Angst bei Wind und offenem Fenster

  • Hallo zusammen,

    nachdem ich schon eine ganze Weile hier mitlese habe ich mich nun angemeldet, weil ich bei einem Problem mit meinem Hund nicht mehr weiterkomme. Morry ist knapp 4 Jahre alt. Ich habe ihn mit 1,5 Jahren aus dem Tierheim (in dem er recht lange war) übernommen.

    Das Problem stellt sich so dar, dass er Angst hat, wenn Fenster offen sind und draussen Wind weht. Er würde sich dann am liebsten in meiner "Westentasche" verstecken und steht sichtbar unter Stress (angespannte Körperhaltung, hecheln). Umso stürmischer es draussen ist, desto schlimmer wird es. Besonders schlimm ist es, wenn dazu noch Rolläden oder Türen klappern. Draussen ist Wind für ihn kein Problem.

    Ich habe anfangs versucht, das Problem vollständig zu ignorieren und ihm Normalität zu vermitteln. Später habe ich versucht mit ihm gezielt zu den Fenstern zu gehen um ihm zu zeigen wo das Geräusch herkommt. Hab ihm klappernde Türen und Jalousien gezeigt. Das hat er alles super mitgemacht (ohne sich ängstlich zu zeigen), aber es hat am eigentlichen Problem nichts geändert. Ruhiger wird er, sobald er Körperkontakt hat.

    habt ihr noch eine Idee, wie ich ihm diese Angst nehmen kann?

  • Hallo Anne,

    er hat das von Anfang an gezeigt, aber es scheint schlimmer geworden zu sein. Ich denke, er hat diese Angst mitgebracht. Er hatte als ich ihn bekam vor so vielem Angst und war in vielem unsicher. Vieles konnten wir lösen, bei einigem ist es viel besser geworden, aber an diesem Problem tut sich nichts.

  • Möglicherweise hat er gar keine Angst vor den Windgeräuschen selbst, sondern er verbindet damit schlechte Erfahrungen, die er früher mal gemacht hat. In dem Fall würde es natürlich schwierig, an der Angst zu arbeiten, weil du wahrscheinlich nie die Ursache herausfinden wirst.

    Hilft es denn ihn zu beschäftigen und abzulenken? Vielleicht mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Futterspiel? Du könntest das Geräusch neu positiv belegen und irgendein Super-Spiel nur für diese Gelegenheiten erfinden.

  • Zitat

    Möglicherweise hat er gar keine Angst vor den Windgeräuschen selbst, sondern er verbindet damit schlechte Erfahrungen, die er früher mal gemacht hat. In dem Fall würde es natürlich schwierig, an der Angst zu arbeiten, weil du wahrscheinlich nie die Ursache herausfinden wirst.

    ja, das ist möglich. Draussen hat er ja, wie gesagt, keine Angst und die Geräusche sollten ja eigentlich die selben sein.

    Zitat

    Hilft es denn ihn zu beschäftigen und abzulenken? Vielleicht mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Futterspiel? Du könntest das Geräusch neu positiv belegen und irgendein Super-Spiel nur für diese Gelegenheiten erfinden.

    Ablenken hilft. Das Problem ist nur, dass ich das natürlich nicht endlos machen kann. Bei solchem Wetter, wie jetzt, ist es kein Problem, da kriegen wir das hin. Aber wenn es so richtig warm ist und es so richtig schön stickig ist in der Wohnung, dann hätte ich gerne länger und auch nachts die Fenster auf.

  • Ja du hast Recht, eine endgültige Lösung wäre Beschäftigung und Ablenkung nicht. Gerade für nachts müsste sich dann eine andere Lösung finden lassen. Vielleicht würde über Nacht eine Schlafbox helfen, die wie eine Höhle ist. Langsam daran gewöhnt und positiv aufgebaut, würde er sich vielleicht in seiner Box so sicher fühlen, dass er dort keine Angst mehr hat. Viele Hunde ziehen sich ja in ihre Box zurück, wenn sie Angst oder Stress haben.

  • Aber wenn man ihm beibringt, in die Box zu gehen, wenn er Angst hat, dann bestärkt man ihn ja in der Annahme, die Situation wäre beängstigend.

    ICH würds wahrscheinlich nicht so machen.

    Vielleicht sonst mal den Ort des Schreckens in einer Schreckens-Situation mit Leckerchen bestücken.

    Also nach und nach natürlich.

    Wenn er trotz klapperndem Fenster in die Fenster Richtung schaut-Leckerchen

    Nächster Schritt nach einigen Malen wenn er einen Schritt in Richtung klapperndem Fenster macht-Leckerchen... usw.

    Ich glaub, ich würd es so versuchen.


  • Hört sich plausibel an, würde ich auch mal so versuchen!

    VIEL GLÜCK!

  • Zitat

    Aber wenn man ihm beibringt, in die Box zu gehen, wenn er Angst hat, dann bestärkt man ihn ja in der Annahme, die Situation wäre beängstigend.


    Ich meinte auch nicht, ihn nur bei Angst in die Box zu schicken, sondern generell eine Box zu nutzen und die so positiv zu belegen, dass sie ein "Platz der Sicherheit" für den Hund wird. Dann würde er sich vielleicht auch freiwillig dorthin zurückziehen, wenn er Angst hat. Denn gerade nachts wenn man schläft kann man ja nicht mit Leckerchen arbeiten und man weiß dann auch nicht, was passiert. Eine Rückzugsmöglichkeit würde ICH da für den Hund nicht schlecht finden.

    Aber dein Ansatz ist trotzdem der richtige und ich würde es auch so machen. Nur eben beides parallel, weil die Box als Rückzugsmöglichkeit vielleicht auch erstmal - zumindest nachts - den Stress rausnehmen könnte.

  • Hm, ja ich versteh was du meinst, würds aber in dem Fall nicht so machen, eben weil ich ja gar nicht will, dass mein Hund Schutz sucht, obwohl es nicht nötig ist.

    Was macht der Hund denn im Moment, wenn er nachts Angst bekommt?

    Dieses Versteck-Muster muss man ja lösen. Sonst erstmal während der Konditionierungsphase nachts eben Fenster geschlossen lassen.

    So hart das ist, für den Hund ists ja auch hart.

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