warum haut sie plötzlich ab? bin völlig fertig! lang.

  • hallo ihr lieben...
    ich bin völlig fertig mit den nerven im moment.

    lotte hat vor kruzem ihren jagdtrieb entdeckt. sowieso schon ganz großes kino, jetzt muss sie halt vorerst in gefahrenbezirken wieder an die leine, bis ich 'antijagdtraining' von gröning hab und anfangen kann.

    aber gestern war alles sehr komisch... ich wollte mich mit einem freund im park treffen und war schon vorher ziemlich lange mit lotte spazieren bzw saß auch zwischendurch mal eine stunde mit lotte auf unserer lieblingswiese.


    1.teil, lieblingswiese
    da war sie nicht angeleint, ist dort auch nicht nötig, keine kaninchen (um die uhrzeit zumindest) und eingezäunt ist der minipark auch.

    plötzlich kam eine beaglehündin uns besuchen. lotte ist da normalerweise sehr verträglich, auch mit hündinnen. gestern haben beide sich echt schnell angegiftet, lotte ist richtig böse geworden und hat sie wirklich heftigst angeknurrt und in die luft geschnappt. die andere hündin auch. ich konnte nichtmal sehen, wer angefangen hat. aber okay, das ist gar nicht das große problem. ich erzähle das nur, um euch mein gesamtproblem schildern zu können.

    2.teil, auf dem weg zum anderen park
    später sind wir dann ziemlich weit zum anderen park gelaufen, eigentlich wirkte sie schon relativ müde und schien keine besondere lust mehr zu haben. am anfang ließ ich sie frei laufenund sie bleib auch in einem halbwegs überschaubaren rahmen bei mir. später musste ich sie an die leine nehmen, denn ich merkte, dass sie etwas angespannt war und sie eine elster belauerte (hallo? jetzt auch vögel? bisher waren es nur kaninchen...) und bin mit ihr gut eine halbe stunde an der leine gelaufen, dann hab ich sie wieder losgemacht.
    ich korrigierte sie immer, wenn sie zu weit nach links oder rechts ging und sie blieb auch relativ brav in meiner nähe. dann plötzlich ging sie zur seite in ein gebüsch und ich sagte noch 'denk nichtmal dran' (das zieht immer ganz gut) doch da war lotte schon komplett im busch verschwunden. ich hörte sie irgendwo rascheln und rief sie, aber sie kam nicht. ich rief nochmal... sie kam nicht... noch mal...wieder nichts. ich versuchte freundlich zu rufen, wie immer, aber vermutlich hat sie gehört, dass mir das nicht so ganz passt, was sie da treibt. ich also hinterher ins gebüsch (hätte nicht einfach weggehen können, sie kannte die umgebung nicht und uns in ca 200 meter entfernung ist eine straße). plötzlich jault sie und bellt, ich würde fast sagen, sie hat geschrien... ich hab mich so erschrocken... (ich kenne ja dieses jagdgeschrei...aber bei hört sich das so markerschütternd an, als hätte sie starke schmerzen, da bleibt mir das herz stehen)
    ich also hinterher ins gebüsch, keine lotte, nicht zu sehen, nicht zu hören..

    30 sekunden später sah ich was durch's gebüsch wetzen... wie in panik hin und her, orientierungslos... es war lotte. hinter einem maschendrahtzaun, auf dem nachbargrundstück ich dachte, sie würde mich nicht finden und hätte sich erschrocken, sodass sie das loch im zaun nicht wieder finden konnte.

    ich suchte also das loch und kletterte hinterher...lotte wetzte von dannen, ich stand wie blöd auf dem fußballplatz der uni köln und versuchte sie zu rufen. nichts zu machen, nur noch ein hund von hinten der hinterm nächsten busch verschwand. und ich war total perplex.
    plötzlich rannte sie auf mich zu, ich lobte sie schon wie doof und: sie rannte an mir vorbei und rennt nochmal die runde.

    gefühlt hat das szenario 3 stunden gedauert, aber es waren wohl eher 10 minuten..vielleicht weniger. kann's nicht einschätzen.

    fakt ist: ich habe vor allem anschließend verdammt kacke reagiert, das weiß ich auch. sie stand irgendwann mit ganz viel sabber im gesicht vor mir, ich hab sie angemotzt, angeleint und rausgezerrt, wieder zurück auf den weg.

    aber die geschichte geht noch weiter...
    3.teil, im park
    im park am aachener weiher habe ich sie nicht mehr abgeleint. hab später, als ich wieder besserer laune war, ein paar einfache sachen mit ihr gemacht, pfötchen geben und so, aber sie hat nicht gerade begeistert mitgemacht. nur viel gewinselt, weil ihr irgendwas nicht gepasst hat...
    irgendwann, nach 2 stunden, habe ich sie dann wieder abgeleint und wollte sie laufen lassen, in sichtweite. korrigierte sie, wenn sie zu weit ging und es klappte auch ganz gut, bis sie plötzlich zwischen irgendwelcehn bäumen verstand. ihr ahnt es schon: ich rief, sie kam nicht, ich ging hin, um sie abzuholen und sie: ging weiter weg... sie rannte nicht unbedingt, aber ging schnellen schrittes weg. das hat sie noch nie gemacht. wenn ich nur einige meter von ihr entfernt bin und sie rufe, kommt sie auf jeden fall, zumindest bleibt sie aber stehen, wenn ich ihr das kommando dazu gebe. nichts da. hund war weg, schon wieder. irgendwo im wald verschwunden. ich hab sie ewig gesucht, war mit den nerven völlig runter.nach ewigkeiten kamen mir ein paar jungs entgegen, die meinten, ich müsse mir keine sorgen machen, der hund sei den weg runter in einem gebüsch.
    sie war auf jeden fall in hörweite. aber sie kam nicht. ich ging also den weg runter, rannte und da stand sie: quasi auf den schienen, die hinter diesem wald herführen...wusste gar nicht, dass es die da gibt. ich rief sie noch einmal, lotte kam und ich leinte sie an.

    warum ist das plötzlich so?
    sie ist jetzt seit ca 7 wochen bei uns, wir waren in der hundeschule, sie hört eigentlich von tag zu tag besser und kommt auch immer...
    sie ist 2 jahre alt....

    was soll ich denn jetzt nur machen? wieder an die schlepp?
    ja, darauf läuft's hinaus, aber ich kann es nicht verstehen... *heul

  • Es dauert bei vielen Hunden ein paar Wochen in der neuen Umgebung bis sie zeigen was sie wollen.
    Lotte ist jetzt bei euch angekommen und "verstellt" sich nicht mehr.

    Die Schleppe ist sicher ein guter Ansatz und weiteres Training, auch Verstärkung der Bindung.

    LG, Friederike

  • danke friederike für deine antwort...
    hoffentlich kommen noch ein paar...

    ich meine, sie war von anfang an sehr selbstständig und hat immer einen relativ großen radius gehabt. aber es kann doch nicht sein, dass sie von einem tag au den anderen einfach 'taub' ist und abhaut... ich versteh das nicht...
    ich glaub schon, dass sie mich mag, ich füttere häufig aus der hand, sie kommt permanent zum kontaktliegen und kuscheln und übt auch ganz gern irgendwelche tricks mit mir. und sie kommt eigentlich seit anfang letzter woche wirklich perfekt und schnell angerannt. nur gestern halt nicht. das verhalten schlägt doch nicht vom einen auf den anderen tag so um, oder?
    und wie stärke ich denn die bindung... wir machen schon echt viel...
    ist dieses extreme sabbern bei jagd normal?
    und was soll ich machen, an der schlepp? ja, ich kann das abrufen üben, okay...aber da hört's ja auch schon auf. was speziell soll ich denn da machen? worauf muss ich achten? inwiefern hilft das langfristig? ich will sie nicht für immer nur an der schlepp lassen... vorallem weil es doch eigentlich letzte woche bis gestern so gut geklappt hat...

    solche aussetzer hat sie übrigens glaube ich eher in uns unbekannten gebieten...woran liegt das?

  • hallo momo,
    wirkliche tipps hab ich auch nicht, aber auch ich bin gespannt was die leute hier noch so schreiben. denn, und vielleicht tröstet dich das: ich bin gerade von einem ähnlichen chaosspaziergang heimgekommen und bin auch down.
    raya ist vorher sonst nie abgehauen, und auf "hier" reagiert sie mit ihren 19 wochen zu 90 %. aber seit ca. einer woche tut sie es öfter. allerdings ist es bei ihr glaube ich kein jagdtrieb. sie wetzt an eine weit entfernt gelegene stelle, kriecht ins gebüsch und frisst dann dort am gras rum, rufen bringt nix. ich geh nach 2-3 mal rufen auch hin und nehm sie an die leine. und wenn ich schaue, an was sie da frisst, ist es nur normales gras. es sind auch keine ihr bekannten stellen, dass man meinen könnte, sie weiß, dass es dort was tolles gibt.
    und ich hab dann auch immer angst, dass sie weit wegrennt und ihr was passiert. heut hab ich mich dann mal versteckt und sie auch mal ne halbe minute panisch rumrennen lassen (an einer ungefährlichen stelle), dann ließ sie mich den rest des spaziergangs nicht aus den augen.
    naja, da müssen wir wohl durch, mit viel geduld und spucke. ;)

    und das mit dem sabbern könnte auch daher rühren, dass ein hund der einer "beute" folgt viel schnüffelt, dabei ist sabbern normal!

  • hey du....
    ach mensch, dass ist lieb, dass du das schreibst. dann bin ich nicht alleine mit meinen problemen.

    das mit dem verstecken hab ich auch schon gemacht, war da aber unmöglich. beide male. ihr orientierungssinn ist gleich null. sie verläuft sich echt gerne... manchmal glaub ich, sie hat ads. manchmal läuft sie auch einfach mit fremden mit und erschrickt dann, wenn sie merkt, dass ich das gar nicht bin und sucht mich dann wie doof (obwohl ich noch immer auf der gleichen stelle bin wie zuvor)
    ;)

  • ein freund von mir sagt immer: "üben, üben, üben. wer hat gesagt, dass es einfach ist nen hund zu erziehen? irgendwann klappts, aber selbst dann gibt es keine hundertprozentige sicherheit"
    und so lange haben wir ja beide unsre hunde noch nicht. ich bin nur so schockiert, weils eben was ist, was eigentlich vorher gut geklappt hat, so wie bei dir auch. bei meiner ist es vielleicht auch fast pubertäres grenzen austesten, ist auch seit paar tagen im zahnwechsel. vielleicht will deine lotte auch checken, was sie so alles darf in ihrem neuen zuhause? und wenn die grenzen dann mal abgesteckt sind regelt sich das. wünsch dir auf jeden fall viel erfolg beim anti-jagd-training!!!

  • also hab ich das richtig verstanden:
    Das alles ist an einem Tag passiert? Du warst also wieviel Stunden? 3? mit ihr unterwegs. Wenn das so sein sollte ist das zuviel. Du putschst den Hund damit nur hoch.
    Dann ist es für einen Hund nicht gerade Auslastung so lange an der Leine zulaufen. Eigentlich ist es stinklangweilig. Deswegen dann auch das rumrasen um Energie und Stress der sich aufgebaut hatte abzubauen.
    Geh lieber kürzer mit deinem Hund. Lass ihn an der Leine, sie darf jetzt KEINEN Erfolg mehr mit ihrem Verhalten haben. Suche regelmäßig Plätze auf an denen sie richtig rennen kann(eingezäunte). Ansonsten laste sie durch Suchspiele aus. Fahrrad kann man in dem Alter auch schon fahren.
    Wichtig ist jetzt wirklich NICHT mehr ableinen! Erst wenn der Rückruf wieder richtig funktioniert, das kann gut und gerne ein halbes Jahr dauern. Je nach Jagdtrieb auch noch länger.
    Nicht aufgeben und viel am Gehorsam und Bindung arbeiten!

  • danke mimi,
    das ihr langweilig gewesen sein könnte, hab ich gar nicht bedacht...
    irgendwie dachte ich, ich hätte sie ausgepowert, dadurch, dass wir vorher schon so lange in 'unserem' park waren. wir waren eigentlich den ganzen tag unterwegs. länger als drei stunden. nur hab ich sie nach dem letzten fluchtversuch nicht mehr abgeleint.
    ich hatte natürlich auch keine schlepp mit weil ich davon ausgegangen bin, dass ich sie, wie eigentlich immer, frei laufen lassen kann...heute ärgere ich mich darüber.

    ich glaub ich muss lotte trotzdem noch kurz ein bisschen beschreiben. sie ist extrem ruhig und genügsam. sie schläft viel, will permanent kuscheln, bellt nie. sie spielt nicht, auch wenn ich es noch so viel versuche, gerade wollte ich mit ihr das futterdummyapportieren üben, aber ich fürchte, dass das keinen sinn macht, wenn sie jetzt sowieso anfängt, dingen hinterher zu hetzen....hab angst, dass ich damit beibringe, dass es sich lohnt, zu hetzen. ich möchte das nicht ohne anleitung versuchen...
    genauso hab ich die angst bei nasenarbeit...fördere ich damit nicht das aufwittern von beute? ich hab so angst, dass ich da jetzt mist mache, weisst du?

    und wie arbeitet man an der bindung?

    und kann es sein, dass sie mich einfach nicht ernst nimmt?

  • ja klar,
    lotte ist ein basset fauve de bretagne, ein französischer jagdhund (tadaaa ;) ) und über ihre vergangenheit weiß man nichts. sie kommt aus spanien. ob sie da auf der straße war oder ausgesetzt/abgegeben wurde... keine ahnung.


    (und jetzt muss ich mal schnell in die uni, freue mich aber wirklich sehr über jede anregung, kritik, mag sie auch noch so hart sein, oder tröstende worte...)

    liebe grüße,
    momo

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