Mal wieder das Thema jagen.....

  • Hi,

    ich hatte mal in einem anderen Thread berichtet, daß wir am Anfang unsere Hunde Krähen haben jagen lassen. Rein subjektiv habe ich das Gefühl, dadurch haben damals wir ihren Jagdtrieb verstärkt.

    Nun habe ich eine Bekannte, deren Mann ihren Jagdhund (fragt mich nicht nach der Rasse, so kniehoch und braun) jagdlich ausbildet.

    Die waren jetzt im Urlaub auf Sylt und haben den Hund Möven jagen lassen. Der Züchter des Hundes, der auch Jagdhunde ausbildet, hat gesagt, das wäre gut. Da der Hund ja nicht zum Erfolg kommen und deshalb irgendwann von alleine aufgeben würde und das dann auch auf anderes Wild übertragen.

    Hmm Wulfen und Prof haben nie eine Krähe bekommen, ich hatte jedoch nicht den Eindruck, es würde ihren "Spaß" beeinträchtigen.

    Was haltet ihr davon? Das Jagen/Hetzen allein ist doch schon selbstbelohnend...

    Oder ist es so, wenn der Hund durch seine Handlung nicht zum Erfolg kommt, er sie einstellt? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    Auf der anderen Seite bildet der Mann Jagdhunde aus und muß was davon verstehen.

    Verwirrte Grüße
    Angie

  • Ich glaub da ist schon was dran. Bisher hab ich nämlich noch keinem meiner Hunde das Jagen von Krähen untersagt, alle haben es in ihrer Junghundezeit getan und alle haben es im Laufe der Zeit von alleine eingestellt, eben weil sie nie zum Erfolg gekommen sind.
    Vielleicht hab ich bisher auch einfach Glück gehabt mit meinen Hunden, ich weiß es nicht...
    Die Aussage, dass der Hund das jedoch auch irgendwann auf anderes Wild überträgt halte ich jedoch für relativen Blödsinn... ;)

  • Zitat

    Auf der anderen Seite bildet der Mann Jagdhunde aus und muß was davon verstehen.

    Na ja :D

    Na im Ernst. Ich habe auch schon gehört, dass Hunde die Vögel jagen durften es irgendwann aufgegeben haben. Erst gestern hat mir genaus das wieder ein Setter Halter erzählt. Sicher bin ich mir nicht. Der Mann von dem ich meine Hündin habe handhabt es mit ihrer Mutter (Vizsla) genauso. Er hat die Hpndin gut unter Kontrolle, sie "fragt" ob sie jagen darf. Ab und zu gönnt er ihr dann quasi als Belohnung die Vogeljagd in einem Krähenfeld. Heisst: ER schickt den Hund zum jagen los. Das passiert nicht oft und eventuell hat die Hündin deswegen auch noch nicht die Nase voll von Vögeln :ka: Gut, der Vizsla hetzt auch nicht, er macht das Wild nur hochflüchtig aber ob das ein Unterschied macht in Sachen Selbstbelohnung? Ich habe überlegt ob ich es mit Milla mal genauso mache. Aber ich würde gerne auch noch andere Meinungen dazu hören.

  • Es ist schon so, dass die allermeisten das Jagen von Vögeln von selber wieder einstellen, aber eben nicht alle. Ich habe bei meiner Hündin die Krähenjagdphase dazu genutzt an ihrer Impulskontrolle zu arbeiten. Wenn sie Krähen fixiert hat, habe ich sie absitzen lassen. Tat sie das prompt und blieb auch sitzen, durfte sie sie zur Belohnung hochmachen - oft habe ich selber dabei geholfen. :D Sie hat sich ihre Kooperationsbereitschaft angesichts von potentieller Beute verstärkt. Da wir täglich Krähen getroffen haben, konnte ich so das Jagdverhalten recht schnell unter Kontrolle bringen.

  • Ich glaube das ist ne schwierige Sache.

    Bei einigen Hunden lernen, dass sie die Vögel ja eh nie erwischen und sie lassen die Jagerei danach. Bei einigen Hunden reicht es, ihnen ab und zu zu gestatten Krähen o.ä. hochzumachen. Als Impulskontrolle sozusagen...

    Einige Hunde kapieren aber nicht, dass sie Vögel nicht erwischen und machen es immer und immer wieder. Einigen Hunden macht allein das Hochmachen soviel Spaß, dass sie es immer und immer wieder machen.

    Das kommt so sehr auf den einzelnen Hund an, ob schon das Hetzen in soweit selbstbelohnend ist, dass diese Belohnung ausreicht, den Halter komplett zu ignorieren und bei jedweder Gelegenheit durchzustarten.

    Mein Labrador zählt zu der ersten Sorte Hund. Ich habe es ihm ab und an erlaubt, die Vögel o.ä. hochzumachen. Das war nur förderlich für die Bindung an mich und seinen Gehorsam am Wild. Ich würde sowas aber nie nie nie jemandem empfehlen.

    Ein schwiergier und schmaler Grat finde ich.

    Dass ein Hund, der merkt, ich kriege Krähen nicht, sich auch denkt "hei, dann werd ich auch keine Rehe/Hasen/Fasane/Kaninchen mehr kriegen, also lass ichs lieber" halte ich auch für Blödsinn...

  • Zitat

    Es ist schon so, dass die allermeisten das Jagen von Vögeln von selber wieder einstellen, aber eben nicht alle. Ich habe bei meiner Hündin die Krähenjagdphase dazu genutzt an ihrer Impulskontrolle zu arbeiten. Wenn sie Krähen fixiert hat, habe ich sie absitzen lassen. Tat sie das prompt und blieb auch sitzen, durfte sie sie zur Belohnung hochmachen - oft habe ich selber dabei geholfen. :D Sie hat sich ihre Kooperationsbereitschaft angesichts von potentieller Beute verstärkt. Da wir täglich Krähen getroffen haben, konnte ich so das Jagdverhalten recht schnell unter Kontrolle bringen.

    Genau das meinte ich. Vielen Dank :gut:

  • Ich denke, es kommt auch darauf an, was dem Hund am Jagen gefällt: die Beute, das schnelle Rennen ... Schließlich gibt es unterschiedliche "Jäger": Sichtjäger und Nasenjäger.

  • Hallo,

    ich denke, es ist eine Gratwanderung.

    Manch einem Hund mag es zu blöd werden, die Vögel zu jagen, die er eh nicht bekommt, doch es gibt auch Hunde, die ihr Leben lang Vögel jagen.

    Selbstbelohnend ist in meinen Augen jedes Hetzen oder Jagen und kein Tier hat es verdient, gejagt zu werden.

    Ob die Jäger ihre Hunde immer so gut ausbilden, bezweifle ich stark, weil ich ein paar "Jägerhunde" kenne, die einen sehr schlechten Gehorsam haben und jagen, obwohl sie es nicht dürften.

    Wie naija es macht, bei der Jagd nach Vögeln die Impulskontrolle zu trainieren, ist eine super tolle Sache.

    solltest du versuchen..

  • Zitat

    Es ist schon so, dass die allermeisten das Jagen von Vögeln von selber wieder einstellen, aber eben nicht alle. Ich habe bei meiner Hündin die Krähenjagdphase dazu genutzt an ihrer Impulskontrolle zu arbeiten. Wenn sie Krähen fixiert hat, habe ich sie absitzen lassen. Tat sie das prompt und blieb auch sitzen, durfte sie sie zur Belohnung hochmachen - oft habe ich selber dabei geholfen. :D Sie hat sich ihre Kooperationsbereitschaft angesichts von potentieller Beute verstärkt. Da wir täglich Krähen getroffen haben, konnte ich so das Jagdverhalten recht schnell unter Kontrolle bringen.

    Wir haben später dann auch an der Impulskontrolle mit den Krähen, die ja immer da waren zum Üben, gearbeitet. Allerdings gab es als Belohnung nicht das Aufjagen, sondern der Dummy wurde geworfen. Die Belohnung "Krähen jagen". Ich hätte zu viel Angst gehabt, das Hetzen wäre dann doch aufregender.

    Die beiden sind eindeutig Sichtjäger. Wenn sie Wild riechen, sieht man es ihnen natürlich an aber sie folgen dem Geruch nicht. Der auslösende Reiz ist immer die Sicht. am größten ist er natürlich, wenn das Wild läuft.

    Gruß
    Angie

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