Ich verstehe meinen Welpen nicht - sie dreht völlig durch.

  • Hallo, ich stecke wohl zurzeit in der selben Phase :D

    meine kleine ist 9 Wochen alt und dreht zwischendurch immer total auf... sobald ich mich aber vor den Computer setze ... oder anfange zu putzen, legt sie sich in die ecke und pennt !

    Was mir mehr zu schaffen macht ist diese knabberei... bei den spitzen zähnchen ! Vielleicht habt ihr ja Tipps wie ich das so schnell wie möglich unterbinde... bei meiner großen hat es geholfen, wenn wir gejault haben wenn sie zugebissen hat, was die kleine allerdings noch mehr hochpuscht !

    LG

  • Natürlich steht zu Beginn der Überlegung, für welche Hunderasse man sich entscheiden soll, die Optik im Vordergrund. Wer das abstreitet, der lügt. Ich kenne keinen Hundebesitzer, der sich freiwillig einen Hund ins Haus holt, den er absolut hässlich findet, außer der praktische Nutzen hat absolut Vorrang (Hütehund, Blindenhund, Polizei...). Nach dieser Entscheidung haben wir uns über die Charaktere der einzelnen Rassen informiert und uns schließlich klar dafür entschieden, statt einen Familienhund, der nebenher mitläuft, einen schlauen und auch fordernden Hund auszuwählen, mit dem man sich auch intensiv auseinandersetzen muss. Die "Gassi-Runde" als Beschäftigung - das wollten wir nicht. Es sollte ein Hund sein, mit dem man sich aktiv auseinandersetzen muss und gemeinsam eben Hundesport betreiben kann. Der Hund soll letztlich mit uns leben und nicht - wie bei so vielen Familien - nur nebenher. Darum der Border Collie. Wir hätten auch einen Aussie genommen, die von ihrer Art etwas ruhiger sein sollen, aber dann kam uns Minja dazwischen ;) Und da sie von ihren Eigenschaften her eh ein sehr vorsichtiger und ruhiger Welpe ist, kommt uns das als Anfänger schon recht.
    Zum "Aufdrehen": es bessert sich zunehmend. Wir unterbinden sofort sämtliche Sachen, die sie zusätzlich aufdreht (Knabbern am Sofa etc.) und fordern sie geistig mit Suchspielen oder ein paar Kommandoübungen. Danach wird kurz gekuschelt und am Knochen geknabbert und sie schläft langsam ein. Entweder bei uns und wir tragen sie in ihre Box oder sie geht von selbst hinein und fällt förmlich "um" :) Sie ist auf jeden Fall schon viel ruhiger - der Tipp mit der Kopfbeschäftigung war sehr hilfreich! Danke!
    Das Knabbern - wenn´s zu feste wird - mit einem "Jaulen" zu stoppen, klappt bei uns prima. Da müssen Dir leider die "Profis" weiterhelfen :)

  • Der BC ist nicht die schwierigste, arbeitsintensivste am meisten fordernde Hunderasse - die Annahme ist Quatsch, genauso wie die weit verbreitete Meinung, diese Hunde bräuchten besonders zeitaufwendige Bespaßung. Genausowenig ist ein Aussie die ruhigere Alternative oder ein "Border light". Nein, das, was den BC als Familien- oder auch Sporthund problematisch macht, ist seine Spezialisierung. Während der Aussie eher ein Allrounder ist, ist die Wahrscheinlichkeit, einen "Hütefreak" zu erwischen beim BC höher. Und das ist der Knackpunkt und mit der Grund, weshalb die BC-Nothilfen über einen Mangel an Arbeit nicht klagen können. Was mache ich nämlich mit einem BC, der hüten will, der es wirklich braucht wie die Luft zum Atmen, es aber nicht darf oder kann, dessen Trieb sich ein Ventil sucht im Jagen von Joggern, im Hüten von Autos und Schatten oder im wadenzwickenden Zusammentreiben von Kindern? Da wird es dann nämlich schwierig.
    Die Arbeit an Schafen ist für einen Hund mit den entsprechenden Anlagen durch Nichts zu ersetzen. Während bspw. viele Jagdhunde je nach Anlage mit Fährte, Mantrailing, Dummyarbeit etc. beschäftigt werden können, gibt es für den Hüter keine Alternative zum Schaf. Denn nirgends sonst kann er seine Fähigkeiten richtig einsetzen.
    Sicher, es gibt viele BCs, die mit Hundesport, rettungshundearbeit o.ä. ausgelastet und zufrieden sind - und wahscheinlich genauso viele, die schon beim Anblick einer Frisbee abdrehen oder wild kläffend und irgendwie durchgeknallt über den Agilityparcour rasen. Das Problem ist nur, dass dem Welpen vom "Privatzüchter" eben nicht anzusehen ist, wie er sich vom Wesen her mal entwickeln wird.
    Nun haißt all das nicht, dass die Anschaffung eines BC-Welpen automatisch in der Katastrophe enden muß. Aber wenn der Hund dann schon da ist, weil es eben unbedingt die Rasse sein sollte, dann sollte man doch immer im Hinterkopf haben, was der BC an rassespezifischen Eigenheiten so mit sich bringt. Event. muß man nämlich später, wenn sich das Wesen des Hundes herauskristallisiert, Kompromisse schließen und findet sich dann vielleicht auf der Schafweide beim Hütetraining statt beim Dogfrisbeetunier wieder ;).

    Ich selbst habe ja "nur" einen BC-Mix und dieser hat zwar optisch viel vom BC mitbekommen im Wesen aber eher nicht. Glück gehabt, muß ich da sagen, denn ich bin reichlich naiv und mit sehr allgemein gehaltenem Wissen an den Welpenkauf gegangen. Und die Aussage, Leilas Vater sei ein ruhiger Vertreter seiner Art (kann ich nicht beurteieln, ich habe ihre Eltern nie gesehen), habe ich ohne weiteres Nachdenken erstmal so hingenommen. Hätte ich wirklich nachgedacht, hätte ich mich mit der Rasse vorher wirklich beschäftigt, dann würde meine Hündin jetzt wohl nicht dösend unter meinen Schreibtsich liegen. Denn ich wollte ja einen "Familienhund" mit event. Eignung für Hundesport und da wäre sie vom Mix her eher durchs Raster gefallen. Es ist gut, dass es anders gekommen ist, aber es hätte auch ein böses Erwachen für mich egebn können. Und heute sehe ich einiges anders und seit ich mich mit BCs etwas intensiver beschäftigt habe, ist auch klar, dass ich nicht nochmal so blauäugig an einen Hundekauf herangehen werde.
    Klar, gerade beim BC ist die Optik verlockend - mittelgroßer Hund mit nicht zu langem Fell, schöner Zeichnung etc. und dazu noch intelligent. Keine Frage, die Hunde sind ansprechend (auch ohne "Schweinchen Babe" je gesehen zu haben). Und genau das wird manchen Vertretern der Rasse immer wieder zum Verhängnis (dem Aussie geht es da übrigens nur unwesentlich besser)...

    Was ich geschrieben habe soll keine Kritik sein (zumal ich ja selber mehr als genug Fehler in der Vergangenheit gemacht habe), sondern nur eine kurze Erklärung und ein Denkanstoss.

    Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück und Spaß mit eurer Kleinen!

    Ihr seid ja offensichtlich schon auf dem richtigen Weg.

  • Kein Problem, bin ja dankbar über Tipps, Hinweise oder aber auch Kritik von erfahrenen BC-Haltern!

    Unsere Privatzüchter haben den Wurf nur zugelassen, weil sie zum einen Nachkommen des alternden, von einer guten BC-Linie stammenden (muss zugeben, dass uns die ganzen Edellinien und Ahnentitel gar nichts sagen) Vaters haben und zum anderen selber auch zwei Welpen für´s spätere Hüten ausbilden wollten. Sie selber haben einen kleinen Viehhof und haben schon darauf geachtet, welche Welpen in der Anfangszeit welchen Charakter und welch starken Hütetrieb aufweisen. Das lag ja schließlich auch in ihrem eigenen Interesse. Daher denke ich schon, dass wir gut beraten wurden und auch hoffentlich das nötige Glück bei der Auswahl hatten, da wir zugegebenermaßen ähnlich naiv an die Sache herangegangen sind. Die Mutter von Minja hat übrigens auch was von einem Aussie drin, daher ist unsere Kleine auch nicht reinrassig.

    Aber interessant, Deine Meinung zu lesen. Denn das ist aus meiner Neuling-Perspektive auch ein kleines Problem: es gibt scheinbar unendlich viele Ansichten, sowohl bezüglich der Hundeerziehung allgemein, als auch auf Border Collies bezogen. Das macht die Sache nicht wirklich leichter :???: Man hat irgendwann einen Mix aus "Büchern, Züchter, Internet, Hundeschule, anderen Hundehaltern...", die garantiert nicht alle derselben Meinung sind. Ich glaube, das "Filtern" von Ratschlägen ist auch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe des Hundeneulings, um sich nicht verrückt machen zu lassen. Anhören ja, Nachdenken ja, aber auch die eigenen Erfahrungen nicht außer Acht lassen. Schließlich ist ja auch jeder Hund anders...

  • Zitat

    Kein Problem, bin ja dankbar über Tipps, Hinweise oder aber auch Kritik von erfahrenen BC-Haltern!

    Unsere Privatzüchter haben den Wurf nur zugelassen, weil sie zum einen Nachkommen des alternden, von einer guten BC-Linie stammenden (muss zugeben, dass uns die ganzen Edellinien und Ahnentitel gar nichts sagen) Vaters haben und zum anderen selber auch zwei Welpen für´s spätere Hüten ausbilden wollten.

    Mit dem Begriff Ahnen kann ich was Anfangen. Mit Linie auch. Aber was ist eine Edellinie und ein Ahnentitel?

    Zitat

    Sie selber haben einen kleinen Viehhof und haben schon darauf geachtet, welche Welpen in der Anfangszeit welchen Charakter und welch starken Hütetrieb aufweisen.

    Hütetrieb bei einem Welpen erkennen? Da kann man noch nichts erkennen. Der Jagdinstinkt entwickelt sich doch erst noch. Erst nach der Pubertät wirst Du da bei Deinem Hund mehr wissen :wink:

    Zitat

    Die Mutter von Minja hat übrigens auch was von einem Aussie drin, daher ist unsere Kleine auch nicht reinrassig.

    Hui, Aussie-Border-Mix. Da bin ich - ganz ehrlich - so gar kein Fan von. Die vielen gegensätzlichen Eigenschaften machen es oft schwer für die Hunde. Sowohl bei der Arbeit als auch im Alltag.

    Dass Dein Hund derartige Probleme hat, wenn ihr sie mit rausnehmt, also in fremde Umgebung, ist natürlich nicht so schön. Ich würde daher die Beschäftigung ersteinmal hintenanstellen und das ganz intensiv üben bevor sie in die erste Angstphase kommt. Und zwar solltest Du nicht mit ihr wieder gehen, wenn sie gestresst ist. Warte solange bis sie sich in die Situation eingefunden hat und weniger Stressanzeichen zeigt, dann erst gehen :wink: Sonst bringst Du ihr bei: Ich reg mich auf, dann isses vorbei :wink:

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo!!! Ich arbeite schon lange im Tierheim und ich sehe jeden Tag wie überforderte Hundehalter ankommen.Die haben sich die Rasse geholt weil die süß aussehen aber nicht informiert sind was die eigentlich brauchen und was man machen muß (z.b. Jagd.-Hütehunde u.s.w.) wie euer BC,das ist viel Arbeit was ihr euch ins Haus geholt habt.Wärd ihr ins Tierheim gegangen die hätten euch beraten. BC ist wircklich eine schwierige Rasse !!!

    MfG Sabine u.Doggie Spike

  • Hi,
    Also ich verstehe hier manche Meinungen nicht ganz :???:
    Es wurde eine Frage gestellt wegen dem Aufdrehen!! Alle die hier was sagen, nennen die Rasse und sagen wie schwer sie doch zu Händeln ist!
    So wie ich es verstanden habe, hat sich Milo H. schon genau Informiert über die Rasse! Und ich kann immer wieder nur sagen...Hund ist Hund!!
    Und jeder Hund ist anders!
    Auch ein Ausi-Border-Mix ist "nur ein Hund" und wenn man genug mit ihm Arbeitet und seine Bedürfnisse kennt und fördert...man Konsequent bei der Sache ist, dann sehe ich da keine Probleme!!
    Wir selber haben einen Hovawart...auch der erste Hund...und er dreht Abends "auch" immer auf, genau wie bei euch  Milo H. :^^: Das machen Welpen eben, genau wie kleine Kinder die übermüdet sind und einfach noch mal voll los legen!!! Was sich dann aber auch schnell wieder ändert :roll:
    Ist doch klar, das so viele neue Eindrücke da sind, das müssen die kleinen ja auch ersteinmal verarbeiten!
    Uns wird auch immer gesagt...wie konntet ihr euch nur ein Hovi ins Haus holen!!! Ganz ehrlich...ich kann es nicht mehr hören!!!
    Ich denke, das die HUNSCH sehr wichtig ist...für euch und die Kleine :^^:
    Ich wünsche euch alles Gute...und ganz viel Spaß mit der Kleinen :^^:

  • Zitat


    Auch ein Ausi-Border-Mix ist "nur ein Hund" und wenn man genug mit ihm Arbeitet und seine Bedürfnisse kennt und fördert...man Konsequent bei der Sache ist, dann sehe ich da keine Probleme!!

    Naja, so einfach ist es nicht. Jede Rasse hat ihre Besonderheiten und die sollte man schon kennen und das von Anfang an im Auge haben.

    Genug arbeiten... Bedürfnisse fördern... Das wäre dann die Arbeit am Vieh. Was in diesem Alter wohl noch nicht relevant sein dürfte. :wink:

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Hi,
    Also ich verstehe hier manche Meinungen nicht ganz :???:
    Es wurde eine Frage gestellt wegen dem Aufdrehen!! Alle die hier was sagen, nennen die Rasse und sagen wie schwer sie doch zu Händeln ist!
    So wie ich es verstanden habe, hat sich Milo H. schon genau Informiert über die Rasse! Und ich kann immer wieder nur sagen...Hund ist Hund!!
    Und jeder Hund ist anders!

    :gut: Das find ich ne gute Anmerkung...bin weder Hunde und schon gar kein BC_Experte,aber ich fand auch:Es wird ne Frage gestellt nach dem "Aufdrehen" und dann gleich sowas :roll: ...


    Zum "Aufdrehen" kann ich dir,MiloH nur sagen:Genau diese Frage hab ich vor einigen Wochen hier auch gestellt...ich dachte nämlich auch Emily(übrigens KEIN BC,sondern ein Podenco-Mix) ist völlig :irre: ...

    Aber ich wurde aufgeklärt und wusste:Sie ist "normal",verhält sich genauso wie die allermeisten Welpen,ob nun BC,Dackel,Pudel oder JRT... ;)

  • Die unterschiedlichen Reaktionen waren schon interessant. Aus einer scheinbar gar nicht so besonders problematischen Sache wurden richtige Grundsatzdiskussionen geführt, bei der ich zwischenzeitlich sogar das Gefühl bekam, ich müsste mich für Minja rechtfertigen. Aber scheinbar waren "BC", "Anfänger" und "Welpe" Schlagworte, die hier sofort die Alarmglocken anschlagen lassen. Ist wahrscheinlich auch nicht verkehrt aufgrund der BC-Besonderheiten, aber konstruktive Tipps für die Zukunft wären wohl hilfreicher als Vorwürfe und Kritik über etwas, das jetzt nicht mehr rückgängig zu machen ist - denn Minja wieder abzugeben ist keinen Gedanken wert. Man gibt ja auch kein Kind ins Heim, nur weil es als lebhafter ist als man sich erhoffte.

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