Erfahrungen mit hibbeligen Hunden
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kakadus -
20. Juni 2008 um 22:40
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Wir sind nach einer sehr stressigen Zeit mal wieder hier...
Und jetzt haben wir gerade ein großes Problem.
Ich denke darüber nach, Snoopy kastrieren zu lassen.Aber erstmal zur Vorgeschichte:
Ich habe Snoopy vor 9 Monaten zu mir geholt. Da war er bereits ein Jahr alt.
Jedoch wurde er in der Familie nicht gefördert, er hat nie eine Hundeschule
besucht, hatte keinen großen Kontakt zu Artgenossen und auch ansonsten
haben sie ihn nicht an andere Orte mitgenommen.Zum Glück ist er trotzdem super verträglich mit anderen Artgenossen und
bis auf seinen Futterneid auch sonst sehr Menschenbezogen und ein guter Kerl.
Er war von Beginn an extrem aktiv (klar, er ist noch relativ jung).
Jedoch hat sich sehr schnell gezeigt, dass er in seinem gewohnten Umfeld
hier zu Hause, mit den gewohnten Bewohnern die Ruhe selbst ist.
Er ist ausgeglichen und wirkt glücklich und ruhig.Doch sobald irgendjemand zu Besuch kommt, oder wir in eine fremde Situation gelangen, dreht er völlig am Rad!
Er kommt dann einfach nicht mehr runter.
Wir haben trainiert, ihn ignoriert, ihm einen festen Platz geschaffen,
fremde Orte besucht, aber da bin ich lange gesessen und beruhigt hat er sich nicht.Der Tierarzt konnte nichts feststellen, dann sind wir zu einer
Tierheilpraktikerin und er bekam eine Globulimischung und
Baldriantabletten verschrieben.
Der Zustand hat sich aber nicht wirklich verbessert. Seit einer Woche wird
es sogar immer schlimmer.
Am Donnerstag kam er 5 1/2 Stunden nicht zur Ruhe (obwohl er zuvor eine
Baldriantablette bekam - die stärksten die es für den Menschen gibt)Kaum sind wir jedoch daheim ist Ruhe...
Ich weiß einfach nicht was ich noch machen soll. Am Donnerstag haben
wir nochmal nen Termin bei der Tierheilpraktikerin und werden nochmal
nach anderen Mitteln schauen.Es ist einfach so schlimm, zu sehen wie er im Stress ist.
Ich kann (und will) ihn doch nicht immer zu Hause lassen.Mittlerweile bin ich soweit, dass ich über eine Kastration nachdenke.
Ich weiß wohl um die Nachteile einer Kastration und würde es auch nicht in
Erwägung ziehen, wenn ich sonst keinen Ausweg mehr sehen würde...Und deshalb würde mich interessieren, ob ihr schon Erfahrungen in der Hinsicht
gemacht habt. Wird er vielleicht ausgeglichener sein wenn er kastriert ist?
Habt ihr sonst noch irgendwelche Anregungen?Bin echt verzweifelt...

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Hallo,
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Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen,das eine kastra da was bringen würde. Diese Unsicherheit hat doch bestimmt nichts mit den Hormonen zu tun. Bei Euch zuhause fühlt er sich einfach sicher, alles andere macht ihm angst,bzw. Stress. da sehe ich eigentlich nur ein vorsichtig voranschreitendes Training als Massnahme. Kleine Runden,Menschen,das alles immer ein wenig steigern und nicht zu lange. Ihn mit Lecker vollstopfen und ihm Sicherheit bieten. das ganze muss einen positiven Anstrich bekommen. Aber wie genau,ich bin kein Trainer. An und für sich wollt ich nur sagen,eine kastra wird da nichts nützen. Es könnte sogar sein,das seine Unsicherheit damit bleibt oder sich verstärkt. Aber andere können Dir bestimmt besser etwas dazu sagen
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Sylvi hat Recht , eine Kastration hilft da nicht .
Wie läuft das denn ab , wenn ihr Besuch bekommt ?
Und wie , wenn Ihr in eine fremde Sizuation geratet ?
Wobei , definiere doch bitte mal fremde Situation .
Liebe Grüsse,
Katzentier
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Huhu!
Mit der Kastra beim Rüden hab ich keine Erfahrung, aber ich habe eine kleine Hibbelfott hier sitzen, die bei Fremden auch gerne mal aufdreht und freiwillig nicht wieder runterkommt. Wahrscheinlich ist es bei Snoopy deutlicher ausgeprägt, weil ich bei Maja noch gut damit leben kann. Trotzdem hätte ich ein paar Fragen.
Wenn ihr Gäste bekommt, was macht er dann? Turnt er um die Leute rum, weil er sich so freut oder dreht er auf, weil er die Leute loswerden will?
Wie reagiert er, wenn er auf seinen festen Platz geschickt wird? Und wie lange habt ihr das trainiert?
Kann man ihn dann mal in einen anderen Raum stecken oder macht er dann Randale, weil er weiß, dass da draußen wer ist?
Wenn ihr unterwegs seid und er dreht auf, ist das nur an völlig unbekannten Orten oder auch auf den Spaziergängen?
Wäre toll, wenn du dazu noch ein ganz paar Sätze schreiben könntest

Liebe Grüße, Henrike
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Hallo!
Also eine Kastration ändert daran wohl gar nichts
Ich hatte so einen Rüden, der wurde mit etwa 8 Jahren ruhiger, später wurde er aus med. Gründen kastriert, danach hat sich aber keine weitere Änderung eingestellt.
Jetzt habe ich eine Hündin, die steht immer unter Strom. Daheim entspannt sie nur zu den Zeiten zu denen sie weiß, dass garantiert keine Action zu bekommen ist. In der restlichen Zeit steht sie ständig unter Strom und hüpft für ein Zucken des kleinen Zehs zur Tür.
Draußen ist sie sehr aufgeregt und interessiert, im Freilauf immer ganz schnell unterwegs, langsam gehen kann sie nicht
. Müde erlebe ich sie eigentlich nur nach einer Fährte, die mindestens 1000 Schritt lang war. Das hält dann 3 Stunden.
Bei uns funktioniert das Zusammenleben trotzdem sehr gut. Meine Maus ist nicht unsicher, sie ist einfach total temperamentvoll.
Wir sorgen für vernünftige Auslastung und viele Aktivitäten, die ihrem Temperament entgegenkommen (Freilauf, Gruppenspiel, Schwimmen, Radfahren, usw.). Gleichzeitig fordern wir aber auch regelmäßig konzentrierte Arbeit (Unterordnung, Fährte, Schutzdienst sind das bei uns), die sie ganz toll erledigt, aber auch dabei ist sie immer total angespannt.
So können wir sie gesittet mit in die Stadt nehmen, aber das gestaltet sich eben nur über Gehorsam gesittet. Essen gehen oder ein Cafebesuch sind eine Mischung aus Gehorsam (Beim Eintreten ins Lokal würde die wilde Hummel am liebsten alles angucken und jeden persönlich abschlabbern...) und Gewohnheit (unter dem Tisch liegt sie entspannt, schläft evtl. sogar, weil es ja garantiert nicht weitergeht).
Sie kommt am besten mit einem ganz geregelten Ablauf klar, wo sie selbst merkt, ob sie aufdrehen darf oder ob es ruhig zugehen muss.
Sie ist übrigens mittlerweile 4, aber ruhiger ist sie nicht geworden... nur beser regelbar
.LG
das Schnauzermädel -
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Schnauzermädel ,
mhmm wenn ich Gismo nicht mit Unterordnung , Grundgehorsam , Futterbeutelarbeit , ein bißchen Mantrailing just for fun ( Sohnemann ist ein schönes Suchobjekt ),
langen Spaziergängen , Freilauf und ähnlichem auslasten würde , dann hätte ich wohl auch ein permanentes Hippelchen am anderen Ende der Leine .Allerdings ist es bei uns so , daß Gismo nach guter Kopfarbeit irgendwie geschaffter ist als nach reiner körperlicher Auslastung ( Freilauf , Radfahren , superlanger Spaziergang.
Ist das bei Euch auch so ?
Liebe Grüsse,
Katzentier
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@Katzentier
Meine persönliche Rangfolge
:- Platz 1:
Schutzdienst mit viel, viel Gehorsam. Wenn man sie z.B. um die Verstecke revieren lässt und der Helfer dabei wenige Meter vor mir geht. Da kann sie einerseits richtig Gas geben, muss andererseits aber hochkonzentriert sein, weil sie den Moment mitbekommen möchte, wo ich den Anbiss freigebe. Andererseits muss sie gut arbeiten, weil sie gelernt hat, dass Beißen nur über gute Gehorsam erlaubt wird. Das macht körperlich und geistig platt.-Platz 2:
Nasenarbeit, allerdings hat sie da viel Erfahrung und Routine, es muss schon schwierig sein, aber dann ist sie auch müde.Danach kommt bei uns Unterordungsarbeit, dass macht auch müde, aber da machen wir meist nur ganz kurze Sequenzen, die ermüden dann doch nicht...
Reine körperliche Betätigung macht sie irgendwie gar nicht müde, nach 2,5 Stunden Dauerrennen ist sie immer noch frisch und voller Tatendrang :kopfwand: . Aber grade weil sie so bewegungsfreudig ist, gönne ich ihr ihre Freiheit und sehe zu gern bei ihrem wilden Gehopse zu. Sie hat so gut gelernt, sich trotz höchster Anspannung, die ja nunmal zu ihr gehört, zu beherrschen, dass ich das auch irgendwie als nötiges Ventil sehe, auch wenn es nicht wirklich zur Ermüdung beiträgt.
LG
das Schnauzermädel -
Also ich kann Dir von einer Kastration aus diesen Gründen nur abraten.
Mein Hund war/ist ähnlich wie Dein Hund. Er wurde in der zwischenzeit kastriert, aber an der hibbeligkeit bzw. Unsicherheit hat sich durch die Kastration ichts geändert. Fremden Hunden gegenüber wurde er eher unsicherer.
Mein Hund ist auch in manchen Situationen unsicher und immer noch recht leicht ablenkbar und fährt in solchen Situationen auch schnell hoch und wird hibbelig.
Was bei uns langsam anfängt zu wirken ist ein konditioniertes Entspannungssignal. Konditioniert haben wir es zu Hause. Ich habe einfach Situationen genutzt, in denen er völlig entspannt war und habe dann das Signal eingesetzt. (Bei uns "ruhig").
Hast Du es schon mal mit Abschalttraining probiert?
Grober Ablauf: Du beginnst dazu an einem ablenkungsarmen Ort und gibst Deinem Hund genau so viel Leine, dass er sich setzen, stellen oder legen kann. Den Fuß stellst Du am besten auf die Leine um den Hund nicht durch irgendwelche Bewegungen mit der Hand zu beeinflussen. Dort wartest Du dann, bis er sich entspannt (also im Idealfall einschläft). Anschliessend beendest Du die Situation mit ruhigem Lob (evtl. etwas zu fressen) und gehst wieder. Wenn das gut klappt, steigerst Du die Situation immer weiter. Du kannst das dann immer weiter ausbauen und an allen möglichen Orten machen (z.B. Einkaufszentrum, Wartezimmer beim TA, Geburtstagsparty ...).Ich hoffe, das hilft Dir

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Danke für eure Antworten!
Ich bin auch nicht für eine Kastration, im Gegenteil.
Es wäre eben nur die LETZTE Möglichkeit, wenn gar nichts anderes gefruchtet hat.Es ist auch nicht so, dass es ein Problem für mich ist. Natürlich nervt es irgendwann,
wenn er nur noch rumwuselt. Doch hauptsächlich, denke ich, dass es für ihn Stress ist.Snoopy hat sowohl seine normalen Spaziergänge im Freilauf, außerdem besuchen
wir regelmäßig die Hundewiese, apportieren, machen Unterordnung und Versteckspiele.
Ich denke es ist ein relativ ausgewogenes Maß an Bewegung und Kopfarbeit.
Er hat aber auch genügend Zeit zur Ruhe zu kommen, da er beruflich bedingt
immer wieder ein paar Stunden ganz alleine ist.Fremde Situationen sind eigentlich fast alles, was sich nicht hier im Haus oder auf den Feldern dahinter abspielt.
Wenn ich ihn zum Beispiel in die Stadt mitnehme und mich mit ihm ins Cafè setzte,
kam es schon vor, dass er zwei Stunden lang hechelnd und der ganze Körper
unter Spannung rumlief. Wir haben ihn in der Situatio komplett ignoriert
und versucht entspannt zu wirken. Doch es half nichts.Am Donnerstag waren wir bei meiner Oma, da war er schon öfter und im
Haus war es bisher kein Problem. Da braucht er nur so drei Minuten, dann
hat er sich beruhigt und kann sich auch mal entspannt irgendwo hinlegen.
Im Garten jedoch kam er einfach nicht runter. Der war wirklich
5 1/2 Stunden unter Spannung!! Das tat mir so leid, ihn so zu sehen.
Anfangs war er ohne Leine unterwegs, konnte alles erkunden. Aber er
beruhigte sich nicht. Dann hab ich ihn an die Leine genommen und mich
mit ihm in ein ruhiges, schattiges Eck verzogen. Keine Chance.
Hab versucht ein wenig mit ihm zu apportieren. Keine Chance.
In solchen Situationen nimmt er kein Leckerlie und nichts.
Selbst trinken wollte er kaum etwas.Kaum waren wir zu Hause, hat er getrunken und sich hingelegt.
Am Dienstag bekamen wir Abends besuch von einem Freund, den Snoopy
schon länger nicht mehr gesehen hat. Er muss dann immer auf seinen
Platz bleiben, bis die Begrüßung vorbei ist und darf erst dann hin.
Das klappt mehr oder weniger gut. Auf dem Platz bleibt er schon meistens.
Er kann vor Freude allerdings kaum sitzen bleiben. Dann darf er hin und
ihn begrüßen. Das läuft alles noch in einem einigermaßen normalen Rahmen
ab und ist nicht das Problem. Doch aus dem zuvor ausgeglichenen Hund
ist dann plötzlich ein Tier auf 180 geworden, welcher eine Stunde lang nur
noch am hecheln und wuseln ist. In der Situation haben wir ihn einfach
ignoriert. Aber er brauchte trotzdem eine Stunde um runterzukommen...In ein anderes Zimmer sperren könnte ich ihn schon, er macht auch nichts
kaputt, jedoch habe ich das Gefühl, dass er dann noch mehr aufdreht.Es geht mir nicht darum, dass ich einen ruhigen Hund habe, lieber ein
Temperamentsbündel als eine Schlaftablette!
Aber Snoppy ist in den Situationen sichtlich gestresst und das tut mir so leid... -
Zitat
Am Donnerstag kam er 5 1/2 Stunden nicht zur Ruhe (obwohl er zuvor eine
Baldriantablette bekam - die stärksten die es für den Menschen gibtZitatKlinische Studien legen nahe, dass Baldrian bei Einnahme über mehrere Wochen Schlafstörungen und geringfügige nervöse Zustände wirksam lindert.
Gruß
Herbert - Vor einem Moment
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