Verhalten meines Junghundes

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  • Ja, ich würde sehr gerne meine Türklingel ausschalten aber leider geht das bei uns nicht.

    Kennst du jemanden der einen 3D Drucker hat? Du könntest dir ( je nach dem wie der Klingelknopf außen aussieht) eine Abdeckung drucken lassen. Haben wir für Halloween weil ich nicht will dass der Hund dauernd gestört wird. Die wird dann einfach drüber geklebt und Ruhe ist.

  • Hier mal ein Beispiel von meinem Spitz beim Bewachen. Man sieht schön wie er die Situation bewertet - der Mensch geht mit seinem Hund brav auf dem Weg weiter - und zu mir zurückschaut, ob ich das gesehen habe.

    Aufgebaut habe ich das über Anzeigeverhalten mit Futter belohnen. Also, wenn er etwas sieht, markern (Wort, was Futter ankündigt) und belohnen. Beim Gassi, daheim, auf der Weide, immer. Und vor allem den Reiz zusammen betrachten und "bewerten". Und vermitteln, dass es okay ist. Über bergeweise Belohnung.

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    Spitze ticken komplett anders als zum Beispiel Hütehunde. Erziehung über Eingrenzung, "Gängeln" etc. quittieren sie mit Verweigerung und sind davon sehr gestresst. Sie misstrauen dann nicht nur der Außenwelt, sondern auch ihren Besitzern. Trainiert man sie fair und belohnungsbasiert, sind sie sehr einfach durchs Leben zu führen. Aber mit "Du musst, weil ich das so will" kommst Du da nicht weiter.

    Um nicht nur Alltag zu machen, kann man mit denen übrigens auch super Beschäftigung machen, was die Beziehung sehr stärkt. Dummytraining zum Beispiel:

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    Oder Mantrailing (da ist er schon ein Opi, jetzt steht er kurz vor seinem 17. Geburtstag)

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  • Lieber xEzy,

    ich habe mit meinem neuen Hund ziemlich dieselben Probleme. Wir sind nun bei Trainerin Nr. 3 angekommen und langsam fangen Dinge an, zu funktionieren – Gott sein Dank!!

    Ich kann dir aus meiner persönlichen Erfahrung heraus nur sagen, dass die meisten Arbeitshunderassen – auch ehemalige wie in meinem Fall – nicht ausschließlich mit positiver Verstärkung erziehbar sind. Je nach Temprament des Hundes muss man sich ein bisschen mehr und konsequenter durchsetzen und wirklich alles ausdiskutieren. Dies heißt natürlich nicht, dass man tierschutzrelevantes Verhalten an den Tag legen darf, aber unbedingt seine innere Haltung zu Hundeerziehung überdenken und anpassen muss.

    Unser neuer Hund z.B. hat von klein auf sich wie ein komplettes Arschloch verhalten, sobald er frustrriert war. Er ist an uns hochgesprungen und hat einfach doll gebissen. Er hat nicht nur Klamotten für einen 4-stelligen Betrag zerstört, unzählige blaue Flecken und Bissabdrücke verursacht, sondern uns im Viertel einfach komplett dumm aussehen lassen – unsere Sicht auf die Situation natürlich.

    Ich war schon so weit zu sagen, dass wir den Hund abgeben müssen, aber mein Partner wollte noch einen allerletzten Versuch starten. Also habe ich im Internet gesucht und bin auf den Hundetrainer Thomas Baumann gestoßen. Ich kann mir vorstellen, dass viele seine Methoden für zu doll bewerten, aber manche Hunde sind halt auch zu doll in ihrem Verhalten.

    Ich habe mir einige Videos von ihm angeschaut und dachte, "was soll's, schlimmer kann's ja eigentlich nicht mehr werden" und ihn kontaktiert. Er selbst hatte leider erst in einigen Wochen Zeit für uns (und seine Hundeschule ist einfach 4 Fahrt-Stunden entfernt), konnte uns aber jemanden empfehlen.
    Und – I shit you not – nach nur einer einzigen Trainingseinheit hat sich das Verhalten des Hundes wirklich verbessert! Natürlich waren wir das Problem, nicht der Hund. Wir haben dem Lütten einfach nicht genug Grenzen aufgezeigt. Und seitdem wir das tun, wird's besser. Er hat das Beißen bei Frust komplett eingestellt.
    Es kann auch sein, dass es mit einem Entwicklungsschritt zu tun hat, aber es gibt einfach keine blauen Flecken mehr und das ist ein großer Gewinn für uns :)
    Nun kümmern wir uns um die vielen anderen Baustellen, aber das Allerschlimmste ist erstmal abgearbeitet.

    Long story short: Ich glaube, dass ihr jemanden braucht, der euch wirklich helfen kann. Und bis dahin würde ich in eurem Fall einen passenden Maulkorb besorgen, um Schlimmeres zu vermeiden.


    Ich drück die Daumen und wünsche euch viel Geduld!


    Das Thema Burka kann ich leider nicht einfach so stehen lassen: In Deutschland gibt es so gut wie gar keine Burka-Trägerinnen, die sind zu fast 100% ausschließlich in Afghanistan anzutreffen. Du meinst wahrscheinlich einen Hijab, was ein ganz ordinäres Kopftuch ist. Gern geschehen :)

  • Also habe ich im Internet gesucht und bin auf den Hundetrainer Thomas Baumann gestoßen. Ich kann mir vorstellen, dass viele seine Methoden für zu doll bewerten, aber manche Hunde sind halt auch zu doll in ihrem Verhalten

    Da Thomas Baumann einfach weiss, was er da tut und wieso, eine unfassbare Erfahrung hat (auch mit Hunden, an die sich zig ach-so-tolle Trainer nicht trauen, zum Glueck) und auch Sachverstaendiger ist (war?), wirst du hier kaum jemanden finden, der ihn negativ bewertet ;)

  • Oh, die ticken aber ganz anders als Spitze. Das würde ich nicht vergleichen. Aber schön, dass Du Hilfe gefunden hast!

    Ganz bestimmt sogar :)

    Ich glaube, dass manche Probleme rassespezifisch sind und andere nicht. Für mich haben sich die Probleme des OP teilweise als Gehorsamsprobleme angehört. Kann natürlich sein, dass es nicht so ist

  • Hier besteht meinem Lesen nach in erster Linie ein Beziehungsproblem, dass durch unpassendes Training entstanden ist. Daher ist der Schlüssel das Training zu ändern um die Beziehung zu verbessern.

  • Meine persönliche Erfahrung mit Spitzen ist, dass sie, wenn die Beziehung nicht stimmt und sie sich nicht wohlfühlen, auch erstmal (!) nicht auf positives Training reagieren. Man muss es also unbedingt schaffen konstant ruhig und freundlich zu bleiben und nicht gleich das Handtuch zu werfen, wenn Hund sich anfangs nicht darauf einlassen kann.

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