Hündin hat immer wieder Angst-Episoden

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  • Hallo,

    Unsere Hündin (Lagotto Romagnolo, 2,5 Jahre alt) hat seit ein paar Tagen wiederholt Angst vor irgendetwas. Sie ist generell eher ein unsicherer Typ, gruselt sich gerne mal vor allen möglichen Dingen, war aber nie wirklich ängstlich.

    Beim ersten Mal war sie bei der abendlichen Pippi-Runde plötzlich panisch und wollte nach Hause rennen. Da habe ich mir noch nicht so viel gedacht, es war dunkel, vielleicht ein Tier irgendwo im Busch. Ein paar Tage später waren wir tagsüber auf einer gewohnten Gassirunde, wo sie plötzlich stehen geblieben ist und in die Ferne gestarrt hat. Ich habe sie 2-3 mal mit Signal und Futter motivieren können, noch ein paar Schritte nach vorne zu gehen, aber dann hat sie sich komplett gesperrt und gezittert. Das hat sich jetzt alle 2-3 Tage wiederholt, immer an unterschiedlichen Stellen.

    Körperlich ist sie fit, zeigt keine Anzeichen von Schmerzen und verhält sich außerhalb dieser Angst-Episoden normal. Sie frisst normal, Verdauung ist normal, sie ist lustig und verspielt wie immer und bei Beschäftigung voll leistungsfähig. Heute waren wir bei einem Workshop (unbekannte Umgebung, fremde Hunde) und da hat sie auch konzentriert arbeiten können.

    Ich habe mich mal hingesetzt und überlegt, ob es vor dem ersten Auftreten etwas besonderes gab. Was mir so einfiel:

    Anfang März hatte sie einen Infekt mit Fieber und so heftigen Bauchschmerzen, dass wir zum Notdienst gefahren sind. Verdachtsdiagnose war eine leichte Gastritis. Blutabnahme und Ultraschall (bei einer auf Gastro-Themen spezialisierten Ärztin) waren beide unauffällig, nach einer Woche mit Sucrabest und Synulox war sie wieder fit.

    Kurz danach wurde ich operiert und konnte kaum mit ihr Gassi gehen. Die letzten 4 Wochen war sie daher überwiegend mit meinem Partner unterwegs, der nicht zu festen Zeiten mit ihr gegangen ist. Mal waren sie um 8 Uhr unterwegs, mal erst nach 18 Uhr (natürlich konnte sie zwischendurch auch zum Lösen raus). Sonst bin ich immer in meiner Mittagspause mit ihr gegangen. Die Umstellung hat sie schon merklich irritiert, aber es ging eben nicht anders.

    Vor 2 Wochen hatte sie dann noch eine Bindehautentzündung, bei der sie sich ein Auge blutig gekratzt hat. Die Augensalbe vom TA fand sie schrecklich, aber nach ein paar Tagen war alles verheilt. Ich merke auch keine Anzeichen, dass ihr Sehvermögen beeinträchtigt ist, sie reagiert auf feinste Körpersprache, auch aus Entfernung.

    Ist es realistisch, dass sie von all den Einzelthemen mittlerweile so gestresst ist, dass sie draußen diese starken Ängste und generell eine kürzere Zündschnur hat?

    Ich hatte überlegt, auf Verdacht zum TA zu gehen, weil mich diese Angst-Episoden sehr beunruhigen. Aber auch das wäre wieder viel Stress für sie. Der letzte Komplett-Check (aufgrund der Gastritis) ist ja gerade 1 Monat her und da war alles gut. Was würdet ihr tun?

    Danke!

  • Ich würde sie bezüglich Schmerzen (u. A. Kopfschmerzen, Verdauungssystem, Bewegungsapparat) auf den Kopf stellen lassen. Ggf. mit dem Tierarzt mal eine Gabe von Schmerzmitteln besprechen. Also testweise. Meine zweite Maßnahme wäre der Check der Schilddrüse.

  • Dinge die ich mich da frage :

    1. Weil Hündin - wann war die letzte Läufigkeit?
    2. Schmerzen können ne Option sein, grad weil du ja von einer Gastritis schreibst. Tierärztlich abklären macht also total Sinn.
    3. Bist du dir sicher dass da wirklich nix war ? Gibt es Tiere die sie nicht kennt ? Kommen bei euch Wölfe vor ? Dachs ? Luchs ?
  • Dinge die ich mich da frage :

    1. Weil Hündin - wann war die letzte Läufigkeit?

    Im Dezember.

    Zitat
    1. Schmerzen können ne Option sein, grad weil du ja von einer Gastritis schreibst. Tierärztlich abklären macht also total Sinn.

    Ja, ich sehe das grundsätzlich ähnlich. Allerdings frage ich mich auch, in welche Richtung es dabei gehen soll. Bei der Gastritis wurde ein großes Blutbild gemacht, der komplette Körper abgetastet und auf Schmerzen untersucht. Dabei war nur der Bauch auffällig. Bei der Nachkontrolle waren die Bauchschmerzen weg, aber auf meinen Wunsch wurde noch Ultraschall aller Organe gemacht. Die TÄ ist auf Gastro-Themen spezialisiert und meinte, dass nichts auf ein grundlegendes Problem hindeutet und sie würde es dabei belassen, solange die Bauchschmerzen nicht wieder auftreten. Die Symptome der Gastritis sind seitdem auch nicht wieder sichtbar gewesen.

    1. Bist du dir sicher dass da wirklich nix war ? Gibt es Tiere die sie nicht kennt ? Kommen bei euch Wölfe vor ? Dachs ? Luchs ?

    Ganz sicher kann ich das natürlich nicht sagen. Es war aber nichts da, was für mich erkennbar war und es waren auch sehr unterschiedliche Stellen. Einmal Blick auf ein Feld, bei uns im Wohngebiet, einmal im Wald...

    Wölfe sind hier nicht bekannt, bis auf eine Wolfsichtung, die es vor 1-2 Jahren mal in die Zeitung geschafft hat. So viele wilde Tiere gibt es hier nicht - wir leben hier in der Natur, aber relativ urban. Es kann aber natürlich immer sein, dass sich irgendetwas verläuft.

  • Ist das Auge wieder vollständig OK? Plötzlich Veränderte Sinnesleistung kann solche Auswirkungen haben.

    Ja, ich denke schon. Mit der Augensalbe war das Auge innerhalb von 1-2 Tagen nicht mehr rot und der Juckreiz war sofort weg.

    Der TA hatte die Sehleistung auch schon bei der Untersuchung getestet und meinte es wäre alles normal.

  • Ich dachte spontan an was neurologisches im Gehirn wie z.B. atypische Epilepsie. Kenne mich damit aber nicht aus. Nur dass da vielleicht im Kopf ab und an ein Schalter umgelegt wird ohne einen für den Halter erkennbaren Grund.

  • Was mir aus aktuellem Anlass durch den Kopf geht: hat sie vielleicht vor irgendwelchen Geräuschen Angst?

    Ich hatte nämlich erst vor ein paar Tagen so ne Situation, dass Carlos plötzlich die Bremse reingehauen hat und ich auch erstmal garnicht wusste was los ist. Wären wir allein gewesen hätt ich umgedreht, weil das war mega gruselig, so mitten im Wald. Es war keiner zu sehen und totenstill, aber Carlos hatte die Rute angeklemmt, immer wieder angehalten, in die Ferne gestarrt und ist ständig zusammengezuckt. Wildtiere konnt ich ausschließen, da reagiert er eher gegenteilig. Nach einigen Metern weiter hab ichs dann aber auch gehört: in der Ferne (Luftline 3-4 km) war ein Fußballplatz auf dem gespielt und gegrölt wurde (bei ballspielenden Menschen wird er panisch), da hat er schon reagiert als wir Menschen das überhaupt noch nicht wahrnehmen konnten.

  • Was mir aus aktuellem Anlass durch den Kopf geht: hat sie vielleicht vor irgendwelchen Geräuschen Angst?

    Ja, ist möglich.

    Ich hatte erst die Autobahn im Verdacht. Hier bei uns im Viertel hat sie in die Richtung gestarrt, aus der man die Autobahn nachts ganz leise hören kann. Auch auf einem Feldweg ist sie genau da stehengeblieben, wo man den Schall der Autobahn gut hört. Aber der Wald ist 2 km in die andere Richtung, da ist von der Autobahn nichts zu hören. Daher habe ich den Gedanken wieder verworfen.

    Das habe ich auch im ersten Post vergessen: generell habe ich auch den Eindruck, dass sie versucht, etwas zu wittern, wenn sie ängstlich wird. Sie hält die Nase immer wieder senkrecht in die Luft, man hört wie sie schnüffelt und dann geht das Starren los.

    Was mir beim Nachdenken gerade auch noch eingefallen ist: sie hat bis zur Gastritis Relax Plus von Vet-Concept bekommen. Die TÄ hat gesagt, dass wir das erst mal 2 Wochen nicht mehr geben sollen, weil das Magnesiumoxid die Magenschleimhaut reizt. Wir geben jetzt seit 10 Tagen ein anderes Präparat mit L-Tryptophan, aber es dauert natürlich, bis der Spiegel wieder erreicht ist. Ich weiß, Tryptophan ist etwas umstritten, aber wir hatten in der Vergangenheit schon den Eindruck, dass das L-Tryptophan unsere Hündin gelassener macht.

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