ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Zitat

    Dass er quasi gemerkt hat, dass er die Wahl hat, und das jetzt gründlich ausnutzt.
    Das bedeutet für mich wohl, mit der Schleppe wieder von vorne anzufangen... Mist. Ist echt doof, wenn man so einen selbstständigen, intelligenten Hund hat...

    Der intelligente Hund lernt dann aber auch, dass er frei ist, sobald die Leine ab ist und nur an der Leine hören muss. Vielleicht macht es hier Sinn, wirklich ablenkungsarm ohne Leine zu üben, damit er merkt, die gleichen Regeln gelten. Eben weil er so intelligent ist.


    Jurena:

    Lena würde die Vögel aufscheuchen und verfolgen, solange sie parallel zur Erde fliegen und nicht höher als 50cm-1meter. Vögel die hochfliegen sind völlig uninteressant.

    Fährten folgt mein Hund kaum, sie ist Sichtjäger, verfolgt "Fährten" maximal dann, wenn sie beim rumlaufen im Feld durch Zufall sehr nah (5 Meter oder so) an einen im Gras versteckten Hasen herankommt und kreist ihn dann ein. Allerdings habe ich immer das Gefühl, dass das unkoordiniert ist, sie mehr nach "das riecht aber lecker" geht, und mehr oder weniger über das Hasenvieh stolpert. Sie ist nämlich immer ganz baff gewesen, wenn dann was vor ihr hochgehüpft ist (bei ihren zwei Hetzerfolgen ist sie dann aber auch hinterher).

    Weg ist sie für meine Begriffe zulange, sie hat die zwei mal jeweils etwa 1 Kilometer weit gehetzt und kam dann auf direktem Weg zurück. Allerdings beides auf freiem Feld, gefühlt waren das jeweils Stunden die sie weg war, vermutlich aber eher unter 1 Minute. Im Wald hat sie noch nie gehetzt, die Möglichkeit habe ich ihr nie gegeben.

  • Danke für die Tipps, das Buch bestelle ich gleich.
    Wir haben zwar keinen Superschlachtruf, aber einen Superpfiff, d.h. die Pfeife kommt nur in solchen Momenten zum Einsatz. Dann kommt der Jackpot.
    Sie hat aber weder auf ihre Pfeife reagiert, noch auf die Leckerlietüte in meiner Hand....
    Noch was, das hab ich in der Aufregung gar nicht erzählt. Neben dem Hühnerstall waren auch Ziegen. Die hat Lucy auch noch zusammen getrieben wie ein Hütehund. Richtig angepirscht und dann alle in eine Richtung. Wenn eine aus der Reihe getanzt ist gleich wieder. Ich dacht ich spinne. Sie ist ein Malteser!

    Mich haben die Kommentare von meinen Schwiegereltern in spe so aufgeregt:

    " Ist doch nichts passiert, das darf man nicht überbewerten!"
    "Ist halt ein junger Hund, der spielen wollte. Das machen doch alle jungen Hunde"
    " Du darfst nicht vergessen. Lucy hat auch einen Charakter, das darf man ihr nicht nehmen"
    " wenn nichts passiert ist, vergess den Vorfall, anleinen bringt da nichts"
    " Hör nicht immer auf das, was dir in irgendwelchen Foren erzählt wird!
    " Benny hat das früher auch gemacht. wir wussten ja, dass er den Vogel nicht erwischt. Dann durfte er das auch"- Benny ist wohlgemerkt einer der schlechterzogensten Hunde, die ich kenne

    Sooo ein dummes Geschwätz

  • Moin Moin.

    Ich hab grad den geschlossenen Thread gelesen zum Thema Antijagdbereich.

    Und ich habe gerade den Beweis dafür zuhause, dass AJT nichts mit der normalen Hundeerziehung zu tun hat.

    AJT kommt einfach noch zu kurz, Gehorsam wird allerdings ständig abverlangt.... dennoch wird er schlechter. Ich hatte das schonmal hier geschrieben. Kurz war es wieder besser, jetzt kann ich sie wieder nicht belasten, auslasten, einem Jaghund entsprechend, schon werde ich zunehmend uninteressanter.

    Meine Pfeife, mein Rückhalt, meine handlungsunabhängige Versicherung ist futsch!
    Und das hat nix mit Gehorsam zu tun.

    Ich bin so deprimiert!!! Und ich habe noch immer kein Internet.
    Wird auch noch dauern.

    Ich fand die Argumentation der Mods nicht sonderlich gut, ganz objektiv betrachtet muss ich das leider wirklich sagen, ich hab hier langsam selber kein Bock mehr, alle Beiträge zu lesen, es sind zu viele.

    Mein Beitrag für die Knowledge Base (falls noch aktuell) wird auch noch auf sich warten lassen müssen.

    Einerseits zeigt mir Missy inzwischen Krähen an (sie steht), andererseits ist sie immer abgelenkter im Gehölz durch das fehlende oder mangelhafte Training.

    Und jeder, der das Verhalten meines Hundes mit schlechtem Grundgehorsam begründet, ist unfähig, in solcherlei Angelegenheiten Beurteilungen auszusprechen.

    Gehts nicht um Tierchen, parriert sie.

    Aber je weniger ich sie auslaste, je weniger sie mitt mir jagt, desto weniger orientiert sie sich auch im Alltag, also außerhalb des Gehölzes, an mir.

    Ist halt sone ziemlich ganzheitliche Angelegenheit.

    Aber was solls, dann finde ich, dass jeder bitte sein persönliches Problem künftig, und sei es noch so "banal", als eigenene Thread im >Erziehungsbereich aufmacht.

    Ich bin mal gespannt^^

    So, wieder off auf unbestimmte Zeit.

    Einen lieben Gruß an alle Mitleidenden^^

  • Ich muss euch jetzt mal von unserem gestrigen Besuch im Hundeverein erzählen!
    Wir machen da nochmal einen Basiskurs (Hund ist zwar schon 14 Monate, aber er macht bei fremden Hunden öfters mal Theater :roll: ) und nun haben wir eine neue Trainerin bekommen.

    Sie hat einen Jack Russel Terrier und hat mir nun Tipps fürs "Nicht-jagen" gegeben - und zwar eben ganz anders als das bisherige SL-training.
    Sie meinte dass mein Hund (Border Terrier) für SL allein zu clever ist, da er genau merkt ob er angeleint ist oder nicht - das stimmt auch, wenn er al der SL ist versucht er gar nicht mehr im Wald in die Büsche zu springen, nur wenn er frei ist.

    Sie empfahl mir nun zu "clickern" und so die Aufmerksamkeit des Hundes mehr auf mich zu lenken damit er sich stärker auf mich konzentriert.
    Bei ihr hat das wohl sehr gut geklappt, sie sagt ihre 5-jährige Hündin zu 99% im Griff zu haben.

    Was haltet ihr davon? Clickern gegen jagen? :hilfe:


    Ich mein cklickern schadet ja sicher nicht, auch wie sie mir das erklärt hat war plausibel - aber geht das wirklich???

  • Zitat

    Frag mal Pia Gröning

    OK, hast du mir grad mal die Telefonnummer? ;)

    Nee Quatsch, danke für den Tipp, ich werd den Namen hier mal in die Suchufunktion eingeben bzw googeln! Dachte mir schon dass es vielleicht auch Literatur zu der Methode gibt - aber wie finden?

  • Clickern GEGEN Jagen funktioniert sicherlich nicht. Du kannst dem Hund mit dem Click ja nicht klar machen, was er NICHT soll.

    Clickern um gewünschtes Verhalten zu bestätigen - und damit Jagttrieb umlenken - das kann funktionieren.

    Ich clickere viel mit Lena, clickere z.b. Blickkontakte oder auch ausgeführte, einfache Befehle in der Reiszumgebung Kaninchenwiese (Bau an Bau, in der Dämmerung hocken da an die 30 Kaninchen - also die Hölle für meinen Hund). Aber ich würde sie da nie ohne Schlepp hinnehmen, denn die Absicherung benötige ich einfach.

    Ich trainiere teils mit, teils ohne Schlepp - wobei die Schlepp bei mir eher kein Trainingsmittel ist, sondern einfach die Absicherung, damit sie keinen Jagterfolg (bzw. Hetzerfolg) hat.

    Wenn du dich also in Gebieten bewegst, wo du sicher sein kannst, dass dein Hund nicht jagen gehen wird, kannst du natürlich leinenlos und mit Clicker losziehen, um z.b. zu festigen, dass er auf dem Weg bleibt, dass er nicht ins Unterholz stöbern geht etc. Aber in Gebieten, wo die Gefahr besteht, dass er dir doch mal entwischt und Jagt/Hetzerfolg hat, würde ich es immer mit der Schlepp absichern. Denn ein Erfolg auf Hundeseite wirft dich weit zurück.

    Auch mein Hund geht an der Schlepp anders, als ohne. Aber ohne Absicherung geht einfach in gewissen Gebieten nicht. Und ein anders Mittel gibt es halt nicht sie zu stoppen, wenn sie 5 Meter vor mir einem flüchtenden Feldhasen nachsetzen will.

  • "Clickern", also die punktgenaue Bestätigung einer gewünschten Handlung ist unerlässlich beim Vorstehen zum Beispiel, bzw bei der Impulskontrolle. Von daher, klar muss das definitiv mit ins Training eingebaut werden.

    Das Stehenbleiben, das Ablegen, das Warten, das Zurückschauen, das Hetzen, das alles und noch mehr muss natürlich in irgendeiner Form bestätigt werden, damit der Hund lernen kann, wie er sich an dir orientierend zu Erfolg gelangt.

    Keine Ahnung was SL- Training ist, ich hab ne Schleppleine dran, wenn ich Missy nicht 99% unter Kontrolle hab bzw wenn die Gefahr besteht, dass die Kontrolle nachlassen könnte.

    Eine SL ist ne Absicherung. Mehr nicht.

  • Huhu,

    also wollte von uns einmal berichten. Kira ist ja nicht das Problemkind, da ihr Jagdtrieb doch recht schwach ist (wobei laut der Mods ist das ja auch normal, auch wenn sie Hasen killt und frisst), aber egal.
    Luna darf die letzten Wochen wegen Läufigkeit ja kaum von der Leine. Wir fahren aber daher ziemlich viel Fahrrad und mir gefällt, dass sie sich da wirklich auf mich konzentriert, selbst wenn Katzen oder sonst was da sind.

    Nun, mich beschäftigt momentan aber etwas anderes. Wir haben einen "Hier-Pfiff", der gut gefeiert wird, wenn die Mädels kommen. Um ihn aber zu festigen, pfeif ich öfter mal.
    Nun die Frage, ist es sinnvoll, zusätzlich nen Superpfiff einzuführen, wo es was noch besseres gibt? Oder wäre es zuviel, bzw. würde Hund nicht unterscheiden oder so?
    Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht?

  • Darf ich mal, nur so als Anregung fürs AJT-Verständnis, drei Fragen in den Raum werfen, mit der Bitte um Antwort ?!

    1. Welchen Sinn hat das Superkommando (für euch), den das normale HIER nicht hat ?

    2. Könnt ihr eure Hunde zu 100% von anderen Hunden abrufen
    - wenn sie auf dem Weg zu denen sind
    - wenn sie im Spiel sind
    - wenn sie ein Laufspiel von euch weg spielen ?

    3. Gebt eurem Hund Futter (Pansen, NaFu, ...), geht 5 Schritte zurück und ruft. Kommt der Hund ?

    Gruß, staffy

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