• Ich weiss jetzt nicht, ob ich im richtigen Forum bin.
    Mich würde euere Meiung zu Kind und Hund interessieren.
    Ich weiss, dass dies ein eher heikles Thema ist und auch in der Praxis nicht immer leicht zu lösen.

    Von "kompetenten" Hundetrainern habe ich hierzu ganz klare Antworten erhalten, bei denen ich aber ein wenig skeptisch bin.

    Es ging damals um den 5 Monate alten Rüpel Tom und um meine 5jährige Tochter.

    Ich schildere kurz, was mir damals vermittelt wurde.

    Es muss so sein, dass das Kind aus Sicht des Hundes, keine Rangfolge einnehmen darf. Somit, Kind muss tabuisiert werden und ich als Hundeführer habe das zu vermitteln.
    Das heisst, das Kind darf so wenig wie möglich mit dem Hund zu tun haben, damit der Hund nicht auf die Idee kommt, das Kind in eine Rangfolge einzubinden.
    Klartext: Keine Leine halten, kein Futter geben, keine Spiele spielen,keine Kommandos geben, keine Leckerlies geben, nicht zusammen liegen...
    Das Kind hat somit eine neutrale Rolle, sprich steht unter meinem Schutz.

    Wie seht ihr das? Ich denke in diesem Forum halten sich auch sehr kompetente Menschen auf, die dieser Rangfolgefrage auch eher skeptisch gegenüberstehen? :???:
    Oder ist das wirklich so?

    Mir ist schon klar, dass gewisse Regeln eingehalten werden müssen.
    Die hat auch unsere Tochter. Hunde beim Schlafen nicht stören, wenn sie was fressen, sind die Hunde tabu. Wenn die Hunde zusammen spielen, darf man sich nicht einmischen. Es gibt sicher noch mehr, die fallen mir aber grad nicht ein.
    Und sicher haben auch die Hunde Regeln. Sie dürfen nicht zum Playmobilspielplatz (da wird Madame hysterisch :schockiert: ), sie dürfen meiner Tochter das Essen nicht klauen. Dürfen sie nicht anspringen etc.

    Aber das sind unsere Regeln, weil wir so alle klarkommen.

    Was mich aber verunsichert ist diese Rangfolgefrage und dass das Kind tabuisiert werden soll.
    Die Kinder sollen ausserhalb der Rangordnung laufen :???:
    Dürfen Kinder wirklich nichts mit den Hunden machen? Futter, Leine...


    Gibt es hier auch Leute die das anders sehen?

  • Also ich sehe das wie du. Meine Kinder dürfen mit unserem Hund spielen. Wenn wir dabei sind auch mal die Leine nehmen.
    Und nur so am Rande: In einem Hundeverein wo ich war, gab es eine Jugendgruppe, das heißt Kinder so ab 14 Jahren durften da an bestimmten Training mit ihren Fellnasen teilnehmen.
    Aber wie weit er seine Kindern mit dem Hund etwas machen lassen, meine ich, soll jeder für sich entscheiden!

  • So wie ich das verstanden haben, sollen die Kinder je kleiner sie sind, umso mehr tabuisiert werden.
    Mit zunehmendem Alter immer mehr eingebaut werden. Der Hundeführer erlaubt dem Hund wann, wieviel.
    Das zunehmende Alter, habe ich so verstanden, dass dies eben erst so ab Teeniealter sein soll.

  • Also bei uns in der Hundeschule gibt es sogar extra eine Gruppe für Kinder mit Hund - da wird extra auf die Besonderen Bedürfnisse von Eltern, Kindern und Hund eigegangen, die Kinder dürfen ein paar Übungen mit den Hunden machen, lernen den Umgang, etc. - alles natürlich spielerisch und den Hunden werden auch nur Übungen abverlangt, die sie eh schon können. Aber die Idee ansich ist nicht schlecht wenn inder miteinbezogen werden.

    Generell bekomme ich aber die Krise, wenn Kinder (hier so meist 6-10 Jahre) alleine mit den Hunden Gassi gehen - ich weiß selbst wie viele schwierige Situationen kommen können in denen ich teilweise an die Grenze meiner Belastbarkeit komme - wie soll ein Kind das meistern (z.B. mein alter Hund wurde einfach so von einem 40 kg -Hund attakiert, Herrchen stand daneben und hat zugesehen und ich musste die Hunde trennen, da meiner schwer verletzt war und der andere nicht von ihm abgelassen hat (wurde selbst dabei auch noch verletzt)- wie soll ein Kind in solch einer Situation reagieren), ebenso kommen Kinder manchmal auf komische Ideen, besonders wenn sie mit ihren Freunden unterwegs sind. So ist auch hier mal der Jack Russel einer Bekannten von mir der nicht baden wollte, von der Tochter in den Bach geworfen worden, etc.

    Aber ich finde es trotzdem wichtig, dass Kinder miteinbezogen werden, ihnen aber auch genau erklärt wird, warum sie manches eben nicht dürfen - es ist gut wenn sie frühzeitig den vernünftigen Umgang mit Hunden lernen.

  • Das soll ja genau das Problem sein. Denn sobald das Kind mit dem Hund etwas macht, wie füttern oder spielen wird es angeblich in diese Rangfolge eingebunden.
    Damit sie eben nicht eingebunden werden, sollen sie das alles unterlassen. :???:

    Ansonsten bin ich auch dafür, dass Kinder nur unter Aufsicht etwas mit Hunden unternehmen.
    Ich bin ja teilweise schon gefordert, wenn ich rasch reagieren muss. Wie soll dies einem Kind möglich sein?

  • Mein sohn ist fast 2..ich binde ihn schon jetz mit ein schon allein deswegen damit er lernt respektvoll mit tieren umzugehen und damit er lernt das ein tier nicht nur spielkamerad ist sondern man mit ihm auch was machen muss

    Wenn er nich so wild wär dürfte er sogar mit zur Hundeschule

    Er darf ihre leine halten wenn er das will ( allerdings hat er das ende und ich dazwischen ein stück gg) er darf ihr auch gern leckerlies geben mit mama zusammen wenn ich zb ein kommando sag sie macht es darf er ihr das leckerlie dann geben..Futter geb immer ich aber das auch eher weil die strecke von futtersack und futterstelle so minimal ist das ichs ständig vergesse gg

  • Ich würde eigene Kiner auch mit einbinden, so gut man es eben je nach Hund verantworten kann.
    Denn irgendwann sind die Kinder größer und dürfen dann von heute auf morgen plötzlich etwas mit dem Hund machen? - das denke ich würde den Hund auch verwirren. Generell muss man eben dafür sorgen, dass der Hund weiß was er darf und was er nicht darf, aber kuscheln etc. würde ich schon zulassen und ich finde die Kinder-Hundesport-Gruppe ehrlich gesagt ziemlich toll, vor allem lernen die Kinder dort ein super Verantwortungsbewusstsein, da sie merken, dass der Hund tatsächlich Arbeit macht. Und wenn ich sehe welche Freude Kinder und Hunde haben...
    Natürlich muss man seinen Hund da gut einschätzen können, ich würde Balou z.B. im Training niemand anderem in die Hand drücken, schon gar keinem Kind -aber einfach aus dem Grund, dass er rumschnappt wenn ihm etwas nicht passt.
    Wenn wir aber mit den Tierheimhunden trainieren, sind da ein paar super Kinderhunde dabei, bei denen finde ich es schön, den Kindern der Gassi-Geher (wenn mal welche dabei sein sollten) zeigen zu können wie man die Kommandos richtig gibt (anstatt dass dann vom kind immer "Sitz", Platz etc. vor sich hin geplappert wird) und die Kinder sind stolz wenn es klappt.

  • Hm Kind und Hund, meiner Meinung nach ein TOLLES gespann!
    Wenn beide optimal aufeinander vorbereitet werden und beide eine gute und kompetent-soveräne Begleitung erfahren sogar doppelt gut :)

    Ich habe sowohl schon gute und schlechte Beispiele gesehen und die zu Hauf.

    Ich denke das Kinder von Anfang an den Artgerechten Umgang und das Verhalten gegenüber dem Hund lernen müssen.
    Was tut ihm weh? Was mag er gerne? Was mag ein Hund gar nicht?
    Tut es dem Hund weh wenn ich ihn an der Rute ziehe?
    Darf ich den Hund beim schlafen stören?
    Wie "wecke" ich einen Hund richtig?
    Wo mag ein Hund gerne gekrault werden, oder gibt es da unterschiede?
    Ist jeder Hund gleich?
    Was braucht ein Hund um Gesund und Glücklich zu sein?
    Wie spielt man mit dem Hund?
    Darf ich jeden Fremden Hund anfassen? Wie gehe ich auf Hunde zu? Und was kann ich tun wenn ein Hund mich anbellt oder wenn ich Angst vor einem Hund bekomme?

    Was können Kinder optimalerweise mit dem Hund machen? Nur Raufspiele und Jagdspiele oder gibts noch mehr?
    Welchem Kind kann ich zutrauen den Bernhardiner an der Leine zu führen?
    Muss ich als Elternteil immer dabei sein wenn mein Kind/Kinder mit dem Hund spielen, etwas machen?
    Was tun wenn Frau schwanger wird und Hunde/Hunde sind vorhanden?
    Wie führe ich Kinder an einen Welpen heran der in die Familie kommt?
    Wie vermittele ich meinem Kind was es darf und was nicht?

    All diese Fragen und noch viel mehr möchte ich geklärt wissen wenn es um Kind-Hund-Famlie geht.
    Ich finde es GUT das Hundeschulen und Trainer sowas mittlerweile anbieten, ich finde es aber NICHT gut das sie meistens keinerlei Pädagogische Erfahrungen haben.
    a) nehmen sie mir und anderen Päds die Arbeit weg ;)
    b) könnten sie das VIEL effektiver gestalten
    c) ist es meistens eher Semiprofessionell gestaltet
    d) ist deren Grundkompetenz für das Seminar meistens: ich habe 2 Kinder erzogen.
    (Ich könnte das genauso sagen, ich habe bisher 4 Hunde komplett alleine Ausgebildet, ich bin Hundetrainer und darf solche Seminare anbieten! Das hab ich mal zu solchen Trainern gesagt, die sind auuuusgeflippt :p )

    Ich habe solche Kurssysteme im Rahmen meines Studiums entwickelt, konnte sie aber weder selbst großartig anbieten (kam nur wenig zustande, weil die Leute eben in der Huschu nebenan das auch finden und nicht mehr dafür bezahlen wollen bei nem angehenden Soz.Päd. wieso auch?) noch wurde es von Huschus übernommen, ich wurde eher beklaut an Ideen die dann umgesetzt wurden. war günstiger als wenn ich denen mein ganzes Wissen gegeben hätte und dafür adäquat bezahlt worden wäre...
    Jedenfalls gebe ich offen zu das mir diesbezüglich nur wenige direkte Erfahrungen mit diesen kind-Hund-Kursen zu Teil wurden ich aber jede menge Erfahrungen sammeln konnte im beobachten solcher Kind-Hund-Familien-Gespanne.

    Zurück zum Thema (mich regt das immer etwas auf, tut mir leid.), ich sehe es ganz und gar nicht so. ich finde einfach kinder und Hunde müssen richtig unterrichtet und begleitet werden um im Zusammenleben Gemeinschaft zu Erfahrungen und an sich gegenseitig wachsen zu können.
    Kinder sollten ab einem gewissen Alter Mitsprache recht haben dürfen und auch gewisse Dinge, begleitet, ausführen dürfen.
    Ich finde es ganz existenziell für die GUTE Kind-Hund-Beziehung wenn Kinder Grundregeln für das Zusammenleben mit dem Hund erfahren und etwas über den Hund als Lebewesen lernen können.
    Ich finde es wichtig das Kinder mit den Familienhunden viele GUTE und prägende Erfahrungen machen können, eben ERLEBEN! Schließlich wurde oft der Hund für das Kind/die Kinder angeschafft.

    Für eine Harmonische Beziehung ist es auch wichtig das der Hund sich zurück ziehen kann und seine Ruhe bekommt und die auch akzeptiert wird. Der Hund ist kein Spielzeug sondern ein Lebewesen was denkt, fühlt und wahrhaftig ist.

    Begleitete Erfahrungen, Souveräne heranführung und soziale, sowie Erlebbares lernen sollten Kind und Hund zur verfügung stehen.
    Das ganze muss nicht hoch Pädagogisch sein! Das geht oft mit den Einfachsten mitteln, es musss sich nur meistens Gedanken drum gemacht werden und umgesetzt werden.Klar können Probleme auftauchen aber dafür gibt es mehr oder weniger Kompetente Ansprechpartner.

    Um den RICHTIGEN Umgang mit Hunden zu lernen, MÜSSEN die Kinder Kontakt zum Tier haben und Selbsterfahrungen machen! Wenn man sie immer nur fernhält und nur wenig das wesen HUND begreifen lässt (im wahrsten Sinne des Wortes) werden wir ein diesbezüglich unmündiges Individuum heran ziehen was den Hund weder richtig spürt und wahrnimmt noch einschätzen und deuten kann!

    Genausowenig wie ich meine Kinder einfach unbegleitet vor die Glotze setzen würde, würde ich sie unbegleitet nicht mit Hunden in Kontakt bringen!

    Nina, die das alles sicherlich etwas schärfer und härter sieht und jeden Beißvorfall mit Kindern genauestens beäugt soweit es geht...und meistens zu einigen Ideen kommt.

  • Bei uns ist es so, dass ich erlaube, wieviel und was mit dem Hund gemacht wird und ich bin der Meinung, dass dem Hund das durchaus bewusst ist. D. h. er hat im Prinzip immer mich im Auge, auch wenn er gerade mit dem Kind interagiert.

    Beispiel: Meine Nicht ist genauso alt wie Mücke, sie darf ihn im Garten an der Leine führen, weil ihr das so einen Riesenspaß macht ( sieht lustig aus, Mücke uns sie sind gleichgroß :D ), ABER er achtet dabei auf MICH. ich habe immer noch leicht einen Finger dran und er orientiert sich an mir.

    Oder: Er darf von meiner Tochter ( 15 MOnate ) Leckerchen nehmen, aber nur, wenn ich das okay gebe.

    Wichtig ist dass sich das Ganze nicht verselbständigt und der Hund das Gefühl hat, er ist mit diesem "Wesen" Kind allein und muss selbst entscheiden, wenns vielleicht brenzlig oder tollpatschig wird, was zu tun ist.
    Der Hund muss die Möglichkeit haben, sich auf die Bezugsperson zu berufen, sich vergewissern mit Blickkontakt ( "ist das richtig so ? " usw. Dann kann das wunderbar funktionieren.

    Problematisch wird es, wenn ich dem Hund Situationen aussetze, die er nicht einordnen kann und ihn damit allein lasse.

    Meinem macht es z. B. nichts, wenn das Kind mal kurz über seine Beine krabbelt, wenn er im Flur im Weg liegt. er hat gelernt, dass ich auf jeden Fall dafür sorge, dass ihm nichts passiert. ( Dass das Kind ihn auf seinem Platz in Ruhe lässt oder wenn er irgendwo schläft ) Dass er aber anders herum einfach auch Dinge tolerieren muss.

  • Ich bestimme die "Rangfolge" in meinem Haus......nicht die Hunde ;)

    Man sollte Kind & Hund von Anfang an den respektvollen Umgang miteinander lehren. Kinder & Hunde voneinander "fern halten" ist ist nicht nur Unsinning sondern auch von der Praxis her meistens nicht machbar (es sei denn ich halte meine Hunde (oder die kids) im Zwinger).

    Hunde sehen Kinder nur dann als "niedriger im Rang" (und vice versa) an wenn von Oben keine Fuehrung kommt.

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