Wie gehe ich damit um wenn der vermittelte Hund nicht der Beschreibung entspricht

  • Gibt 2 Optionen: Du ziehst das durch, mit positiver Einstellung und Plan B, falls Hund im Laufe des Erwachsenwerdens noch ordentlich auspackst. Oder du gibst den Hund ab.

    Ich finde nichts schlimmer, als Hund-Mensch-Teams, bei denen ich das Gefühl habe, es passt nicht und man macht sich gegenseitig unglücklich. Wenn du das nicht positiv und mit Überzeugung angehen magst, dann lass es sein.

  • Ich verstehe das Katastrophisieren aus allen Richtungen hier nicht so ganz. Auch von der TE selbst.

    Ja, das war vielleicht alles ein bisschen blauäugig. Aber der Hund scheint doch bisher sehr passend für die Lebenssituation zu sein. Menschenfreundlich ist doch fürs Büro auch erstmal gut. Ja, es ist ein Unterschied, ob der Hund 8 Kilo oder 15 Kilo wiegt. Man glaubt das nicht so. Aber der Hund von Freunden wiegt 9 Kilo, unsere Hündin 12. Der Unterschied ist krass! In diesen Bereichen macht das sehr viel aus. Aber ich sehe da jetzt auch kein riesiges Drama drin. Es hätte bei einem Direktimport echt schlimmere Probleme geben können. Ich hätte zB, wenn der Hund mit ins Büro muss und da Kollegen sind, niemals einen Direktimport genommen. Heikle Angelegenheit. Aber hier scheint es ja möglich zu sein, dass es klappt.

    Also mein Rat wäre, zu entspannen, sich mit dem Hund anzufreunden und über Management im Büro (Hund UND Kollegen) nachzudenken.

  • Das Problem bei Auslands-Vermittlungen ist oft, dass die Kommunikation über mehrere Ecken läuft.

    Häufig kommuniziert der Interessent „nur“ mit einem ehrenamtlichen Ansprechpartner, der in Deutschland sitzt und der bei doch recht vielen Vereinen noch nie wirklich vor Ort im Shelter war. Die Person hat also gar kein wirkliches Bild davon, wie das im Shelter oder in der Pflegestelle abläuft und was für Möglichkeiten die vor Ort haben oder nicht haben. Und dieser Ansprechpartner kommuniziert dann mit den Leuten im Ausland, die den Hund betreuen.

    Dass es zu Missverständnissen in der Kommunikation kommt und Informationen verloren gehen, ist bei solchen Voraussetzungen (leider) erwartbar. Und dann kommt halt sowas raus wie:

    Ansprechpartner in D: „Checkt bitte nochmal das aktuelle Gewicht des Hundes.“

    Helfer im Ausland (nach Augenmaßschätzung, weil weder Zeit noch Ressourcen, um den Hund auf ne gute Waage zu stellen): „Der hat so 8 Kilo.“

    Ansprechpartnerin in D, die davon ausgeht, dass der Hund auf der Waage stand, weil es in D halt so üblich ist, zum Interessent: „Der Hund wiegt aktuell 8 Kilo.“

    Ist ärgerlich, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass der Verein da böswillig Gewicht unterschlagen hat. Da wird einfach die Kommunikation schief gelaufen sein. Mit so einem Risiko muss man bei ner Auslandsadoption leider einfach rechnen. Erst recht, wenn man keinen Einblick in die internen Abläufe des Vereins hat.

    Darüber hinaus ist die Wachstumskurve von ggf. mangelernährten oder kranken Junghunden aus dem Ausland einfach per se schwierig zu bestimmen.

    Die Endgröße von meinem Hund wurde von der Orga damals auf maximal 35cm geschätzt. Als er hier mit 5 Monaten ankam, hatte er so 6 Kilo und 30cm Schulterhöhe und ich hab noch bezweifelt, dass er die 35cm überhaupt packt. Nun ja, draus geworden sind letztendlich 47cm und 14 Kilo :lol:

    Lag hier einfach daran, dass der Hund durch nen Giardienbefall im Welpenalter und schlechtes Futter einen Großteil seiner Welpenzeit über ordentlich mangelernährt war. Da steht das Wachstum dann natürlich hinten an. Erst als die Giardien durch waren und er hier in Deutschland gutes, an Junghund-Bedürfnisse angepasstes Futter erhalten hat, konnte sich der Körper richtig entwickeln.

    Ich würde deshalb tendenziell davon ausgehen, dass dein Hund auch nochmal ein gutes Stück an Größe und Gewicht zunimmt.

    Wenn du das nicht leisten möchtest, egal aus welchem Grund und ob das jemand anders nachvollziehen kann oder nicht, dann tu dem Hund den Gefallen und gib ihn schnellstmöglich an die Orga zurück. Denn je schneller er erneut in der Vermittlung ist, umso schneller findet er eine passende Endstelle, bei der er endlich ankommen kann.

    Dass du eine Abgabe nicht von heute auf morgen entscheiden möchtest, ist aus menschlicher Sicht zwar nachvollziehbar, aber dieses Abwarten raubt dem Hund Zeit, die er dringend zum Ankommen bräuchte. Gerade mit der Vorgeschichte und in dem Alter.

  • Habe ich richtig verstanden, dass der Hund seit 5 ( jetzt 7) Tagen bei dir ist?

    Da würde ich noch sehr zurückhaltend sein mit der Einschätzung, wie dieser Hund als erwachsener Hund sein wird.

    Deshalb finde ich es gar nicht so abwegig jetzt gut zu überlegen, ob du dir einen doch in etwa annähernd doppelt so großen und schweren Hund zutraust für dein jetziges Leben.

    Aber das kannst halt auch nur du selbst entscheiden.

    Du könntest ja auch jetzt evt. Pflegestelle sein, wenn der Verein da mitspielt.

  • Als Halterin eines ängstlichen Rumänen sehe ich die Gewichtsdiskrepanz auch nicht als allergrößtes Problem an. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste meinen Dicken mit ins Büro nehmen, würden sich unüberwindbare Hochgebirge auftürmen. Das hätte er die ersten 1-2 Tage vllt. noch unbedarft und überrumpelt mitgemacht (über sich ergehen lassen), auf Dauer hätten wir uns damit noch viel größere Probleme geschaffen.

    Wenn die Entscheidung noch nicht gefallen ist, mach dir von den wirklichen Anforderungen an den Hund eine Liste in Kategorien: unbedingt notwendig, darüber lässt sich reden (Kompromisse finden, Erziehung einfließen lassen, ...), wäre nett, aber kein Muss.

    Was hilft dir ein kleiner handlicher Hund, wenn der im Büro jeden Kollegen tyrannisiert und niemanden mehr in deine Nähe/ dein Büro/ auf die Etage lässt?

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