Borreliose, Anaplasmose: Wer hat Erfahrungen?

  • Danke.

    Eigentlich dachte ich, der Hund hats am Herz, deswegen bin ich in die Tierklinik. Na, war ja dann auch so. Als es ihr so schlecht ging, dachte ich wohl an die Knie, aber irgendwie ist der TA dann auf den Magen gekommen. Ist mir inzw. aber ein absolutes Rätsel.

    Bin echt mal gespannt wegen den Knien. Das könnte wieder was mit der Anaplasmose zu tun ahebn. Schwups, wir drehen uns wieder im Kreis.

    Inzw. weigere ich mich, meinen Hund als Versuchskaninchen benützen zu lassen. Der Orthopäde hat wirklich einen sehr guten Ruf und ich hoffe, ich bin da endlich richtig.

    Wie aufwendig ist eine Kreuzband-OP? Wie hat sich das gezeigt? Was waren bei deinem Hund die Symtome? Wie lange mußtet ihr schonen? Wir wollen in ca. 5 Wochen in den Urlaub. In die Berge! Haha, mit dem Hund! Hatte eigentlich nicht vor, die ganze Zeit Buch zu lesen und Hund zu hüten und meine Familie kann dann machen was sie will! ;)

    Liebe Grüße
    Schopenhauer

  • Zitat

    Wie aufwendig ist eine Kreuzband-OP? Wie hat sich das gezeigt? Was waren bei deinem Hund die Symtome? Wie lange mußtet ihr schonen? Wir wollen in ca. 5 Wochen in den Urlaub. In die Berge! Haha, mit dem Hund! Hatte eigentlich nicht vor, die ganze Zeit Buch zu lesen und Hund zu hüten und meine Familie kann dann machen was sie will! ;)

    Also, hgezeigt hat es sich, dass sie auf einmal nur noch dreibeinig herumlief.. dann zum TA, der einen bestimmten Griff machte - es war das rechte Hinterbein - und das "Schubladensymptom" feststellte, d.h. das Knie ist irgendwie ganz locker - klar, wenn das Kreuzband gerissen ist.

    Die Op war Routine - wir wohnten damals noch in München - , hinterher eine Woche Verband, musste alle 2 Tage gewechselt werden - dann wieder Belastung, ging eigentlich für eine 11-jährige Hündin sehr schnell alles. Die Op war am 13.12.2003, und wir sind am 22.12. nach Dänemark gefahren über den Jahreswechsel, also in den Autoreisezug musste ich sie noch heben (klar, die "Treppen" sind für einen kleinen Hund eh viel zu hoch), aber dann in DK konnte sie wieder laufen und die Muskeln aufbauen. Ok, da sind nicht gerade Berge, aber über die Dünen ist sie locker gekommen und die sind ja nicht einfach zum Überwinden. Es war wirklich ein schneller Genesungsprozess, habe mich auch selbst gewundert. Aber dein Orthopäden-TA wird schon das Richtige machen. Schmerzen hatte sie nicht unbedingt, bekam nach der OP Antibiotika 3 Tage und Schmerztabletten bei Bedarf (glaube, ich habe eine einzige gebraucht).

    Alles Gute, damit diese Nerverei und die ewigen TA-Besuche mal ein Ende haben mögen.... das zerrt ja unendlich an den Nerven der Zwei- und Vierbeiner...

    Babs

  • Heute morgen ist sie auf der Treppe weggerutscht. Danach habe ich sie zitternd in einer Ecke gefunden. Sie konnte nicht mehr aufstehen, das Vorderbein wirkte steif. Sie guckte mich groß an und so warteten wir gemeinsam bis das Zittern besser wurde. Ich habe versucht sie hinzustellen. Es ging nicht, sie konnte nicht stehen. Nach langen Bemühungen gelang es mir dann doch.

    Morgen werde ich zum Tierneurologen fahren. Sind 200km. Er hat sie damals an der Wirbelsäule operiert und kann am besten schauen, wo es fehlt. Er kann sich auch die Knie genau angucken. Ich hoffe, es hat bald ein Ende mit der Sucherei und man kann ihr helfen. Ich kann bald nimmer und mir geht das schwer an die Nerven.

    Ich habe so zitternd noch nie meinen Hund erlebt. Alles bebte minutenlang. Und dieser Blick: "Frauchen, was passiert hier?"

    Sie kann zum Fressen nicht stehen. Aufs Feld habe ich sie gebracht, damit sie mal aufs Klo konnte, was zum Glück geklappt hat. Jetzt liegt sie seit Stunden im Garten im Gebüsch, und wenn man kommt, guckt sie einen groß an. Es sieht aus, wie wenn die hintere Körperhälfte nicht mehr zu ihr gehören würde.

    Sie ist sehr groß und wiegt 34kg, man kann sie einfach nicht irgenwohin tragen.

    Es ist alles sehr merkwürdig und ich habe das Gefühl, dass ich mich so langsam innerlich von ihr verabschiede. Aber wer weiß, alles hat einen Sinn, nur hier habe ich ihn einfach noch nicht gefunden.

    Ich wünschte inzw. es wäre nur Anaplasmose oder ein Kreuzbandriß!

    LG Schopenhauer

  • Ohje....das hört sich alles sehr sehr schrecklich an!! :| Heute morgen bekamen wir den Befund: Anaplasmose von unserem TA mitgeteilt :( Hab auch schon einen Fred eröffnet in dem ich ein paar Dinge darüber geschrieben hab. Solche Symptome die dein Hund zeigt, hat meine Maus glücklicherweiße noch nicht. Aber bei uns Beträgt der T-Wert schon 1:3200 ....ab 1:50 gilt die Krankheit als ausgebrochen. Ich wünsch dir und deinem Hund alles alles gute und ich hoffe, dass ihr beide das zusammen schafft. Ich werde dir ganz fest die Daumen drücken und ich wünsche euch, dass es "nur" eine Anaplasmose ist, die ihr wieder in den Griff bekommt!!!! ALLES ALLES GUTE!!!!! Ich hoffe du schreibst hier, wie es weiterhin verläuft!

    L.g. Helen

  • Hi,

    meine derzeit älteste Hündin hatte Anaplasmose. Und das zu einem Zeitpunkt als diese "Teilchen" noch den Ehrlichien zugezählt wurden, genauer vor 5,5 Jahren, als man dazu noch so gut wie gar nichts wusste.

    Mittwoch abends waren wir noch beim Agi-Training und ich hatte mich darüber gefreut, wie toll sie inzwischen läuft, schnell sicher einfach toll. Donnerstag abends hatte sie Fieber. Freitag mittags begannen die ZNS-Störungen - schwankender Gang, Manegebewegungen, dann ataktischer Gang, Schwanken und Zittern im Stand. Unsere TÄ tippte auf Hirnhautentzündung (zum Glück, war es auch, ausgelöst durch die Anaplasmen) und behandelte dementsprechend. Allerdings verschlechterte sich ihr Zustand über's Wochenende weiter. Samstags konnte sie nur noch mit Hilfe stehen. Im Sitzen schwankte sie auch. Gehen war zwar noch möglich, aber nur mit einem extrem hektischen, trippelnden völlig ataktischen Gang. Sonntags kippte sie bereits im Sitzen um. Gehen war nur noch mit Stützen möglich und auch das nur ..... na ja, nicht wirklich. Und Montag morgen ging gar nichts mehr. Völlige Lähmung der Gliedmassen.

    Unsere TÄ schickte uns damals nach Bern in die Neurologie. Die Werte vom Labor waren noch unterwegs. Bis wir in Bern ankamen, waren die Werte schon durchgefaxt (über 350 km Fahrt bei Schneesturm). Die Berner waren der Meinung, das sei ggf. ein Tumor, aber ganz sicher keine Ehrlichiose (stand zur Debatte, da E. canis grenzwertig war). Nun ja, tumoröse Entartung konnte nicht nachgewiesen werden. Sie bekam dann über 3 Wochen hochdosiert ein Antibiotikum und mehrere Monate Cortison um die Auswirkungen der Hirnhautentzündung einzudämmen. Nach Beginn der Cortison-Medikation gingen die Lähmungen innerhalb von 1-2 Tagen soweit zurück, dass sie wieder gehen konnte. Zwar nur mit Unterstützung - Gang entsprach einem Menschen bei Windstärke 12 oder 2 Promille oder so. Bis sie wieder "richtig" gehen konnte dauerte es mehrere Wochen. Wobei Folgeschäden zurückgeblieben sind - ihr Gang ist ataktisch geblieben, sie hat Koordinationsprobleme in der Hinterhand, stolpert leicht, schiebt im Stand die Hinterhand unter den Körper um das Gleichgewicht besser halten zu können, nimmt man bsp. ein Hinterbein hoch, so dass sie nur auf dem zweiten Hinterbein steht (vorne logischerweise auch) fängt sie an zu schwanken. Sie hat lange Zeit Probleme mit Kopfschmerzen gehabt - so etwa 1x die Woche zeigte sie ein Verhalten wie ein Mensch, der Migräne hat - suchte abgedunkelte, ruhige Räume auf und war selbst mit Leckerlie und weiss der Geier was sonst tollem nicht zu bewegen, auf Spaziergänge etc. mitzugehen.

    Mit zunehmendem Abstand zur akuten Erkrankung ging es ihr dann immer besser. Sie konnte auch die neurologischen und motorischen Ausfälle im Bewegungsapparat sehr gut kompensieren. Wer nicht wusste, was ihr alles "fehlt", hätte sich schon sehr gut auskennen müssen, um zu sehen, dass mit ihrem Gang was nicht wirklich in Ordnung ist. Inzwischen ist sie 11 Jahre alt und jetzt kommen halt die ganzen Alterswehwehchen, die durch ihr Handicap noch verstärkt werden.

    Viele Grüße
    Cindy

  • Hi, arme "Schopenhauer" (die Welt ist ein Jammertal, das stammt doch von Schopenhauer???)

    Das klingt aber alles gar nicht gut. Was Du derzeit durchmachst, ist bald nicht mehr zu toppen. Es klingt ja eher wie ein Bandscheibenvorfall, wie Du das beschreibst. Aber ok, ich bin keine TÄ, habe nicht das Wissen, aber so kann's ja echt nicht weitergehen. Die Maus leidet ja nur noch, und Du mit ihr. Wenn sie sich ins Gebüsch verkriecht.... das ist ja auch ein Zeichen... kenne ich von Muckl, das hat die öfters gemacht, sie war dann "gar nicht richtig da"..., ich konnte das nicht richtig einordnen und war hilflos.

    Ich wünsche Dir soooo sehr, dass dieses Arztgerenne und das Suchen nach einer Diagnose, bei der man dann endlich mal handlungsfähig wird, bald ein Ende hat. Wie alt ist denn Deine arme Maus eigentlich?

    Meine Gedanken sind bei Euch
    babs

  • @Schopenhauer

    wie Du an little Yanta's Beispiel siehst, können die ZNS-Störungen, die deine Hündin aufweist, durchaus im Zusammenhang mit der Anaplasmose stehen.

    War übrigens dann tatsächlich Anaplasmose. Unserer TÄ ist eingefallen, dass sie einen Artikel in einer Fachzeitschrift gelesen hat, in dem es darum ging, dass beim Hund vereinzelt Fälle von Ehrlichia phagocytophila nachgewiesen worden waren. Wir hatten dann nochmal im Labor angefragt und die hatten einen weiteren Test auf E. phagocytophila gemacht. Eindeutig positiv - deswegen auch die grenzwertigen E. canis. Anscheinend eine Kreuzreaktion.

    E. phagocytophila wurde inzwischen den Anaplasmen zugeordnet und in Anaplasma phagocytophilum umbenannt.

    Noch was, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemein Schmerzanfälle, sind auch typisch für Anaplasmose.

  • Hallo Cindy,

    danke für deine ausfürhlichen Infos. Ich hab das Gefühl, du schreibst von meinem Hund. Mir kommt das im Moment alles schrecklich ebkannt vor. Aber es zaubert auch einen Hoffnungsschimmer. Sollten morgen beim Neurologen, der übrigens auch in Bern gearbeitet hat, keine Ursachen zu finden sein, werde ich auf die Behandlung von Anaplasmose bestehen.

    Meien TA meinte, ich könne das tun, sie glaube nicht, dass es was bringt, außer dass die Blutwerte schlechterw erden.

    Was mich plötzlich bewegt, ist dass es einen Borreliose- und Anaplasmosetiter gab. Das war letztes Jahr nicht der Fall und sie hatte erst kürzlich Zecken. Es könnte ja sein, dass der Titer heute höher wäre, wenn es ganz frisch ist, oder?

    Ich habe mir deine Beschreibung ausgedruckt. Kenne inzw. andere Beschreibungen die ähnlich sind.

    Was verstehst du unter ataktischer Gang? Meine Hundedame läuft sehr schnell und hektisch, eher ganz komisch, eilig, trippelig, aufgeregt, schnell, schnell und trotzdem steif.

    Vorhin lief sie zum Pinkeln gar nicht so schlecht, danach mühevoll heim. Schnell hinlegen, am besten unter den dunklen Vorhang. Wenn da auch was am Kopf wäre, würde es erklären, warum sie Dunkelheit sucht und am Samstag so gekotzt hat. Mein Sohn hatte schon Hirnhautentzündung, ich kenne das, wie einem da der Kopf schmerzt.

    Jetzt habe ich wenigstens wieder einen Anhaltspunkt. Und wieder einmal dreht sich alles im Kreis zurück zum Anfang zur Anaplasmose. Wenns das wäre, würde sie ja wieder gesund werden!

    Das Antibiotikum soll die Hölle sein, viel erbrechen. Stimmt das?

    Gruß Schopenhauer

  • zum antibiotikum: unserer hatte zum anfang durchfall und hat einmal gebrochen, dann kamen vermehrter durst und pinkeln in massen dazu.. zusätzlich ist sein hals gerötet- sehr ätzend das zeuch. aber ist alees in allem aushaltbar.. bis jetzt gehts ihm ganz gut- außer diesen nebenwirkungen


    hammer wie viele hunde im moment anaplasmose haben...:-(

  • Zitat

    Es könnte ja sein, dass der Titer heute höher wäre, wenn es ganz frisch ist, oder?

    könnte sein. Muss aber nicht zwangsläufig. Kann auch gleich bleiben.


    Zitat

    Was verstehst du unter ataktischer Gang? Meine Hundedame läuft sehr schnell und hektisch, eher ganz komisch, eilig, trippelig, aufgeregt, schnell, schnell und trotzdem steif.

    in der akuten Phase, also bei Ausbruch der Symptome, war das Bewegungsbild ein sehr hektischer, trippelnder Gang, je stärker die ZNS-Störungen wurden, desto schneller wurden ihre Bewegungen, weil sie bei langsamen Bewegungen nicht mehr in der Lage war, das Gleichgewicht zu halten. Die Bewegungen von Vorder- und Hinterhand passten nicht mehr zusammen. Wenn Du mal einen gesunden Hund genau beobachtest, dann merkst Du, dass Vorder- und Hinterhand sich immer gleichförmig bewegen. Egal in welcher Gangart - die jeweilige Gangart hat immer einen gleichförmigen Takt, bei dem Vorder- und Hinterbeine einem "festen" Bewegungsschema folgen.
    Bei einem Hund, der ataktisch geht, ist dieses Bewegungsschema nicht mehr korrekt gegeben.
    Das sieht bsp. bei Yanta inzwischen so aus, dass sie im Schritt vorne "normal" gleichmässig geht, hinten dagegen ataktisch trippelt wie eine ratternde Nähmaschine. Fällt nicht sofort, und richtig gut sieht man es nur, wenn sie gezwungen wird, sich einer gleichförmigen Bewegung anzupassen - bsp. beim Unterwasserlaufband in der Physio.
    Während und in den ersten Wochen nach der akuten Erkrankungsphase war dieses ataktische Gehen auch so deutlich sichtbar.

    Zitat


    Das Antibiotikum soll die Hölle sein, viel erbrechen. Stimmt das?

    Kann ich bei Yanta so nicht bestätigen. Allerdings hat sie zu dem Zeitpunkt sowieso nicht so viel gefressen. Und sie hat über den Tag verteilt mehrere ganz kleine Portionen Futter bekommen. Quasi alle 2 Stunden ein paar Bröckchen, eben weil sie nicht so wirklich viel auf einmal gefressen hat. Kann natürlich sein, dass es ihr evtl. sogar vom Doxy einfach übel war. Wir gingen davon aus, dass es ihr einfach generell nicht gut ging und deshalb so wenig auf einmal frass.

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