Drehen vom Hund verhindern

  • Wir haben unsere Bonny (Schäferhundmischling 7 1/2 Jahre alt) jetzt schon seit 5 Monaten aus dem Tierheim geholt.
    Erstmal zur Vorgeschichte. Sie wurde als Welpe oft im Zwinger gehalten. Dadurch dreht sie sich und beißt sich oft in den Schwanz. Sie wurde schon 3mal abgegeben und hatte es nie besonders gut. Da sie auch falsch ernährt wurde sind alle Wirbel miteinander verwachsen. Dadurch kann es jeden Tag passieren das sie anfängt zu lahmen oder nicht mehr laufen kann. Es kann aber auch noch lange gut gehen. Der Arzt meinte man kann nichts machen.
    Mein Problem ist das drehen. Ich habe Angst das sie sich eines Tages dabei verletzen könnte. Wenn sie sich dreht hat sie so einen komischen Blick und bekommt nicht viel um sich herum mit. Wenn sie dann in den Schwanz beißen will würde sie glaube ich auch nicht merken ob ich meine Hand da habe. Deshalb ist es schwer sie in dem Moment festzuhalten.

    Sie dreht sich aus Freude. Wenn z.B. mein Freund heim kommt. Aus Streß wenn wir z.B. Besuch bekommen oder wenn wir mal bei jemand zu Besuch sind. Wenn wir z.B. spazieren gehen und setzen uns kurz auf eine Bank dreht sie sich auch schon. Wenn ich ihr Futter in den Napf tue dreht sie sich immer.
    Wir sagen immer sofort NEIN. Zu Hause schaut sie uns an und manchmal hört sie auf. Aber oft stiert sie den Schwanz an. Sie in dem Moment angreifen und vom Schwanz wegziehen ist nicht ungefährlich. Deshalb versuchen wir es immer mit dem NEIN und manchmal hilft es ihr den Kong zu geben. Dann kaut sie drauf rum und alles ist gut. Aber das hilft halt leider nicht immer.
    Drausen ist es schwerer. An der Leine dreht sie sich beim spazieren gehen nicht mehr. Ohne Leine auf einem Weg lang geht es auch. Auf einer Wiese sieht es anders aus. Manchmal geht es gut. Aber es gibt auch viele Tage wo sie sich dreht. Wärend sie sich dreht belt sie auch. Wenn wir sie rufen reagiert sie nicht. Wir sind auch schon öfters weiter gegangen. Damit sie hinterher kommt. Sie merkt dann aber nicht das wir gehen. Alles was dann hilft ist sie zwischen meine Beine zu nehmen so das sie sich nicht drehen kann. Sie streicheln und sich beruhigen lassen. Dann an die Leine nehmen und weiter gehen.
    Im Tierheim meinten sie das sie ganz am Anfang nicht in der Lage war an der Leine über ein Feld zu gehen. Sie haben 2Leinen gebraucht um sie ruhig zu bekommen. Sie haben mir abgeraten mit ihr über ein Feld zu gehen.
    Das ist bei uns auf jeden Fall besser geworden. Am Anfang hat sie sich an der Leine gedreht als ich mit ihr über eine Wiese gegangen bin. Das ist jetzt nicht mehr. Auch wenn mein Freund heim kommt dreht sie sich nicht mehr so sehr.
    Trotzdem habe ich das Gefühl das es in letzter Zeit nicht besser wird.
    Ich möchte mit ihr ohne Leine spazieren gehen ohne dieses ständige drehen.
    Ich möchte Besuch bekommen und selber mit ihr zu anderen gehen ohne die ganze Zeit auf sie zu achten. Es wäre schön wenn sie sich einfach neben mich legt und wenigstens mal eine halbe Stunde da auch bleiben kann. Ohne aufzuspringen und sich zu drehen. Sie hat einfach dann kein Ruhe.

    So das war jetzt sehr lang.
    Ich hoffe jemand hat es durchgelesen und kann mir einen Tipp geben wie ich es verbessern kann.
    Vieleicht hat ja auch jemand schon ein ähnliches Problem gehabt?
    Danke für die hoffentlich zahlreichen Antworten.

  • drehe du dich doch sofort um wenn sie sich beginnt zu drehen z.b. wenns futter gibt und zack dann gibts erstmal kein futter,
    oder verlasse generell den raum wenn sowaspassiert und lobe das nicht drehen du übst das mit futter in einer ecke des raumes wo sie keinen platz hat zum drehen ;)

  • Zitat

    Zu Hause schaut sie uns an und manchmal hört sie auf. Aber oft stiert sie den Schwanz an. Sie in dem Moment angreifen und vom Schwanz wegziehen ist nicht ungefährlich.

    Nicht verbieten sondern ihr Verhalten umleiten in dem Moment; sprich: ihre Aufmerksamkeit auf ein Ausweichverhalten lenken.

    Was Du beschreibst (der verwirrte Blick, die Aggression beim unterbrechen) hoert sich sehr stark nach idiopathic rage, einer Zwangsstoerung an.

    Im schlimmsten Fall festigt sich solch ein Fehlverhalten dermassen das es zur manischen Routine wird......ich wuerde das definitiv nicht auf die leichte Schulter nehmen sondern einen Verhaltenstherapeuten aufsuchen.
    Ich sehe berufsbedingt viele solcher Faelle und was diese ALLE gemeinsam haben ist das es niemals von selbst und nur durch Training abgestellt werden kann.

  • wie tagakm schrieb: manchmal helfen sogar nur noch medikamente... Aber das wäre es wert, weil solche Neurosen super viel Streß für den Hund bedeuten, was auch die Organe auf Dauer schädigen kann....

  • Wenn ich ihr Futter gebe und sie dreht sich höre ich auch sofort auf es weiter in die Schüssel zu geben. Ich sage dann NEIN und erst wenn sie mich ansieht sage ich FEIN und mache weiter.
    Wenn ich aus dem Zimmer gehen würde, würde sich sich trotzdem drehen. Dann hört sie ja nicht mehr auf damit.
    Ach ich hab vergessen zu erwähnen wenn sie sich drehen will weiß sie das ich es nicht will. Meist geht sie in eine Ecke oder einen anderen Raum. Das hat sie am Anfang nicht gemacht. Da war es ihr egal ob ich es sehe.
    So einen kleinen Raum habe ich nicht. Das sie sich nicht drehen kann. Sie braucht da nicht viel Platz. Oft macht sie es ja auch auf ihrem Hundekissen. Je weniger Platz um so eher hat sie den Schwanz im Maul.

  • Zitat


    Ach ich hab vergessen zu erwähnen wenn sie sich drehen will weiß sie das ich es nicht will.

    Das ist eine vermenschlichte Ansicht....sie weiss nicht das Du das Verhalten nicht willst....sie merkt nur das dieses Verhalten von Dir mit Missmut quittiert wird.
    Solches Verhalten ist zwanghaft, nicht freiwillig......suche mit ihr einen Verhaltensterapheut auf.

    Wenn sie schlaeft und wird ploetzlich aufgeweckt, wie reagiert sie dabei?

  • Ja, ich denke es ist so wie tagkam schrieb. Es ist zwanghaft. Oft fangen intelligente Hunde das an, weil sie absolut unterfordert sind, was ja in diesem Fall passen würde.

    Da dein Hund schon sehr alt ist, hat sich das vermutlich total gefestigt. Dazu kommt, dass er Wirbelsäulenprobleme hat. Das kann auch weh tun. Über dieses Drehen wird dein Hund Streß abbauen.

    Ob du da überhaupt noch was machen kannst, keine Ahnung. Aber wegen der Wirbelsäule würde ich mal dringend klären, ob man da nicht wenigstens was machen kann, dass der Hund keine Schmerzen hat. Hört sich nach Spondylose an. Dann wird vielleicht der ganze Hund ruhiger.

    LG Schopenhauer

  • Ich würde wohl versuchen, den Hund erstmal so gut wie möglich im Auge zu behalten, ihr Aufgaben zu geben, ihr Ersatzbeschäftigungen zu geben, damit das Verhalten im Besten Fall gar nicht mehr gezeigt wird.. Mit dem Futter: Ich würde wohl erstmal aus der Hand füttern, dabei immer ein Schau, Sitz, Platz oder was auch immer verlangen... Draußen, den Hund bei entsprechenden Situationen schon VORHER so ablenken, daß er das Verhalten gar nicht erst zeigt... Bei Besuch oder ähnlichem: immer genug gefüllte vorbereitete, vielleicht auch eingefrorene Kongs da liegen haben, ihr VOR dem Verhalten geben....
    Ohne Leine erst mal nur mit Ihr üben, spielen, damit sie abgelenkt ist und nicht auf die Idee mit dem Verhalten kommt...

    Insgesamt würde ich sie wohl versuchen viel auszulasten...
    Desweiteren kann mit Fütterung, Nahrungsergänzungsmitteln, DAP Spray/Zerstäuber den Streßpegel vom Hund insgesamt senken....

  • Hallo,

    ...hast Du sie schon einmal dem TA wegen dieser Sache vorgestellt?

    Gerade bei dem Wissen um eine Schädigung der Wirbelsäule und der
    Intensität dieser Zwangshandlung würde ich eine neurologische Ab-
    klärung machen lassen.

    liebe Grüsse ... Patrick

  • Hi,
    also Therapeut würde ich auch empfehlen. Hier nur eine Idee von mir: wenn Ihr unterwegs merkt, sie will drehen, sei es aus Freude oder Streß, dann rennt doch einfach mit ihr ein Stückchen ("Hey!" rufen, damit Ihr die Aufmerksamkeit sofort vom Drehen weg auf Euch lenkt, und loslaufen, vielleicht vorher Ball in die Laufrichtung werfen und dem folgen, Tempo natürlich der kaputten Wirbelsäule angepaßt!), vielleicht nimmt sie dieses Verhalten als Alternative an? Mein Großer rennt unheimlich gern einfach mal ´ne große Runde, wenn er gut drauf ist oder sich über etwas freut oder einfach Streß abbauen muß.
    Oder eben andere Alternativen zeigen: ins Körbchen legen bei Streß, Platz machen, Knochen anbieten zum Kauen (Achtung, nicht wenn sie schon am Drehen ist, sonst belohnt Ihr das Drehen damit!) o.ä.
    Dabei beobachten, was sie alternativ zum Drehen am ehesten annimmt, und dies dann weiter fördern.
    Nichtdrehen belohnen ist grundsätzlich gut, aber die Alternative zum Drehen zeigen erklärt ihr auch, was denn dann erwünscht ist. Sonst mußt den ganzen Tag mit Leckerli hinterherrennen, solange sie nicht dreht.....
    Generell: aus den Situationen rausnehmen, wo sie so überfordert scheint, und ganz langsam an Neues gewöhnen, das sie eben vom Zwinger her nicht kennenlernen durfte.
    Mein Gedanke: wenn Du sie mit Streicheln beruhigst, belohnst Du damit nicht gerade das Drehen??
    Weitere Idee: vielleicht hat die Kleine Streß, wenn sie auf großen Plätzen (Feld) etc. ist, weil sie nur das Eingeschlossensein kannte auf engem Raum? Wie sieht das Drehen aus, wenn sie in kleinem Zimmer ist, wird das weniger, fühlt sie sich da vielleicht sicherer? Dann evtl. langsam an größere Räume gewöhnen?
    Wie gesagt, sind nur Ideen, aber vielleicht hilft die ein oder andere Überlegung!
    LG,
    BieBoss

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!