "Lehrbüchern" nicht vorgesehen, hat unserem Trainingserfolg aber nicht geschadet. Man muss in diesen Situationen nur darauf achten, dass man die Kommandos nur dann gibt, wenn Welpi auch aufnahmebereit ist, sonst geh lieber weg, damit sie folgt oder sprich Dich mit anderen HHs von schon älteren Hunden ab. Sonst ist die Gefahr, dass Welpi lernt: Schlepp ab, ich muss nicht hören, tatsächlich zu groß.

    Ich weiß auch nicht, ob ich Welpenbesitzern, die sicher und ländlich genug wohnen, zum Einsatz der Schlepp so früh raten würde. Da würde ich vielleicht warten, bis ihr den Jagdtrieb oder dergl. bearbeiten müsst. Für mich ist sie ideal.

    Aber sie ist nicht das ulitimative Mittel, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Da würde ich den Clicker und Superleckerlies für geeigneter halten.
    Also mit "Schau her" und Käse oder Würstl in der Tasche die Aufmerksamkeit auf mich lenken, sie eben mir laufen lassen, immer mal wieder belohnen etc. und eine Weile (länger gehts halt noch nicht) dann üben. Das hat m.E. mit der Schlepp aber nix zu tun.

    LG
    Kirsten

  • och da bin ich ja mal enigermaßen beruhigt das manchmal Interesse an anderen Objekten in dem Alter normal ist - danke für deine ausführliche Beschreibung Kirsten!
    Ich bin halt etwas verunsichert, weil eigentlich find ich klappt das abrufen ganz passabel auch draußen vor allem wenn ich Spiele mache. Nur in der Welpenstunde denkt sie dann nur noch an Spielen und macht halt so Späße wie Leinenziehen (obwohl sie das sonst gar nicht macht) und generelles aufdrehen, deswegen auch der Vorschlag der Trainerin.
    Meint ihr ich kann auch so ne Art "Gehorsamkeits" Spaziergänge mit Schlepp machen und ein andermal freie Spaziergänge und wenn sie da nicht hört an die Schlepp??? Oder ist das dann für die Katz?
    Ich will ihr eigentlich nicht die Freiheit nehmen, sie ist ja schließlich noch nie einfach so auf andere Hunde losgesprintet oder mir komplett weggelaufen. Nur manchmal akzeptiert sie ne große Distanz zu mir wenn ich weitergehe und sprintet dafür dann den Weg zu mir.
    Meint ihr ich sollte jetzt die Schlepp dauerhaft einseten???

    ups schon wieder so lang...

  • Hallo,
    also, zu dem Zweck eignet sich die Schlepp natürlich gut - nur dann musst Du sie zum dem Zweck eben schon auch längere Zeit ununterbrochen einsetzen. Also, wenn du z.B. einen bestimmten Weg üben willst oder grundsätzich das Gefühl für Entfernung. Dann musst Du sie bei diesen Gelegenheiten, bei denen es Dir wichtig ist, schon auch einigen Wochen nutzen, bis es sitzt. Und wenn Du es dann mit Freilauf versuchst und es klappt noch nicht wieder. Weil, wie gesagt, der Nachteil ist, wenn sie kapiert: Mit Schlepp 10 m, ohne die weite Welt, machst Du es Dir nur schwerer.

    Aber sag mal: In der Welpenstunde sollst du eine Schlepp benutzen, weil sie sich vom Spielen nicht abrufen lässt? Hab ich das richtig verstanden?

    Das ist doch kaum praktikabel. Also, ich fänds schrecklich, wenn beim Welpenspielen (bzw. hätte es gefunden, ist vorbei bei uns), ein Welpe mit Schleppleine dabei gewesen wäre.
    Das find ich zu gefährlich, deshalb mach ich sie auch immer ab, wenn mehrere Hunde zusammen spielen. Lieber mal auf ein Freispiel verzichten, wenn z.B. eine Straße in der Nähe ist oder so.
    Hm. KLär das doch noch mal auf, bitte, interessiert mich, der Ansatz

    LG
    Kirsten

  • nö nicht während der Spielphase an die Schlepp! Da darf sie dann auch so mittoben. Es war halt die eigentliche Ruhephase, wo ein Hund bspw. ein Suchspiel macht und die anderen an der Leine warten bis sie dran sind. Naja und meine Laica hat dann nie Bock Ruhe zu halten sondern versucht mehr oder weniger ständig einen von den anderen doch zum Spielen zu animieren... Dann bin ich also zur Übung mit Schlepp an den anderen vorbei und durch etc. Was dann auch gut klappt.

    Ich bin halt unschlüssig, ob ich sie für ne gewisse Zeit so konsequent an die Schlepp nehmen will. Ich hatte jetzt noch kein AhaErlebnis wegen dem ich jetzt sage so geht es nicht weiter...

    Mannomann, aber der Einsatz ab und zu ist also Schwachsinn?!
    Das Problem ist halt, dass sie selbst an der kurzen Leine unter normalen Umständen echt gut läuft und wenn mal ein ziehen kommt ist das mit Richtungswechsel sofort behoben und ok.

    tjaja, ich glaub ich bin zu weich :roll:

    Rebecca

  • Was für eine Rasse ist denn Dein Hund? Jagdtrieb zu erwarten? Wie groß wird er?

    Also, nicht dass ich finde, die Fußhupen sollten sich alles herausnehmen können und die Großen müssten das alles mit stoischer Gelassenheit ertragen. Aber es gibt halt Rassen, bei denen Freilauf immer schwieriger werden wird, weil sie großen Jagdtrieb haben oder andere Leute auch Angst haben, wenn er dann nicht supergut pariert. Also bei so einem besonders jagdtriebigen HUnd würd ich schon zur Schlepp raten, weil Du ihm die Freiheit sonst im Zweifel für sehr lange Zeit einschränken musst. Aber, ein kleiner ELO oder dergl. ist sicher einfacher zu handeln, wenn er auch mal nicht so doll pariert.
    Ich selbst hab einen eher explosiven Mix aus Shepheard und wohl irgendeinem Terriermix. Da gehe ich lieber auf Nummer Sicher und lege schon wert, auf gute Abrufbarkeit und guten Grundgehorsam. Und das erreicht man nur mit Konsequenz. Nur kann man das mit 4 Monaten einfach noch nicht wirklich erwarten, mit oder ohne Schlepp.
    Aber nach meiner Erfahrung - auch mit meinem alten, ehem. Schäfermix, ist an dem Satz: "1 Jahr Schleppleine - der Rest des Lebens frei" schon was dran....
    Ich bin aber auch überhaupt keine Prinzipienreiterin, es gibt unterschiedliche Methoden - Arbeit, Geduld und Konsequenz braucht es immer.
    Viel Erfolg also (und dann bin ich ja beruhigt, das macht schon mehr Sinn in eurer HuSchu)!
    Kirsten

  • äh ja, meine ist definitiv keine Fußhupe!
    Mischling Münsterländer/Berhardiner Münsterländer/Husky - deswegen ist es mir ja wichtig, dass sie eben später gut hört. Aber Leute anspringen ist draußen zum Glück nicht. Mit Jagdtrieb weiß nicht ob sich das in dem Alter schon deutlich zeigt? Gehe oft auf Feldern und da zeigt sie manchmal Interesse an Raben oder so - als sie letztens welchen hinterher wollte konnte ich sie allerdings mit rufen und Spielzeug sogar auf dem Weg dorthin zurückrufen :gut: yiepieeehhh (naja, da die sofort losgeflattert sind hat Laica vielleicht auch nur ausgerechnet, dass sie die eh nicht bekommt)
    Tjaja, muss wohl für die Entscheidung noch in mich gehen. Es ist ja einfach so, dass sie es jetzt einfach schneller lernen würde, gell?

    Halt dich auf dem Laufenden.
    Vielen Dank jedenfalls für das viele Mitdenken!
    LG Rebecca

  • Ui, soviel MÜnsterländer...
    Ich fürchte, da musst Du spätestens im Frühling, wenn die jungen Karnickel hoppeln und sogar die Rehkitze da sind - und er seinen Jagdtrieb (meist zw. 6 u.12 Mon.) entdeckt, schon aufpassen mit dem Freilauf. Denk dran, wenn er - gerade in der Brutzeit - auf dem Feld eine Hetzjagd veranstaltet, und der Jäger sieht es... . Das nimmt kein schönes Ende.
    Zum Trost: Es gibt auch 20 m Schleppleinen ;)
    Jetzt musst Du aber wirklich selbst entscheiden.
    Halte Ausschau nach Berichten.
    Liebe Grüße
    Kirsten

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